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Das Museum für Völkerkunde in Wien beleuchtet das Thema Maske und stellt dabei gekonnt Epochen und Kulturen zueinander in Beziehung

Selbstinszenierung des Menschen



Lorenzo Lippi, Die Nachahmung als gemeinsames Prinzip der Künste

Lorenzo Lippi, Die Nachahmung als gemeinsames Prinzip der Künste

Die Maske als Instrument lebens- und kulturstiftender Prozesse durch Zeiten und Zivilisationen hinweg ist das ambitionierte Thema einer Ausstellung, die noch bis Ende September im Wiener Museum für Völkerkunde zu sehen ist. Die reich bestückte Schau, die neben hochkarätigen Objekten aus dem Kunsthistorischen Museum, den Museen für Völkerkunde, für Theater sowie Volkskunde, der Albertina, dem Wien Museum, MAK und MUMOK auch mit zahlreichen Leihgaben aus dem Ausland aufwartet, führt ein exzeptionelles Bedürfnis des Menschen vor Augen: dem nach einem anderen Gesicht, einem Kunstgesicht. Zwar dient die Maske als Kunstobjekt vordergründig der Verhüllung des eigenen Gesichts, doch setzt sie dabei immer einen Betrachter oder einen Referenzpunkt voraus. Auch zum Schutz wie zur Camouflage wurden und werden Masken getragen.


Nicht verwunderlich ist, dass Masken zu den frühesten Kunstschöpfungen überhaupt gehören. Bekannt sind die bereits um 15.000 v. Chr. datierenden Malereien im französischen Lascaux. Vor allem zur Überwindung des ewigen Vergessens wurden schon früh Bilder und „Ersatzkörper“ geschaffen. Das älteste Exponat der Ausstellung ist eine vor 9.000 Jahren entstandene Maske, eine Leihgabe aus dem Pariser Musée Bible et Terre Sainte. Die schwere, aus Stein gearbeitete Maske ist eine der ältesten erhaltenen Masken der Welt und wurde in der Nähe des Toten Meeres im heutigen Israel gefunden. Sie dokumentiert beispielhaft die menschliche Sehnsucht, nach dem Tod in anderer Form weiterzuleben und durch Bildnisse der Erinnerung präsent zu bleiben. Schädelmasken, Stein-, Terrakotta- und Goldmasken, Mumienportraits, Totenmasken und letztlich auch die Fotografie folgen einer ähnlichen Intention.

In überraschenden Nachbarschaften und Gegenüberstellungen arrangiert die Kuratorin Sylvia Ferino Exponate aus verschiedensten Zeiten und diversen Kulturen und verklammert sie durch Themen wie „Die Maske der Erinnerung“, „Theater“, „Feste“, „Veränderung und Verwandlung“, die „Bildsprache der Maske“ und „Ich und Maskenzerfall“. Eine ganze Sektion der Ausstellung widmet sich der reichen Wirkungsgeschichte des Mythos von der schönen, sterblichen Medusa, die von Athena aus Rache zu einem schaurigen Wesen mit Schlangenhaar und versteinerndem Blick verwandelt wurde. Gian Lorenzo Berninis Medusa (um 1635 oder um 1655) aus dem Musei Capitolini in Rom wirkt wie eine kunstvolle Überhöhung des Mythos. Fast scheint es, als habe Medusa sich selbst im Spiegel erblickt und würde nun vor lauter Schreck erstarren. Aber auch der Kopf des Zeus Ammon, der ein Frauengesicht zeigende Paradehelm römischer Zeit, ungewöhnliche Turnierhelme der Renaissance, die den Gegner in Schrecken versetzen sollten oder der französische Stahlhelm mit Klappvisier aus dem Ersten Weltkrieges: all diese Zeugnisse bewegen sich zwischen den Funktionen des Apotropäums, des Schutzes wie auch des Scherzes.

Ein besonders schöner Saal widmet sich den großen Maskenauftritten zu Ritualen und Festen anlässlich der Jahreszyklen und Lebensabschnitte. Bemerkenswert ist die Gegenüberstellung südamerikanischer Teufelsmasken mit österreichischen Fastnachts- und Perchtenmasken, beispielsweise die bolivianische Figur eines Teufelstänzers von 1972 mit dem reich bestickten und mit Perlen und Quasten applizierten „Flinserlkostüm“ aus dem österreichischen Bad Aussee.

Vor allem im Theater fanden Masken immer wieder Verwendung, von den frühen Mysterienspielen und Präsentationen kultischer und mythischer Figuren in asiatischen Kulturen, wie der Kagura-Maske aus dem japanischen Okina des 19ten Jahrhunderts, oder der griechischen und römischen Antike, so eine Bacchische Maske römischen Ursprungs aus dem Kunsthistorischen Museum Wien, bis zu variantenreichen Ausführungen aus dem Leben gegriffener Typen, wie Pantalone, Capitano, Spaventa, Arlecchino in der Commedia dell’arte.

Der Ausklang erfolgt mit Werken des 20ten Jahrhunderts: Emil Noldes „Maskenstillleben“ aus dem Jahr 1911, James Ensors 1921 entstandenes Gemälde „La Gamme d’amour“ und Man Rays bekannte Fotografie „Noire et Blanche (Kiki and the Mask, 1926)“. Ein besonders schönes Exponat zeigt Pablo Picasso hinter einer von ihm selbst gestalteten „Eulen-Maske“. Während großformatige Fotografien dokumentieren, wie sich die französische Künstlerin Orlan in einem chirurgischen Eingriff Silikon in die Stirn operieren ließ und Leigh Bowery sich als travestierte Kunstfigur gibt, sucht Cindy Sherman ihr „multiples Ich“. In ihren Fotografien nutzt sie ihren Körper auch als Bildträger und setzt sich in unterschiedlichsten Maskeraden und Rollen in Szene. Indem sie zugleich als Regisseurin, Hauptdarstellerin und Fotografin agiert, löst sie strenge Trennungen zwischen Posieren und Betrachten auf.

Bemerkenswert im Vergleich zu früheren Präsentationen zum Thema Maske, etwa 1994 im British Museum und 2001 im St. Louis Art Museum in Missouri, ist der in Wien geglückte Versuch, die Masken der bisher konzeptuell und museal getrennten Kulturen der europäischen und außereuropäischen Länder wirkungsvoll miteinander in Beziehung zu setzen.

Die Ausstellung „Wir sind Maske – Ein Streifzug durch Zeiten und Kulturen“ ist bis zum 28. September zu sehen. Das Museum für Völkerkunde hat täglich außer dienstags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 10 Euro, ermäßigt 7,50 Euro und für Schüler 3,50 Euro. Der Katalog kostet 29,90 Euro.

Kontakt:

Weltmuseum Wien

Neue Burg - Heldenplatz

AT-1010  Wien

Telefax:+43 (01) 534 30 230

Telefon:+43 (01) 534 30 50 52

E-Mail: info@weltmuseumwien.at



26.09.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Jacqueline Rugo

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24.06.2009, Wir sind Maske - Ein Streifzug durch Zeiten und Kulturen

Bei:


Kunsthistorisches Museum Wien

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Steinmaske, Präkeramisches Neolithikum B, 7.000 v.Chr.
Steinmaske, Präkeramisches Neolithikum B, 7.000 v.Chr.

Variabilder:

Gesichtsteil einer Maske, Ptolemäer- und Römerzeit, Ägypten ca. 1. Jahrhundert
 v.Chr. bis 1. Jahrhundert n.Chr.
Gesichtsteil einer Maske, Ptolemäer- und Römerzeit, Ägypten ca. 1. Jahrhundert v.Chr. bis 1. Jahrhundert n.Chr.

Variabilder:

Relief mit Dichter, Muse und Theatermaske, Augusteische Zeit
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Variabilder:

Maske der Sartori, Atellana, Fabula atellana 1983
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Variabilder:

All’antica Sturmhaube, Mailand, um 1550/55
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Variabilder:

Giovanni Domenico Tiepolo, Das Menuett, 1754
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Männliche Maske der Tragödie, Mitte des 1. Jahrhundert n.Chr.
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Steinmaske, Präkeramisches Neolithikum B, 7.000 v.Chr.

Steinmaske, Präkeramisches Neolithikum B, 7.000 v.Chr.

Gesichtsteil einer Maske, Ptolemäer- und Römerzeit, Ägypten ca. 1. Jahrhundert v.Chr. bis 1. Jahrhundert n.Chr.

Gesichtsteil einer Maske, Ptolemäer- und Römerzeit, Ägypten ca. 1. Jahrhundert v.Chr. bis 1. Jahrhundert n.Chr.

Relief mit Dichter, Muse und Theatermaske, Augusteische Zeit

Relief mit Dichter, Muse und Theatermaske, Augusteische Zeit

Maske der Sartori, Atellana, Fabula atellana 1983

Maske der Sartori, Atellana, Fabula atellana 1983

All’antica Sturmhaube, Mailand, um 1550/55

All’antica Sturmhaube, Mailand, um 1550/55

Giovanni Domenico Tiepolo, Das Menuett, 1754

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Männliche Maske der Tragödie, Mitte des 1. Jahrhundert n.Chr.

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Gesichtsmaske einer Muslimin, barakoa, Tanzania, Zanzibar um 1896

Gesichtsmaske einer Muslimin, barakoa, Tanzania, Zanzibar um 1896

Pietro Falca gen. Pietro Longhi, Das Rhinozeros, 1751

Pietro Falca gen. Pietro Longhi, Das Rhinozeros, 1751

Frauenmaske der Komödie, 2. Jahrhundert n.Chr.

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Ridolfo del Ghirlandaio zugeschrieben, Portrait-Deckel mit der Inschrift „Jedem seine Maske“, um 1510

Ridolfo del Ghirlandaio zugeschrieben, Portrait-Deckel mit der Inschrift „Jedem seine Maske“, um 1510

Doke-Maske, Japan, Tokyo bzw. Kanto- Region, 19. Jahrhundert

Doke-Maske, Japan, Tokyo bzw. Kanto- Region, 19. Jahrhundert




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