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Enten am Wehr / Alexander Koester

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Kunst und Antiquitäten bei Nagel in Stuttgart

Der Tod des Jägers



Jan Breughel d.J. und Frans Wouters, Aktaion überrascht Diana beim Baden, um 1640

Jan Breughel d.J. und Frans Wouters, Aktaion überrascht Diana beim Baden, um 1640

Es gibt kaum eine Kunstbranche, die nicht ansehnliche Werke zu Nagels erster großer Herbstauktion am 23. und 24. September beibringt. Ein Gemeinschaftswerk von Jan Breughel d.J. und Frans Wouters führt mit 80.000 Euro die Alten Meister in Stuttgart an. Es zeigt eine beliebte Szene: Der Jäger Aktaion erblickte zufällig die entkleidete Diana beim Bade, hatte damit jedoch sein Leben verwirkt. Denn die Erschrockene und um ihre Ehre Besorgte verwandelt den armen Mann kurzerhand in einen Hirsch, der von seinen eigenen Jagdhunden zerfleischt wird. Bei den Möbeln steht ein frühklassizistisches Zylinderbureau der Zeit um 1790 im Mittelpunkt, das Matthijs Horrix und damit einem der wenigen namentlich bekannten niederländischen Kunstschreiner zugeschrieben wird (Taxe 70.000 EUR). Beim Kunsthandwerk glänzt eine virtuose Schnitzarbeit aus Elfenbein und Rhinozeroshorn: Delphine winden sich auf der Kuppa dieses Deckelpokals und bilden zugleich seinen Schaft. Gegen Mitte des 17ten Jahrhunderts ist dieses Werk in Deutschland entstanden, 25.000 Euro soll es kosten. Und auch das Teppichlager ist nicht faul: Für 80.000 Euro kann man hier einen chinesischen Hereke-Bildteppich aus Seide ersteigern, dessen reiche Park- und Gebirgslandschaft mit einer Knotendichte von etwa neun Millionen pro Quadratmeter geknüpft ist!


Alte Meister

Durchschnittlich die höchsten Schätzpreise tragen jedoch wieder die Alten Meister. Gleich deren erstes Los gleicht einer Entdeckung: Es stellt eine bisher unbekannte Version von Jan Gerritsz van Bronchorsts Gemälde „Schäferkonzert“ dar, von dem eine fast identische Fassung im Herzog Anton Ulrich-Museum in Braunschweig hängt (Taxe 22.000 EUR). Niederländische Maler bilden ferner einen Schwerpunkt mit einer David Vinckboons zugeschriebenen Dorflandschaft, in die sich eine feine Gesellschaft verirrt hat (Taxe 23.000 EUR), Gaspar Peeter Verbruggens d.J. Flora mit reichem Blumenschmuck (Taxe 15.000 EUR), dem fein charakterisierten jungen Mann vor gebirgiger Landschaft von Cornelis Janssens van Ceulen I. (Taxe 6.800 EUR) und zwei Schlachtenbildern, die vermutlich Jan van Huchtenburgh gegen Anfang des 18ten Jahrhunderts als Pendants einander gegenüberstellte (Taxe 24.000 EUR).

Auf der anderen Seite bestechen einige Italiener, so vermutlich der Venezianer Antonio Maria Marini mit einer unheimlichen Grottenlandschaft über einem Fluss, in dem sich ein Schatzsucher auf unsichere Pfade begibt (Taxe 10.000 EUR), ferner der Neapolitaner Francesco de Rosa mit einer Darstellung des Martyriums der heiligen Ursula, deren Hals von einem Pfeil durchbohrt ist (Taxe 20.000 EUR), und auf die Bologneser Schule des 17ten Jahrhunderts verweist eine plastisch ausgebildete Anbetung der Hirten für 15.000 Euro. Diesen Schätzpreis trägt auch eine Darstellung Johannes des Täufers, der auf ein Schriftstück weist und im anderen Arm das Lamm birgt. Bartolomeo Schedoni soll sie als eigenhändige Wiederholung eines etwas größeren Werks im Palazzo Reale zu Neapel um 1610 geschaffen haben.

Auf deutscher Seite beeindruckt ein entzückendes Knabenbildnis Johann Friedrich August Tischbeins, des sogenannten Leipziger Tischbein, von 1805 (Taxe 8.000 EUR). Der ein Jahr später verstorbene Berliner Maler Adolf Friedrich Harper schickt eine klassizistische Hügellandschaft aus der Campagna mit römischen Ruinen an einem Wasserfall von 1791 um die Gunst der Bieter für 4.500 Euro ins Rennen. Und die Schweiz entsendet mit Albrecht Kauws „Jephtah begegnet seiner Tochter vor den Toren von Mizpe“, dessen Verbleib bislang unbekannt war, eine alttestamentliche Szene im Stil des 17ten Jahrhunderts (Taxe 12.000 EUR).

Skulpturen

Das Skulpturenangebot umfasst rund zweihundert Losnummern und enthält von einer „Schönen Madonna“ Salzburger Herkunft um 1400/10 aus Holz (Taxe 10.000 EUR) bis zum siegreichen David in einer attraktiven Bronze des Historisten Marius Jean Antonin Merciés alle Formen und Zeiten (Taxe 4.600 EUR). Von frühbarocker Üppigkeit zeugen zwei Putten des Walldürner Meisters Hans Juncker (Taxe 25.000 EUR), ebenfalls dem hohenlohisch-fränkischen Kunstkreis gehört eine kleine Elfenbeinfigur der trauernden Muttergottes aus der Werkstatt Michael Kerns d.J. an (Taxe 18.000 EUR). Auch das späte Rokoko ist vertreten mit einer allansichtigen Alabasterstatuette aus dem Umkreis Johann Georg Weckenmanns. Sie wurde Anfang der 1760er Jahre vermutlich für das Hagschlösschen bei Haigerloch im Auftrag Fürst Friedrichs von Hohenzollern geschaffen. Bereits vor neuen Jahren war die Sklavin oder Tartarin auf einer Auktion in Schloss Monrepos zugegen, nun steht sie bei 12.000 Euro. Den doppelten Preis trägt eine Terrakotta des Weingottes Bacchus, signiert von Cossin, Paris.

Mit den Bronzefiguren Petri und Pauli aus dem Augsburger Umkreis Hubert Gerhards und einer kleinen Nürnberger oder Augsburger Muttergottes im Strahlenkranz ebenfalls aus dem 17ten Jahrhunderts wird allmählich der kunsthandwerkliche Teil erreicht (Taxen je 15.000 EUR). Dort ist auch die weitverzweigte Bildhauerfamilie Cauer anzusiedeln, die heute vor allem noch im Schlossparkmuseum ihrer späteren Wohn- und Arbeitsstadt Bad Kreuznach präsent ist. Einen kleinen Anhang mit rund zwei Dutzend Losen widmet Nagel dieser über 150 Jahre hinweg tätigen Künstlerdynastie. Wie sein Vater Emil Cauer war auch der 1828 geborene Carl Cauer noch ein Schüler Christian Daniel Rauchs. Er war es auch, der mit der Erfindung eines elfenbeinfarbenen Kunststeins aus Gips und Alabaster ein wirtschaftlich sehr rentables Reproduktionsverfahren entwickelte. Aus diesem Material bestehen etwa seine Pieta von 1867 (Taxe 4.000 EUR) und zwei Tondi mit den Büsten Mariae und Christi (Taxe 7.000 EUR). Auch einige weibliche Familienmitglieder waren künstlerisch tätig, allen voran Emils Urenkelin Hanna Cauer, deren kniender Frauenakt aus schieferfarbenem Gips an Werke ihrer Zeitgenossen Fritz Klimsch oder Georg Kolbe erinnert (Taxe 650 EUR).

Neuere Meister

Nicht zum ersten Mal stehen russische Künstler auf der Preisliste der Neueren Meister ganz oben. Franz Roubauds orientalische Krieger von 1888 müssen sich den mit 40.000 Euro dotierten ersten Platz allerdings mit einem bunten Sommerblumenstillleben der badisch-württembergischen Malerin Anna Peters teilen. An zweite Stelle rücken bei je 25.000 Euro wohl Julius Sergius Klevers Waldinneres bei Sonnenuntergang von 1895 und François-Etienne Musins Dreimaster in überaus stürmisch aufgewühlter See, der freilich bereits vor nicht einmal drei Monaten im selben Auktionshaus bei 35.000 Euro auf Grund gelaufen ist. Alexander Koester sendet neun Enten à 2.000 Euro mit zehn Prozent Rabatt in die Auktion, also abgerundet insgesamt 16.000 Euro.

Auch manch kostbare Kleinigkeiten haben sich eingefunden, so eine antike Prozession zu einer Opferung des klassizistischen Landschafters Johann Jakob Müller aus Riga von 1814 (Taxe 3.800 EUR), zwei naturalistische Rinder im Hochgebirge von Anton Braith aus dem Jahr 1879 (Taxe 4.000 EUR) oder Oskar Mulleys Bergbauernhof im Hochgebirge, der ob seiner Größe von über anderthalb Metern Breite wohl leicht einen Käufer für 7.000 Euro finden wird. Bild und Technik gehen in C. L. Hoffmeisters Wiener Bilderuhr von circa 1824 Hand in Hand. Zu sehen ist laut Beschriftung eine „Ansicht von Astmanshausen nebst den Schlössern Bautzberg und Falkenberg am Rhein“. Der Preis liegt bei marktüblichen 15.000 Euro.

Möbel und Einrichtungsgegenstände

Gleich mehrere Möbel und Einrichtungsgegenstände bei Nagel sind von adliger Provenienz angehaucht. Zum Inventar des nach Deutschland eingewanderten Zweiges der Familie Salviati gehören zwei identische klassizistische Kommoden aus Italien des späten 18ten Jahrhunderts (Taxen je 2.500 EUR), in einem Habsburger Schloss soll laut Einlieferer ein Paar bronzene Figurenleuchter des Empire um 1815 gestanden haben (Taxe 40.000 EUR). Für den Württembergischen Hof arbeitete Johannes Klinckerfuß, etwa einen schlichten Biedermeierklapptisch um 1830 für König Wilhelm I. (Taxe 3.800 EUR), zwei Konsoltische für das feudale Stadtpalais der gerade erst geadelten Unternehmerfamilie Rauch in Heilbronn (Taxen 2.000 und 3.000 EUR) sowie um 1810/20 für einen unbekannten Abnehmer eine prächtige Jardiniere mit feuervergoldeten Bronzen (Taxe 15.000 EUR).

Etwa der gleichen Zeit dürften zwei Pariser Gueridons aus Bronzegestellen und grünen Malachitplatten entstammen (Taxe 16.000 EUR). Fürs gehobene Bürgertum produzierte auch Matthäus Funk in Bern, dessen Umkreis ein barocker Tabernakelaufsatzsekretär samt bekrönender Uhr zugeschrieben wird (Taxe 11.800 EUR). Höhepunkt des Historismus der zweiten Hälfte des 19ten Jahrhunderts ist ein neunteiliges Ameublement in überzogenem barockem Stil, dessen Holzgestelle aus Astwerk und Puttenhermen gebildet ist (Taxe 15.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 23. September um 10 Uhr mit Silber, Porzellan, Schmuck, Büchern und dem Gemälden. Am 24. September stehen ab 10 Uhr die Skulpturen, Uhren, Möbel, Rahmen und Teppiche auf dem Programm. Die Besichtigung der Stücke ist vom 18. bis zum 21. September täglich von 11 bis 18 Uhr möglich.

Kontakt:

Nagel Auktionen

Neckarstraße 189-191

DE-70190 Stuttgart

Telefax:+49 (0711) 649 69 696

Telefon:+49 (0711) 64 96 90

E-Mail: contact@auction.de



19.09.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Paar Figurenleuchter, Wien, um 1815
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Johannes Klinckerfuß, Jardiniere, Stuttgart um 1810/20
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 Stuttgart um 1830
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Matthijs Horrix zugeschrieben, Zylinderbureau, Den Haag um 1790
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Bildteppich
 „Hereke“, China
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 Zwei Putti
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Cornelis Janssens van Ceulen I., Junger Mann vor gebirgiger Landschaft

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Johann Jakob Müller, genannt Müller von Riga, Prozession zur Opferung in arkadischer Landschaft, 1814

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Gaspar Peeter Verbruggen d.J., Portrait einer jungen Frau als Flora

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