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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Design, Muranoglas und Afrikana bei Quittenbaum in München

Auf wackeligen Beinen



Sandro Chia, chair, 1988

Sandro Chia, chair, 1988

Am 22. September läutet das Münchner Auktionshaus Quittenbaum zum zweiten Mal die Herbstsaison mit einem Dreigespann aus Murano-Glas, afrikanischer Kunst und einem kleinen Angebot aus Design ein. Letzteres trägt im Durchschnitt die geringsten Schätzpreise, mit nicht mehr als 11.000 Euro für Sandro Chias „chair“. Der Entwurf aus dem Jahr 1988 wurde ein Jahr später bei Memphis in 25 Exemplaren ausgeführt, allerdings nicht aus grünlackiertem Holz, sondern aus grün patinierter Bronze, die die materielle Beschaffenheit des etwas wackeligen, zudem durch angebundene Holzstäbe notdürftig erhöhten Gestells täuschend echt imitiert. Antik griechische Formen scheint Vít Cimbura in seinem Stuhlunikat „Amacord“ aufzugreifen, das 1988 noch zu Zeiten des Eisernen Vorhangs in Prag entstand (Taxe 3.000 EUR).


Das weitere Angebot dominieren gängige Möbel und Einrichtungsgegenstände der 1920er bis 1970er Jahre, darunter Arne Jacobsens hellgrünen „Egg-Chair 3316“ mit Ottoman aus dem Jahr 1958, der per Kippmechanismus auch zum bequemen Liegen einlädt (Taxe 3.800 EUR), oder die edle Variante mit braunem Lederbezug für 7.500 Euro. Etwa zur gleichen Zeit fertigte die italienische Firma Arredoluce aus Monza eine Stehlampe mit rautenförmigem Stahlgestell und futuristisch darin schwebendem Leuchtkörper, deren Entwurf häufig Ettore Sottsass zugeschrieben wird (Taxe 7.000 EUR). Weniger betuchte Freunde kantiger Bauhaus-Formen bedient die inzwischen über neunzigjährige amerikanische Designerin und Architektin Florence Knoll mit ihrem Schreibmaschinentisch „115-05“ aus den 1960er Jahren für 600 Euro. Für Sammler der Radiowelt könnte das 1939 auf den Markt gekommene „Phonola-Radio 563“ aus grünem Bakelit interessant sein, produziert in Gemeinschaftsarbeit von Luigi Caccia Dominioni sowie den zwei Brüdern Livio Castiglioni und Pier Giacomo Castiglioni (Taxe 3.200 EUR).

Murano-Glas

Den Höhepunkt bilden am Dienstagnachmittag die rund 230 Glasprodukte von der venezianischen Insel Murano. Die ersten Stücke stammen aus der Zeit um 1900, bereits 1912 ist mit Hans Stoltenberg-Lerches Entwurf für eine gedrungen kugelförmige Vase, die für die zehnte Biennale von Venedig im selben Jahr geschaffen wurde, ein hoher Schätzpreis erreicht: 36.000 Euro erwarten Askan Quittenbaum und sein Team für die von Fratelli Toso ausgeführte Arbeit. In den 1920er Jahren kündigen sich die bunten expressionistischen Farbenmuster an, die für die kommenden dreißig Jahre die Formenwelt von Murano prägen sollten. Ercole Baroviers Vase „mosaico“ von 1924/25 ist eines der frühesten dieser suggestiv wirkenden Werke und mit 24.000 Euro entsprechend teuer. Die 1950er Jahre repräsentiert Dino Martens mit mehreren Vasen, die er alle „oriente“ nannte und einen Touch informeller Malerei tragen (Taxen bis 8.000 EUR).

Carlo Scarpa belässt es für seine Vase „corroso“ von 1936 bei einem kräftigen Rosa, das allerdings mit Säure stark aufgeraut ist und der Vase ihren Namen verleiht (Taxe 5.500 EUR). Anzolo Fugas Vase „bandiere“ von 1955 (Taxe 4.400 EUR), Pollio Pereldas dunkle „cattedrale“ aus demselben Jahr (Taxe 6.000 EUR) und Ermanno Tosos netzartige wuchernde „murrine“ von circa 1960 (Taxe 4.500 EUR) ergänzen dieses von farbenfroher Frische gekennzeichnete Angebot. Enrico Capuzzo und Firmeninhaber Paolo Venini werkelten gemeinsam 1958 an einer Unikat-Deckenlampe namens „barchetta“, einem „Bötchen“ also, das in seiner Mitte einen dunklen Fleck in Violett und darum herum eine hellblaue Einschmelzung hat. Kein geringerer als der bedeutende Kunsthistoriker Rodolfo Pallucchini, eigentlich ein Renaissanceforscher, war Besteller dieser und dreier weiterer Lampen im gleichen Stil (Taxe 18.000 EUR).

Einer der berühmtesten Glaskünstler ist Fulvio Bianconi, der eine ganze Reihe von Arbeiten in den Ring wirft und damit seine Vielseitigkeit unter Beweis stellt. Da sind zunächst seine beiden fächerartigen Vasen aus den späten 1940er Jahren, entsprechend „ventaglio“ geheißen und mit filigranen Spiralbändern in verschiedenen Farben geschmückt (Taxen 11.000 EUR und 8.500 EUR). Ferner betätigt er sich um 1950 als figuraler Skulpteur in seinem weiblichen Torso „Daphne“, die sich gerade in einen Baum zu verwandeln scheint und auch schon entsprechend grün leuchtet (Taxe 12.000 EUR). Als Klassiker begegnet er mit seiner Flaschenvase „a fasce verticale“ und zwei unikaten Exemplaren mit psychedelischen Farbeinschmelzungen (Taxen zwischen 15.000 und 20.000 EUR). Zu den jüngsten Glaskünstlern in Murano gehört der aus Japan stammende Yoichi Ohira, der in seiner Vase „canale grande“ 2002 der Lagunenstadt seine Referenz erwies (Taxe 14.000 EUR).

Afrikanische Kunst

Rund 250 Losnummern widmen sich bereits am Mittag dem Schaffen aus unserem südlichen Nachbarkontinent. Mehrere alte deutsche Privatsammlungen bringen hier eine stattliche Offerte auf den Weg, deren Preise gelegentlich auch die Fünfstelligkeit erreichen sollen. So wird eine muschelgeschmückte Maske der Dan von der Elfenbeinküste mit 12.000 Euro gehandelt, 15.000 Euro stehen auf dem Etikett einer antilopenähnlichen Maske, die unter der Bezeichnung „zamle“ den Guro zugeordnet werden kann, und 14.000 Euro kostet die stilisierte Ahnenfigur „ekpu“ in pfahlartiger Steifheit der Oron aus Nigeria. Dienten die Masken und Figuren der optischen Stimulation, so stand ein zweiteiliges Ritualgefäß aus dem nigerianischen Fundort Igbo-Ukwu im Zentrum der kultischen Handlungen. Ausgesprochen kunstvoll ist hier die Bronze in ornamentalen und naturalistischen Formen verarbeitet. Eine vergleichbare Arbeit aus dem 9ten oder 10ten Jahrhundert steht im Nationalmuseum von Lagos (Taxe 15.000 EUR). Teuerstes Werk ist eine Reliquiarfigur „mbulu“ der Kota aus Gabun, dessen hölzerner Kern mit fein geschlagener Messingfolie verkleidet ist. Vor einem Jahr standen 30.000 Euro auf dem Etikett, jetzt sind 22.000 Euro hierfür veranschlagt.

Die Auktion beginnt am 22. September um 12 Uhr mit der Afrikanischen Kunst, um 15 Uhr folgt das Murano-Glas, um 18 Uhr das Design. Die Vorbesichtigung ist am 17. und 18. September von 10 bis 18 Uhr, am 19. und 20. September von 13 bis 17 Uhr und am 21. September von 10 bis 15 Uhr möglich. Der Katalog ist im Internet unter www.quittenbaum.de einsehbar.

Kontakt:

Quittenbaum Kunstauktionen

Theresienstraße 60

DE-80333 München

Telefon:+49 (089) 273 702 125

Telefax:+49 (089) 273 702 122

E-Mail: info@quittenbaum.de



19.09.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Events (1)Adressen (1)Berichte (1)Kunstwerke (24)

Veranstaltung vom:


22.09.2009, Design - Murano Glas - Afrikanische Kunst

Bei:


Quittenbaum Kunstauktionen

Bericht:


Baroviers abstrakte Meditation

Kunstwerk:

Maske „zamle“, Guro, Elfenbeinküste
Maske „zamle“, Guro, Elfenbeinküste

Kunstwerk:

Maske, Dan,
 Elfenbeinküste
Maske, Dan, Elfenbeinküste

Kunstwerk:

Dino Martens, Vase „oriente“, 1952-1956
Dino Martens, Vase „oriente“, 1952-1956

Kunstwerk:

Dino
 Martens, Vase „oriente“, um 1952
Dino Martens, Vase „oriente“, um 1952

Kunstwerk:

Pollio Perelda, Vase cattedrale, 1955
Pollio Perelda, Vase cattedrale, 1955

Kunstwerk:

Enrico Capuzzo und Paolo Venini, Deckenlampe „barchetta“, 1958
Enrico Capuzzo und Paolo Venini, Deckenlampe „barchetta“, 1958







Hans Stoltenberg-Lerche, Vase für die 10. Biennale von Venedig, 1912

Hans Stoltenberg-Lerche, Vase für die 10. Biennale von Venedig, 1912

Taxe: 36.000,- EURO

Zuschlag: 27.500,- EURO

Losnummer: 8

Luigi Caccia Dominioni, Livio Castiglioni und Pier Giacomo Castiglioni, Phonola-Radio 563, 1939

Luigi Caccia Dominioni, Livio Castiglioni und Pier Giacomo Castiglioni, Phonola-Radio 563, 1939

Taxe: 3.200,- EURO

Zuschlag: 2.600,- EURO

Losnummer: 32

Yoichi Ohira, Vase „canal grande“, 2002

Yoichi Ohira, Vase „canal grande“, 2002

Taxe: 14.000,- EURO

Zuschlag: 16.000,- EURO

Losnummer: 223

Florence Knoll, Schreibmaschinentisch 115-05, um 1965

Florence Knoll, Schreibmaschinentisch 115-05, um 1965

Taxe: 600,- EURO

Losnummer: 123

Enrico Capuzzo und Paolo Venini, Deckenlampe „barchetta“, 1958

Enrico Capuzzo und Paolo Venini, Deckenlampe „barchetta“, 1958

Taxe: 18.000,- EURO

Zuschlag: 20.000,- EURO

Losnummer: 145

Fulvio Bianconi, Flaschenvase „a fasce verticale“, 1951

Fulvio Bianconi, Flaschenvase „a fasce verticale“, 1951

Taxe: 20.000,- EURO

Zuschlag: 30.000,- EURO

Losnummer: 95

Ahnenfigur „ekpu“, Oron, Nigeria

Ahnenfigur „ekpu“, Oron, Nigeria

Taxe: 14.000,- EURO

Losnummer: 103

Dino Martens, Vase „oriente“, 1952-1956

Dino Martens, Vase „oriente“, 1952-1956

Taxe: 5.500,- EURO

Zuschlag: 4.950,- EURO

Losnummer: 105

Fulvio Bianconi, Vase, um 1960

Fulvio Bianconi, Vase, um 1960

Taxe: 16.000,- EURO

Zuschlag: 15.300,- EURO

Losnummer: 163

Vít Cimbura, Stuhl „Amacord“, 1988

Vít Cimbura, Stuhl „Amacord“, 1988

Taxe: 3.000,- EURO

Zuschlag: 2.500,- EURO

Losnummer: 185

Maske „zamle“, Guro, Elfenbeinküste

Maske „zamle“, Guro, Elfenbeinküste

Taxe: 15.000,- EURO

Losnummer: 55

Fulvio Bianconi, Vase „ventaglio“, um 1948

Fulvio Bianconi, Vase „ventaglio“, um 1948

Taxe: 11.000,- EURO

Losnummer: 70

Reliquiarfigur „mbulu“, Kota, Gabun

Reliquiarfigur „mbulu“, Kota, Gabun

Taxe: 22.000,- EURO

Zuschlag: 20.000,- EURO

Losnummer: 131




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