Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 07.04.2020 115. Auktion: Wertvolle Bücher, Dekorative Graphik und Autographen

© Galerie Bassenge Berlin

Anzeige

After eight 2 / Doris Ziegler

After eight 2 / Doris Ziegler
© Galerie Döbele - Mannheim


Anzeige

Enten am Wehr / Alexander Koester

Enten am Wehr / Alexander Koester
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Stillleben mit Blaudistel und Fruchtschale, 1958 / Karl Schmidt-Rottluff

Stillleben mit Blaudistel und Fruchtschale, 1958 / Karl Schmidt-Rottluff
© Galerie Neher - Essen


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Portraits

Aktuellzum Archiv:Museumsportrait

Mit der Eröffnung seines spektakulären Privatmuseums Punta della Dogana in Venedig setzt sich der französische Milliardär und Luxusgüterproduzent François Pinault ein weiteres Denkmal zu Lebzeiten. Der japanische Sichtbeton-Minimalist Tadao Ando besorgte den Umbau

Schatzkammer eines Unersättlichen



Punta della Dogana – François Pinault Foundation

Punta della Dogana – François Pinault Foundation

Der eine hat es vom Besitzer eines kleinen Sägewerks zum viertreichsten Mann Frankreichs gebracht, der andere vom Profiboxer zum berühmtesten Architekten Japans. Studiert hat keiner von beiden – doch vielleicht ist genau das ihr Geheimrezept. Die Rede ist von François Pinault, 72, und Tadao Ando, 68. In Venedig nun kreuzen sich die Wege dieser beiden erfolgreichen Aufsteiger aus zwei so unterschiedlichen Kulturen. Der Milliardär und Kunstsammler François Pinault hat sich dort für 20 Millionen Euro vom Stararchitekten Tadao Ando die Punta della Dogana, das im 16. Jahrhundert errichtete und zuletzt arg baufällige Zollamt der Republik Venedig, in ein modernes Museum umbauen lassen. Das Gebäude jedoch verbleibt im Besitz der Stadt. Pinault hat es für 30 Jahre geleast und dabei so mächtige Konkurrenten wie das Guggenheim-Museum ausgestochen.


Wie ein gigantischer Schiffsbug schiebt sich das dreieckige Gebäude mit einer Länge von 105 Metern in den Zusammenfluss des Canal Grande und des Giudecca Kanals. Hier, nur einen beherzten Steinwurf vom Markusplatz entfernt, pulsierte einst das Herz der mächtigen und stolzen Seefahrer- und Kaufmannsrepublik. Seit Ludovico Manin, der letzte Doge, die Stadt 1797 an Napoleon Bonaparte übergeben musste, war es vorbei mit dem Anhäufen von Schätzen und Pretiosen. Die Stadt lebt seitdem von ihrem Nachruhm, und nicht zuletzt vom Tourismus. Doch an allen Ecken und Enden bröckelt der Putz, die maroden Eichenpfähle, auf denen Venedig gegründet ist, müssen dringend ausgetauscht werden. Und die Abertausende von Adriatouristen mit Selbstversorgermentalität, die frühmorgens in die Stadt einfallen und sie abends, unter Hinterlassenschaft von viel Abfall aber wenig Geld, wieder verlassen, empfindet der durchschnittliche Venezianer eher als Plage. Gehobenes Publikum mit Niveau und Kunstverstand sieht man wesentlich lieber in der Lagunenstadt.

Da kommt einer wie Pinault gerade recht. Venedigs Bürgermeister, der Philosoph Massimo Cacciari, 65, rollt dem Schulabbrecher und „Self-Made-Tycoon“, wie ihn die amerikanische Vanity Fair einst nannte, den roten Teppich aus. Schon 2006 durfte Pinault im prächtigen Palazzo Grassi ein erstes Privatmuseum für zeitgenössische Kunst eröffnen. Pinault ist der Herrscher über die im Luxussektor erfolgreiche Firmengruppe PPR und damit Eigentümer so prestigereicher Firmen wie Gucci, Puma oder Yves Saint Laurent. Außerdem gehören ihm das Weingut Château Latour und das Auktionshaus Christie’s. Der kleinwüchsige Milliardär ist sich seiner Rolle im Kunstbetrieb durchaus bewusst: „Sobald mich jemand beobachtet, wie ich ein Kunstwerk genauer betrachte, steigt der Marktwert des Künstlers“, brüstet er sich gerne.

Die Highlights seiner Sammlung, die er in der Eröffnungsausstellung „Mapping the Studio“ präsentiert, gehören durchaus zum Besten und Bekanntesten, was die zeitgenössische Kunst derzeit zu bieten hat. Doch das ist vielleicht auch schon der Makel dieser Kollektion. Gemälde von Sigmar Polke, Luc Tuymans oder Michaël Borremans, Fotoserien von Cindy Sherman oder ein paar „Große Geister“ von Thomas Schütte sieht man hier wie dort. Daneben Jeff Koons und Richard Prince, Takashi Murakami, Maurizio Cattelan und wie sie sonst noch alle heißen. Sie bevölkern die allerorten ans Licht der Öffentlichkeit drängenden Privatsammlungen. Genau so, wie Giraffen, Elefanten und Zebras in nahezu allen Zoos dieser Welt zu finden sind. Man hätte François Pinault und seinen Kuratoren mehr Mut zum Risiko bei der Auswahl der Künstler gewünscht.

Tadao Ando, der zweite „Macher“ der Punta della Dogana aber hat ganze Arbeit geleistet. Frei nach dem Motto „baufälliges Italien trifft japanischen Minimalismus“, lässt er die alten Backsteinmauern weitgehend sichtbar, ersetzt die morschen Holzbalken durch neue und interveniert ansonsten mit selbstbewussten Setzungen in Form massiver Wände aus samtweich poliertem Sichtbeton. Effektvolle Panoramafenster holen die Stadt und das Wasser ins 5.000 Quadratmeter große Museum hinein. Und so kann es passieren, dass die Vorbeifahrt eines majestätischen Kreuzfahrtschiffes der mühsam aus aller Welt herbeigeschipperten Auktionshauskunst urplötzlich die Schau stiehlt.

Die „Punta della Dogana – François Pinault Foundation“ hat täglich außer dienstags von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 15 Euro, ermäßigt 12 bzw. 10 Euro, für Kinder bis elf Jahre ist der Eintritt kostenlos. Der Katalog „Mapping the Studio – Artists from the François Pinault collection“ ist in italienischer, englischer und französischer Sprache bei Electa erschienen und kostet 50 Euro.

Kontakt:

Punta della Dogana – François Pinault Foundation

Dorsoduro 2

IT-30123 Venedig

Telefon:+39 (0445) 230 313



14.08.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Bei:


Palazzo Grassi – François Pinault Foundation

Bericht:


Zwischen Wasserleichen und Küchenkatzen

Bericht:


Kunst als Werkzeug für das Verständnis unserer Zeit

Bericht:


Opulenz und Unendlichkeit

Bericht:


Bruno Racine wird Museumsleiter in Venedig

Variabilder:

Punta della Dogana – François Pinault Foundation
Punta della Dogana – François Pinault Foundation

Variabilder:

Punta della Dogana – François Pinault Foundation
Punta della Dogana – François Pinault Foundation







Punta della Dogana – François Pinault Foundation

Punta della Dogana – François Pinault Foundation




Copyright © '99-'2020
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce