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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Ergebnisse: Zeitgenössische Kunst bei Sotheby’s in London

Öl für die Welt, Schokolade für Walker



Nachdem schon die Impressionisten und Modernen gute Ergebnisse bescherten, überzeugte auch das Angebot an zeitgenössischer Kunst bei Sotheby’s in London. Nur drei der vierzig Positionen fanden am 25. Juni keinen Abnehmer – keines im Millionenbereich –, und der Bruttoumsatz von rund 25,5 Millionen Pfund stellte die Erwartungen locker ein. Zusammen mit der nachfolgenden Tagesauktion, die weitere 8,7 Millionen Pfund erbrachte, sowie den Impressionisten und Modernen, die diesmal auf den selben Termin wie die Zeitgenossen fielen, kamen insgesamt rund 80,2 Millionen Pfund heraus. Alles in allem herrscht also Zufriedenheit bei den Auktionsmachern, wenn auch der Blick nicht zu weit zurückgeht, etwa in den vergangenen Sommer, als allein der „Contemporary Art Evening Auction“ 95 Millionen Pfund generierte.


Hauptlos der Auktion war Andy Warhols zwei Meter breiter Siebdruck in Silber „Mrs. McCarthy and Mrs. Brown“ von 1963 aus seiner legendären Serie „Death and Disaster“. Einlieferer war Josef Froehlich, der die Leinwand 1995 im selben Haus für 290.000 Pfund erworben hatte. Zwischen 2002 und 2006 hing sie als Leihgabe im Museum für Neue Kunst in Karlsruhe. Nun spielte sie 3,3 Millionen Pfund ein (Taxe 3,5 bis 4,5 Millionen GBP). Auch die 1,75 Millionen Pfund für Warhols „Hammer and Sickle“ von 1976, von Juli 2005 bis Oktober 2006 in der Stuttgarter Staatsgalerie zu sehen (Taxe 2 bis 3 Millionen GBP), und die 530.000 Pfund für „Diamond Dust Shoes“ aus dem Jahr 1980, ebenfalls zeitweilig im ZKM präsent (Taxe 600.000 bis 800.000 GBP), gingen an den Stuttgarter Sammler.

Einmal mehr deutlich steigern konnte sich ein Mobile des Amerikaners Alexander Calder: Die Leichtigkeit des dekorativen Seins in „A Cinq Morceaux de Bois“ von 1934 wurde mit 2,3 Millionen Pfund und damit Platz zwei der Auktion belohnt (Taxe 1,2 bis 1,8 Millionen GBP). Bei gleicher Schätzung schaffte ein Hängeobjekt Calders aus dem Jahr 1956 mit schwarzen Scheiben 1,6 Millionen Pfund. Peter Doig belegte Platz drei: Seine schillernde Winterlandschaft „Almost Grown“ aus dem Jahr 2000 stieß an die obere Taxe von 1,8 Millionen Pfund. Den letzten Millionenbetrag erlöste Jean-Michel Basquiat mit seinem wilden „Exu“, im Jahr seines Todes 1988 entstanden und in beinahe surrealer Manier mit zahllosen Augen versehen: 1,1 Millionen Pfund ließ ein ungenannter europäischer Privatsammler dafür springen (Taxe 1,1 bis 1,3 Millionen GBP).

Asiatische Kundschaft beteiligte sich bei der Auktion zu immerhin fast zwanzig Prozent. Damien Hirsts dicht belegtes und punktsymmetrisch aufgebautes Schmetterlingsbild „Homage to a Government, the Dwelling Place“ von 2006 etwa wanderte für 550.000 Pfund gen Osten (Taxe 500.000 bis 800.000 GBP). Humor bewies der Italiener Maurizio Cattelan 1999 in seiner Gummipuppe eines Selbstbildnisses unter dem Titel „Mini-Me“, die zwischen dicken Schwarten über Mark Rothko, Francis Bacon oder Willem de Kooning gerade aus dem Regal sich zu stürzen zu beabsichtigen scheint. Der Wert der zweiten von zehn Ausführungen verdoppelte sich während der Auktion auf 410.000 Pfund. Die genannten Maler suchte man übrigens vergebens in der Auktion: In gegenwärtigen Zeiten ist mit ihnen kaum zu rechnen.

Steigerungen gab es vor allem bei den kleineren Preisen. Louise Bourgeois’ blaues Stofftier namens „Portrait“ in einer verglasten Stahlvitrine – geschaffen 2001 im Alter von neunzig Jahren – kletterte von 120.000 bis 180.000 auf 330.000 Pfund, 390.000 Pfund schaffte ein grauweißer Buchstabenteppich Alighiero Boettis aus dem Jahr 1979 (Taxe 290.000 bis 350.000 GBP). Nicolas de Staëls flächige „Nature Morte à la Carafe“ aus dem Jahr 1953 wanderte um 740.000 Pfund in eine europäische Privatsammlung, 770.000 Pfund spielte Jean Dubuffets kinderartig wirkende, aber bitterernste Ölzeichnung „Arabe au Fusil“ von 1948 ein (Taxen je 500.000 bis 700.000 GBP).

Den Höchstpreis bei den deutschen Gegenwartskünstlern erreichte mit 500.000 Pfund Gerhard Richters „Abstraktes Bild“ in Blaubraun mit der Nummer 713-4 von 1990 (Taxe 400.000 bis 600.000 GBP). Dafür vorgesehen war eigentlich sein 1967 datiertes „Geweih“, das allerdings an 400.000 Pfund hängenblieb (Taxe 500.000 bis 700.000 GBP). Es folgten Willi Baumeisters „Phantom mit Rot“ von 1952 für 330.000 Pfund (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP) und ein neues Werk Anselm Kiefers aus dem Jahr 2007 namens „Velimir Chlebnikow Schicksale der Völker“ in mächtig ausladendem Dornengestrüpp zur unteren Taxe von 300.000 Pfund. Die Fotografie wurde erneut von Andreas Gursky vertreten – noch immer scheint der deutsche Starfotograf international konkurrenzlos zu sein. 370.000 Pfund erzielte sein konstruierter Blick aufs Meer der „Dubai World II“ aus der Vogelperspektive 2007 (Taxe 400.000 bis 600.000 GBP), 240.000 Pfund der goldgelbe Innenhof eines Luxushochhauses in „Shanghai“ aus dem Jahr 2000, beides Großformate von gut drei Metern Höhe (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP). Liegenblieb Neo Rauchs Ölgemälde „Notte“ von 1998 mit fliegenden Motten unter Lichtkegeln bei 180.000 bis 250.000 Pfund.

Fernöstliches hat sich fast ganz aus den Auktionen zurückgezogen. Mit 360.000 Pfund rangierten hier Zhang Xiaogangs „Comrades“ von 1999 ganz oben (Taxe 300.000 bis 400.000 GBP), gefolgt von Yayoi Kusamas wandfüllendem, wolkigem Punktebild „Infinity – Nets (OQABT) von 2007 bei 280.000 Pfund (Taxe 300.000 bis 400.000 GBP). Ein seltener Gast auf Abendauktionen ist die französische Bildhauerin Germaine Richier. Ihre 1950/51 in insgesamt elf Ausführungen erstellte Bronze „Don Quichotte“ hielt sich bei 340.000 Pfund an den vorgegebenen Rahmen. Der bisherige Rekord der Künstlerin steht bei 350.000 Pfund, aufgestellt 1995 in London ebenfalls bei Sotheby’s mit einem anderen Exemplar desselben Werks (Taxe 300.000 bis 400.000 GBP). Den einzigen Auktionsrekord lieferte die jüngste Künstlerin, Julie Mehretu, 1970 in Äthiopien geboren und aufgewachsen in den Vereinigten Staaten. Bei 200.000 Pfund reüssierte ihre virtuose Tusche- und Acrylzeichnung „dervish“ von 2005, in der sie motivreich ein komplexes Panorama urbanistischer Bewegungsabläufe bietet (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP).

Mit einer losbezogenen Zuschlagsquote von 87,2 Prozent schnitt auch der „Day Sale“ am 26. Juni gut ab. Spitzenlos wurde Barry Flanagans spöttischer „Nijinsky Hare“ aus dem Jahr 1985 für 420.000 Pfund (Taxe 180.000 bis 250.000 GBP), dicht gefolgt um 10.000 Pfund weniger von einer weiteren „Paysage“ de Staëls aus dem Jahr 1953 (Taxe 220.000 bis 280.000 GBP). Ansonsten beeindruckte die Auktion mit einer breiten Masse unterschiedlichster Produkte, so einer malerischen Collage Manolo Millares’ unter dem Titel „Arpillera“ von 1967 für 160.000 Pfund (Taxe 100.000 bis 150.000 GBP), einer schönen Leuchtstoffröhrenkomposition aus Dan Flavins mittlerer Schaffenszeit 1985 für 130.000 Pfund (Taxe 100.000 bis 150.000 GBP) oder einer motivreichen, neunteiligen grünen Fotomontage unter dem Titel „Give it Up“ von 2005 zu selbem Preis von Gilbert & George (Taxe 80.000 bis 120.000 GBP).

Bei 180.000 Pfund setzte sich Georg Baselitz mit einem am 4. August 1988 gepflückten „Tulpenstrauß“ in neoexpressionistischer Heftigkeit an die Spitze der deutschen Künstler (Taxe 130.000 bis 150.000 GBP), gefolgt von Albert Oehlens wirrer Abstraktion „Im Garten Arbeiten“ von 1996 für 110.000 Pfund (Taxe 60.000 bis 80.000 GBP). Ein Steigerungskandidat war auch der junge Kelley Walker, der in der zweiteiligen Arbeit „Black Star Press; Black Star“ einen Schwarzweißdruck mit Schokolade bespritzte und beschmierte. Dafür erhielt er jetzt 115.000 Pfund und seinen neuen Auktionsrekord (Taxe 70.000 bis 90.000 GBP).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Sotheby’s London

34-35 New Bond Street

GB-W1AsAA London

Telefax:+44 (020) 72 93 59 24

Telefon:+44 (020) 72 93 51 84



14.07.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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