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Enten am Wehr / Alexander Koester

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© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Stillleben mit Blaudistel und Fruchtschale, 1958 / Karl Schmidt-Rottluff

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© Galerie Neher - Essen


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Am Badestrand / Otto Pippel

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© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Kunst und Antiquitäten schwächeln ein bisschen bei Neumeister in München

Er saß, sah und sann



Keines der drei hochgehandelten Gemälde bei Neumeisters Auktion „Alte Kunst“ wurde übernommen: Marten van Valckenborchs vielgestaltige Flusslandschaft mit reicher Figurenstaffage – 1610 vielleicht als das letzte große Ölbild des Niederländers entstanden – für geschätzte 150.000 Euro nicht, die schöne Frankfurt-Vedute des dort beheimateten Adolf Hoeffler von 1872 nicht und auch nicht eine ebenfalls mit 100.000 Euro bewertete Baumgruppe an der Küste des Golfes von Neapel, die Eduard Wilhelm Pose wohl während seines Italienaufenthalts 1842 bis 1845 mit minutiöser Pinselführung auf die Leinwand brachte. Auch einige Altmeistergemälde im Mittelfeld blieben am 24. Juni unveräußert liegen, so ein flämisches Altartriptychon aus dem Umkreis Pieter Coecke van Aelsts (Taxe 45.000 EUR) und Pieter de Rings Stillleben mit Früchten, Austern und Gefäßen von 1650 (Taxe 28.000 EUR). Und die losbezogene Zuschlagsquote lag mit 37 Prozent am Auktionstag ebenfalls deutlich unter dem, was Neumeister eigentlich gewohnt ist. Mit dem Nachverkauf ließ sie sich noch deutlich verbessern, und zwar auf gut 57 Prozent.


Kunst

Umso erfreulicher und vor allem überraschender gestaltete sich dagegen der Kampf um Losnummer 587. Die Experten hatten die „Allegorie des maßlosen Lebens“, das mit Saufen, Huren und Spielen vorüberzieht, vorsichtig auf 2.000 Euro taxiert und der rückseitigen Bezeichnung „Castel Frank. pinxit“ wenig Bedeutung zugemessen. Dahinter könnte sich aber niemand anders als der berühmte Venezianer Giorgione da Castelfranco verbergen. Ob es nun dieser unsicher genannte Name trotz der schwachen Qualität der quadratischen Leinwand war – Bieter aus ganz Europa an Telefonen und im Saal schienen von ihrem hohen Wert überzeugt. Ein französischer Händler behielt in dem heftigen Gefecht schließlich die Oberhand – mit einem Gebot von 225.000 Euro! In etwas bescheidenerem Maße steigerte sich eine nachdenkliche junge Frau auf dem Barockgemälde eines unbekannten Niederländers des 17ten Jahrhunderts. Auf 15.000 Euro versechsfachte sich ihr Preis. Bei den Zeichnungen lag wiederum ein Italiener vorne: Die Schätzung von 800 Euro für eine Kreidezeichnung zweier Löwen des Milanesen Andrea Appiani verwandelte sich schließlich in den Zuschlag von 9.500 Euro. Käufer war laut Auktionshaus ein „Wall-Street-Banker“.

Nachdem die beiden teuersten Gemälde keinen Abnehmer fanden, setzte sich bei den Neueren Meistern Ludwig Deutsch an die Spitze. Der gesuchte Orientmaler bestätigte sein hohes Preisniveau mit einem Zuschlag bei 88.000 Euro für eine ägyptische Straßenszene im rötlichen Abendlicht aus dem Jahr 1912 (Taxe 78.000 EUR). Überhaupt waren vornehmlich Arbeiten mit dem Touch des Exotischen, zumal Südländischen oder Osteuropäischen gefragt. Der Berliner Julius Eduard Wilhelm Helfft verbrachte lange Zeit seines Lebens in Italien. Sein venezianisches Capriccio von 1862 mit Blick auf Dogenpalast und Campanile wurde von 9.000 Euro auf 15.000 Euro gehoben. Hugo Ungewitters Kosak mit Pferd und Hunden in der Steppe aus dem Jahr 1912 kletterte von 5.000 Euro ebenfalls auf 15.000 Euro. Als einer der wenigen Künstler ging der Italiener Antonio Montemezzo den umgekehrten Weg. 1841 bei Treviso geboren, starb er 1898 in München und hinterließ unter vielen bayerischen Landschafts- und Genreszene auch eine Dachauer Bäuerin mit einer Schar Gänse, Kinder und Kühe, die ihren Wert auf 9.200 Euro verdreifachte. Vielleicht ist ihm damals der Tiermaler Heinrich von Zügel begegnet, dem ein Rehbock von 1915 für 16.000 Euro alle Ehre machte (Taxe 7.000 EUR).

Kunsthandwerk

In der Abteilung Kunsthandwerk konnte Neumeister ebenfalls einige gute Zuschläge generieren, musste aber doch in den überwiegenden Fällen die Einlieferungen wieder zurück überweisen. Von den kostbaren Silberarbeiten erreichte immerhin das teuerste Stück, ein großer, teilvergoldeter Kugelfußbecher mit den reitenden Allegorien Amerikas, Asiens und Europas des Augsburger Meisters Adolf Gaap um 1689/92, seine Schätzung von 40.000 Euro. 24.000 Euro investierte ein griechische Sammler in eine Folge von neun Tapeten mit Gartenmotiven, um 1800/10 in China wohl bereits für den westlichen Markt entstanden (Taxe 14.000 EUR). Passend dazu gab es eine französische Louis XVI-Kommode des späten 18ten Jahrhunderts für 13.000 Euro (Taxe 7.000 EUR). Dem Rokoko entstammt ein schöner Spiegel vielleicht aus dem Berliner Raum für 6.500 Euro (Taxe 3.000 EUR).

Skulpturen

Von den besseren Skulpturen der Spätgotik wurde nur ein flandrisches Figurenrelief der Zeit um 1500/10 für taxgerechte 40.000 Euro zugeschlagen, während etwa Jörg Gartners Anna Selbdritt (Taxe 28.000 EUR) und ein zweiflügliger Reisealtar flandrischer Herkunft um 1400/20 ins Depot wanderten (Taxe 45.000 EUR). Eine fränkische Madonna von circa 1480 erreichte im Nachverkauf noch 28.000 Euro (Taxe 45.000 EUR). Den Höchstpreis von 12.000 Euro bei den Figuren des 18ten Jahrhunderts erreichte der Würzburger Hofbildhauer Johann Peter Wagner mit seiner um 1760 entstandenen Holzskulptur eines Chronos (Taxe 12.000 EUR), gefolgt von einer trauernden Kreuzigungsgruppen-Maria Johann Peter Schwanthalers d.Ä. für 8.200 Euro (Taxe 4.500 EUR), einem großen Putto vermutlich von Roman Anton Boos für erwartete 6.000 Euro und einer Büste der heiligen Maria Magdalena von Johann Baptist Straub für 5.000 Euro (Taxe 5.000 EUR). Der Belgier Victor Rousseau vertrat die neuere Bildhauerei. Sein männlicher Akt, der sinnend sitzend die Sterbemaske wohl eines großen Künstlers betrachtet, wechselte um 9.500 Euro den Besitzer (Taxe 7.000 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Neumeister Münchener Kunstauktionshaus

Barer Straße 37

DE-80799 München

Telefax:+49 (089) 23 17 10 55

Telefon:+49 (089) 231 71 00

E-Mail: auctions@neumeister.com



10.07.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Veranstaltung vom:


24.06.2009, Alte Kunst - Varia

Bei:


Neumeister Münchener Kunstauktionshaus GmbH & Co. KG

Bericht:


Aller guten Gemälde sind drei

Kunstwerk:

Johann Baptist Straub, Heilige Magdalena, um 1745/50
Johann Baptist Straub, Heilige Magdalena, um 1745/50

Kunstwerk:

Johann Peter Schwanthaler d.Ä., Betende Maria
Johann Peter Schwanthaler d.Ä., Betende Maria

Kunstwerk:

Kommode, Frankreich, Ende 18. Jahrhundert
Kommode, Frankreich, Ende 18. Jahrhundert

Kunstwerk:

Italienischer Meister, Allegorie des maßlosen
 Lebens, wohl 2. Drittel 16. Jahrhundert
Italienischer Meister, Allegorie des maßlosen Lebens, wohl 2. Drittel 16. Jahrhundert

Kunstwerk:

Niederländischer Meister, Nachdenkliche junge Frau (Maria
 Magdalena?)
Niederländischer Meister, Nachdenkliche junge Frau (Maria Magdalena?)

Kunstwerk:

Roman Anton Boos zugeschrieben, Engel, um 1770/80
Roman Anton Boos zugeschrieben, Engel, um 1770/80







Johann Peter Schwanthaler d.Ä., Betende Maria

Johann Peter Schwanthaler d.Ä., Betende Maria

Taxe: 4.500,- EURO

Zuschlag: 8.200,- EURO

Losnummer: 357

Johann Baptist Straub, Heilige Magdalena, um 1745/50

Johann Baptist Straub, Heilige Magdalena, um 1745/50

Taxe: 5.000,- EURO

Zuschlag: 5.000,- EURO

Losnummer: 311

Figurengruppe, Flandern oder Niederrhein, um 1500/10

Figurengruppe, Flandern oder Niederrhein, um 1500/10

Taxe: 40.000,- EURO

Zuschlag: 40.000,- EURO

Losnummer: 327

9 Tapeten, China, um 1800/10

9 Tapeten, China, um 1800/10

Taxe: 14.000,- EURO

Zuschlag: 24.000,- EURO

Losnummer: 406

Kommode, Frankreich, Ende 18. Jahrhundert

Kommode, Frankreich, Ende 18. Jahrhundert

Taxe: 7.000,- EURO

Zuschlag: 13.000,- EURO

Losnummer: 421

Antonio Montemezzo, Dachauer Bäuerin mit Kindern und Gänsen am Waldrand

Antonio Montemezzo, Dachauer Bäuerin mit Kindern und Gänsen am Waldrand

Taxe: 3.000,- EURO

Zuschlag: 9.200,- EURO

Losnummer: 724

Niederländischer Meister, Nachdenkliche junge Frau (Maria Magdalena?)

Niederländischer Meister, Nachdenkliche junge Frau (Maria Magdalena?)

Taxe: 2.500,- EURO

Zuschlag: 15.000,- EURO

Losnummer: 596

Adolf Gaap, Deckelbecher, Augsburg 1689/92

Adolf Gaap, Deckelbecher, Augsburg 1689/92

Taxe: 40.000,- EURO

Zuschlag: 40.000,- EURO

Losnummer: 52

Johann Peter Wagner, Chronos, um 1760

Johann Peter Wagner, Chronos, um 1760

Taxe: 12.000,- EURO

Zuschlag: 12.000,- EURO

Losnummer: 315

Italienischer Meister, Allegorie des maßlosen Lebens, wohl 2. Drittel 16. Jahrhundert

Italienischer Meister, Allegorie des maßlosen Lebens, wohl 2. Drittel 16. Jahrhundert

Taxe: 2.000,- EURO

Zuschlag: 225.000,- EURO

Losnummer: 587

Andrea Appiani d.Ä., Andrea Appiani, Zwei Löwen

Andrea Appiani d.Ä., Andrea Appiani, Zwei Löwen

Taxe: 800,- EURO

Zuschlag: 9.500,- EURO

Losnummer: 500

Ludwig Deutsch, Ägyptische Straßenszene, 1912

Ludwig Deutsch, Ägyptische Straßenszene, 1912

Taxe: 78.000,- EURO

Zuschlag: 88.000,- EURO

Losnummer: 647




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