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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Selbst hochkarätige Grafik wird mitunter zurückgewiesen, wie bei Karl & Faber zu sehen war

Schrei nach Fresko



Albrecht Dürer, Melencolia I, 1514

Albrecht Dürer, Melencolia I, 1514

Die berühmte „Melencolia I“ machte das Rennen der Werke Albrecht Dürers am 28. Mai bei Karl & Faber in München. Mit 72.000 Euro wurde der letzte der drei sogenannten Meisterstiche aus dem Jahr 1514 sogar noch über die Schätzung von 50.000 bis 60.000 Euro hinausgehoben. Im Vorfeld hatte der traurige Engel, der sich von allerlei symbolischen Gerätschaften der Vergänglichkeit und Unaufgelöstheit umgeben sieht, lediglich auf Platz drei gestanden. Doch die Starter an der Pole Position hielten nicht, was sie versprachen: Sowohl mit den 37 Blättern der „Kleinen Passion“, die zwischen 1508 und 1510 entstanden, als auch den zwanzig Holzschnitten des „Marienlebens“, deren Entstehung sich von 1502 bis 1510 erstreckte, hatte das Münchner Auktionshaus kein Glück. Beide Serien mussten mit ihren Schätzpreisen von 80.000 bis 100.000 Euro die Heimreise antreten. Auch die losbezogene Zuschlagsquote von 39 Prozent – mit dem Nachverkauf stieg sie noch auf knapp 44 Prozent – lag unter dem hauseigenen Durchschnitt. Da mag so mancher Kunde sich diesmal zurückgehalten haben.


Von den anderen Dürer-Blättern konnten zwei zu etwas höheren Preisen vergeben werden: 12.000 Euro erzielte der Holzschnitt „Heilige Familie mit Joachim und Anna unter dem Baum“ von 1511 (Taxe 13.000 bis 14.000 EUR), 13.000 Euro waren für die Gefangennahme Christi aus der „Großen Passion“ 1510 nicht viel, wurden aber akzeptiert (Taxe 18.000 bis 20.000 EUR). Im Rahmen der Schätzungen lagen die Preise für Martin Schongauer. Bei 40.000 Euro fuhr seine große, figurenreiche „Kreuztragung“ sogar an zweiter Stelle ins Ziel (Taxe 35.000 bis 40.000 EUR). 13.000 Euro schaffte sein kleiner Kupferstich „Christus am Kreuz“ in etwas weniger elaborierter Formensprache (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Nur für seinen heiligen Martin, der gerade seinen Mantel zerteilt, fand sich kein ausreichendes Gebot (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR).

Erfolgversprechend liefen einige italienische Zeichnungen aus den Boxen, von denen aber nur Pietro Bardellinos große Altarblattvorlage zu einem Jüngsten Gericht bei 3.200 Euro die Erwartungen erfüllte. Bei den Österreichern machte Johann Baptist Wenzel Bergl mit einer Allegorie auf den Kontinent Afrika auf sich aufmerksam, die ihm als Vorlage für das Fresko im Gartenpavillon des Stifts Melk diente. Die lavierte Zeichnung kam auf 2.200 Euro (Taxe 2.000 EUR). Etwas spannender wurde es erst im 19ten Jahrhundert. Den größten Sprung vollführte hier Josef von Führichs in halbrunden Bogen eingepasste Komposition „Die Verkündigung auf dem Hirtenfeld aus den späten 1820er Jahren, deren zeichnerischer Duktus nach einer Umsetzung ins Fresko geradezu schreit. Auf 1.400 Euro angesetzt, wurde die Sepia auf 10.500 Euro gehoben. Gleich darauf verbesserte sich Francisco de Goyas Radierung „Die Sicherheit des Königs braucht keine Folter“ von 500 Euro auf 4.800 Euro. 4.500 Euro schaffte Wilhelm von Kobells skizzenhafte Interieurszene eines abendlichen Beisammenseins der Zeit um 1794 (Taxe 4.500 bis 5.000 EUR).

Erwartungsgemäß etwas größer war der Andrang für eine Kuriosität Adolph von Menzels. Dieser bedankte sich 1877 für die Gefälligkeit eines Freundes mit einem Taler und einer darüber hervorschauenden Katze, in Aquarell und Tusche gemalt auf seinem Dankschreiben. 17.500 Euro kamen dabei jetzt heraus (Taxe 12.000 bis 14.000 EUR). Ehemals Carl Rottmann zugeschrieben, wird das Aquarell einer Ansicht auf den sizilianischen Ätna heute seinem jüngeren Bruder Leopold Rottmann in die Schuhe geschoben. Der Wert wird sich dadurch wohl etwas reduziert haben, liegt aber immer noch bei guten 5.600 Euro (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR).

Großes Pech hatte Karl & Faber mit den wenigen Ölgemälden: Ob Nicolaes Berchems Hirte mit Schafherde von 1679 (Taxe 32.000 bis 34.000 EUR), Wilhelm Schützes „Komm’ Kätzchen, trink“ von 1883 (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR) oder einer adligen Jagdgesellschaft, die Ferdinand von Rayski 1853 mit raschem Pinsel auf die Leinwand brachte (Taxe 50.000 bis 55.000 EUR) – niemand wollte die vorgeschlagenen Preise auch nur ansatzweise zahlen. Zu Rettung traten zwei Außenseiter an: Wilhelm Busch schickte zwei Bauern in einer Baumlandschaft aus den 1880er Jahren, die sich zur unteren Taxe von 15.000 Euro wieder verabschiedeten, und der ungarische Adelige László Mednyánszky einen Impressionistisch angehauchten blühenden Obstgarten in bergiger Landschaft, der sein Schätzung auf 6.000 Euro verdreifachte. Auf sicherem Terrain bewegte sich Karl & Faber mit den fünf Arbeiten Johann Georg von Dillis’, die alle weggingen. Seine impressionistischen Baumgruppen wurden mit bis zu 12.000 Euro angemessen honoriert.

Mit gut 64 Prozent, mit dem Nachverkauf gar auf über 70 Prozent, lag die Zuschlagsquote für die geschlossen abgegebene Sammlung des Münchner Juristen Johann Nepomuk Seiler deutlich höher. Bei den günstigen Schätzpreisen wurde mancher Kunde fündig. Große Sprünge konnte man von den rund dreitausend Grafiken nicht unbedingt erwarten, ein paar gab es aber doch: Die sechs Kreidelithografien von Ernst Fries mit Ansichten des Heidelberger Schlosses von 1820 kletterten von 2.500 Euro auf 4.800 Euro, Angelika Kauffmanns Radierung „Das Mädchen bei der Urne“ aus dem Jahr 1767 verneunfachte ihren Wert auf 3.600 Euro, bei Carl Wilhelm Kolbe d.Ä. kamen sogar 9.000 Euro heraus – es handelte sich um sieben Radierungen mit Abbildungen von Kräuterblättern und Eichenlandschaften (Taxe 700 EUR) –, und der Schätzpreis von 400 Euro für die zehn „Bayerischen Stadtansichten“ Gustav Kraus’ wurde schließlich auf 4.000 Euro erhöht.

Den Hauptgewinn aber erstritten Christian Haldenwangs sieben Aquatintaradierungen unter dem Titel „Malerische Ansichten“ mit klassizistischen Natur- und Stadtlandschaften: Erst bei 14.000 Euro endeten die Gebote (Taxe 500 EUR). Zu nennen sind schließlich noch Johann Christian Reinharts zwei Radierungen „Castell Gandolfo – Ideale Landschaft“ von 1792 für 4.000 Euro (Taxe 700 EUR), Hubert Roberts zehnteilige Suite „Les Soirées e Rome“ mit den für ihn typischen ruinösen Architekturfragmenten aus römischer Zeit für 3.400 Euro (Taxe 600 EUR) und die Radierung „Zwei Mönche in Kontemplation“, die der gebürtige Mähre Carl Baron von Vittinghoff 1809 auf Bütten drucken ließ, für 5.000 Euro (Taxe 250 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Karl & Faber Auktionen

Amiraplatz 3

DE-80333 München

Telefon:+49 (089) 24 22 870

Telefon:+49 (089) 221865

Telefax:+49 (089) 22 83 350

E-Mail: info@karlundfaber.de



24.06.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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