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Kunstmuseum Bonn zeigt das druckgrafische Œuvre von Wassily Kandinsky nahezu komplett

Von märchenhaften Fantasien zu abstrakten Klängen



Anlässlich ihres 80sten Geburtstages im Jahr 1957 vermachte Gabriele Münter, die ehemalige Schülerin und Lebensgefährtin von Wassily Kandinsky, der städtischen Galerie im Lenbachhaus ihre herausragende Sammlung. Diesem Legat und durch Zukäufe aus dem Besitz von Kandinskys zweiter Ehefrau Nina ergänzt, verdankt das Münchener Museum eine in Qualität und Umfang einzigartige Sammlung druckgrafischer Blätter Kandinskys. Bis auf fünf fehlende Drucke ist sie komplett. Dieser seit 1966 erstmals wieder in Toto präsentierte Bestand ermöglicht nun auf seiner zweiten Station im Bonner Kunstmuseum, den Weg Kandinskys in die Abstraktion zwischen 1902 und 1942 Schritt für Schritt nachzuvollziehen. Zu den 159 Drucken kommen 47 Publikationen, Plakate, Postkarten, Vignetten. Zusammen mit mehreren Druckzuständen, die die Experimente des Künstlers mit bis zu sechs Farbvarianten pro Farbholzschnitt verdeutlichen, beläuft sich die Gesamtzahl aller Exponate auf 230. Sogar drei der nicht vorhandenen Blätter sind in der Ausstellung als Leihgaben eingefügt.


Etwa zwei Drittel von Wassily Kandinskys druckgrafischem Œuvre entstand in seiner Münchener Zeit und auf Reisen zwischen 1902 und 1912. Als Druckgrafiker war der Künstler Autodidakt. Aus wohlhabenden Verhältnissen stammend, hatte der 1866 in Moskau geborene zunächst ein Jura- und Volkswirtschaftsstudium absolviert, entschied sich dann aber gegen eine wissenschaftliche Tätigkeit und arbeitete 1895 als künstlerischer Leiter einer Moskauer Druckerei, wo er sich grundlegende druckgrafische Kenntnisse aneignen konnte.

1896 zieht Kandinsky zum Studium der Malerei nach München um. 1901 gründet er den Münchener Künstlerverein „Phalanx“, an dessen angegliederter Kunstschule er unterrichtet. Schülerin in seiner Malklasse wird im Jahr 1902 Gabriele Münter. Gleichzeitig entstehen erste Holzschnitte, deren Motivik von biedermeierlichen Idyllen, märchenhaften Fantasieszenen und mittelalterlichen sowie altrussischen Sujets bestimmt ist. Auch der Jugendstil trägt zu Inspirationen bei. In Moskau werden Kandinskys „Gedichte ohne Worte“ veröffentlicht, ein kleines Album mit schwarzweißen Holzschnitten.

Bis 1908 hat Kandinsky 76 Holzschnitte geschaffen, in den folgenden Jahren entstanden nur fünf Blätter, während das Jahr 1911 mit 59 Arbeiten den Höhepunkt in seinem druckgrafischen Schaffen darstellt. Die frühen kleinen Holzschnitte Kandinskys sind noch mit dem Stichel in Hirnholz ausgeführt. Nach 1909, wie der Holzschnitt „Bogenschütze“ deutlich zu erkennen gibt, experimentiert Kandinsky mit Messer und Hohleisen auch in Langholz, um die druckenden Flächen durch das Wegnehmen von Material freizustellen. Mit dieser Technik erschlossen insbesondere die „Brücke“-Künstler dem Holzschnitt neue expressive Wirkungen.

Nach fünf Blättern im Jahr 1912 wendet er sich seit 1913 anderen Techniken zu. Während er bislang ausschließlich den Holz- beziehungsweise Linolschnitts bevorzugt, greift er ab 1913/14 auf die Radierung und am Bauhaus dann auch auf die Lithografie zu. Ab 1922 überführt Kandinsky die Linien und Flächen von einem freien expressiven Gestus in eine stark konstruktive Form. In nennenswerter Anzahl entstehen Druckgrafiken erst wieder während der Bauhausjahre, ab 1923 hauptsächlich zu bestimmten Anlässen wie für die Jahresgaben der Kandinsky-Gesellschaft zwischen 1926 und 1931 oder für die Zeitschrift „XXe Siècle“ 1939.

Im Jahr 1926 erscheint seine kunsttheoretische Schrift „Punkt und Linie zu Fläche“ in der Reihe der Bauhaus-Bücher. Hierin äußert sich Wassily Kandinsky ausführlich über sein Verhältnis zur Druckgrafik und stellt einen Vergleich der druckgrafischen Verfahren Holzschnitt, Radierung und Lithografie an. Summarisch handelt es sich um eine differenzierte klärende Abhandlung über das Wesen der Druckgrafik und die Suche nach einem Ordnungssystem. Gleichberechtigt neben, aber auch teils in Berührung mit Zeichnung und Malerei stehend, dient das Genre dem Künstler zum Aufspüren des Geistigen in der Kunst als auch der Visualisierung von inneren Klängen der Realität. Kandinskys Blätter erlauben einen umfassenden Blick auf die Grundprinzipien seiner Arbeit, seinen Anspruch, eine „seelisch-innerliche“ Erfahrung von Wirklichkeit zu gestalten, die in einer nur die äußere Sicht wiedergebende Kunst verborgen bleiben muss.

Der alles umfassende Bogen der Ausstellung von den subtil differenzierten Farbwelten in den Anfängen über die bekannten Holzschnitte aus der Zeit des „Blauen Reiter“ wie dem „Bogenschützen“ oder dem Buch „Klänge“ bis zur Mappe „Kleine Welten“ aus den 1920er Jahren verdeutlicht auch, dass seine Papierarbeiten keineswegs nur Nebenstimmen in seinem Werk darstellen. Zusammen mit seinen Gemälden, teils sogar mehr als jene sind sie als Seismografen einer prosperierenden künstlerischen Erfindungskraft zu verstehen. Sie beinhalten eine autonome Sprache mit eigenen, authentischen, teils direkteren Ausdrucksmöglichkeiten, die ihren eigenständigen Charakter unterstreichen.

Die Ausstellung „Wassily Kandinsky. Das druckgrafische Werk“ ist noch bis zum 12. Juli zu besichtigen. Das Kunstmuseum Bonn hat täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr, mittwochs bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 6 Euro, ermäßigt 3 Euro. Zur Ausstellung ist ein umfangreicher Katalog mit dem Werkverzeichnis der Druckgrafik Kandinskys erschienen, der an der Museumskasse 30 Euro kostet.

Kontakt:

Kunstmuseum Bonn

Friedrich-Ebert-Allee 2

DE-53113 Bonn

Telefax:+49 (0228) 77 62 20

Telefon:+49 (0228) 77 62 60



24.06.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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Weitere Inhalte:

Veranstaltung vom:


02.04.2009, Wassily Kandinsky - Das druckgrafische Werk

Bei:


Kunstmuseum Bonn

Bericht:


Fondation Beyeler zollt Blauem Reiter Tribut

Künstler:


Wassily Kandinsky










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