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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Ketterer und Quittenbaum unter einem Dach: Die Bauhaus-Auktion am 20. Juni

Wir feiern mit



Die Welt feiert den unrunden Geburtstag des Bauhauses – und der Auktionsmarkt mit ihr. Die Gründung der avantgardistischen Kunststätte vor neunzig Jahren in Weimar ist nicht nur Anlass zu zahlreichen Ausstellungen mit mehr oder weniger starkem Bezug zum Gegenstand des Jubiläums, sondern den beiden Münchner Auktionshäusern Quittenbaum und Ketterer auch Anlass zu einer gemeinsamen Auktion am 20. Juni. Letzteres zeichnet verantwortlich für die Gemälde, Grafiken und Skulpturen, der Designspezialist steuert die Möbel und Einrichtungsgegenstände bei. Und so ist den beiden ein durchaus ansprechendes Programm gelungen, das von Wassily Kandinskys vierter Farblithografie aus seiner schönen Mappe „Kleine Welten“ von 1922 (Taxe 14.000 bis 18.000 EUR) über einen Kinderspielschrank Alma Siedhoff-Buschers aus dem Jahr 1924 für 18.000 Euro, der immerhin aus dem Besitz des Kunsthistorikers Nikolaus Pevsner stammt, bis hin zu einem Schachbrett reicht, das seit 1924 als Gemeinschaftsarbeit von Josef Hartwig und Joost Schmidt auf den Markt kam (Taxe 8.000 EUR).


Zu den Höhepunkten zählen zwei der Mappenwerke „Bauhaus-Drucke. Neue europäische Graphik“ des Jahres 1921. Die erste feiert unter dem Titel „Meister des Staatlichen Bauhauses in Weimar“ die eigenen Kräfte und enthält insgesamt 14 Arbeiten unter anderem von Johannes Itten, Oskar Schlemmer und Georg Muche. Mit 120.000 bis 150.000 Euro ist sie deutlich höher veranschlagt als die vierte Mappe, die sich in zehn zum Teil farbigen Lithografien den italienischen und russischen Künstlern widmet. So haben Alexander Archipenko, Umberto Boccioni, Enrico Prampolini, Alexej von Jawlensky, Carlo Carrà und Marc Chagall hier ihren Auftritt. 50.000 bis 70.000 Euro soll dieses Konvolut kosten. 1933, im Jahr der Auflösung des Bauhauses, zeichnete und aquarellierte Lyonel Feininger eine seiner zahlreichen Schiffslandschaften auf Bütten unter dem Titel „Running before the Wind“ (Taxe 18.000 bis 24.000 EUR). Erwähnung verdient auch Paul Klees braune Federzeichnung „Mädchen unter der Sonne“ von 1929, eine humorvolle Persiflage auf die Technikgläubigkeit seiner Zeit (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR).

Nicht überall, wo Bauhaus draufsteht, ist allerdings auch Bauhaus drin. Das gilt nicht zuletzt für die Hauptlose der Auktion. Als László Moholy-Nagy 1919 seine kubisch verschachtelte „Landschaft mit Häusern“ malte, wurde das Bauhaus gerade erst gegründet. Erst vier Jahre später zog ihn Walter Gropius nach Weimar. Dennoch nimmt das Ölbild einen hohen Rang ein, handelt es sich doch um eine der wenigen erhaltenen Arbeiten aus der Frühzeit des gebürtigen Ungarn (Taxe 180.000 bis 240.000 EUR). Auch Josef Albers, der seit 1920 am Bauhaus studierte und 1923 mit der Leitung der Werkstatt für Glasmalerei beauftragt wurde, schuf seine grün abgestufte „Study for Homage to the Square: High Pasture“ erst im Jahr 1960. Sei’s drum, für 180.000 bis 220.000 Euro wird die quadratische Leinwand schon ihren Abnehmer finden. Von Herbert Bayer, 1925 bis 1928 Chef für Druck und Reklame in Dessau, gibt es eine Serie sogenannter „Dunstlöcher-Bilder“ der 1930er Jahre. „Ein Vorhang in Blau“ von 1936 mit surrealen Motiven gehört in diese Reihe (Taxe 18.000 bis 24.000 EUR).

Die anwesenden Künstler vertreten die verschiedensten Meisterklassen der Lehrstätte. Lothar Schreyer etwa zeichnete zwischen 1921 und 1923 für die Bühnenklasse verantwortlich. Mit seinem „Meerstern“ scheint er sich vermutlich in den 1950er Jahren noch an prismatisch schillernde Tiefenräumlichkeit anzulehnen (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR). Gerhard Marcks übernahm 1920 die Töpferei, die ihren Sitz in Dornburg an der Saale hatte. Drei Jahre später schuf er die schöne „Büste Justine“ – natürlich in Terrakotta. Es ist eines der wenigen Werke dieser Art, die in letzter Zeit auf den Markt kommen, dennoch werden lediglich 10.000 bis 15.000 Euro erwartet. Franz Ehrlich war zu jung, um noch Wirkung am Bauhaus zu entfalten. Der 1907 Geborene machte 1930 seinen Abschluss, drei Jahre später wurde die Schule aufgelöst. Wenngleich er hauptsächlich als Architekt arbeitete, vergaß er die Malerei nicht ganz. Aus den 1970er Jahren datiert seine „Komposition in Rot“, die entfernt an die Umrisse einer Violine erinnert (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR).

Den gut zwanzig Werken der bildenden Kunst folgen knapp siebzig Objekte aus Design und Kunsthandwerk. Naturgemäß sind die Schätzpreise moderater, schwingen sich aber doch auf zu 33.000 Euro für Naum Slutzkys Deckeldose in Kugelform von circa 1928. Auch dieses – je nach Stellung – auf drei Kugelfüßen oder einer Standplatte fußende Gefäß entstand bereits nach der Tätigkeit des ukrainischen Meisters im Bauhaus. 1924 hatte er es bereits verlassen. Auch Marianne Brandt bevorzugte die klare geometrische Form der Kugel. Eine für sechs Personen gedachte Minibar ließ sie 1929/32 wie ein Ufo auf einem runden Tablett landen (Taxe 4.000 EUR). Hans Przyrembel, gelernter Schlosser und nach seinem Studium am Bauhaus 1924 bis 1928 Gold- und Silberschmied in Halle und Leipzig, entwarf seine Zigarettendose um 1926 – also noch als Student – in klassischer Zylinderform aus Messing (Taxe 10.000 EUR). Aus der Metallabteilung ist außerdem Karl Raichles vierteiliges Kaffeeservice aus Zinn in ovaloiden Formen um 1930 zu nennen (Taxe 4.000 EUR).

Groß ist die Auswahl an Stühlen, worunter die Freischwinger „Weißenhof MR 20“ von Ludwig Mies van der Rohe 1927 in zwei Ausfertigungen für 12.000 und 15.000 Euro wahre Klassiker ihrer Gattung darstellen. Marcel Breuer gewann 1933 einen Wettbewerb der Alliance Aluminium Cie. mit einem Armlehnstuhl aus dem geforderten Material. Vom Prototyp seines Konkurrenzbeitrages existieren nur wenige Exemplare, eines davon ist jetzt vielleicht für 18.000 Euro zu haben. Sein bekannterer „Wassily“-Sessel von 1925 in einer frühen Ausführung der Thonet-Werke in Frankenberg um 1931 soll 10.000 Euro einspielen. Zu den Keramikobjekten zählt eine große Vase Otto Lindigs, deren Dekor ihm 1937 einen Grand Prix auf der Pariser Weltausstellung bescherte. Wie Brandts Silber bevorzugt auch sie die Kugelform (Taxe 4.000 EUR). Dass die Entwerfer auch mal freikünstlerisch tätig waren, beweist Christian Dell. Neben einigen Lampenentwürfen, etwa dem Modell „Rondella“ von 1928 für 4.500 Euro, listet der Katalog auch eine lustig verzogene Gesichtsmaske aus Messing zum gleichen Schätzpreis.

Die Auktion beginnt am 20. Juni um 15 Uhr in den Räumen des Auktionshauses Ketterer. Die Vorbesichtigung findet dort noch bis zum 18. Juni täglich von 11 bis 17 Uhr statt. Die Kataloge sind im Internet unter www.kettererkunst.de und www.quittenbaum.de einsehbar.

Quittenbaum
Theresienstraße 60
D-80333 München

Telefon: +49 (0)89 – 27 37 02 10
Telefon: +49 (0)89 – 27 37 02 122

Kontakt:

Ketterer Kunst

Joseph-Wild-Straße 18

DE-81829 München

Telefon:+49 (089) 552 440

Telefax:+49 (089) 552 441 66

E-Mail: infomuenchen@kettererkunst.de



17.06.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Josef Hartwig, Schachspiel in Original-Karton, 1924
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Ludwig Mies van der Rohe, Weißenhof-Sessel MR-20, 1927
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Christian Dell, Tischlampe „Rondella“, 1928
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Marianne Brandt, Kugelbar mit Tablett, 1929/32
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Christian Dell, Tischlampe „Rondella“, 1928

Christian Dell, Tischlampe „Rondella“, 1928

Taxe: 4.500,- EURO

Zuschlag: 5.200,- EURO

Losnummer: 45

Ludwig Mies van der Rohe, Weißenhof-Sessel „MR 20“, 1927

Ludwig Mies van der Rohe, Weißenhof-Sessel „MR 20“, 1927

Taxe: 15.000,- EURO

Zuschlag: 14.000,- EURO

Losnummer: 42

Marcel Breuer, Aluminium-Armlehnstuhl, 1933

Marcel Breuer, Aluminium-Armlehnstuhl, 1933

Taxe: 18.000,- EURO

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Franz Ehrlich, Tisch, 1949

Franz Ehrlich, Tisch, 1949

Taxe: 1.200,- EURO

Zuschlag: 1.000,- EURO

Losnummer: 84

Karl Raichle, Kaffeeservice „ZS 17“, um 1930

Karl Raichle, Kaffeeservice „ZS 17“, um 1930

Taxe: 4.000,- EURO

Zuschlag: 6.500,- EURO

Losnummer: 58

Josef Hartwig, Schachspiel in Original-Karton, 1924

Josef Hartwig, Schachspiel in Original-Karton, 1924

Taxe: 8.000,- EURO

Zuschlag: 8.500,- EURO

Losnummer: 28

Naum Slutzky, Kugelförmiges Gefäß, um 1928

Naum Slutzky, Kugelförmiges Gefäß, um 1928

Taxe: 33.000,- EURO

Losnummer: 52

Wilhelm Wagenfeld, „Kubus“-Geschirr, 1938

Wilhelm Wagenfeld, „Kubus“-Geschirr, 1938

Taxe: 2.300,- EURO

Losnummer: 83

Marianne Brandt, Kugelbar mit Tablett, 1929/32

Marianne Brandt, Kugelbar mit Tablett, 1929/32

Taxe: 4.000,- EURO

Zuschlag: 7.500,- EURO

Losnummer: 57

Otto Lindig, Große Vase, 1937

Otto Lindig, Große Vase, 1937

Taxe: 4.000,- EURO

Losnummer: 79

Ludwig Mies van der Rohe, Weißenhof-Sessel MR-20, 1927

Ludwig Mies van der Rohe, Weißenhof-Sessel MR-20, 1927

Taxe: 12.000,- EURO

Zuschlag: 10.000,- EURO

Losnummer: 41

Hans Przyrembel, Zigarettendose (Variante), um 1926

Hans Przyrembel, Zigarettendose (Variante), um 1926

Taxe: 10.000,- EURO

Losnummer: 38




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