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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Moderne, zeitgenössische und Schweizer Kunst bei Koller in Zürich

Flucht vor nähenden Frauen



Robert Zünd, Am Vierwaldstättersee mit Blick auf den Vitznauerstock, nach 1863

Robert Zünd, Am Vierwaldstättersee mit Blick auf den Vitznauerstock, nach 1863

Es geht beschaulich los mit Rudolf Kollers Kühen auf der Weide von 1862 (Taxe 40.000 bis 60.000 SFR), Alexandre Calames rauschendem Bergbach zwischen schroffen Felsen und schiefen Tannen von 1848 (Taxe 50.000 bis 80.000 SFR) und Robert Zünds feiner Impression „Am Vierwaldstättersee mit Blick auf den Vitznauerstock“ aus der Zeit nach 1863 (Taxe 120.000 bis 180.000 SFR). Doch nach diesen ebenso gefälligen wie brillanten Natur- und Landschaftsansichten des 19ten Jahrhunderts schwingt sich die Auktion Schweizer Kunst am 19. Juni bei Koller rasch in die nicht zuletzt preislichen Höhen von Symbolismus, Jugendstil und Expressionismus. Der erste Bedeutende unter ihnen ist Ferdinand Hodler. Ganz brav beginnt er seine Karriere mit kleinen Ovalbildnisse wie 1878 „La déclaration d’amour“ im Stil des Rokoko (Taxe 7.000 bis 10.000 SFR), auch sein Konterfei eines Savoyer Bauernmädchens von 1888 beobachtet trotz seiner unkonventionellen Farbigkeit den Menschen noch immer recht an der Oberfläche (Taxe 80.000 bis 140.000 SFR).


Schweizer Kunst

Doch spätestens mit seinem großformatigen Gemälde „Die Liebe“ hatte Ferdinand Hodler im Winter 1907 einen bis dahin neuen, von repräsentierender Symbolik gekennzeichneten Stil gefunden. Eine Vorstudie zum Mittelteil dieses Triptychons, das lediglich drei ineinander verschlungene Paare in drei verschiedenen Stadien des Liebesaktes zeigt, später aber fragmentiert in unterschiedlichen Besitz überging, ist jetzt für 350.000 bis 500.000 Franken zu haben. Im November 2002 hatte sie bei Phillips, de Pury & Luxembourg in Zürich bereits 400.000 Franken gekostet. 1910 lernte Hodler bei einem Besuch im Kaffeehaus die italienische Sängerin Giulia Leonardi kennen. Von ihr war er derart fasziniert, dass er sie gleich vor die Linse nahm. Von den zahlreichen daraufhin gefertigten Bildnissen, die in seinem berühmten Gemälde „Entzücktes Weib“ kulminierten, steht ein kleinformatiges Bruststück jetzt für 250.000 bis 350.000 Franken zur Disposition.

Das hohe Niveau der Auktion setzt die Familie Giacometti fort. Zunächst Giovanni Giacometti mit insgesamt vier hochkarätigen Gemälden, vornehmlich Landschaften wie seinem „Ausblick auf den Silsersee“ von 1931 (Taxe 400.000 bis 600.000 SFR) und der „Morgensonne“ an derselben Örtlichkeit 1924 (Taxe 280.000 bis 380.000 SFR), aber auch einem stilllebenartigen Margeritenstrauß von 1909 und dem etwa gleichzeitig geschaffenen Portrait einer sitzenden Frau mit Akkordeon (Taxen zwischen 120.000 und 220.000 SFR). Das eigentliche Prunkstück aber liefert sein Vetter Augusto Giacometti, auch er ein ehemaliger Impressionist, der früh zu einer eigenen, farbenbetonten Malerei fand, die gelegentlich weit in die Ungegenständlichkeit tendierte. So seine Landschaft „Am Weg nach Soglio“, 1945 zwei Jahre vor dem Tod des Künstlers entstanden. Hier stehen 700.000 bis 800.000 Franken auf dem Etikett. Aus den letzten Lebensjahren Adolf Dietrichs stammen zwei liebevolle Tierdarstellungen: „Meerschweinchen und Kanarienvögel“ von 1954, die im vergangenen Jahr bei 70.000 bis 100.000 Franken verschmäht wurden, und „Grünspecht auf Föhrenast“ von 1955, jeweils taxiert zwischen 50.000 und 90.000 Franken. Leo Leuppis „Meerbild“ von 1950 steht für die Konkrete Kunst (Taxe 4.000 bis 6.000 SFR), und mit Eva Aepplis überlebensgroßer trauriger Stofffigurine „Eva“ wird die zeitgenössische Kunst erreicht (Taxe 8.000 bis 12.000 SFR).

Moderne und zeitgenössische Kunst

In solche Preishöhen wie die Schweizer kraxeln die Modernen und Zeitgenossen in der restlichen Welt bei Koller nur selten hinauf. Einer aber tut doch sein Bestes: Wilhelm Lehmbruck schickt seinen großen lebensgroßen Gipsguss „Torso der Großen Sinnenden mit Kopf“, ein spätes Hauptwerk des Künstlers, das erst vor sechs Jahren einer größeren Öffentlichkeit bekannt wurde, als es ein Jahr lang in der Kunsthalle Mannheim zu sehen war. Zuvor war die auf den Knien auf einem Sockel stehende Skulptur mit den abgebrochenen Armen bereits sechzig Jahre lang in Familienbesitz, der Großvater des jetzigen Besitzers hat sie vermutlich bereits 1920, kurz nach ihrer Entstehung, in der Galerie Hans Goltz in München erworben. Nun hat sich der deutsche Sammler für Koller als Vermittler entschieden und erwartet für sein Schmuckstück 850.000 bis 1,2 Millionen Franken. Als einziger klassischer Bildhauer von Rang steht Lehmbruck Georg Kolbe mit seiner Bronze einer unsicher „Sitzenden“ mit verdrehten Beinen 1926 zur Seite (Taxe 45.000 bis 55.000 SFR).

Teuerstes Bild des deutschen Impressionismus ist Max Liebermanns pastos aufgetragener „Karren des Badewärters“ an der holländischen See aus dem Jahr 1908 (Taxe 80.000 bis 120.000 SFR). Das französische Pendant einer schimmernden Seelandschaft Gustave Loiseaus von 1921 soll das gleiche kosten, 60.000 bis 80.000 Franken das unkonventionelle Ölbild „Der Wanderzirkus“ von Maximilien Luce. Paul Signac vertritt mit zwei gezeichneten und aquarellierten Hafen- und Bootansichten von 1927 neoimpressionistische Strömungen (Taxen zwischen 12.000 und 25.000 SFR), Nicolas Tarkhoff mit einer „Maternité“ fauvistische Tendenzen (Taxe 40.000 bis 60.000 SFR), und Alexandra Exter mit einem konstruktivistischen Bühnenbildentwurf von 1927 (Taxe 15.000 bis 20.000 SFR), Maurice de Vlaminck mit tristen „Maisons aux environs de Reuil“ um 1930 (Taxe 50.000 bis 70.000 SFR), André Derain mit einer flächigen „Nature morte à la carafe et au panier de fruits“ um 1950 (Taxe 18.000 bis 25.000 SFR) sowie André Lanskoy mit der wilden Farbenschlacht „Refus catégorique“ von 1974 weitere Errungenschaften der französischen Kunst (Taxe 40.000 bis 50.000 SFR).

Expressionismus aus München oder Dresden macht sich diesmal ziemlich rar. Dafür tritt mit Ernst Wilhelm Nays Scheibenbild „Schwindender Ocker“ von 1959 ein qualitätvolles Werk des vielleicht bedeutendsten Abstrakten jener Jahre in Deutschland auf (Taxe 100.000 bis 160.000 SFR). Francis Bott ergänzt die informelle Richtung mit einer blauschwarzen Flächenverzahnung von 1957 (Taxe 13.000 bis 15.000 SFR), während es in der Temperamalerei von Bernhard Brodda um 1960 strenger geometrisch und bunter zugeht (Taxe 2.000 bis 3.000 SFR). Parallel übte sich der etwa eine Generation jüngere Spanier Antonio Saura ebenfalls in gegenstandsloser Malerei, etwa 1956 in seinem schwarz-weißen Gemälde „La niña de los peines“ (Taxe 80.000 bis 120.000 SFR).

Nur relativ wenige Gemälde sind von Man Ray in Umlauf. Umso bemerkenswerter ist jetzt die Offerte seiner 1950 noch in den USA entstandenen Leinwand „La Montagne de Cristal“, die seine Neigung zu traumartigen Sequenzen dokumentiert. Vier menschenartige Wesen in Rotbraun besteigen dort einen grünen Berg, eines hat schon dessen Spitze erreicht (Taxe 250.000 bis 300.000 SFR). Mit 350.000 bis 550.000 Franken ebenfalls hoch bewertet ist ein Concetto Spaziale Lucio Fontanas in Rot und Dunkelbraun von 1958, bei dem die kleinen runden Einstiche kaum wahrzunehmen sind. 160.000 bis 200.000 Franken sollten Interessenten an Franz Klines Komposition in Rot und Gelb dabei haben, einem Musterbeispiel des abstrakten Expressionismus, wenn auch in kleinem Format. Sol LeWitt ergänzt die amerikanische Künstlerriege mit einer minimalistischen „Pyramide“ von 1986 auf dunkelbraunem Grund (Taxe 25.000 bis 35.000 SFR), genauso wie Don Eddy mit dem fotorealistischen Gemälde eines VW-Käfer-Showrooms von 1971 (Taxe 8.000 bis 12.000 SFR).

Hauptwerk der deutschen Kunst dieser Jahrzehnte ist ein Frühwerk Gerhard Richters. Dem mit zwei Frauen bei der Handarbeit besetzten Wohnzimmer-„Intérieur“ von 1960 merkt man noch eine gewisse Befangenheit in den Bahnen des Expresssionismus der 1920er Jahre an, doch enthebt es sich ebenso sehr der überwiegend abstrakten Malerei seiner Zeit. Die einen Meter breite Leinwand gehört zu den wenigen erhaltenen Werken, die der Künstler noch in seiner ostdeutschen Heimat schuf. Ein Jahr später ergriff er die Flucht in die Bundesrepublik (Taxe 350.000 bis 450.000 SFR). Schon ins Design tendiert eine Viergruppe von Armlehnstühlen von 1993, die nicht nur im Titel „Cello Arm Chair“ Armans Faible für Streichinstrumente beweist (Taxe 65.000 bis 85.000 SFR). Fernöstliches hat sich auch bei Koller weitgehend zurückgezogen, mit 28.000 bis 38.000 Franken für Wang Kepings reduktionistische Holzskulptur eines sich umarmenden Paares aus neuerer Zeit ist hier bereits die Spitze erreicht. Die wichtigsten Arbeiten der Grafikabteilung stammen von Lucian Freud, der für bis zu 90.000 Franken einen Frauenakt, drei Portraits und vor allem die große Radierung „Painter’s Garden“ von 2003/04 zur Verfügung stellt.

Die Auktion beginnt am 19. Juni um 10:30 Uhr mit der Grafik und wird um 14 Uhr mit der Schweizer Kunst, um 16 Uhr mit der Modernen Kunst und um 16:30 mit der Zeitgenössischen Kunst fortgeführt. Der Katalog ist im Internet unter www.kollerauktionen.ch einsehbar.

Kontakt:

Koller Auktionen

Hardturmstrasse 102

CH-8031 Zürich

Telefon:+41 (044) 445 63 63

Telefax:+41 (044) 273 19 66

E-Mail: office@kollerauktionen.ch



16.06.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Taxe: 120.000 - 220.000 SFR

Zuschlag: 210.000,- SFR

Losnummer: 3056

Ferdinand Hodler, Savoyarden Bauernmädchen, 1888

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Taxe: 80.000 - 140.000 SFR

Zuschlag: 230.000,- SFR

Losnummer: 3038

Max Liebermann, Karren des Badewärters, 1908

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Taxe: 80.000 - 120.000 SFR

Zuschlag: 160.000,- SFR

Losnummer: 3202

Paul Signac, Segelboot, 1927

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Taxe: 12.000 - 15.000 SFR

Zuschlag: 14.000,- SFR

Losnummer: 3217

Suzanne Valadon, Bei der Toilette, um 1910

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Taxe: 15.000 - 18.000 SFR

Zuschlag: 15.000,- SFR

Losnummer: 3221

Alexandre Calame, Sapins, cours d’eau, soleil couchant, 1848

Alexandre Calame, Sapins, cours d’eau, soleil couchant, 1848

Taxe: 50.000 - 80.000 SFR

Zuschlag: 32.000,- SFR

Losnummer: 3009

Paul Signac, Boote an der Hafenmole, 1927

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Taxe: 18.000 - 25.000 SFR

Losnummer: 3218

Giovanni Giacometti, Morgensonne am Silsersee, 1924

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Taxe: 280.000 - 380.000 SFR

Zuschlag: 370.000,- SFR

Losnummer: 3057

Ferdinand Hodler, Le déclaration d’amour, 1878

Ferdinand Hodler, Le déclaration d’amour, 1878

Taxe: 7.000 - 10.000 SFR

Losnummer: 3037

Gustave Loiseau, Seelandschaft, 1921

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