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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Amazone, nach 1906 / Franz von  Stuck

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Neumeisters Moderne mit guten Ergebnissen in München

Zu viel Stuck gesehen



Ein guter Durchschnitt von fast 52 Prozent losbezogener Zuschlagsquote, mit dem Nachverkauf sogar von knapp 72 Prozent, und einige hervorragende Einzelergebnisse stehen positiv in der Bilanz von Neumeisters Moderne am 14. Mai. Das vielfältige Angebot der rund siebzig „Ausgewählten Werke“, die das Herzstück der Auktion bildeten, wurde im Wesentlichen akzeptiert, wenn man von einigen übertriebenen Schätzungen sowie den üblichen Rückgängen vor allem im unteren Preissegment absieht. Den höchsten Preis errang schließlich Gabriele Münters „Abstrakte Komposition“ von 1914 bei 100.500 Euro, ein Werk, das unter dem Einfluss Wassily Kandinskys steht, während das Künstlerpaar sich bereits auseinanderzuleben begann. Das Gemälde wird zukünftig in einer griechischen Sammlung hängen (Taxe 90.000 bis 120.000 EUR). Als Nummer eins war im Vorfeld Emil Noldes Aquarell einer Marschlandschaft mit Bauernhof und dunklen Wolken von circa 1930 gehandelt, das aber trotz suggestiver Farbwirkung die 180.000 bis 200.000 Euro nicht schaffte.


Den „Blauen Reiter“ repräsentierte außer Münter noch Franz Marc mit dem schönen Holzschnitt „Drei Tiere“ von 1912 für 4.200 Euro (Taxe 3.500 bis 4.000 EUR). Ernst Ludwig Kirchner, einst Mitglied der „Brücke“, zog sich später nach Davos und in einen Spätstil zurück, wie in der Bleistiftzeichnung „Auf der Alm“ von 1928 zu sehen. Auch damit jedoch bringt er es locker auf 23.500 Euro (Taxe 14.000 bis 16.000 EUR). Julius Exter liebte – wie übrigens zeitweise auch Emil Nolde – die leuchtenden Farben eines prächtig blühenden Gartens. An seinem Haus in Übersee-Feldwies am Chiemsee hatte er da hervorragendes Anschauungsmaterial, das jetzt mit 8.200 Euro honoriert wurde (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR). Den wilden Wasserfall am „Partnachklamm“ unter den Strahlen einer unsichtbaren Sonne schilderte Franz Heckendorf 1921 mit dynamischer Kraft. Trotz Steigerung ab 3.000 bis 5.000 Euro sind auch die letztgebotenen 7.800 Euro noch fast bescheiden zu nennen. Erwähnung verdient auch der schöne Farbholzschnitt „Schloss in Böhmen“ von Emil Orlik aus dem Jahr 1905 für erfreuliche 4.800 Euro (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR).

Zu den eher unbekannten Künstlern gehörten auch der Ungar Béla Kádár, der mit der Gouache „Mutter mit Kind“ bei 7.000 Euro reüssierte (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR), und August Babberger. Sein Aquarell einer Schweizer Berglandschaft aus dem Jahr 1916 sieht nach einer Schöpfung Ferdinand Hodlers aus, ist es aber nicht und kostete dementsprechend auch nur 2.500 Euro (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR). Auch im Abschnitt „Design“ versteckten sich einige freikünstlerische Arbeiten, wie beiden Farblithografien „Tête Byzantine“ von Alphonse Mucha, die sich ein Schweizer Sammler für zusammen 6.500 Euro sicherte (Taxe je 3.000 bis 5.000 EUR), oder die beiden Gemälde „Die Geburt der Venus“ und „Generalmusikdirektor Schuricht“ von Hans Christiansen, die von günstigen 600 Euro auf 3.100 Euro sprangen. Mit drei Raumentwürfen und zwei Innenraumfotografien des Bauhaus-Künstlers Peter Keler, die ein Bieter für zusammen 6.150 Euro mitnahm (Taxen 150 und je 2.000 bis 2.500 EUR), war der Weg dann zur Angewandeten Kunst beschritten.

Der vielleicht heißeste Bietwettbewerb entfaltete sich um Fritz Erlers „Dame mit Panther“ aus der Zeit nach 1915. Und es war auch ein heißes Bild, um das hier gekämpft wurde, denn die auf einer olympisch erhöhten Dachterrasse sitzende Schönheit mit dem erhobenen Fächer in der rechten Hand hat ihr Kleid bis zur Hüfte hin aufreizend auseinandergefaltet. Franz von Stuck scheint für den „Scholle“-Künstler ganz offenbar vorbildlich gewesen zu sein, wie dessen „Sünde“ erscheint die von sexuellen Anspielungen umgebene Frau als ebenso wollüstiges wie dominantes Phantom. Ist das großformatige, fast quadratische Gemälde vielleicht nicht jedermanns Geschmack, so ist es jetzt zumindest das teuerste Werke des Künstlers: Von 18.000 bis 20.000 Euro auf 45.500 Euro kletterte es stetig empor und wanderte ebenfalls in die Sammlung des Griechen. Die Werke Stucks selbst wurden dagegen eher mäßig bedacht. Jeweils 40.000 bis 50.000 Euro waren für die zusammengehörigen Ölbilder „Pan mit Schalmei“ und „Sitzender Pan mit Flöte“ um 1895 jedenfalls zuviel. Erst bei der in Pastellkreide über einer Heliogravüre gemalten „Sommernacht“ von 1910 reichte es zu 9.500 Euro (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR).

Keinen Erfolg hatte das Haus – wie übrigens fast zeitgleich auch das Wiener Dorotheum – mit der Einlieferung zweier Aquarellbildnisse und eines weiblichen Aktes in Öl von Jorgo Busianis, die je zwischen 25.000 und 35.000 Euro einspielen sollten. Wiewohl mit bis zu 12.000 Euro eher moderat angesetzt, hatte auch an fünf Arbeiten Johann Georg Müllers diesmal auf der Auktion niemand Interesse. Die ungegenständliche Kunst der Nachkriegszeit war gefragter: Auf 8.500 Euro verdoppelte sich der Wert einer graugrün verwurschtelten Komposition Rolf Cavaels aus dem Jahr 1959, Günter Fruhtrunks etwas gesittetere „Beharrung“ in grünen und schwarzen Vertikalstreifen von 1975 landete bei taxgerechten 13.000 Euro. Der konkreten Kunst ist auch Georg Karl Pfahler zuzurechnen, und sein unverwechselbares Markenzeichen, die abgerundeten Ecken, bescherte auch der rotdominierten Leinwand „SP.O.R/ZAD“ von 1964 gute 9.500 Euro (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR).

Mit dem Engagement für die Künstlergruppe „Spur“ hatte Neumeister nicht durchweg Erfolg. Von mehreren Arbeiten Heimrad Prems wurde auf der Auktion nur eine unbetitelte Arbeit von 1963 für 6.500 Euro übernommen (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR), im Nachverkauf kamen dann noch drei weitere hinzu, darunter seine „Orgie in Rot“ von 1963 für 8.000 Euro (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR). Bei Lothar Fischer sah das schon besser aus, seine zwei Bronzeskulpturen „Gewandstele“ von 1971 und „Ein Gekreuzigter“ aus dem Jahr 1961 wurden für 3.300 und 5.000 Euro übernommen (Taxen zwischen 3.000 und 4.000 EUR). Eigentlich nicht dazugehörig, ließen sich auch in Walter Stöhrers expressiv ungegenständlicher Kunst manche Parallelen zu den „Spur“-Künstlern finden. Seine 1976 datierte Mischtechnik „Syntax ist ein Vermögen der Seele“ erreichte 22.000 Euro etwas über der unteren Schätzpreisgrenze.

Die bedeutendste und mit ebenfalls 22.000 Euro auch teuerste Skulptur war bei Neumeister Giacomo Manzùs „Modella distesa“ aus den späten 1960er Jahren: Keine Kardinäle verhüllen sich da in ihren Pluvialen, sondern eine junge Frau enthüllt sich da für einen gerade abwesenden Maler, von dessen prinzipieller Präsenz jedoch ein abgelegter Mantel zeugt (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Gesitteter geht es da in Walter von Ruckteschells „Familie“ zu, die er um 1925 aus einem Nussbaumblock in expressiven Formen haute. Sie ist nun 4.800 Euro wert (Taxe 2.500 bis 3.000 EUR). Bei Emy Roeders ruhiger Bronze „Sitzende verhüllte Frau in Tripolis“ von 1960/61 musste es ebenfalls erst der Nachverkauf richten, der dann noch die untere Schätzung von 8.000 Euro herausschlug.

Das Interesse machte vor den Werken der jüngeren Künstler nicht halt. Herbert Brandls goldgelbes „Kornfeld“ von 2006 unter stahlblauem Himmel kam auf die erhofften 20.000 Euro. Der 1951 in Freiburg im Breisgau geborene und noch heute dort lebende Ralph Fleck brillierte mit einem fast drei Meter breiten „Müllplatz 23/VI“ von 1987 und dem schneebedeckten „Alpenstück 20/VIII“ von 1989 bei 3.000 Euro und 5.200 Euro (Taxen zwischen 1.500 und 3.000 EUR). Wenn auch nicht mit einem großen abstrakten Ölbild, so war der große Gerhard Richter doch mit einer abstrakten Monotypie zugegen, die er erst im Juni vergangenen Jahres als Vorzugsausgabe für die Mitglieder der Fördervereine und die Mitarbeiter des Museums Ludwig und des Hauses der Kunst anlässlich seiner Ausstellung „Abstrakte Werke“ in Köln und München angefertigt hat. Ob da jemand so schnell die Lust an der leuchtenden Farbigkeit verloren oder doch auf ein gutes Geschäft spekuliert hat? Im letzteren Fall hätte er sich jedenfalls nicht verrechnet, das DIN A4-große Blatt kletterte von 16.000 bis 20.000 Euro noch einmal auf 26.000 Euro.

Im nachfolgenden größeren Teil moderner und zeitgenössischer Kunst mit günstigeren Schätzpreisen gab es ein paar Überraschungen. So wurde Josse Goossens’ impressionistisch inspiriertes Rückenbildnis einer „Dame in Weiß mit Blumen“ von 1.500 Euro auf 8.000 Euro gehoben. Bisweilen mehr als den zehnfachen Schätzpreis erreichten gar drei Gouachen Josef Hegenbarths. Die 6.200 Euro für seine „Seiltänzerin“ zeigen allerdings an, dass man in ihn auch nicht besonders hohe Erwartungen gesetzt hatte. Fast komplett zugeschlagen wurde eine süddeutsche Privatsammlung, die sich ausschließlich auf ungegenständliche Kunst spezialisiert hatte. Mit bis zu 1.800 Euro wurden hier einige Grafikmappen oder auch Einzelblätter Walter Dexels am höchsten bedacht.

Ordentlich mit junger Kunst konnten sich die Bieter bei der Sonderauktion von über 140 neoexpressiven Werken aus dem Nachlass der Galerie Hermeyer in München eindecken. Hier blieb fast nichts liegen. 2.800 Euro spielte Friedemann Hahns Hommage an Film und Schauspieler „Jack Nicholson in Chinatown“ von 1974 ein (Taxe 500 bis 700 EUR), bis zu 2.000 Euro erlösten mehrere Grafiken Alfred Hrdlicka wie seine provokante Farbaquatintaradierung „Santa Maria delle Grazie – Leonardos Abendmahl restauriert von Pier Paolo Pasolini“ von 1984 (Taxe 1.000 bis 1.500 EUR). Den höchsten Preis errang mit 7.000 Euro Helmut Pfeuffers Ölbild „Kranker Junge“ aus dem Jahr 1969 (Taxe 1.200 bis 1.500 EUR), gefolgt von seiner nicht viel gesünder aussehenden nackten Frau auf einem unbetitelten Bild von 1980 bei 6.500 Euro (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR). Die obere Schätzung von 1.500 Euro gab es für Rainer Wölzls ungleich großes Diptychon „Blau-Gelb“ von 1989, 1.600 Euro für Bernd Zimmers farbige Papierarbeit „Berge“ aus dem Jahr 1981 (Taxe 600 bis 800 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Neumeister Münchener Kunstauktionshaus

Barer Straße 37

DE-80799 München

Telefax:+49 (089) 23 17 10 55

Telefon:+49 (089) 231 71 00

E-Mail: auctions@neumeister.com



04.06.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Taxe: 2.000 - 2.500 EURO

Zuschlag: 2.000,- EURO

Losnummer: 553

Ernst Ludwig Kirchner, Auf der Alm, 1928

Ernst Ludwig Kirchner, Auf der Alm, 1928

Taxe: 14.000 - 16.000 EURO

Zuschlag: 23.500,- EURO

Losnummer: 723

Franz Marc, Drei Tiere, 1912

Franz Marc, Drei Tiere, 1912

Taxe: 3.500 - 4.000 EURO

Zuschlag: 4.200,- EURO

Losnummer: 730

Julius Exter, Garten am Exter-Haus im Übersee-Feldwies am Chiemsee

Julius Exter, Garten am Exter-Haus im Übersee-Feldwies am Chiemsee

Taxe: 3.000 - 4.000 EURO

Zuschlag: 8.200,- EURO

Losnummer: 711




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