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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Ergebnisse: Moderne und zeitgenössische Kunst bei Van Ham in Köln

Van Ham trotzt der Krise



Ernst Ludwig Kirchner, Drei Akte im Wald, 1912

Ernst Ludwig Kirchner, Drei Akte im Wald, 1912

Den ersten Millionenbetrag – zumindest mit Aufgeld – auf dem deutschen Auktionsmarkt dieses Frühjahrs erzielte Van Ham am 27. Mai mit einem kapitalen Stück Ernst Ludwig Kirchners. „Drei Akte im Wald“ von 1912 beeindrucken nicht nur durch ihre exemplarische expressionistische Malweise, sondern auch durch die erlesene Provenienz aus der Sammlung des jüdischen Schuhfabrikanten Alfred Hess. Gut 1,1 Millionen Euro musste ein deutscher Privatsammler für die rund fünfzig mal fünfzig Zentimeter große Leinwand zahlen, die drei junge Menschen vor einer grünen Baumlandschaft aufspannt. Über 900.000 Euro durfte sich der rheinische Einlieferer freuen, der sich – so das Auktionshaus – mit der Erbengemeinschaft Hess’ hinsichtlich eventueller Restitutionsansprüche geeinigt hatte. Dem uneingeschränkten Kunstgenuss des neuen Eigentümers dürfte also nichts im Wege stehen.


Moderne Kunst

Gut 45 Prozent der mehr als siebenhundert Gemälde, Skulpturen und Papierarbeiten moderner und zeitgenössischer Künstler konnten die Auktionatoren Markus Eisenbeis und Reinhard Singer als sicher zugeschlagen vermerken, weitere sechs Prozent entfielen in Köln auf Vorbehaltszuschläge. Mit einem Umsatz von gut drei Millionen Euro lag man nach eigenen Angaben nur knapp unter dem Vorjahresergebnis. Markus Eisenbeis zog daher auch eine recht positive Bilanz: „Wir schätzen uns überaus glücklich, dass unser Haus keine Einbrüche zu verzeichnen hat und stehen mit stetig guten Ergebnissen im Konkurrenzvergleich auf einem festen Fundament.“

Die Auktion war einmal mehr durch starke Schwankungen gekennzeichnet. Gleich zwei der ersten Lose brachten es mit jeweils 50.000 Euro weit über ihre Schätzpreise: Alexander Archipenkos wohl einzige Fayencefassung seiner „Feminine Solitude“ aus dem Jahr 1921 und Willi Baumeisters schönes „Relief-Bild farbig“ von 1953. Beider Schätzpreise hatten zwischen 30.000 und 40.000 Euro gelegen. Immer recht gefragt sind die grünstichigen Landschaftsbilder des Münchner Expressionisten Adolf Erbslöhs, so dass auch seine Pappeln am Fluss von 1917 von 20.000 bis 25.000 Euro leicht auf 26.000 Euro kletterten. Max Ernsts Frühwerk „Die Rabenburg“ um 1909 steigerte sich von 10.000 bis 15.000 Euro auf 18.000 Euro.

Nicht wenige Werke mussten aber auch die Heimreise antreten, darunter eher Gängiges wie Alexej von Jawlenskys Stillleben mit zwei blauen Vasen, Blumen und Enzianschalen von 1936 (Taxe 85.000 bis 95.000 EUR) sowie manche Seltenheit wie das Aquarell „Steinkohlezeit (Steinkohlenlandschaft)“ von Otto Dix aus dem Jahr 1922 und Emil Schumachers recht frühes, noch von den Stiltendenzen der 1920er Jahre geprägtes „Hühnerhaus“ aus dem Jahr 1948 (Taxen je 40.000 bis 50.000 EUR). Bei 24.000 Euro konnte Natalja Gontscharowa „Vase de fleurs“ aus dem Jahr 1937 nur unter Vorbehalt vergeben werden (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Auch die „Zwei Frauen am Brunnen“, die die Berliner Secessionistin Dora Hitz in südländischer Stimmung auf die Leinwand bannte, mussten sich mit 4.000 Euro bescheiden, wechselten diesmal aber sicher den Besitzer (Taxe 5.500 bis 7.000 EUR).

Otto Nückel blieb trotz seiner Zugehörigkeit zur Münchner Sezession eher eine Randerscheinung der Kunstszene und angewiesen auf seinen Broterwerb als Karikaturist und Buchillustrator. Eines seiner wenigen großen Ölgemälde, ein sachlich und ordnend in der chaotischen Straßenwelt einer Vorstadtsiedlung stehender „Schutzmann“ von 1928, wurde jetzt für 23.000 Euro von einem griechischen Sammler übernommen – immerhin der neue Auktionsrekord (Taxe 18.000 bis 22.000 EUR). Zur unteren Taxe von 25.000 Euro ging ein ebenfalls der Stilrichtung der Neuen Sachlichkeit zuzuordnender sitzenden Halbakt des Niederländers Harmen Hermanus Meurs vermutlich von 1932 weg. Das Aquarell eines Bauern mit Pflug sein Landsmanns Bart van der Leck aus dem Jahr 1917 wurde mit 20.000 Euro bedacht (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR). Und Lucien Adrions spätimpressionistische Pariser Stadtansicht „Arc du Carrousel“ spielte 7.000 Euro ein (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR).

Bei den Grafiken schnitt Conrad Felixmüllers Farbholzschnitt „Arbeiter im Schnee“ von 1921 mit 13.000 Euro gut ab (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Emil Noldes Strich- und Tonätzung „Ringelreihe“ von 1908 kam auf 6.000 Euro (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR), Wassily Kandinskys jugdenstiliger Holzschnitt „Sonntag – Altrussisch“ von etwa 1904/05 auf 4.800 Euro (Taxe 5.000 bis 8.000 EUR), und Paul Klees spartanische Tuschezeichnung eines Reiters mit Lanze von 1929 auf 11.000 Euro (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Als eines der teuersten Aquarelle wechselte Otto Muellers melancholisches Bildnis „Helga und Eva Goerger“ aus dem Jahr 1917 um angemessene 21.000 Euro den Besitzer. Während Moriz Melzers pointillistisch gemalter Bauernjunge von 1920 gerade die untere Schätzung von 4.000 Euro erreichte, segelten Carlo Menses „Männer im Boot“ vor südlicher Küste beschwingt bei 8.500 Euro davon (Taxe 3.500 bis 4.000 EUR), und Christian Rohlfs’ „Gelbe Narzissen“ von 1917 erblühten erst bei 15.000 Euro (Taxe 8.000 bis 9.000 EUR).

Schon halb Design, bestach Diego Giacomettis „Lampe au Hibou, seconde version“ aus der Zeit um 1980 zur unteren Grenze von 25.000 bis 35.000 Euro. Unter ihr ruht sich nun Fritz Klimschs Bronzefigur „Rastende“ von 1950 aus, die zur oberen Schätzung von 14.000 Euro übernommen wurde. Selten genug, beteiligte sich diesmal auch eine öffentliche Institution an den Gefechten um die besten Werke. Wilhelm Thönys frühes Bildnis „Dame im Kimono“ von 1913, das zu den wenigen überhaupt erhaltenen Werken des Meisters gehört, hängt künftig in der Neuen Galerie seiner Heimatstadt Graz. 15.000 Euro reichten für das Ölgemälde aus (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR).

Zeitgenössische Kunst

Bei den Zeitgenossen zeigten sich die Bieter im Durchschnitt weniger rege. Nicht nur das Hauptlos, Andy Warhols homoerotische Farbserigrafie „Querelle“ aus dem Jahr 1982 blieb mit dem Vorbehaltszuschlag von 54.000 Euro weit unterhalb der Schätzung von mindestens 80.000 Euro, das gleiche Schicksal ereilten auch Horst Antes’ Kopffüßler von 1968 bei 22.000 Euro (Taxe 26.000 bis 28.000 EUR) und William Nelson Copleys unbetitelte Paraphrase der amerikanischen Flagge mit einem Mädchenakt im Hintergrund für 16.000 Euro (Taxe 18.000 bis 20.000 EUR). Gerhard Richters „Vermalung (grau)“ aus seiner Serie von 1971 musste mit 25.000 Euro einen Abstrich von 1.000 Euro hinnehmen, wurde aber doch an den Bieter überwiesen.

Ganz ohne Interesse blieben Bernard Buffets dunkle Burg „Les Ramparts“ von 1976 (Taxe 50.000 bis 60.000 EUR), ein gemauerter und verputzter „Liebhaber“ aus Gregor Schneiders Haus u r von 1998 (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR) und Tom Wesselmanns „Study for Mauve Roses“ aus dem Jahr 1992 (Taxe 72.000 bis 80.000 EUR). Für die einzige namhafte Einlieferung von Kunst aus Fernost, Kim Tschang-Yeuls mimetische Tropfenexperimente in Öl auf Leinwand aus den 1970er Jahren, interessierte sich ebenfalls fast niemand (Taxen zwischen 4.000 und 50.000 EUR).

Ein paar Höhen gab es aber doch, so bei Gerhard von Graevenitz, einem der wichtigsten Vertreter der kinetischen Kunst. Mit seinem motorbetriebenen Objekt aus 37 Edelstahlscheiben auf einer schwarz gefassten Hartfaserplatte entzückte er die Bieter vor allem an den Telefonen zu wahren Preissprüngen. Mit einem Gebot von 30.000 Euro setzte sich schließlich ein deutscher Sammler durch und hob das Werk auf Platz 1 in Graevenitz’ Auktionsranking (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Erst bei 38.000 Euro schlug ebenfalls ein deutscher Sammler die Konkurrenz um Jörg Immendorffs vergoldete Bronzeskulptur „Deutscher Adler“ aus dem Jahr 1986 aus dem Feld (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR). Eine unbetitelte Acrylmalerei Sigmar Polkes von 2000 hüpfte leicht auf 33.000 Euro hinauf.

Die größte Steigerung legte Giuseppe Penone hin. Seine unikate Holzskulptur „Abtei“ mit feinen Bleistiftzeichnungen, 1982 aus beim Neubau des Museums Abteiberg in Mönchengladbach verwendetem Bauholz gefertigt, wurde von 4.000 Euro auf 28.000 Euro katapultiert. Für Jürgen Partenheimers Farbserie von drei abstrakten Malereicollagen gab es 3.000 Euro (Taxe 2.500 bis 3.500 EUR), für die kleine Maquette „Sich entwickelnde Formen“, die Bernhard Heiliger 1959 groß im Vorhof des Münchner Max-Planck-Instituts ausführte, 7.000 Euro (Taxe 5.000 bis 5.400 EUR), für Joseph Fassbenders braunweißes Triptychon „Memorial I-III“ mit runden Formen von 1969 taxgerechte 7.000 Euro und für Herbert Spangenbergs mysteriösen „Blick in die Nacht“ aus dem selben Jahr 5.000 Euro (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR).

Eine frühe Arbeit Ernst Wilhelm Nays, betitelt „Der Diamant“ und 1933 als ein Produkt voll astrologisch-esoterischer Geheimniskrämerei entstanden, erlangte die untere Taxe von 28.000 Euro. Als einer der Jüngsten durfte sich der 1968 in Augsburg geborene und heute in Berlin lebende Martin Eder über jeweils 12.500 für zwei seiner Kitscharbeiten aus seiner Reihe „In an Atavistic Ladyland“ von 1996 freuen (Taxen je 12.000 bis 15.000 EUR). Auch Bernd Zimmers Abstraktion „Gelbe Wolke 1“ von 1983, die eigentlich mehr aus Rottönen zusammengesetzt ist, brachte erwartete 10.000 Euro ein. Den Abschluss des Katalogs bildeten über 350 Positionen, die nur bis zu 1.500 Euro taxiert waren. Manches entwickelte sich dann doch darüber hinaus, wie Otto Dix’ Aquarell einer winterlichen Bodenseelandschaft aus den 1950er Jahren für 4.300 Euro, Ivo Hauptmanns Pariser Seine-Brücken von 1910 in selber Technik für 3.600 Euro, und ein Konvolut von vier späten Papierarbeiten Hubert Berkes für 6.000 Euro.

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Van Ham Kunstauktionen

Hitzelerstraße 2

DE-50968 Köln

Telefon:+49 (0221) 925 86 20

Telefax:+49 (0221) 925 86 24

E-Mail: info@van-ham.com



04.06.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Dora Hitz, Zwei Frauen am Brunnen

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Taxe: 5.500 - 7.000 EURO

Zuschlag: 4.000,- EURO

Losnummer: 64




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