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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Moderne und zeitgenössische Kunst bei Grisebach in Berlin

Pullover ribbeln sich auf



Max Liebermann, Junge mit zwei Reiteseln am Meer, um 1900

Max Liebermann, Junge mit zwei Reiteseln am Meer, um 1900

Wie die führenden Häuser in New York und London hat auch die Villa Grisebach einen Tag nach der großen Abend- noch eine umfangreiche Tagesauktion mit moderner und zeitgenössischer Kunst im Programm. Der 6. Juni sieht in Berlin noch einmal Gelegenheitsarbeiten bedeutender Meister und Meisterarbeiten Ver- und Unbekannter. Zu ersteren gehört Max Liebermanns Ölbild auf Malpappe „Junge mit zwei Reiteseln am Meer“ um 1900 für nicht allzu geringe 40.000 bis 60.000 Euro, letztere vertritt etwa Franz Heckendorf, dessen atmosphärisch dichter Landschaftsausschnitt mit Fischerbooten am Ufer von 1924 nur 5.000 bis 7.000 Euro kosten soll. Mela Muters sitzender Akt mit Strümpfen in gemäßigt expressionistischen Formen 1922 (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR), Oskar Molls „Bewaldete Landschaft mit Badenden“ in farblich wie perspektivisch stark verfremdeten Formen 1937 (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR) und Josef Albers’ recht frühe Arbeit einer schönen Gouache „Violinschlüssel G b“ von 1932/35 (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR) dürfen ebenfalls als Beispiele erfolgreicher Suchen nach neuen Formen erwähnt werden.


Lovis Corinth, schon auf der Abendauktion mit einigen erstklassigen Aquarellen zugegen, entsendet hier noch ein verschwommenes, dumpfbraunes Selbstportrait en face als Aquarell aus den 1920er Jahren (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Auch Karl Hofer hat wieder mehrfache Auftritte und stellt mit dem von unbeschwerter Heiterkeit gekennzeichneten Ölbild „Im Neubau“ aus dem Jahr 1947 sogar das Hauptlos der Versteigerung. Die erhofften 90.000 bis 120.000 Euro sind für die Wiedererrichtung einer jüdischen Grundschule in Berlin gedacht. Die tragikomische Literaten- und Malerpersönlichkeit Joachim Ringelnatz zeigt sich in ihrem Ölbild einer tristen Fabriklandschaft 1928 von der eher weniger lustigen Seite (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Auch Otto Nagels „Alter Arbeiter“ in einem Pastell um 1923 ist eher von der Schwere und den Unbill des Lebens gezeichnet (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Auch Oskar Nerlinger und Hans Baluschek verarbeiten in ihren Arbeiten die Lage der einfachen Menschen in Berlin (Taxen zwischen 5.000 und 10.000 EUR).

Aus der afrikanischen Steppe bringt Wilhelm Kuhnert einige Impressionen mit, so sein duftiges Abbild einer Oase auf einem Querformat 1891 (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR). Überhaupt hat das 19te Jahrhundert diesmal an Umfang zugelegt, etwa mit einem der vielen Bildnisse Otto von Bismarcks, die Franz von Lenbach in nicht gerade geringer Anzahl schuf (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR), Adolph von Menzels Zeichnung einer Mutter mit Kind und Kiepe aus den 1840er Jahren (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR), oder einem Soldatenlager aus den Freiheitskriegen gegen Frankreich von Ludwig Elsholtz aus dem Jahr 1846. Mit Johann Adam Kleins Gemälde „Pferdekoppel mit einem Hirten“ von 1867 hat sich sogar ein Werk der Münchner Malerschule an die Spree verirrt (Taxen je 3.000 bis 4.000 EUR), und mit Jakob Philipp Hackerts 1773 datierter Rötelzeichnung einer Eiche auf einem Hügel hat Grisebach selbst ein Werk des 18ten Jahrhunderts im Programm. Im Mai 2005 ging das Blatt bei Bassenge für netto 2.700 über das Auktionspult, wurde gereinigt und steht jetzt für 5.000 bis 7.000 Euro erneut zum Verkauf an.

Die bedeutendste expressionistische Druckgrafik kommt von Otto Mueller, dem wir im Rahmen seiner intensiven Beschäftigung mit der gesellschaftlichen Randgruppe der Zigeuner auch die wundervolle Lithografie einer jungen Frau mit ihrem Kind vor einem Planwagen von 1926/27 verdanken (Taxe 35.000 bis 45.000 EUR). Unter den Zeichnungen verdient Ernst Ludwig Kirchners kraftvolles Aquarell einer Taunuslandschaft mit Brücke von 1916 Erwähnung (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Etwa zeitgleich dient Maurice de Vlamincks Blumenstillleben zwischen blauen Vorhängen als Beispiel des etwas weniger elaborierten französischen Expressionismus (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Ein seltener Gast in Berlin ist Adolf Dietrich, der vielleicht bedeutendste Schweizer Vertreter der Neuen Sachlichkeit nach Félix Vallotton. Wie früh schon sich diese Tendenz zu klarer, unbestechlicher und empfindungsresistenter Formensprache regte, zeigen seine beiden Frontalbildnisse der alten Eltern aus dem Jahr 1905 (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Die deutsche Kunst hat in dieser Hinsicht unter anderem Franz Radziwills Stillleben mit grüner Flasche und Nelken aus dem Jahr 1924 zu bieten (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR).

Bei den Zeitgenossen sind die Preise durchschnittlich nicht ganz so hoch. Walter Stöhrers wilde „Zerträumte Körper – Hommage à R.D. Brinkmann“ von 1981 (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR), Imi Knoebels geometrische Farbschichtung „Flesh Color“ von 1993 und Markus Lüpertz’ Ölbild „Die Lyra des Orpheus“ aus dem Jahr 1983 gehören zu den teuersten Stücken (Taxen je 30.000 bis 40.000 EUR). Beim Berliner Neoexpressionismus der „Jungen Wilden“ hat Rainer Fetting noch immer die Nase vorn, wie seine großen Ölschinken „The Prisoner“ von 1983 und „Umarmung am Pier“ von 1987 für jeweils 20.000 bis 30.000 Euro zeigen. Karl Horst Hödicke unterstütz ihn mit einem rotschwarzen „Big Hotel Pianist“ von 1988 (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR) und dem etwas dramatischeren „Schwarzen Kasper“ von 1984 (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). An die Massenszenen James Ensors gemahnt Christa Dichgans’ Leinwand „Köpfe und Masken“ aus dem Jahr 1985 (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR). In Dieter Kriegs gesichtslosem „Portrait“ von 1967 wird der Mensch gar zur Fleischmasse ohne individuelle Gestalt (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR).

Einer der wenigen ausländischen Künstler ist der heute in Mexiko lebende Francis Alÿs, auf dessen mit Gouache überarbeiteter Fotografie „Fairy Tales“ von 1992/98 sich gerade der gelbe Wollpullover eines Spaziergängers aufribbelt (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR). Die italienische Transavanguardia vertritt Francesco Clemente mit zwei auf Blech gemalten, nicht entschlüsselbaren, surrealen Menschendarstellungen (Taxen zwischen 9.000 und 12.000 EUR). James Rosenquist steuert die mit Sprühfarbe übergangene Zeichnung eines Stacheldrahts unter dem Titel „Window or trainer“ von 1970 bei (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR), und Almir da Silva Mavignier mit „Durchdringung von Rotorange auf Violett“ von 1972 eines seiner klassischen Punktebilder (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR). Unter den ganz Jungen sind eine Komposition in oranger Acrylfarbe und Goldfolie aus der großen Werkstatt Anselm Reyles von 2004 (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR) und Eberhard Havekosts „Reflexion“ eines Spiegels oder Balls über einer Tischtennisplatte 1999 zu nennen, die erst im April 2007 bei Irene Lehr für 21.000 Euro zugeschlagen wurde und jetzt 20.000 bis 30.000 Euro bringen soll.

Grisebachs „Third Floor“ dann am Nachmittag des 6. Juni ist der beliebte Umschlagplatz für künstlerische Arbeiten diesseits der 3.000 Euro. Man kann hier Gefälliges und doch Schönes bekommen wie Hanna Bekker vom Raths Stillleben mit Quitten (Taxe 3.000 EUR) oder einen schönen Vorfrühlingsabend des brandenburgischen Impressionisten Carl Hessmert von 1912 (Taxe 800 bis 1.000 EUR), aber auch Werke der beginnenden Moderne wie Otto Langes aquarellierte „Landschaft“ von 1915 (Taxe 1.800 bis 2.400 EUR) oder eine abstrakte Komposition in Aquarell und Bleistift des 1900 geborenen Dresdner Malers Hans Kinder von 1925 (Taxe 400 bis 600 EUR). Zur Verfügung stehen auch einige Bühnenentwürfe aus der Sammlung Sepp Nordegg, die Teo Otto, Oskar Strnad, Emil Pirchan oder Jean-Pierre Ponnelle für Produktionen des Wiener Burgtheaters geschaffen haben. Unter den Skulpturen sind zwei schöne, miniaturhafte Bronzen Eduardo Paolozzis unter den Titeln „Matamalla“ von 1979 und „Head looking up“ von 1981 zu nennen (Taxen zwischen 900 und 1.500 EUR).

Die Auktion „Kunst des 19./20. und 21. Jahrhunderts“ beginnt am 6. Juni um 10 Uhr, „Third Floor – Schätzpreise bis 3.000 Euro“ folgt um 15 Uhr. Die Vorbesichtigung findet bis zum 2. Juni täglich von 10 bis 18:30 Uhr, am 3. Juni von 10 bis 17 Uhr statt. Der Katalog ist im Internet unter www.villa-grisebach.de abrufbar.

Kontakt:

Grisebach

Fasanenstraße 25

DE-10719 Berlin

Telefon:+49 (030) 885 91 50

Telefax:+49 (030) 882 41 45

E-Mail: auktionen@grisebach.com



03.06.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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