Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 21.06.2019 Auktion 126: Moderne und zeitgenössische Kunst - Moderne Photographie

© Jeschke, van Vliet Kunstauktionen

Anzeige

Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874 / Hans Thoma
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Bei Lempertz in Köln heißt der Auktionssieger mal wieder Heinrich Campendonk

Stürmen tut es nur bei Modersohn



Nicht zum ersten und wohl auch nicht zum letzten Mal feiert das Kölner Auktionshaus Lempertz wieder den Höchstpreis der Versteigerung für seinen Hausgast Heinrich Campendonk. Der gebürtige Rheinländer, der sich sein künstlerisches Rüstzeug in der Kunstgewerbeschule seiner Heimatstadt Krefeld holte und in München rasch zu einem der wichtigsten „Blauen Reiter“ aufstieg, durfte sich am 28. Mai erneut beweisen. Angeboten wurde ein formal kubistisch angehauchtes, farblich von größter Opulenz, die nur sein Freund August Macke inspiriert haben kann, gekennzeichnetes Blumenbild mit einer weißen Blüte im Zentrum. Und wer davon nicht genug hatte, bekam auf der Rückseite noch den Ansatz eines flächig gebannten Paares mitgeliefert. Beide Darstellungen entstanden um 1918 und gelangten später in den Besitz des mit Campendonk befreundeten Malers Walter Dexel. Nun durfte sich der belgische Einlieferer über anvisierte 650.000 Euro freuen, mit Aufgeld war die Leinwand einem niederländischen Sammler knapp 800.000 Euro wert.


Insgesamt dürfte der Umsatz von 7,5 Millionen für die Auktion moderner und zeitgenössischer Kunst, beide am 28. Mai, den Erwartungen des Hauses entsprochen haben. Die losbezogene Zuschlagsquote lag bei gut 54 Prozent, und der überwiegende Teil der Angebote wurden angenommen. Neben Campendonk gab es noch einige weitere Zuschläge im sechsstelligen Bereich. Jeweils 140.000 Euro lauteten die letzten Gebote für Egon Schieles Kohlezeichnung zweier liegender Akte von 1917 (Taxe 120.000 bis 150.000 EUR) und für Gerhard Marcks’ überlebensgroße Bronzeplastik „Maja“ aus dem Jahr 1943 – allerdings 20.000 Euro unter dem Schätzpreis. Von diesem Künstler kamen mehrere Einlieferungen aus rheinischen Privatsammlungen, unter denen sich die charaktervolle Darstellung eines rufenden Kranichs von 1938 mit 23.000 Euro am weitesten vorwagte (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR).

Ohnehin war die Skulpturenofferte wieder ungewöhnlich stark bei Lempertz. Georg Kolbes Bronze „Adagio“, eine leicht kubistisch aufgefasste, stehende Frauengestalt aus dem Jahr 1923 für 52.000 Euro, repräsentiert hier ebenso ein hohes Standardniveau (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR) wie Ernst Barlachs „Singender Mann“ von 1928, eine der wenigen Skulpturen des Meisters mit eher gelöst-freudiger Stimmung, für 130.000 Euro (Taxe 110.000 bis 120.000 EUR). Henry Moores „Mother and Child No. 3: Child on knee“ von 1956 erhöhte seinen Wert von 40.000 bis 50.000 Euro auf 74.000 Euro, 65.000 Euro schaffte die ebenfalls kleine „Maquette for Reclining Figure No. 4“ aus dem Jahr 1952 (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR). Eine kleine „Stehende Kuh“ Ewald Matarés, die auch als „Maulwurfskuh“ auftritt, grub sich flugs bei 17.000 Euro davon (Taxe 9.000 bis 12.000 EUR).

Altmeisterliche Stimmung hauchte Salvador Dalí 1969 seinem Stillleben mit weißem Tuch ein. Trotz weitgehenden Rückzugs surrealer Abstrusitäten wurde das kleine Ölbild bis auf 105.000 Euro hochgeboten – von Jeff Koons, der als großer Bewunderer Dalís gilt (Taxe 80.000 bis 90.000 EUR). Auch Max Ernst ließ es in seiner verschwommenen Luftspiegelung „Ophelia“ 1954 eher ruhig angehen und räumte dafür die untere Taxe von 80.000 Euro ab. Denselben Betrag bewilligte ein deutscher Sammler für Auguste Herbins reduzierte Hofansicht „Beguinage à Bruges“ aus dem Jahr 1908 (Taxe 70.000 bis 80.000 EUR). Die obere Schätzung von 35.000 Euro investierte ein deutscher Sammler in Gustave Loiseaus lichtvolle „Paysage en Normandie“ von 1927, und Hans Purrmanns südlich heiter Blick auf das Tessiner Dorf Gentilino von 1950 klettere gar auf 42.000 Euro (Taxe 35.000 EUR).

Die deutschen Maler der klassischen Moderne sorgten nicht gerade für Sensationen. Otto Modersohns dynamisches Ölbild „Sturm im Teufelsmoor“ von circa 1927 und Hermann Max Pechsteins schwerfarbiges Blumenstillleben in Balustervase von 1924 lagen mit 50.000 Euro und 60.000 Euro jeweils an den unteren Rändern der Erwartungen. Von Emil Nolde gab es diesmal nur ein einziges Aquarell, den Kopf eines Javaners von seiner Südseereise 1914, der ebenfalls die untere Grenze von 60.000 bis 80.000 Euro erlöste. Außerdem macht sich seine Farblithografie „Russin“ aus dem Jahr 1913 für taxgerechte 30.000 Euro davon. Eine umfangreiche, aber leider großteils verblasste Tuschezeichnung August Mackes, die unter dem Titel „Indischer Brautzug“ 1913 als Entwurf für einen Kölner Teesalon entstand, wurde mit 30.000 Euro bedacht (Taxe 30.000 bis 35.000 EUR). Aufregend war nur der Preiskampf um Lesser Urys mit 10.000 Euro allerdings extrem niedrig bewertetes Pastell „Herbstliche Allee im Tiergarten“ der 1920er Jahre. Deutscher Handel verfünffachte die untere Taxe auf 50.000 Euro. Das Ölbild einer mondänen Dame im blauen Kleid um 1900/10 setzte sich bei 70.000 Euro ab (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR).

Zu hoch bewertet waren Lovis Corinths frühes Pariser Produkt eines weiblichen Rückenakts von 1885 (Taxe 80.000 bis 90.000 EUR), ein „Spaziergang im Tiergarten“ seines großen impressionistischen Mitstreiters Max Liebermann um 1927 (Taxe 160.000 bis 180.000 EUR) und Fernand Légers Aquarell „Le Fumeur“ von 1911 (Taxe 250.000 bis 280.000 EUR) – Künstler also, mit denen Lempertz sonst große Erfolge zu feiern gewohnt ist. Auch Serge Poliakoffs „Composition bleu au cercle bleu“ von 1955 hatte keinen Erfolg (Taxe 180.000 bis 220.000 EUR). Der Rückgang von Bernard Buffets Selbstportrait im Atelier 1952 (Taxe 150.000 bis 170.000 EUR) wurde durch 61.000 Euro für seine 1972 abkonterfeite Bauklötzchenstadt „Saint Valéry-en-Caux“ abgefedert (Taxe 50.000 bis 60.000 EUR).

Ebenso wie in den oberen Preissegmenten blieben auch in den Niederungen die Zuschläge meist im Rahmen der Schätzungen, etwa Oskar Molls lyrischer „Akt mit Fächer im Grünen“ von 1924 für 25.000 Euro (Taxe 20.000 bis 24.000 EUR) oder zwei Kohlezeichnungen Paula Modersohn-Beckers für jeweils 13.000 Euro (Taxe je 10.000 bis 15.000 EUR). Ausnahmen bildeten Alphonse Muchas aquarellierte Tuschpinselzeichnung „Femme à la Marguerite“ von etwa 1899 für 21.000 Euro (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR), ein neusachliches Stillleben mit Krug seines tschechischen Landsmanns Frantisek Foltýn von 1923 für 23.000 Euro (Taxe 12.000 EUR), eine Worpsweder Landschaft der frühen 1920er Jahre des eher als Bildhauers bekannten Bernhard Hoetger für 24.000 Euro (Taxe 16.000 bis 18.000 EUR) und Béla Kádárs kubistisch angehauchte „Frau mit Katze“ aus dem Jahr 1924 für 25.000 Euro (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Eine Überraschung bot Joan Mirós Mappenwerk „Constellations“ aus dem Jahr 1959 mit Texten von André Breton. Auf 20.000 bis 25.000 Euro geschätzt, erübrigte ein amerikanischer Händler schließlich 42.000 Euro für die 22 Farblithografien.

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Kunsthaus Lempertz

Neumarkt 3

DE-50667 Köln

Telefon:+49 (0221) 92 57 290

Telefax:+49 (0221) 92 57 296

E-Mail: info@lempertz.com



03.06.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Gesamt Treffer 10

Seiten: 1  •  2

Events (1)Adressen (1)Berichte (1)Kunstwerke (7)

Veranstaltung vom:


28.05.2009, Moderne Kunst

Bei:


Kunsthaus Lempertz

Bericht:


Ophelia mit Maserung

Kunstwerk:

Lesser Ury, Herbstliche Allee im Tiergarten, Mitte 1920er Jahre
Lesser Ury, Herbstliche Allee im Tiergarten, Mitte 1920er Jahre

Kunstwerk:

Egon
 Schiele, Zwei liegende Akte, 1917
Egon Schiele, Zwei liegende Akte, 1917

Kunstwerk:

Ernst Barlach, Der singende Mann, 1928
Ernst Barlach, Der singende Mann, 1928

Kunstwerk:

August Macke, Indischer Brautzug („Orientalische Jagt“), 1913
August Macke, Indischer Brautzug („Orientalische Jagt“), 1913

Kunstwerk:

Gustave Loiseau, Paysage en Normandie, 1927
Gustave Loiseau, Paysage en Normandie, 1927

Kunstwerk:

Alphonse Mucha, Femme à la Marguertie, um 1899
Alphonse Mucha, Femme à la Marguertie, um 1899







August Macke, Indischer Brautzug („Orientalische Jagt“), 1913

August Macke, Indischer Brautzug („Orientalische Jagt“), 1913

Taxe: 30.000 - 35.000 EURO

Zuschlag: 30.000,- EURO

Losnummer: 111

Alphonse Mucha, Femme à la Marguertie, um 1899

Alphonse Mucha, Femme à la Marguertie, um 1899

Taxe: 12.000 - 15.000 EURO

Zuschlag: 21.000,- EURO

Losnummer: 157

Ernst Barlach, Der singende Mann, 1928

Ernst Barlach, Der singende Mann, 1928

Taxe: 100.000 - 120.000 EURO

Zuschlag: 130.000,- EURO

Losnummer: 12

Gustave Loiseau, Paysage en Normandie, 1927

Gustave Loiseau, Paysage en Normandie, 1927

Taxe: 30.000 - 35.000 EURO

Zuschlag: 35.000,- EURO

Losnummer: 107

Lesser Ury, Herbstliche Allee im Tiergarten, Mitte 1920er Jahre

Lesser Ury, Herbstliche Allee im Tiergarten, Mitte 1920er Jahre

Taxe: 10.000 - 15.000 EURO

Zuschlag: 50.000,- EURO

Losnummer: 219

Paula Modersohn-Becker, Drei Männer am Seinekai, gegenüber das Institut de France, um 1905/06

Paula Modersohn-Becker, Drei Männer am Seinekai, gegenüber das Institut de France, um 1905/06

Taxe: 10.000 - 15.000 EURO

Zuschlag: 13.000,- EURO

Losnummer: 154

Egon Schiele, Zwei liegende Akte, 1917

Egon Schiele, Zwei liegende Akte, 1917

Taxe: 120.000 - 150.000 EURO

Zuschlag: 140.000,- EURO

Losnummer: 203




Copyright © '99-'2019
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce