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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Ergebnisse: Mit der Zeitgenössischen Kunst läuft bei Christie’s in New York der Konkurrenz davon

Mäzenin im Morgenkleid



Es steht außer Zweifel: Gegenüber den Riesensummen, die vor einem Jahr bei gleichem Anlass umgesetzt wurden, bedeutete die große Abendauktion zeitgenössischer Kunst am 13. Mai bei Christie’s in New York einen kolossalen Umsatzeinbruch auf weniger als ein Drittel. Dennoch war die Stimmung im vollbesetzten Saal am Ende fast euphorisch und hatte auch gute Gründe dafür: Mit einem Bruttoergebnis von fast 94 Millionen Dollar lag man ganz in den Erwartungen für die insgesamt 54 Lose. Von denen blieben nur fünf unveräußert, was einer Zuschlagsquote von 91 Prozent entspricht und 94 Prozent gemessen an den Schätzpreisen. Nicht weniger als zwei Dutzend Zuschläge erfolgten jenseits der Millionengrenze, und sogar für ein paar Rekorde reichte es noch: Für Claes Oldenburg, Douglas Wheeler, Tony Smith, Kerry James Marshall und vor allem David Hockney wurden neue Maßstäbe gesetzt, wenngleich nur einer von ihnen auch auf der Top Ten-Liste stand.


Und er stand ganz oben, David Hockneys Diptychon „Beverly Hills Housewife“, das sich auf eine Breite von über dreieinhalb Metern auseinanderfaltet und in einer für den Künstler charakteristischen reduzierten Bildsprache die erst vor wenigen Wochen verstorbene Sammlerin Betty Freeman im rosa Kleid auf ihrer Gartenterrasse zeigt. Auf 6 bis 10 Millionen Dollar war die 1966/67 datierte Leinwand angesetzt, bei 7 Millionen Dollar erhielt schließlich ein anonymer Telefonbieter den Zuschlag. Sie bildete das Herzstück einer Gruppe von zwanzig Gemälden der berühmten Kunstmäzenin, die allein rund 31,6 Millionen Dollar mit Aufgeldern einspielte. Dazu gehörte auch Roy Lichtensteins fröhliche Strandszene „Frolic“ aus dem Jahr 1977, auf der ein amorphes, an Pablo Picasso und die Kubisten der 1920er Jahre gemahnendes weibliches Wesen beim Ballspielen über die Leinwand tänzelt. Hier wurde Larry Gagosian mit dem Schlussgebot von 5,3 Millionen Dollar fündig (Taxe 4 bis 6 Millionen USD).

Direkt beim Künstler erwarb Betty Freeman 1967 Sam Francis’ abstraktes Mosaik „Grey“, entstanden dreizehn Jahre zuvor, als die große internationale Karriere des damals noch jungen Mannes erst so richtig in Gang kam. Signalwirkung hatten auch die gebotenen 3,2 Millionen Dollar, gehörten sie doch zu denjenigen Zuschlägen, die ihren Schätzpreis um mindestens 200.000 Dollar hinter sich ließen und damit reiflich zur Nachahmung anregten. Auch für einen weiteren Rekord zeichnete die Sammlung Freeman verantwortlich: Claes Oldenburgs „Typewriter Eraser“, 1976 in drei Exemplaren mit über zwei Metern Höhe von außenskulpturaler Größe erstellt, durfte sich über einen Zuschlag bei 1,9 Millionen Dollar freuen. Der alte Rekord von 1,3 Millionen Dollar im Jahr 2004 war damit deutlich übertroffen. Ein kleineres Exemplar desselben Werkes war einen Abend zuvor bei Sotheby’s übrigens für 310.000 Dollar über den Tresen gerollt.

Alle Bereiche wurden von der ausgeprägten Spendierlaune des Publikums angeregt, so dass die Bilanz auf recht breiter Basis gut ausfiel. Jeff Koons’ silbern glänzende Stahllokomotive „Jim Beam – J.B. Turner Engine“ von 1986 kam mit 2 Millionen Dollar in Fahrt (Taxe 700.000 bis 1 Million USD), seine gemalte Collage „Beach House“ von 2003 folgte bei 2,3 Millionen Dollar (Taxe 1,5 bis 2 Millionen USD). Mit 4,1 Millionen Dollar hüpfte eine symbolistisch-märchenhafte „Night Fishing“ seines fast gleichaltrigen Kollegen Peter Doig aus dem Jahr 1993 leicht über ihren oberen Schätzpreis hinweg. Alexander Calder, der schon bei Sotheby’s ordentlich abräumte, wurde mit 1,7 Millionen Dollar für sein schwarzweißes Mobile „Gypsophila on Black Skirt“ aus dem Jahr 1950 auch bei Christie’s reichlich entlohnt (Taxe 600.000 bis 900.000 USD). Einen noch höheren Preis erreichte sein unbetiteltes Wandrelief von 1943, das sich mit schwarzen Scheiben wie kosmische Planetenbahnen ausbreitet. Mit einem Zuschlag von 2,45 Millionen Dollar platzierte es sich am Ende der Top Ten-Liste (Taxe 1,2 bis 1,8 Millionen USD). Teuerstes Werk bei Andy Warhol wurde sein 1986 datiertes Spätwerk „The Last Supper (Camel/57)“ mit 3,5 Millionen Dollar, allerdings mindestens 500.000 Dollar unterhalb der Taxe, gefolgt von seiner monumentalisierten „Gun“ von 1981/82 bei taxgerechten 2,7 Millionen Dollar.

Mit Richard Diebenkorns ausgewogener Farbfeldmalerei „Ocean Park No. 117“ aus dem Jahr 1979 hatte Christie’s ein bedeutendes Werk des abstrakten Expressionismus im Programm, das bei 5,8 Millionen Dollar hart an den bisherigen Diebenkorn-Rekord von 2007 heranreichte (Taxe 4 bis 6 Millionen USD). Gute 3,2 Millionen Dollar spielte Willem de Koonings in einem gestischen Strichmuster gefangener Frauentorso aus dem Jahr 1953 ein (Taxe 1,4 bis 1,8 Millionen USD), genau 1 Million Dollar Hans Hofmann mit seinem Farbspektakel „Wild Vine“ von 1961 (Taxe 600.000 bis 800.000 USD). Der junge wilde Jean-Michel Basquiat beeindruckte mit der großformatigen Hommage an seine Mutter mit dem lateinischen Titel „Mater“ von 1982, dem Jahr, in dem er damals 22jährige in New York erstmals für Aufsehen sorgte. 5,15 Millionen Dollar wurden jetzt dafür bezahlt (Taxe 5 bis 7 Millionen USD). Ein seltener Gast auf den Abendauktionen ist Eric Fischl, hat seinen Auftritt mit seinem insgesamt über vier Meter breiten Diptychon „Dog Days“ von 1983 mit einem Zuschlag bei 1,6 Millionen Dollar aber mit Bravour absolviert (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen USD).

Aus diesen gegenständlichen und oft bedeutungsschweren Werken fiel Piero Manzonis horizontal gefaltete, ruhige „Achrome“ in Weiß von 1958/59 etwas heraus. Doch auch hier engagierten sich die Bieter und spendierten 2,25 Millionen Dollar knapp über der oberen Schätzung. Für Agnes Martins späte Streifenarbeit „Love and Goodness“ von 2000 blieben dann noch 1,1 Millionen Dollar übrig (Taxe 1 bis 1,5 Millionen USD). Seiner Kategorisierung als wichtiger Konzeptkünstler macht John Baldessari mit dem „Painting for Kubler“ von 1966/68 alle Ehre. Erklärt er auf dem nun 1,6 Millionen Dollar teueren Gemälde doch lediglich mit Worten die Intention des Kunstwerks (Taxe 1,5 bis 2 Millionen USD).

Die Bedingungen der Kunstproduktion untersucht auch der Lichtkünstler Douglas Wheeler, wenn er 1968 einen vakuumgeformten Plexiglaskasten, der mit weißem Neonlicht hinterleuchtet wird, zu einem schemenhaften Bildgegenstand aus einer anderen Welt formt. Der neue Rekord für Wheeler liegt nun bei 240.000 Dollar (Taxe 90.000 bis 150.000 USD). Bei Kerry James Marshall heißt er nun 650.000 Dollar, die der Documenta-Künstler für seine optimistische Mischung aus abstrakten und gegenständlichen Motiven unter dem Titel „Our Town“ von 1995 erhielt (Taxe 500.000 bis 700.000 USD). Zu den Wegbereitern des Minimalismus zählt der 1980 verstorbene amerikanische Bildhauer Tony Smith. Auch bei seiner 1962/63 erdachten Stahlplastik „Duck“ reduziert er die Formen soweit ins Geometrische, dass von einer Ente nicht mehr viel übrig bleibt. Das erst 1995 nach seinem Tod ausgeführte Werk kam auf 700.000 Dollar (Taxe 600.000 bis 800.000 USD).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Christie’s Rockefeller Center

20 Rockefeller Plaza

US-10020 New York

Telefon:+1 (212) 6362000

Telefax:+1 (212) 6362399

E-Mail: info@christies.com



28.05.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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13.05.2009, Post War & Contemporary Art Evening Sale

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