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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Rückblick: Jugendstil und Art Déco bei Quittenbaum in München

Ein Bett für 24.000 Euro



Emile Gallé, Vase „Ecume de Mer“, um 1903

Emile Gallé, Vase „Ecume de Mer“, um 1903

Das Interesse an Gebrauchswaren und Dekoration aus Jugendstil und Art Déco bleibt weiterhin hoch bei dem vielleicht wichtigsten Anbieter unter den süddeutschen Auktionshäusern. Angesichts eines derart reichhaltigen, fast siebenhundert Losnummern umfassenden Angebots konnte Quittenbaum in München mit einer Zuschlagsquote von rund 48 Prozent und einem Nettoumsatz von rund 770.000 Euro – mit den Nachverkaufserlösen von gut 800.000 Euro – durchaus zufrieden sein, zumal auch die meisten hoch bewerteten Stücke einen Abnehmer fanden. Einige Zweige wurden bevorzugt behandelt, andere erwiesen sich als etwas zäher. So schwächte sich das Interesse nach Ablauf der Glasprodukte französischen Jugendstils merklich ab. In dieser nach wie vor umworbenen Branche wurden auch einige der höchsten Preise erzielt, so 29.000 Euro für Emile Gallés unkonventionelle Vase „Ecume de Mer“ aus der Zeit um 1903 (Taxe 18.000 EUR) und 10.500 Euro für eine mit Storchenschnabel geschmückte Vase der Meisenthaler Firma Burgun, Schverer & Co. um 1896/1903 (Taxe 8.000 EUR).


Eine stattliche Auswahl an Pâte de verre-Arbeiten eröffnete die Auktion Ende April. Schon die erste Position, Gabriel Argy-Rousseaus Vase „Chardons“ von 1920 mit Disteldekor, legte leicht auf 5.000 Euro zu (Taxe 4.000 EUR), gefolgt von seiner kleinen Tischlampe „Anémones“ aus dem selben Jahr bei 4.800 Euro (Taxe 3.800 EUR), François-Emile Décorchemonts braunvioletter Schale um 1931 bei 1.100 Euro (Taxe 1.600 EUR) oder Amalric Walters Tintenzeug mit Hirschkäfer von etwa 1925 bei 2.200 Euro (Taxe 2.500 EUR). Daum Frères lief dann mit der violetten und dunkelgrünen Vase „Ancolies“ von 1897 bei 9.500 Euro zur Höchstform auf (Taxe 7.000 EUR), zwei baugleiche Exemplare des Musters „Marguerites“ um 1900 blieben mit 8.000 und 8.500 Euro nur wenig unter ihren Schätzpreisen. Mit 9.000 Euro wird auch die 1905 entstandene Vase „Pavot d’Orient“ etwa in diesem Bereich gehandelt (Taxe 10.000 EUR).

Emile Gallé trat dann noch mal mit der silbrigbraunen Vase „Noisettes“ von 1900/02 mit ihren Haselnusszweigen und –fruchtständen bei 6.800 Euro in Erscheinung (Taxe 6.500 EUR). Überraschend kamen die 20.000 Euro, die ein Bieter in René Laliques durchaus nicht seltene Kugelvase „Penthièvre“ aus dem Jahr 1926 investieren musste. Möglicherweise hat hier die kobaltblaue Farbe den Ausschlag für die hohe Preissteigerung gegeben (Taxe 9.000 EUR). Mit 4.500 Euro lag etwa seine farblose Vase „Aras“ von 1924 mit blaugrünlicher Patinierung im eher gewohnten Preisbereich (Taxe 3.300 EUR). Für eine Tischlampe mit dunkler Wald- und Gebirgslandschaft, die um 1925 bei Muller Frères in Lunéville produziert wurde, mussten 4.000 Euro aufgewendet werden, für ein Tischlampenpaar aus geschwungenem Messingfuß und orangebraunen Glasschirmen mit Piniendekor von Paul Nicolas 2.900 Euro (Taxe 2.800 EUR). Später kamen die Schöpfungen von Lötz Witwe dran, gleichsam das österreichische Pendant zu Daum, Gallé und den anderen, jedoch mit nicht mehr als 3.000 Euro für die lüstrierte Vase „Medici“ im Messingständer von 1902 auch bei Quittenbaum lange nicht so hoch gehandelt.

Ähnliche Entwicklungen ließen sich auch in der Möbelabteilung beobachteten. Auf 9.000 Euro angesetzt, wurde hier ein Sammlerschrank aus Louis Majorelles Salon „Clématite“ für die Brüssler Weltausstellung von 1910 auf 17.000 Euro gehoben. Nach Majorelle sieht auch ein Doppelbett der Zeit um 1903 aus, ist es aber nicht: Vielmehr konnte sich hier eine extravagante Schöpfung des Pariser Meisters Pierre Selmersheim mit den vorgesehenen 24.000 Euro an Platz zwei der Preisliste behaupten. Später zogen die Österreicher etwas nach, so vor allem ein Sofatisch Adolf Loos’. Wenngleich um 1930 recht spät entstanden, verstand sich der Schätzpreis von 2.400 Euro doch eher als Lockangebot. Er wurde flugs in 17.500 Euro Zuschlagspreis umgewandelt. Unveräußert blieb indes ein komplettes Spielzimmer des Berliner Architekten und Inneneinrichters Alfred Grenander um 1905 (Taxe 15.000 EUR), ebenso wie die guten, aber mit 14.000 und 15.000 Euro doch etwas hoch angesetzten Wandmöbel Carlo Bugattis.

Großer Andrang herrschte bei den dekorativen Skulpturen, unter denen besonders die virtuosen Produkte des gebürtigen Rumänen Demetre Chiparus zu nennen sind. Ob seine „Empreintes de pied“ für 20.000 Euro, die „Danseuse du Liban“ für 11.000 Euro, die junge Frau im kurzen Kleidchen unter dem sentimentalen Titel „L’Innocence“ für 14.000 Euro oder die „Danseuse à la chaîne“ für 10.000 Euro – überall erreichten oder übertrafen die um 1925 entstandenen Kombinationen aus Bronze und Elfenbein ihre Schätzpreise zum Teil bei weitem. In diesem Fahrwasser wurde auch Ferdinand Preiss unter anderem seine Tänzerin mit Tamburin aus etwa der gleichen Zeit für 9.500 Euro los (Taxe 9.000 EUR). Jeweils 5.000 Euro erreichte sein zusammengehöriges Kinderpaar „Hoop Girl“ und „Sonny Boy“ um 1930 (Taxen je 4.500 EUR). Der heftigste Wettkampf endete bei 15.600 Euro um eine Tänzerin von Theo Vos. Modisch auf der Höhe der Zeit der 1920er Jahre, spricht sich Bronzefigur in ihrer reduzierten Formgebung doch ganz die Sprache des Art Déco und lässt die anderen, aber etwa zeitgleichen Figuren stilistisch weit hinter sich (Taxe 1.200 EUR).

Bei Gudrun Baudischs Majolikascherbenfigur einer großen Knienden mit erhobenem Arm aus dem Jahr 1928, angefertigt in der Wiener Werkstätte, musste es erst der Nachverkauf richten. Hier wurde ein Sammler schon bei 22.500 Euro fündig (Taxe 28.000 EUR). Stilistisch etwas vergleichbar, schaffte Paul Scheurichs Majolika einer Afrikanerin aus dem Jahr 1933 auf Anhieb wenigstens 4.200 Euro (Taxe 4.500 EUR). Mit ihren reduzierten, bisweilen abstrakten Kleinplastiken aus einfachen Materialien erreichten die Werkstätte Hagenauer in den 1930er Jahren eine gewisse Bekanntheit. 5.000 Euro kostete jetzt ein kastenförmiger Kopf als stilisierte Frauenbüste, den Franz Hagenauer gestaltete (Taxe 6.000 EUR). Ebenfalls in Wien war Gustav Gurschner ansässig. Seine zwei Bronzevasen von circa 1908 bedienen sich stilisierter, geometrischer Muster und erreichten etwa taxgerechte 4.500 und 5.400 Euro.

Die Überraschungsvase aus Italien wurde ein Jugendstilprodukt um 1900, die in der Florentiner Firma Arte della Ceramica in farbiger Glasur mit Mädchenköpfen in Rosen bemalt wurde. 13.000 Euro waren hier der Lohn (Taxe 1.500 EUR). Mit bis zu 10.000 Euro wurden die Arbeiten der Haagschen Plateelbakkerij Rozenburg in Den Haag um 1900 nicht ganz so hoch veräußert wie erwartet. An der Spitze behauptete sich eine hohe Henkelvase, deren Entwurf mit Disteln und Vögeln von Samuel Schellink stammt (Taxen bis zu 13.000 EUR). Schließlich schafften es auch einige Werke aus Amerika nach München. Mit 6.000 Euro und 5.000 Euro wurden zwei formschöne Blütenpokale von Louis Comfort Tiffany um 1905 im besten Jugendstil freudigst begrüßt (Taxen je 3.400 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Quittenbaum Kunstauktionen

Theresienstraße 60

DE-80333 München

Telefon:+49 (089) 273 702 125

Telefax:+49 (089) 273 702 122

E-Mail: info@quittenbaum.de



27.05.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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28.04.2009, Jugendstil - Art Déco

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Quittenbaum Kunstauktionen

Bericht:


Disteln statt Lilien

Kunstwerk:

Emile Gallé, Vase „Ecume de Mer“, um 1903
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Kunstwerk:

Henri Bergé, Vase „Pavot d’Orient“, 1905
Henri Bergé, Vase „Pavot d’Orient“, 1905

Kunstwerk:

Burgun, Schverer & Co., Vase mit Storchenschnabel, um 1896-1903
Burgun, Schverer & Co., Vase mit Storchenschnabel, um 1896-1903

Kunstwerk:

Samuel Schellink, Henkelvase, 1900
Samuel Schellink, Henkelvase, 1900

Kunstwerk:

Paul
 Scheurich, Afrikanerin, 1933
Paul Scheurich, Afrikanerin, 1933

Kunstwerk:

Franz Hagenauer, Kopf, 1930er Jahre
Franz Hagenauer, Kopf, 1930er Jahre







Henri Bergé, Vase „Pavot d’Orient“, 1905

Henri Bergé, Vase „Pavot d’Orient“, 1905

Taxe: 10.000,- EURO

Zuschlag: 9.000,- EURO

Losnummer: 95

René Lalique, Vase „Penthièvre“, 1926

René Lalique, Vase „Penthièvre“, 1926

Taxe: 9.000,- EURO

Zuschlag: 20.000,- EURO

Losnummer: 175

Burgun, Schverer & Co., Vase mit Storchenschnabel, um 1896-1903

Burgun, Schverer & Co., Vase mit Storchenschnabel, um 1896-1903

Taxe: 8.000,- EURO

Zuschlag: 10.500,- EURO

Losnummer: 60

Paul Scheurich, Afrikanerin, 1933

Paul Scheurich, Afrikanerin, 1933

Taxe: 4.500,- EURO

Zuschlag: 4.200,- EURO

Losnummer: 524

Franz Hagenauer, Kopf, 1930er Jahre

Franz Hagenauer, Kopf, 1930er Jahre

Taxe: 6.000,- EURO

Zuschlag: 5.000,- EURO

Losnummer: 441

Ferdinand Preiss, Tänzerin mit Tamburin

Ferdinand Preiss, Tänzerin mit Tamburin

Taxe: 9.000,- EURO

Zuschlag: 9.500,- EURO

Losnummer: 328

Lous Majorelle, Sammelschrank aus dem Salon „Clématite“, 1910

Lous Majorelle, Sammelschrank aus dem Salon „Clématite“, 1910

Taxe: 9.000,- EURO

Zuschlag: 17.000,- EURO

Losnummer: 288

Demetre Chiparus, Empreintes de pied, um 1925

Demetre Chiparus, Empreintes de pied, um 1925

Taxe: 14.000,- EURO

Zuschlag: 20.000,- EURO

Losnummer: 303

Samuel Schellink, Henkelvase, 1900

Samuel Schellink, Henkelvase, 1900

Taxe: 13.000,- EURO

Zuschlag: 10.000,- EURO

Losnummer: 678

Pierre Selmersheim, Doppelbett, um 1903

Pierre Selmersheim, Doppelbett, um 1903

Taxe: 24.000,- EURO

Zuschlag: 24.000,- EURO

Losnummer: 292

Gudrun Baudisch, Große Weibliche Figur, 1928

Gudrun Baudisch, Große Weibliche Figur, 1928

Taxe: 28.000,- EURO

Zuschlag: 22.500,- EURO

Losnummer: 425




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