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Museum Ludwig in Köln stellt zeichnerisches Werk von Maria Lassnig vor

Forschende Selbsterkundungen



„Jede Zeichnung ist ein verhindertes Ölbild, denn ich wiederhole keine Zeichnung auf einem Ölbild, sie sind also autonom. … Meine Zeichnungen haben mehr Freiheit und Beweglichkeit in sich als die Ölbilder, weil ich ein Blatt Papier, das wohl auf einer harten Unterlage sein muss, besser platzieren kann, auf meinen Knien, auf dem Bauch, im Bett, auf dem Tisch, am Boden, am Sessel, und ich selbst davor kann alle möglichen Stellungen einnehmen, was mit einer aufgespannten Leinwand nicht oder nur schwer möglich ist.“ Diese Bekundungen Maria Lassnigs deuten bereits darauf hin, dass Aquarelle und Zeichnungen einen bedeutenden Teil ihres Œuvres einnehmen. Auf diesen weitaus unbekannten Teil ihres Werkschaffens konzentriert sich nun eine umfassende Schau im Kölner Museum Ludwig, während bis vor kurzem die Gemälde Lassnigs im Wiener Museum Moderner Kunst ihren Auftritt hatten. Anlass für beide Ausstellungen ist der 90ste Geburtstag der Grande Dame der österreichischen Gegenwartskunst.


Das Arbeiten auf Papier erlangt bei Maria Lassnig allein schon daher eine überaus große Eigenständigkeit, da sie nur in diesem Medium ihre forschende subtile Charakteristik rasch und präzis zu artikulieren vermag. Ihr Hauptthema beinhaltet die Selbsterkundung, die intellektuelle Reflektion über ihre Körperlichkeit. Dies gestaltet sich in einem genau protokollierendem und höchst modernen, anspruchsvollen, aber absolut keinem narzisstischen Sinn. Ohne diese thematischen Komponenten und ohne das Medium der Zeichnung kann Lassnigs gesamtes Werk kann nicht verstanden werden. Auf dieses sehr persönliche und direkte Genre konzentriert, wird das eher private Schaffen nun einem größeren Publikum vorgestellt.

Maria Lassnig ist eine seit über sechzig Jahren künstlerisch aktive Außenseiterin, die außerhalb ihrer österreichischen Heimat erst ausgesprochen spät bekannt wurde. Am 8. September 1919 in Kappel am Krappfeld geboren, studiert sie nach dem Abitur und einer anschließenden Ausbildung zur Volksschullehrerin zwischen 1941 und 1944 an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. Bereits 1948 bestreitet sie eine erste Einzelausstellung in Klagenfurt; im selben Jahr entstehen ihre ersten „Körperbewusstseinszeichnungen“ und „Körpergefühlsbilder“, die sie erstmalig 1950 in der Wiener Galerie „Cosmos“ öffentlich zeigt.

Zwischen 1961 und 1968 lebt Maria Lassnig in Paris, anschließend bis 1979 in New York. Nach Besuch eines Zeichentrickkurses an der School of Visual Arts benutzt sie „Körperbewusstseinszeichnungen“ als Vorlagen für Animationen und Zeichentrickfilme. Im Jahr 1980 erhält sie als erste Frau im deutschsprachigen Raum einen Ruf auf die Professur für Malerei an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien. Heute lebt und arbeitet Lassnig in Wien und in Kärnten und ist weltweit mit Ausstellungen und Auszeichnungen bedacht worden.

Nach Anfängen im Tachismus findet die heute vor allem als Malerin bekannte Maria Lassnig rasch zu ihrer eigenen Sprache. Ihre Kunst ist persönlich, pointiert, manchmal drastisch, insbesondere ausgesprochen komisch anmutend, aber niemals selbstgefällig. Lassnig gelingt es wie nur wenigen anderen Künstlern, Empfindungen aufs Papier zu bannen, ohne dabei kitschig oder gruselig zu werden. Innen- und Außenansichten gestalten sich mal ernsthaft, mal humorvoll. Allesamt gestatten sie dem Publikum, nahe an ihren Vorstellungen und Leben zu sein, ohne dennoch eine angemessene Distanz zu wahren. In den Zeichnungen artikuliert sich das Spiel von Nähe und Ferne besonders deutlich.

Die Kölner Auswahl von 107 Blättern setzt ein mit einem „Selbstporträt Body awareness“ aus dem Jahr 1947 sowie weiteren surrealistischen Bleistift- und Tuschezeichnungen der späten 1940er Jahre. In die 1970er Jahre, in Lassnigs New Yorker Zeit datieren die drei präsentierten Trickfilme. Sie zeigen eine große Nähe zwischen festgehaltenem und bewegtem Bild. Malerische Formen im Aquarell aus den 1970er und 1980er Jahren schließen sich an.

Der Schwerpunkt der Zusammenstellung aber liegt auf aktuellen Arbeiten, in denen Lassnig auf irritierende Weise schlichte Bleistiftzeichnungen mit grellen, oft schreiend bunten Hintergründen kombiniert. In diesen überwiegenden Selbstporträts befragt die Künstlerin ihr Körpergefühl, die physischen Bedingungen ihrer Existenz. Das Papier dient ihr als Korrektiv, als Spiegel ihrer selbst. Auffallend ist auch die enorme Frische in Verbindung mit einer ungeahnten substantiellen Formulierungs- und Ausdruckswelt, die das Werkschaffen gerade in den letzten Jahren kennzeichnet. Lassnigs Arbeit scheint noch lange nicht am Ende angekommen zu sein. Trotz ihrer 90 Lebensjahre muss weiter mit ihr gerechnet werden.

Die Ausstellung „Maria Lassnig. Im Möglichkeitsspiegel. Aquarelle und Zeichnungen von 1947 bis heute“ ist noch bis zum 14. Juni zu sehen. Das Museum Ludwig hat täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, jeden ersten Donnerstag im Monat bis 22 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 9 Euro, ermäßigt 6 Euro. Zur Ausstellung ist ein umfangreicher Katalog erschienen, der an der Museumskasse 39,90 Euro kostet.

Kontakt:

Museum Ludwig Köln

Heinrich Böll Platz

DE-50667 Köln

Telefax:+49 (0221) 221 241 14

Telefon:+49 (0221) 221 261 65



26.05.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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