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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Moderne und Zeitgenössische Kunst bei Karl & Faber in München

Schielen nach Italien



Die allergrößten Schätze hat Karl & Faber für die Versteigerung moderner und zeitgenössischer Kunst am 29. Mai nicht ausheben können. So wird es das zum Teil etwas durchschnittliche, allerdings auch nicht vermessen hoch taxierte Angebot gelegentlich vielleicht etwas schwer haben. Die besten Stücke kommen aus dem Expressionismus, wobei hier nicht zuletzt die Arbeiten auf Papier zu nennen sind. Darunter ist eines von Max Beckmanns Selbstbildnissen auf Kaltnadelradierung, diesmal aus dem Jahr 1918 en face mit einem Hausgiebel im Hintergrund, für 16.000 bis 18.000 Euro, oder Erich Heckels gegen 1911 entstandenes Aquarell mit Booten auf dem Wasser (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR). Eindrücklich ist auch sein Holzschnitt mit einem Bildnis seines Kollegen Ernst Ludwig Kirchner aus dem Jahr 1917. Der Titel des Blattes „Roquairol“ spielt auf eine Romanfigur Jean Pauls an, deren Egozentrik mit der des Expressionisten offenbar vergleichbar war (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR). Dieser wiederum versucht es mit seiner Kreide- und Bleistiftzeichnung „Straße mit Pylonen“ bei 24.000 bis 26.000 Euro. Sie diente als wohl als Vorlage für eine Radierung des Jahres 1909. Datiert hat er das Blatt später aber auf 1906. Sein „Brücke“-Genosse Karl Schmidt-Rottluff entsendet den 1914 entstandenen Holzschnitt „Trauernde am Strand“ (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR) und das Aquarell einer Dorfstraße aus den frühen 1940er Jahren (Taxe 20.000 bis 22.000 EUR).


Moderne Kunst

Ein größeres Konvolut an Blättern stellt Lyonel Feininger zur Verfügung, darunter seine feine Bleistiftzeichnung einer Windmühle mit Dorf von 1921 und die Skizzen „Moden Anno 1910“ aus dem Jahr 1930 (Taxen je 10.000 bis 12.000 EUR). Ebenso George Grosz, der sich einmal mehr als ungenierter Erotiker entblößt wie in seinem Aquarell zweier nackter Frauen beim Ausruhen im Bett von etwa 1929 (Taxe 12.000 bis 14.000 EUR). Darüber hinaus erleben wir ihn auch von seiner politischen Seite in einer Karikatur von circa 1922/23, die auf die Berufung des parteilosen Wilhelm Cuno zum Reichskanzler durch Reichspräsident Friedrich Ebert anspielt. Auch deren beider „Hochzeitsnacht“ findet freilich im Bett statt, diesmal aber in eindeutigem Liebesspiel (Taxe 7.000 bis 8.000 EUR). Auf französischer Seite beeindruckt Pierre Bonnards Farblithografie „L’enfant à la lampe“, entstanden wohl für ein geplantes, aber nie veröffentlichtes Album des berühmten Galeristen Ambroise Vollard (Taxe 13.000 bis 14.000 EUR). Nach diesem ist eine ganze „Suite“ Pablo Picassos benannt, von der Blatt sechs mit dem Titel „Femme nue devant une statue“ von 1931 für 18.000 bis 19.000 Euro zum Aufruf kommt. Der erste Abstrakte in dieser Runde ist Robert Michel, der 1918 eine technoide Komposition in Aquarellfarben schuf (Taxe 7.000 bis 8.000 EUR).

Wenigstens eines der Ölgemälde überschreitet die Grenze zur Sechsstelligkeit: Gabriele Münters „Schnee im Herbst“ aus dem Jahr 1932 ist ein stimmungsvolles, ruhiges Landschaftsbild, das ihr beginnendes Spätwerk anschaulich repräsentiert. 120.000 bis 140.000 Euro werden hier erwartet. Außerdem verdienen zwei Werke Adolf Erbslöhs Erwähnung, die in der für den 1881 in New York als Sohn eines deutschen Kaufmanns geborenen Künstler so charakteristischen grünen Farbigkeit erstrahlen. Als Mitbegründer der Neuen Künstlervereinigung München stand er im Mittelpunkt der Bewegung um Münter und Wassily Kandinsky. Aus dieser Phase stammt sein Blick auf den Berg Kranzhorn am Inn 1911 (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR). Bezwingender ist seine Parklandschaft „Im Frühling“ von circa 1919, die durch das betonte Wechselspiel von Licht und Schatten ihren unmittelbaren Reiz erhält (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR).

Ungewöhnlich buntfarbig kommt Karl Hofers Landschaft „Der Steinbruch“ mit einem Dorf im Hintergrund daher. Dabei zogen die beinahe rosafarbenen Wölkchen im Kriegsjahr 1944 über den blauen Himmel (Taxe 30.000 bis 35.000 EUR). Spätestens seit der Machtergreifung der Nationalsozialisten zog es Richard Ziegler in südliche Gefilde. Sein Aufenthaltsort war für vier Jahre die dalmatinische Insel Korcula. Hier hielt er um 1934/45 eine Abendstimmung mit seltsam lebenden Bäumen fest (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Doch schon um 1924 war er auf seinen vielen Reisen in Sizilien zugegen und ließ sich auch dort zu einer abendlichen Impression in bunten Farben inspirieren (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR).

Nicht nur durch René Magritte verbindet sich mit der belgischen Malerei der ersten Jahrhunderthälfte vor allem der Surrealismus. Eine ganze Künstlergruppe hatte sich da zusammengeschlossen, zu der 1926 auch der damals 19jährige Marc Eemans Zugang fand. Drei Jahre später malte er „De draak – le dragon“ wohl als Symbol geschlechtlicher Verführung in einer durchrationalisierten Welt – sicher nicht das Meisterwerk eines frühreifen Genies, mit 10.000 bis 12.000 Euro aber auch nicht zu hoch bewertet. Polnischer Herkunft, machte sich Moise Kisling später als Portraitist in Frankreich einen Namen. Seine sachlichen, technisch vielleicht nicht immer ganz überzeugenden Bildnisse, etwa das einer „Jeune femme au corsage“ von 1931, erinnern an Amedeo Modigliani (Taxe 28.000 bis 30.000 EUR). Der für den deutschen Kunstmarkt ausgefallenste Beitrag dürfte von Norman Rockwell stammen, einem Amerikaner mit künstlerischen Wurzeln im Genre. „A balcony seat“ von 1964 ist von Realismus durchdrungen und zeigt ein einsames Kind beim Beobachten einer feinen Party-Gesellschaft. Der Betrachter, der sich ihr als Komplize beigesellt, wird jedoch nach Erwartungen des Hauses mit 50.000 bis 60.000 Euro rechnen müssen.

Zeitgenössische Kunst

Die Zeitgenossen haben keinen hohen Spitzenschätzpreis mehr zu bieten. Denn der Favorit, Jean-Michel Basquiats Ölkreide eines schwarzen Mannes mit grimmigem Gesicht und aufschwebendem Hut, ist zurückgezogen worden (Taxe 130.000 bis 140.000 EUR). Da tut sich die Menge ausgefallener Dinge abseits der breiten Pisten mehr hervor, wie Roger Bezombes’ Ölbild auf bedrucktem Seidentuch mit dem Titel „L’anniversaire“ samt Festtagstorte (Taxe 12.000 bis 14.000 EUR), eine mit Zement und Pigmenten bestrichene Holzplatte Bram Bogarts namens „Grijs om wit“ von 1963 (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR) oder die konstruktivistische Ölmalerei „B 16“ aus Heinrich Siepmanns dritter und letzter malerischer Werkphase 1972 (Taxe 2.500 bis 3.000 EUR). Wolf Vostell machte 1983 dem Autor des Romans „1984“, George Orwell, seine Aufwartung: in Form eines grünen Telefons, dessen Hörer aus einem Knochen besteht (Taxe 9.000 bis 10.000 EUR).

Ein bisschen schielt man von München aus nach Italien und hat denn auch mit Antonio Corporas „Studio per Isola“ von 1972 (Taxe 14.000 bis 16.000 EUR) und Piero Dorazios „Lumi“ aus dem Jahr 1983 ganz ansprechende Einlieferungen geködert (Taxe 17.000 bis 19.000 EUR). Deren abstrakten Tendenzen entspricht in Deutschland Günter Fruhtrunks dreiteiliges Diagonalstreifenbild ohne Titel aus den späten 1970er Jahren (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR). Ungegenständlich arbeitete auch Ernst Wilhelm Nay, der ja bekanntlich mit Aquarellen wie einer „Rhythmischen Komposition“ des Jahres 1951 (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR) oder einem „Scheibenbild“ von 1959 (Taxe 9.000 bis 12.000 EUR) zu den wichtigsten Künstler der ersten zwei Nachkriegsjahrzehnte in Deutschland gehörte. Ihm wurden nur wenige Künstler an die Seite gestellt, am ehesten vielleicht noch Fritz Winter, der es 1954 „Mit Rot und Grün“ probierte, um seine grauen Gründe etwas freundlicher zu gestalten (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR).

In den 1970er Jahren sah das schon anders aus, da war gegen barocke Abstraktion steinzeitlicher Minimalismus gefragt, wie ihn Blinky Palermo in seiner Folge von „Vier Prototypen“ aus dem Jahr 1970 demonstrierte. Die vier Serigrafien in verschiedenen Farben wurden damals in 90 nummerierten Exemplaren verteilt (Taxe 18.000 bis 20.000 EUR). Einst Mitglieder der Künstlergruppe „Spur“, nahm Heimrad Prem später wieder die Stellung des klassischen Malers ein. „Zu fünf alleine (Das blaue Klassenzimmer)“ ist ein bekümmerndes Dokument seiner Weltsicht, die den Menschen grundsätzlich als sich selbst überlassen betrachtet (Taxe 8.000 bis 9.000 EUR). „Gott hat alle Maler gern“ ist dagegen das optimistische Credo seines jüngeren Kollegen Bernd Schwarzer aus dem Jahr 1978/80 (Taxe 6.000 bis 7.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 29. Mai um 10 Uhr mit den Werken bis 2.500 Euro. Ab 15:30 Uhr stehen dann die „Ausgewählten Werke“ auf dem Programm. Die Vorbesichtigung ist noch bis zum 25. Mai täglich von 10 bis 18 Uhr, am 26. Mai von 9 bis 12 Uhr möglich.

Kontakt:

Karl & Faber Auktionen

Amiraplatz 3

DE-80333 München

Telefon:+49 (089) 24 22 870

Telefon:+49 (089) 221865

Telefax:+49 (089) 22 83 350

E-Mail: info@karlundfaber.de



25.05.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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