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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Nicht nur historische Trinkgefäße bei Vogt in München

Lasst Neider neiden



Planetenkrug, Creußen, 1667

Planetenkrug, Creußen, 1667

Es geht wieder deftig zu auf den Krügen des Münchner Internetauktionators Johannes Vogt am 23. Mai. Da wird um 1713 auf einem Altenburger Zunftkrug der Metzger mit farbigem Perldekor ein hirschartiges Tier geschlachtet (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR), es wird geliebt auf einem Waldenburger Hochzeitsfässchen mit zwei Reliefdarstellungen eines Brautpaares um 1640 (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Die ganze Götterschar mit Saturn, Jupiter, Mars, Sol, Venus, Merkur und Luna prangt auf einem Creußener Planetenkrug, den sich eine gewisse „Dorothea Scipien geborne Richterin“ 1667 hat prächtig bemalen lassen. Deftig ist hier auch der Preis: Mit 20.000 bis 30.000 Euro ist es das teuerste Objekt auf dieser Veranstaltung, die – gegenüber früheren – leicht verschlankt knapp vierhundert Sammlerstücke des 16ten bis frühen 20sten Jahrhunderts auf den Markt bringt. Nicht nur historische Trinkgefäße, wie der Titel suggeriert, sondern neben vielen Krügen aus Steinzeug, Zinn oder anderen unedlen Materialien auch einige Porzellanfiguren, Mörser oder religiöse Andachtsstücke.


Selten sind die Namen der Schöpfer bekannt wie auf einem reliefierten, hellen Wappenkrug aus dem Jahr 1576, der mit der Siegburger Werkstatt des Anno Knütgen in Verbindung gebracht wird. Wie die ersten rund vierzig Losnummern und alle bisher genannten Arbeiten stammt auch dieser Krug aus der in Kennerkreisen renommierten Sammlung Les Paul, aus der Vogt bereits vor einem halben Jahr erfolgreich Bestände versteigert hatte (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR). Vogt gehört zu den wenigen Anbietern, die ihren Schwerpunkt nicht auf Porzellan aus Meißen gelegt haben. Vielmehr steht bei ihm die Ware aus Südwestdeutschland im Mittelpunkt. So gibt es für immerhin 18.000 bis 22.000 Euro eine Figurengruppe der Höchster Manufaktur unter dem Titel „Der geschmückte Hut“, deren Modell um 1770 von Johann Peter Melchior entworfen wurde. Aus Ludwigsburg stammen unter anderem eine ebenfalls aus Mann und Weib bestehende Gruppe als Allegorie des Herbstes von Johann Wilhelm Götz um 1760 (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR) und eine Wirtshausszene mit Mezzetin aus der „Venezianischen Messe“ um 1765 (Taxe 12.000 bis 14.000 EUR).

Meißen schickt ein tanzendes holländisches Paar, das mit Johann Friedrich Eberlein auch nicht den schlechtesten Namen aufweist. Entstanden ist es zudem um 1742, also etwa eine Porzellangeneration früher als die anderen (Taxe 7.500 bis 10.000 EUR). Johann Joachim Kändler entwarf die Gruppe „Europa auf dem Stier“, Christian Dietrich Otto bemalte sie rund zwanzig Jahre später (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Teuerstes Utensil ist eine Ludwigsburger Rokokoterrine mit einer Sommerallegorie als Knauf, um 1765 wiederum von Johann Wilhelm Götz geschaffen (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Die Fayencen sind im allgemeinen etwas günstiger, ein Straßburger Teller von etwa 1740 mit schönen Blumen, Schmetterlingen und einem Vogel rangiert bei 4.000 bis 6.000 Euro.

Auf diese hell strahlenden Porzellane folgen finstere Apothekermörser aus Bronze wie ein 1573 datiertes Stück in spätestgotischen Formen aus der Werkstatt Wilhelm Hachmann, der in Kleve beheimatet war (Taxe 6.500 bis 8.500 EUR). Unter den Gefäßen aus Zinn ist unter anderem ein gravierter Zunfthumpen der Weber von 1674 mit der Meistermarke des Liegnitzer Zinngießers Tobias Schlegel zu nennen (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR). Weitaus elaborierter kommt ein sogenanntes „Glücksrörken“ des Lübecker Meisters Michael Abraham Kupfferschmidt daher, entstanden 1756 und auf dem Deckel mit einer Skala von 1 bis 12 für ein Trinkspiel versehen. Außerdem gibt es zwei Inschriften, darunter den weisen Spruch: „Las neider neiden, Las hasser hassen, Was Gott mir gibt, Musz mir die welt Wol lassen“. Sinnig ist er auch für diese Auktion. Wurde das Rörken doch erst im März bei Neumeister für 8.000 Euro zugeschlagen und soll jetzt 12.000 bis 15.000 Euro einfahren.

Was ein Bartmannkrug ist, lernt man ebenfalls am schönsten anhand eines Siegburger Exemplars der Zeit um 1570: Ein prächtiger Rauschebart fällt da von einem netten Männergesicht auf die bauchige Wandung herab, ein Reliefband mit Bildnissen und stilisierten Blüten sieht aus wie die Arme, mit denen der stattliche Herr auf seinen wohlgeformten Leib umfängt (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR). Der deutsche König in vollem Ornat schmückt eine große niederrheinische Schüssel aus dem Jahr 1761 (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Auf einem großen Glas aus dem Fichtelgebirge um 1680 treten in festlicher Emailmalerei außerdem noch alle sieben Kurfürsten auf (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR).

Als wertvollste Glasobjekte stehen ferner eine von Venedig inspirierte Tazza aus dem Jahr 1599 (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR) sowie eine sächsische Vierkantflache aus dem Jahr 1661 zur Verfügung (Taxe 7.500 bis 10.000 EUR). Beide stammen aus der Sammlung Biemann und ihr grüngraustichiges Glas ist mit bunten Emailfarben verziert. Ein Glasbecher Samuel Mohns von 1813/15 erteilt dann Geschichtsunterricht, indem er auf seiner Schauseite den Plan der Völkerschlacht von Leipzig darstellt (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR). Technische Perfektion zeichnet das 19te Jahrhundert aus, so bei einem böhmischen Überfangglas mit Blattranken und Blüten in Weiß und Quietscherosa um 1860 (Taxe 2.500 bis 3.500 EUR) und in Form eines kleinen Meißner Porzellankruges um 1870 mit einer fein gemalten Schlachten- und Lagerszene (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR).

Die „Internetauktion“ beginnt am 23. Mai ab 15 Uhr. Bis zum 22. Mai sind die Stücke zur Live-Vorbesichtigung von 14 bis 19 Uhr ausgestellt. Alle Gebote müssen bis 24 Stunden vor dem Auktionsbeginn vorliegen. Direktes Mitsteigern ist nur noch per Telefon mit vorher schriftlich bekundetem Interesse möglich. Der vollständige Katalog ist im Internet unter www.vogt-auctions.de einsehbar.

Kontakt:

Johannes Vogt Auktionen

Antonienstraße 3

DE-80802 München

Telefon:+49 (089) 330 79 139

Telefax:+49 (089) 330 79 140

E-Mail: j.vogt@vogt-auctions.de



19.05.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Veranstaltung vom:


23.05.2009, Historische Trinkgefäße

Bei:


Johannes Vogt Auktionen

Kunstwerk:

Glaskrug,
 Böhmen, um 1860
Glaskrug, Böhmen, um 1860

Kunstwerk:

Samuel Mohn, Becher mit Plan der Völkerschlacht bei Leipzig, Dresden
 1813/15
Samuel Mohn, Becher mit Plan der Völkerschlacht bei Leipzig, Dresden 1813/15

Kunstwerk:

Johann Wilhelm Götz, Allegorie des Herbstes, um 1760
Johann Wilhelm Götz, Allegorie des Herbstes, um 1760

Kunstwerk:

Johann Peter Melchior, Der geschmückte Hut, um 1770
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Kunstwerk:

Johann Friedrich Eberlein, Tanzendes holländisches Paar, um 1742
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Kunstwerk:

Wirtshausszene mit Mezzetin, Ludwigsburg, um 1765
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Kunstwerk:

Johann Joachim Kändler, Europa auf dem Stier, um 1760
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Samuel Mohn, Becher mit Plan der Völkerschlacht bei Leipzig, Dresden 1813/15

Samuel Mohn, Becher mit Plan der Völkerschlacht bei Leipzig, Dresden 1813/15

Taxe: 4.000 - 6.000 EURO

Losnummer: 350

Tobias Schlegel, Zunfthumpen der Weber, Liegnitz 1674

Tobias Schlegel, Zunfthumpen der Weber, Liegnitz 1674

Taxe: 5.000 - 6.000 EURO

Losnummer: 99

Kurfürstenglas, Fichtelgebirge, um 1680

Kurfürstenglas, Fichtelgebirge, um 1680

Taxe: 12.000 - 15.000 EURO

Losnummer: 144

Johann Wilhelm Götz, Terrine, um 1765

Johann Wilhelm Götz, Terrine, um 1765

Taxe: 12.000 - 15.000 EURO

Losnummer: 56

Glaskrug, Böhmen, um 1860

Glaskrug, Böhmen, um 1860

Taxe: 2.500 - 3.500 EURO

Losnummer: 348

 Porzellanmanufaktur Ludwigsburg, Wirtshausszene mit Mezzetin, Ludwigsburg, um 1765

Porzellanmanufaktur Ludwigsburg, Wirtshausszene mit Mezzetin, Ludwigsburg, um 1765

Taxe: 12.000 - 14.000 EURO

Losnummer: 53

Johann Joachim Kändler, Europa auf dem Stier, um 1760

Johann Joachim Kändler, Europa auf dem Stier, um 1760

Taxe: 8.000 - 10.000 EURO

Losnummer: 55

Tazza, Façon de Venise, 1599

Tazza, Façon de Venise, 1599

Taxe: 8.000 - 10.000 EURO

Losnummer: 145

Zunftkrug der Metzger, Altenburg, um 1713

Zunftkrug der Metzger, Altenburg, um 1713

Taxe: 8.000 - 12.000 EURO

Losnummer: 2

Bartmannskrug, Siegburg, um 1750

Bartmannskrug, Siegburg, um 1750

Taxe: 5.000 - 6.000 EURO

Losnummer: 103

Fässchen, Waldenburg, um 1640

Fässchen, Waldenburg, um 1640

Taxe: 10.000 - 15.000 EURO

Losnummer: 30

Johann Peter Melchior, Der geschmückte Hut, um 1770

Johann Peter Melchior, Der geschmückte Hut, um 1770

Taxe: 18.000 - 22.000 EURO

Losnummer: 43

Anno Knütgen Werkstatt, Wappenkrug, Siegburg 1576

Anno Knütgen Werkstatt, Wappenkrug, Siegburg 1576

Taxe: 8.000 - 12.000 EURO

Losnummer: 28




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