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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Resultate: Klassische Moderne im Dorotheum

Starke Italiener



Ein Hin und Her erlebte das Wiener Dorotheum mit seiner großen Moderneauktion am 12. Mai. Schmerzliche Rückgänge bedeutender Werke und große Steigerungen von manch unterschätzter Kostbarkeit folgten dicht an dicht aufeinander. So musste der Einlieferer eines Ausschnitts aus einem von Claude Monets späten Seerosenbilder, die der Künstler selbst verworfen hat, seinen Schatz wieder mit nach Hause tragen – 370.000 bis 420.000 Euro waren zuviel. Dafür setzte sich Giorgio Morandi an die Spitze der Auktion, mit einer gedeckt farbigen Landschaft aus heimatlichen Gefilden, die er ja zeitlebens kaum verlassen hat. Das 1935 datierte Gemälde schaffte die untere Taxe von 350.000 Euro. Als kleines Beiwerk gab es noch seine Radierung „Natura morta con il cestino di pane“ von 1921 für 28.000 Euro (Taxe 20.000 bis 24.000 EUR).


Insgesamt darf man die Auktion als Erfolg bezeichnen: 62 der 106 Lose wurden zugeschlagen, was einer Zuschlagsquote von 58,5 Prozent entspricht und dem Dorotheum insgesamt gut 2,4 Millionen Euro brutto bescherte. Diese Zahlen sind weit besser als die vor einem Jahr, als von Wirtschaftskrise noch kaum jemand sprach, und natürlich auch besser als diejenigen vor einem halben Jahr, als sie längst Breitenwirkung entfaltet hatte. Den ersten Platz unter den Österreichern teilen sich zwei Künstler, wobei Alfons Walde ein minimaler Vorrang gebührt. Seine charakteristische verschneite Tiroler Berglandschaft mit Bauernhaus und „Bergbauern“ aus dem Jahr 1935 lag mit 160.000 Euro (90.000 bis 120.000 EUR) 5.000 Euro vor Albin Egger-Lienz’ „Ruhendem Hirten“, der teilweisen Wiederholung einer ähnlichen Komposition um 1920/23. Allerdings arbeitete sich Egger-Lienz von deutlich niedrigerer Taxe bei 50.000 bis 70.000 Euro hoch. Übernommen wurde auch sein Flößer „An der Drau“, 1898/99 noch in spätimpressionistischen Bahnen entstanden, für 60.000 Euro (Taxe 30.000 bis 50.000 EUR). Seine talentvolle Schülerarbeit einer in Bleistift gezeichneten Landschaft mit Holzarbeiten mit Napoleon-Kariaturen auf der Rückseite blieb allerdings unveräußert (Taxe 10.000 bis 13.000 EUR).

Mit Sigmund Walter Hampels „Vanitas“ von 1923 hatte das Dorotheum den vielleicht außergewöhnlichsten Bildgegenstand der Auktion parat. Die junge, halb entblößte Frau mit der Haube, umgeben von einem spätmittelalterlichen Interieur und belauert vom Totengerippe im Bischofsornat, konnte dennoch 22.000 Euro auf sich vereinigen (Taxe 10.000 bis 16.000 EUR). Wiener Herkunft ist auch Viktor Tischler, er ging jedoch später nach Frankreich. Seine Landschaft mit großem Baum für 16.000 Euro dürfte bereits von dort beeinflusst sein (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). In der Donaumonarchie geboren, aber 1960 in Liverpool gestorben ist Georg Mayer-Marton, dessen 1929 datierte Hafenszene der Neuen Sachlichkeit ein Forum bietet. Sie kostete ebenfalls 16.000 Euro (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR). Und auch Zoran Musics Geburtsort Gorizia wurde einst von Wien aus regiert. Die eigentliche Heimat des Künstlers waren jedoch Venedig und die Adriaküste, der er 1966 das Denkmal „Motivo Dalmata“ setzte. Der steigende Wert der Arbeiten Musics schlug sich in 50.000 Euro nieder (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR).

Einen guten Griff tat das Dorotheum mit seiner reichen Auswahl italienischer Künstler in diese Abendauktion und setzte mit ihnen reichlich Geld um. Der teuerste nach Morandi war Giorgio de Chirico. In seinem späten Werk bürstete er die zeitgenössische Kunst und Kunstkritik rücksichtslos gegen den Strich, entging allerdings auch nicht dem Spott, der ihm nun entgegenschlug. Auch seine fast kitschige Vedute des Canal Grande in Venedig mit Blick auf die Salutekirche von 1956 war damals nicht gerade en vogue. Heute ist das Bild 140.000 Euro wert (Taxe 120.000 bis 180.000 EUR). Den gleichen barocken Pinselstrich zeigt die fünf Jahre ältere Antikenparaphrase „Ninfe presso una sorgente“, auch als „Le Tre Grazie“ bezeichnet, für 80.000 Euro (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR). Sein kleines Stillleben mit Äpfeln unter einem braunen Vorhang aus den späten 1940er Jahren blieb an 55.000 Euro hängen (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR). Der Spätstil Gino Severinis blieb dessen avantgardistischen Wurzeln der 1910er und 1920er Jahre stärker verbunden, wie sein für 38.000 Euro verkauftes Stillleben mit Früchten aus dem Jahr 1947 zeigt (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR).

Massimo Campigli pflegte seine Gemälde an antiken, vorzugsweise altägyptischen Vorbildern zu orientieren. So findet seine volk-, vor allem damenreiche „Promenade“ 1956 in drei übereinanderliegenden Ebenen vor rotem Grund statt. Tiefenraum gibt es hier nicht. Mit einem Zuschlag bei 100.000 Euro leistete auch dieses Gemälde seinen Beitrag zum hervorragenden Ergebnis der Italiener (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR). Mit 70.000 Euro wurde eine geometrisch-konstruktivistische Komposition Alberto Magnellis aus dem Jahr 1950 das teuerste gegenstandslose Bild nicht nur der Italiener, sondern der ganzen Auktion (Taxe 70.000 bis 100.000 EUR). Zu nennen sind ferner Marino Marinis Tusche und Gouache „Cavalli e Cavalieri“ von 1950 für 40.000 Euro (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR), Filippo de Pisis’ „Rio Veneziano“ von 1944 zur unteren Taxe von 30.000 Euro, Mario Tozzis archaische „Fanciulla di spalle“ aus dem Jahr 1970 für 40.000 Euro (Taxe 35.000 bis 45.000 EUR) und Renato Guttusos „Natura morte con frutta, brocca e carte da gioca“ von 1983 für 45.000 Euro (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR).

In Frankreich lebte und arbeitete das Zwillingspaar Jan und Joël Martel, das neben der Gestaltung von Inneneinrichtungen gelegentlich eigenwillige künstlerische Schöpfungen hervorbrachte, so eine kubistisch beeinflusste Terrakottafigur namens „Nu“ mit langem wallendem Haar, die jetzt um 26.000 Euro weiterwanderte (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Künstler aus Deutschland waren kaum vertreten, und woher der gebürtige Bremer Dietz Edzard, der immerhin bei Max Beckmann lernte, die künstlerische Inspiration zur schwindsüchtigen Darstellung seiner Tochter Rena hatte, fragt man auch besorgt. Dennoch wurde das eher unvorteilhafte Bildnis von 6.000 bis 8.000 auf 22.000 Euro gehoben. Vergeblich trällerten Ernst Barlachs „Drei singende Frauen“ aus dem Jahr 1911 ihr Liedchen; erhört wurden sie bei 25.000 bis 35.000 Euro nicht, ebenso Christoph Volls Holzplastik „Stehende“ (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR). Zu den jüngsten Arbeiten gehörten Norbertine Bresslern-Roths „Fröhliche Elefanten“ von 1974, die 30.000 Euro einspielte (Taxe 30.000 bis 38.000 EUR), sowie schließlich einige Phantastische Realisten, von denen Helmut Leherb, in diesem Jahr schon im Kinsky ordentlich gefeiert, mit seinem symbolreichen „Chanson du mal ou amour jaune“ von 1971 mit 38.000 Euro den Höchstbetrag abräumte (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



15.05.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Albin Egger-Lienz, Ruhender Hirte, um 1920/23

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Taxe: 50.000 - 70.000 EURO

Zuschlag: 155.000,- EURO

Losnummer: 15

Albin Egger-Lienz, An der Drau, um 1898/99

Albin Egger-Lienz, An der Drau, um 1898/99

Taxe: 30.000 - 50.000 EURO

Zuschlag: 60.000,- EURO

Losnummer: 17




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