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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Na also, es geht doch: Impressionisten und Moderne bei Christie’s in New York

Die Woche der Tamara



Einen Tag nach Sotheby’s war die Stimmung bei Christie’s sichtlich gelöster nach der großen Abendauktion mit fünfzig Werken aus Impressionismus und klassischer Moderne: Rund 102,8 Millionen Dollar Bruttoumsatz für verkaufte 38 von 50 angebotenen Werken lagen knapp über der unteren Gesamtschätzung von 94 Millionen Dollar – und deutlich über den 61 Millionen Dollar bei der Konkurrenz. In den Schatten gestellt hat Christie’s auch den eben erst aufgestellten Rekord der Tamara de Lempicka, deren von herber Farbigkeit und scharfen Konturschnitt gekennzeichnete Werke Wolfgang Joop einst so eifrig sammelte. Aus seiner Sammlung kam aber nicht das Portrait der unbekannten Madame M. von 1932, die – umgeben von männlich-blauem Stoff – sinnend und erwartungsvoll zugleich in ihrer kleinen Kammer sitzt. Über 5,4 Millionen Dollar konnte sich ein Unbekannter freuen – wenn er’s denn zufrieden war, dass noch immer 600.000 Dollar zur unteren Taxe fehlten. Mit 2,8 Millionen Dollar umso besser schloss „La chemise rose I“ ab, mit der Lempicka um 1927 eine weiterer ihrer merkwürdig leblosen Figuren, diesmal verführerisch mit halb entblößter Brust, gleichsam in harte Watte hüllte (Taxe 1,3 bis 1,8 Millionen USD). Es war ohne Frage die Woche der Tamara.


Zu seinem Recht kam diesmal auch Pablo Picasso, der bei Sotheby’s noch schmählich vernachlässigt wurde. Sein herrliches Spätwerk „Mousquetaire à la pipe“ vom 17. Oktober 1968 war bei 12 bis 18 Millionen Dollar schon im Vorfeld am höchsten gehandelt worden. 13 Millionen Dollar bestätigten diese Erwartungen doch ganz ordentlich. Mit 6,85 Millionen Dollar enttäuschte die Nummer zwei der Auktion freilich ein wenig: Für Picassos 1971 zwei Jahre vor seinem Tod entstandene „Femme au chapeau“ waren 8 bis 12 Millionen Dollar veranschlagt. 4,8 Millionen Dollar erreichte sein Blumenstrauß in einer Glasvase aus dem Jahr 1934. Nicht ohne Grund erinnern Farbigkeit und Aufteilung ein wenig an Matisse, stand doch der künstlerische Wettstreit zwischen beiden Künstlern dermalen auf seinem Höhepunkt (Taxe 5 bis 7 Millionen USD). Henri Matisse selbst war mit einer relativ frühen Arbeit vertreten, „Nu à la serviette blanche“ aus der Zeit um 1901/03, in der sich die fauvistische Farbigkeit fast noch zart und gefällig-bunt darbietet. Hierfür wurde zuletzt das Gebot von 2,8 Millionen Dollar im Rahmen der Erwartung eingereicht.

Als Matisse sein nacktes Modell abkonterfeite, befand sich der klassische Impressionismus noch in Saft und Kraft. Camille Pissarro 1903 entstandene „Éntrée du port du Havre et le briselames ouest, temps gris lumineux“ für 950.000 Dollar ist ein nüchterner Blick auf eine lebhafte Hafenszene ohne falsche Romantik. Im selben Jahr starb der Künstler (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen USD). Eher kennt man ihn freilich als Schöpfer duftiger Landschaften und Gärten, wie in „La cueillette des pommes“ aus dem Jahr 1881, mit 2,9 Millionen Dollar sein teuerstes impressionistisches Bild auf der Auktion (Taxe 1,4 bis 1,8 Millionen USD). Für 5,2 Millionen Dollar ging Edgar Degas’ sich abtrocknende Badende aus den frühen 1890er Jahren über die Bühne. Eigentlich keine voll ausgearbeitete Darstellung, besticht das Pastell durch seine fast gegenstandslose Einteilung in Farbflächen, von denen sich die Dame körperhaft emanzipiert (Taxe 4 bis 6 Millionen USD).

Mit 2,2 Millionen Dollar wurde Henri de Toulouse-Lautrecs „Madame Misia Natanson“, einer 1872 geborenen polnisch-französischen Intellektuellen, aus dem Jahr 1897 belohnt (Taxe 2 bis 3 Millionen USD). Von 1,75 bis 2,25 Millionen Dollar auf 2,5 Millionen Dollar kletterte Paul Gauguins noch recht konventionelle und mit der Entstehung 1883 ja auch frühe „Nature morte aux tomates“. Dass Gustave Caillebotte gern Boote malte, ist ja bekannt. Manchmal konnten diese aber auf dem Tisch stehen und mit leckeren Früchten wie Tomaten und Artischocken vollbeladen sein wie in „Hors d'oeuvre“ von 1881, wo die Boote aus rautenförmigen Glasschalen und das Wasser aus einer Tischdecke bestehen. 440.000 Dollar war die nicht sehr große Ölstudie aber doch wert (Taxe 350.000 bis 450.000 USD). Und parallel zu Matisse flammte das kurze Feuer der Naiven auf, und Christie’s hatte mit Henri Rousseaus lustigen „Heureux quator“ von 1902 in idyllischer Natur ein Paradebeispiel dieser Kunst im Kontor. Es wurde denn auch entsprechend großzügig bedacht, schließlich kommen Bilder dieser Qualität von Rousseau und von den Naiven nicht allzu häufig auf den Markt, und verbuchte schließlich stolze 2,5 Millionen Dollar (Taxe 1,2 bis 1,8 Millionen USD).

Auf Platz drei der Hitliste schaffte es eine Skulptur: Alberto Giacometti brüderliche Ehrerbietung „Buste de Diego (Stele III)“ entstand 1958 in sechs Exemplaren und wanderte im Jahr darauf in die renommierte Sammlung Gimbel, zuletzt Caral Gimbel Lebworth, die im vergangenen September hochbetagt in New York verstorben ist. Vielleicht hat auch diese erlesene Provenienz zur Wertsteigerung beigetragen, jedenfalls wanderte die immerhin fast 170 Zentimeter hohe Bronzestele schließlich für 6,8 Millionen Dollar wieder an Privat (Taxe 4,5 bis 6,5 Millionen USD). Dem stellen sich Henry Moores üppig-runde Bronze „Falling Warrior“ von 1956/57 für 3,1 Millionen Dollar (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen USD) und Jacques Lipchitz’ „Arlequin à l’accordéon“ aus dem Jahr 1919 für 500.000 Dollar zur Seite (Taxe 700.000 bis 900.000 USD) und seine zum selbem Preis, dann aber taxgerecht veräußerte „Baigneuse assise“ von 1916 zur Seite.

Schwach war dagegen auch bei Christie’s Alles vertreten, was nicht aus Frankreich kam. Wenigstens ein deutscher Expressionist war da, Alexej von Jawlensky, und seine auf dem Diwan ausgestreckte Odaliske von 1910 schaffte es mit 4,5 Millionen Dollar sogar in die obere Liga (Taxe 4 bis 6,5 Millionen USD). Viel nackt Haut hatte Egon Schiele wieder parat: zur unteren Taxe von 500.000 Dollar zog sein aquarellierter „Weiblicher Torso in Unterwäsche und schwarzen Strümpfen“ von 1917 um, während es eine seit 1918 „Liegende“ in schwarzer Kreide ohne Kolorierung auf stattliche 620.000 Dollar brachte (Taxe 200.000 bis 300.000 USD). Das jüngste Stück der Modernen kam von ihrem ältesten Künstler: 1978 schuf der der damals 91jährige Marc Chagall „L’événement“, für seine Verhältnisse auf erstaunlich großem Format. Es zeigt alle Merkmale, die diesen Künstler so unverwechselbar machen – und teuer: 3,2 Millionen Dollar hat es jetzt gekostet (Taxe 3 bis 4 Millionen USD).

Das I-Tüpfelchen auf einer für derzeitige Verhältnisse erfolgreichen Auktionsreihe war am darauf folgenden Donnerstag die „Impressionst & Modern Art Day Sale“, auf der noch einmal rund 15,5 Millionen Dollar bei knapp 80 Prozent Zuschlagsquote eingespielt wurden. Erfolgreich waren die französischen (Neo-)Impressionisten auch hier, wie Claude Monet mit seiner frühmorgendlichen Ansicht „L’église de Vétheuil“ von 1881 zur oberen Taxe von 600.000 Dollar, Pierre Bonnards Anemonenstrauß von 1917 für 400.000 Dollar (Taxe 400.000 bis 600.000 USD) oder Henri Le Sidaner, dessen rauschendes Blumenfest „Le pots de faience“ von 1928 sich auf 360.000 Dollar verbesserte (Taxe 180.000 bis 220.000 USD). Die folgenden Generationen waren mit Georges Braques „Femme à la mandoline“ von 1936 für 270.000 Dollar (Taxe 150.000 bis 200.000 USD) und Joan Miró später Bronze „Personnage“ aus dem Jahr 1978 in einer posthumen Ausführung des Jahres 1985 für 360.000 Dollar mit am erfolgreichsten (Taxe 300.000 bis 500.000 USD).

Freuen durften sich auch ein paar deutsche Expressionisten, allen voran Otto Mueller. Um 1925 bemalte er ein Sackleinen von beiden Seiten mit Leimfarbe: vorne eine Landschaft, hinten einen sitzender Akt in einer solchen. Bei den wenigen Gemälden, die der Meister schuf, ist die Preissteigerung von 150.000 bis 200.000 auf 600.000 Dollar durchaus verständlich. Wassily Kandinsky malte 1902 seine Gefährtin Gabriele Münter in hellen, impressionistischen Farben vor einem Bauernhof in Kochel am See. Die fast konventionell wirkende Leinwand schaffte ihren unteren Schätzpreis von 300.000 Dollar. 320.000 Dollar gab es für seine im Jahr darauf entstandene „Kallmünz-Vilsgasse I (Rosa Landschaft)“ (Taxe 200.000 bis 300.000 USD). Sogar Paul Kleinschmidt hat es in die illustre Gesellschaft geschafft. „Landschaft vor Sturm“ aus dem Jahr 1938 verdoppelte seinen unteren Schätzpreis auf 60.000 Dollar. Das teuerste Los des Tages war schließlich Fernand Légers „Le cinq de trèfle“ von 1947, das mit 925.000 Dollar als einziges etwas an der Millionengrenze knabberte – jedenfalls mit Aufgeld hat es sie um gut 110.000 Dollar übertroffen (Taxe 500.000 bis 700.000 USD).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Christie’s Rockefeller Center

20 Rockefeller Plaza

US-10020 New York

Telefon:+1 (212) 6362000

Telefax:+1 (212) 6362399

E-Mail: info@christies.com



13.05.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Losnummer: 15

Egon Schiele, Liegende, 1918

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Taxe: 200.000 - 300.000 USD

Zuschlag: 620.000,- USD

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Gustave Caillebotte, Hors d’oeuvre, 1881

Taxe: 350.000 - 450.000 USD

Zuschlag: 440.000,- USD

Losnummer: 14

Camille Pissarro, La cueillette des pommes, 1881

Camille Pissarro, La cueillette des pommes, 1881

Taxe: 1.400.000 - 1.800.000 USD

Zuschlag: 2.900.000,- USD

Losnummer: 13

Henri de Toulouse-Lautrec, Madame Misia Natanson, 1897

Henri de Toulouse-Lautrec, Madame Misia Natanson, 1897

Taxe: 2.000.000 - 3.000.000 USD

Zuschlag: 2.200.000,- USD

Losnummer: 22




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