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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Amazone, nach 1906 / Franz von  Stuck

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Design im Dorotheum

Baden im Rettungsboot



Josef Hoffmann, Esszimmerensemble für die Wohnung Pollak, um 1901/02

Josef Hoffmann, Esszimmerensemble für die Wohnung Pollak, um 1901/02

250.000 bis 300.000 Euro – einen solchen Schätzpreis hat die Designauktion des Wiener Dorotheums bisher noch nicht gesehen. Doch Josef Hoffmanns Speisezimmer für Gustav Pollaks Wohnung am Wiener Brahmsplatz soll diesen Betrag wert sein. Entworfen um 1901/02, wurden der runde Tisch, die sechs Armlehnstühle, die über drei Meter breiten Wandschränke und eine fünf Meter lange Wandvertäfelung in der berühmten Wiener Firma Portois & Fix hergestellt, die sich auf damals moderne Einrichtungen im Hochpreissegment spezialisiert hatte. Auch sonst dokumentieren die rund 370 Losnummern der Versteigerung das nach wie vor hohe Niveau des noch nicht allzu lange derart ausgebauten Designsegment im Dorotheum. Und einmal mehr bieten sie einen beeindruckenden Querschnitt durch die Designgeschichte des 20sten Jahrhunderts. Wiener Jugendstil und Art Déco sind darin nicht nur durch Hoffmanns Speisezimmer eine der wichtigsten Abteilungen. Zu nennen sind etwa noch ein kantiges Sideboard mit prächtigem Pyramidenmahagonifurnier Josef Franks von etwa 1925 (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR) und jenes Schlafzimmer, das Carl Auböck 1928 für seine eigene Wohnung entwarf und in dem er bis zu seinem Tod 1957 lebte. Das insgesamt fast fünf Meter breite Wandschranksystem soll 20.000 bis 25.000 Euro kosten, ein bequemer Lehnstuhl, Tische und verschiedene Sitzgelegenheiten liegen zwischen 900 und 8.000 Euro.


Die reiche italienische Glasproduktion ist besonders schön an Lampen zu studieren. Carlo Scarpas Deckenlampe aus dem Jahr 1927 entfaltet sich wie die Tentakel eines Tintenfisches (Taxe 15.000 bis 18.000 EUR), in einem Glitzergeflecht aus quadratischen Glasplatten entfaltet sich die 1937 bei Venini produzierte Lampe in Rautenform (Taxe 3.500 bis 4.500 EUR). Geradezu klassisch wirkt Paolo Buffas Art Déco-Deckenlampe für Atelier Donzelli in Mailand ebenfalls aus den 1930er Jahren (Taxe 3.200 bis 3.800 EUR). Typischer 1950er Jahre-Look hat dagegen die ovaloide Glaslampe, die Max Ingrand 1957/58 für Fontana Arte entwarf. Ihre Form erinnert entfernt an einen etwas gedrückten Kürbis (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Die nüchtern-sachliche Richtung jener Zeit vertreten besonders eindrucksvoll Jean Prouvés Tische mit den Modellnummern TS 11 und S.A.M. No. 502 aus den späten 1940er Jahren (Taxen zwischen 20.000 und 25.000 EUR). Auf italienischer Seite wiederum konnte es schon etwas reicher und verspielter zugehen, wie Osvaldo Borsanis schöne Anrichte mit kleinen abstrakt-figürlichen Bronzegriffen um 1950 (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR) oder Angelo Lellis blumenstraußartige Flurlampe „Calla“ von 1952 zeigen (Taxe 9.000 bis 12.000 EUR).

Zwei besonders schöne Stücke von Klassikern moderner Kunst und Design stammen – jedenfalls dem Entwurf nach – aus dem Jahr 1963: Gerrit Rietvelds Stuhl „Steltman“, ursprünglich konstruiert für den Juwelier Steltman in Den Haag und hier um 1975 noch einmal produziert (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR), sowie Yves Kleins Couchtisch, dessen innen hohle Plexiglasplatte ein Meer von rosa Farbpigmenten enthält (Taxe 15.000 bis 17.000 EUR). Die leicht psychedelisch angehauchte Kunst der späten 1960er Jahre vertritt Laura Grisi mit ihrer zwei Meter hohen „Sunset Lamp“, in deren warme Lichtbahnen man sich meditativ versenken kann (Taxe 12.000 bis 14.000 EUR). Kühle Eleganz strahlen dagegen zwei Sessel und eine Couch in schwarzem Leder von Johannes Andersen um 1960 aus (Taxe 9.000 bis 12.000 EUR). Ein Mailänder Club leistete sich 1968 eine der wenigen „Bazaar“-Sitzgruppen des italienischen Architektur- und Designbüros Superstudio (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Eher dekorativen Charakter tragen Alessandro Mendinis in Zusammenarbeit mit Alchimia entstandene rote Pressplatten- und Metallelemente „Mobili Futuristi“, die 1987 Teil der Installation „Camera dei Ricordi“ für die Ausstellung „Nouvelles Tendances“ im Pariser Centre Pompidou waren (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR).

Je näher man in die Gegenwart kommt, desto verrückter werden die Ideen. Lediglich aus einem netzartigen Geflecht aus Metallstäben besteht die Bank „How high the Moon“ des Japaners Shiro Kuramata aus dem Jahr 1986, hergestellt in insgesamt dreißig Exemplaren (Taxe 50.000 bis 60.000 EUR). Der Kommunikation nicht gerade förderlich ist Franz Wests ovales Sofa „Pouf“ aus dem Jahr 2002 in rund zwanzig Exemplaren: Die Benutzer sitzen zwar nebeneinander, können sich aber nicht geradewegs anschauen. Aus dem Loch in der Mitte könnte man einen Baum herausragen lassen (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR).

Der Belgier Xavier Lust konstruierte vor fünf Jahren eine schwarze Aluminiumbadewanne, in der man sich wie in einem Rettungsboot fühlen dürfte (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Wie eine Camera Obscura funktioniert Ron Arads „Smartie Ceiling Light“ aus rotem Fiberglas und Polyester von 2001 (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Überhaupt stellt Arad mit seinem Stahlstuhl „Victoria & Albert“ aus demselben Jahr bei 45.000 bis 55.000 Euro eines der Hauptlose der Auktion, begleitet von Zaha Hadids Entwürfen einer Acrylskulptur und des Sofas „Moraine“ für die Mailänder Firma Sawaya & Moroni (Taxen zwischen 24.000 und 32.000 EUR). Nur in einer Auflage von zwei Stücken brachte Tom Dixon 2006 einen Liegestuhl aus schwarzen Plastikschnüren heraus (Taxe 28.000 bis 35.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 14. Mai um 17 Uhr. Die Besichtigung der Objekte ist bis zum Auktionsbeginn täglich von 10 bis 18 Uhr möglich. Der Katalog ist im Internet unter www.dorotheum.com abrufbar.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



11.05.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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14.05.2009, Design

Bei:


Dorotheum

Bericht:


Bei Königs sitzt man hart

Kunstwerk:

Josef Frank,
 Sideboard, um 1925
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Kunstwerk:

Ron Arad, I. P. C. O. Smartie Seiling Light, 2001
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Zaha Hadid,
 Acrylic-Bowl, 2007
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Tom Dixon,
 Chaise (Wingback), 2006
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Superstudio, Sitzlandschaft „Bazaar“, 1968
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Joe
 Colombo, Gruppe „Birillo“, 1970
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Joe Colombo, Gruppe „Birillo“, 1970

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Taxe: 3.000 - 4.000 EURO

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Carl Auböck sen., Wandverbau aus dem eigenen Schlafzimmer, Wien um 1928

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Taxe: 20.000 - 25.000 EURO

Losnummer: 72

Johannes Andersen, Sofa und 2 Armlehnsessel, um 1960

Johannes Andersen, Sofa und 2 Armlehnsessel, um 1960

Taxe: 9.000 - 12.000 EURO

Zuschlag: 8.000,- EURO

Losnummer: 174

Zaha Hadid, Sofa „Moraine“, 2000

Zaha Hadid, Sofa „Moraine“, 2000

Taxe: 24.000 - 28.000 EURO

Zuschlag: 38.000,- EURO

Losnummer: 205

Josef Frank, Sideboard, um 1925

Josef Frank, Sideboard, um 1925

Taxe: 8.000 - 10.000 EURO

Losnummer: 69

Carl Auböck sen., Schreibtisch, Wien um 1928

Carl Auböck sen., Schreibtisch, Wien um 1928

Taxe: 7.000 - 8.000 EURO

Losnummer: 75

Max Ingrand, Hängelampe, 1957/58

Max Ingrand, Hängelampe, 1957/58

Taxe: 12.000 - 15.000 EURO

Losnummer: 305

Superstudio, Sitzlandschaft „Bazaar“, 1968

Superstudio, Sitzlandschaft „Bazaar“, 1968

Taxe: 20.000 - 30.000 EURO

Zuschlag: 20.000,- EURO

Losnummer: 210

Osvaldo Borsani, Sideboard, um 1950

Osvaldo Borsani, Sideboard, um 1950

Taxe: 10.000 - 15.000 EURO

Zuschlag: 10.000,- EURO

Losnummer: 331

Gerrit Rietveld, Stuhl „Steltman“, 1963

Gerrit Rietveld, Stuhl „Steltman“, 1963

Taxe: 15.000 - 20.000 EURO

Zuschlag: 12.000,- EURO

Losnummer: 5

Jean Prouvé, Tisch S.A.M. No. 502, 1947

Jean Prouvé, Tisch S.A.M. No. 502, 1947

Taxe: 22.000 - 25.000 EURO

Zuschlag: 24.000,- EURO

Losnummer: 196

Edgar Brandt, Tischlampe „Cobra“, um 1925

Edgar Brandt, Tischlampe „Cobra“, um 1925

Taxe: 10.000 - 15.000 EURO

Zuschlag: 10.000,- EURO

Losnummer: 366




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