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Zeitgenössische Kunst bei Sotheby’s in New York

Musik am Arsch der Kunst



Kunst oder Kitsch, Geniestreich oder Dekoration auf dem Niveau zwanzig Jahre alter Postergrafik – gleichgültig, was man über Dan Colen denken mag, einer der wichtigsten Kunstmogule im internationalen Geschäft hat sich für ihn entschieden: Charles Saatchi. Und mit der Aufnahme in dessen Galerie ist Colen ein gemachter Mann, der es wohl als einer der jüngsten Künstler jemals jetzt in die Abendauktion der großen Häuser in New York geschafft hat. Sotheby’s bietet ein scheinbar dem Trickfilm entlehntes Stillleben mit Tintenfass, Hochzeitsdekoration und verlöschter Kerze an, deren Rauch soeben den Titel des Bildes „Blow Me“ in die blaugetränkte Luft schreibt. Der kometenhafte Aufstieg des 1979 geborenen Malers, Bildhauers, Installateurs und überhaupt in allen Gattungen tätigen Künstlern verdankt sich auch seiner ungeheuren Wandelbarkeit, die von Street Art über expressive Zufallsprodukte im Stil abstrakter Expressionisten eben bis zu technoid anmutender Gegenständlichkeit wie in „Blow Me“ von 2005 reicht. Mit einem Schätzpreis 100.000 bis 150.000 Dollar ist er fraglos in die obere Liga eingestiegen.


Die Zeitgenossenauktion am 12. Mai ist ausgedünnt wie alle großen Versteigerungen bei Christie’s und Sotheby’s und versammelt – nach einem Gesamtbruttoergebnis von rund 362 Millionen Dollar vor einem Jahr – nur noch knapp fünfzig Werke im Gesamtwert von 52 bis 72 Millionen Dollar. Es sind noch ein paar weitere junge Künstler dabei, die nicht regelmäßig auftreten. Zehn Jahre älter als Colen ist Kara Walker, die eine ihrer Scherenschnittfolgen zur Unterdrückung der Schwarzen beisteuert (Taxe 150.000 bis 200.000 USD). Gleich zweimal kommt Robert Gober zum Zuge. In seiner bewusst stümperhaften Rattengiftimitation „Rat Bait“ entpuppt er sich als ein hintersinniger Nachfahre Andy Warhols, der selbst mit seiner perfekten „Kellogg’s Cornflakes“-Packungen von 1964/70 aufmarschiert. Preislich liegen die beiden mit 120.000 bis 180.000 Dollar respektive 200.000 bis 300.000 Dollar gar nicht so weit auseinander. Doch die eigentliche Attraktion des jüngeren Amerikaners ist sein Wachstorso eines Männerhintern, auf dem sich nicht nur echte Körperhaare, sondern auch die Noten eines klassischen Musikstücks tummeln. Mit 2,5 bis 3,5 Millionen Dollar wird hier mindestens das Dreifache des bisherigen Auktionsrekordes erwartet.

Relativ neu ist auch Charles Ray mit der peppigen Comic-Persiflage „Who the fuck is Roy Lichtenstein?!?!“ von 1991, in der der Künstler gerade von Superman zur Rede gestellt wird (Taxe 300.000 bis 400.000 USD). Passend dazu gibt es Christopher Wools unübersehbaren schriftlichen Hinweis „Comedian“ von 1989, mit 1,5 bis 2 Millionen Dollar ebenfalls ein Rekordkandidat. Überhaupt – die Generation der Fünfzigjährigen. Da wäre noch Jeff Koons, Jahrgang 1955, mit seiner riesigen bonbonfarbenen Stahlskulptur „Baroque Egg with Bow“ aus den Jahren 1994 bis 2008, gewohnt hoch taxiert bei 6 bis 8 Millionen Dollar, oder Bill Viola, der 2002 „The Last Angel“ aus dem Wasser aufsteigen lässt, als wäre es die Discovery bei ihrem letzten Start (Taxe 250.000 bis 350.000 USD). Damien Hirst etwa, Yue Minjun oder Anish Kapoor, sonst die Stars der Zeitgenossenauktionen, haben sich diesmal gar nicht gemeldet, gleichfalls auch einige Altmeister wie Agnes Martin, Lucian Freud oder Yves Klein.

Jean-Michel Basquiats ebenso kurzes wie intensives Leben schlug sich in wilden, schreienden Bildnissen wie „Red Man One“ 1982 nieder (Taxe 3 bis 5 Millionen USD). Als arriviert kann man auch Cecily Brown bezeichnen, die sich in ihrer dreiteiligen Arbeit „Girls Eating Birds“ 2004 einer stark emotionalen, fast gestischen Malerei hingibt (Taxe 700.000 bis 900.000 USD). Die erste Pop Art-Generation vertreten Robert Rauschenbergs motivreiche Öl- und Siebdruckcollage „Transom“ von 1963 für stattliche 4 bis 6 Millionen Dollar sowie Roy Lichtensteins durchbrochene, fast barocke Bronze „Surrealist Head II“ von 1988 (Taxe 600.000 bis 800.000 USD). Bei Andy Warhol, sonst mit Arbeiten für 30 Millionen Dollar und mehr in New York zugegen, werden diesmal schwerlich mehr als 2 Millionen für seine lila „Mona Lisa“ von 1979 oder allenfalls noch 2,5 Millionen Dollar für eine über zehn Meter breite „Camouflage“ aus dem Jahr 1986 herausspringen.

Klassisch mutet dagegen Richard Diebenkorns expressionistisches Gemälde „Cane Chair-Outside aus dem Jahr 1959 an (Taxe 1,8 bis 2,5 Millionen USD), auf gegenstandsloser Seite sind eine unbetitelte Farbenschlacht Joan Mitchells von 1960 (Taxe 1,2 bis 1,8 Millionen USD) oder Ad Reinhardts filigranes Punktebild von etwa 1949 (Taxe 500.000 bis 700.000 USD) sowie vor allem einige Hervorbringungen der Minimal Art zu nennen: Richard Serras stählerne „Square Bar Choker“ von 1989 (Taxe 1,5 bis 2 Millionen USD) und Robert Mangolds „X Series Central Diagonal 1A (blue)“ von 1968 (Taxe 600.000 bis 800.000 USD). Francis Bacon fehlt diesmal ganz, und von Mark Rothko steht lediglich eine mittelgroße Farbfeldmalerei auf Papier in „Black, Red-Brown on Violet“ aus dem Jahr 1969 für 1,5 bis 2 Millionen Dollar zur Verfügung. Für die ältere Skulptur schließlich steht David Smiths „Large Circle (Voltri)“, von der man sagen kann, dass sie aussieht wie eine große Maschine, aber sicher nicht funktioniert (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen USD). Ähnlich übrigens wie Claes Oldenburgs überdimensionierter „Typewriter Eraser“ von 1977 mit bläulichen Kabelansätzen (Taxe 350.000 bis 450.000 USD).

Gerhard Richters dunkelrotes „Mirror Painting (Blood Red)“ von 1991 (Taxe 600.000 bis 800.000 USD) und sein extrem offen gehaltenes „Abstraktes Bild“ Nummer 554-1 aus dem Jahr 1984 (Taxe 1,8 bis 2,5 Millionen USD) sind einmal nicht die Höhepunkte der deutschsprachigen Kunst. Martin Kippenberger heißt jetzt der König, vorausgesetzt, sein derangiertes Selbstportrait von 1988 als hängender Unterhosenheld mit zwei Luftballons erreicht die vorgesehenen 3,5 bis 4,5 Millionen Dollar. Bisher hat noch kein Bild des Frühverstorbenen überhaupt nur einen Millionenbetrag errungen. Aus Fernost kommen Yayoi Kusama mit ihrer manisch-monumentalen Wandinstallation „Stamens Sorrow“ von 1985 aus zahllosen Baumwollsäckeln und silbern besprühten Samenständen (Taxe 700.000 bis 1 Million USD) sowie Yan Pei-Mings „Red Self-Portrait“ aus dem Jahr 2007 (Taxe 700.000 bis 900.000 USD).

Liegen und entspannen wie Duane Hansons täuschend echte „Sunbather“ aus bemalter Bronze 1987 ist auch am nachfolgenden Mittwoch nicht angesagt (Taxe 250.000 bis 350.000 USD). Denn auch jetzt noch werden 380 Werke diesseits der Millionengrenze aufgefahren. Freilich, ganz so schlimm wie dem vom Kometen getroffenen Papst Johannes Paul II. in Maurizio Cattelans berühmter Gipsskulptur aus dem Jahr 2003 wird es dem Besucher nicht ergehen (Taxe 250.000 bis 350.000 USD), wenngleich entsprechende Wurfgeschosse in Form einer sternförmigen Bronze Joel Shapiros von 1982/83 (Taxe 200.000 bis 300.000 USD) oder eine Version von Robert Indianas berühmter „Love“ in Stahl durchaus bereitstehen (Taxe 500.000 bis 700.000 USD). Eher wird man sich an einer stattlichen Anzahl kleinerer Mobiles von Alexander Calder für bis zu 600.000 Dollar ergötzen können oder an zwei kleinen, stilllebenhaften Objektkästen namens „The Nearest Star, An Allegory of Time“ von etwa 1962 und „Hotel Andromeda“ von etwa 1956, mit denen Joseph Cornell zum Mitbegründer einen neuen Gattung wurde (Taxen zwischen 200.000 und 350.000 USD).

Zu den klassischen Abstrakten gehören Lee Krasners schöne „Majuscule“ von 1971, die im November 2003 am selben Ort noch 220.000 Dollar gekostet hatte (Taxe 250.000 bis 350.000 USD), sowie Morris Louis’ bunte Streichhölzer in „Number 2-07“ aus dem Jahr 1961 (Taxe 500.000 bis 700.000 USD) oder Jean-Paul Riopelles gestische Farbwuselei „Bohème Champêtre“ von 1967/68 (Taxe 200.000 bis 300.000 USD). Frank Stella, schon in der Abendauktion mit einem hochkarätigen Bild vertreten, begegnet uns hier noch einmal in dem Quadrat „Sacramento Proposal #3“ von 1978 (Taxe 600.000 bis 800.000 USD). Perfekte Zeichenkunst offenbart Robert Longo in seiner Kohlezeichnung eines riesigen Haimauls im vergangenen Jahr (Taxe 200.000 bis 300.000 USD).

Aus deutscher Sicht sind Jörg Immendorffs „Musée d’Art Moderne“ von 1985 (Taxe 100.000 bis 150.000 USD), Albert Oehlens „Idol II“ von 2003 (Taxe 150.000 bis 200.000 USD), Anselm Reyles silberne, gestauchte PVC-Folie auf schwarzem Grund von 2004 und einige Fotoarbeiten Thomas Ruffs aus seiner Serie „Nudes“ für bis zu 70.000 Dollar zugegen (Taxe 30.000 bis 40.000 USD), wenngleich die einheimische Kunst auf dem amerikanischen Markt nach wie vor schwach vertreten ist. Da ist aus Fernost mehr vorhanden, worunter Zhan Wangs große Stahlplastik „Artificial Rock No. 40“ von 2001 (Taxe 250.000 bis 350.000 USD) und ein Warhol-Portrait Zeng Fanzhis aus dem Jahr 2006 Erwähnung verdienen (Taxe 100.000 bis 150.000 USD).

Kontakt:

Sotheby’s New York

1334 York Avenue (at 72nd Street)

US-NY 10021 New York

Telefon:+1 (212) 606 70 00

Telefax:+1 (212) 606 71 07



06.05.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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