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Am 08.12.2018 58. Kunstauktion - Bildende Kunst des 17. - 21. Jh.

© Schmidt Kunstauktionen Dresden

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Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto Modersohn
© Galerie Neher - Essen


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Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Nagel behauptet sich gut mit moderner und zeitgenössischer Kunst

Filla bleibt teuer



Mit Emil Filla wird man auf dem Auktionsmarkt immer wieder rechnen müssen. Auch Nagel in Stuttgart hatte am 21. April ein kubistisch anmutendes Stillleben mit Früchten und Mandoline des Tschechen im Angebot, 1929 und damit auf dem Höhepunkt seiner künstlerischen Laufbahn entstanden. Vorsichtig entschied man sich für eine Schätzung von 15.000 Euro, doch das war nur ein Anreiz zur Steigerung: Auf das Dreifache schnellte der Preis für die mittelgroße Leinwand hoch und liegt damit auf einem Niveau, das Fillas Kunst schon etwas eher gerecht wird. Zugleich war dieser Zuschlag der Höhepunkt einer Auktion, die insgesamt wohl zu den besten ihrer Art in Stuttgart zählen dürfte. Und die Besucher folgten weitgehend dem mitunter anspruchsvollen Angebot, das auch Seitenwege der deutschen Avantgarde nachverfolgte. Fast 64 Prozent der Lose wurden übernommen, immer noch gute 56 Prozent waren es abzüglich der Vorbehaltszuschläge, von denen einige wenige gar nur zur Hälfte des Schätzpreises erfolgen mussten. Aber das waren nur wenige Enttäuschungen an diesem alles in allem erfreulichen Dienstag.


Filla war vielleicht einer der prominentesten Künstler, die bei den Anwesenden reüssierten. Daneben beeindruckte – freilich nicht zum ersten Mal auf einer Auktion in Deutschland – Alexander Archipenkos klassizistisch-kubistische Rötelzeichnung „Laocoon“ von etwa 1910, und diesmal reichte es immerhin für 17.000 Euro knapp unter der Taxe. Ferner kamen zwei frühe Tusche- und Bleistiftzeichnungen Salvador Dalís aus den Jahren 1931 und 1933 zum Aufruf. Die Vorzeichnung zum zweiten Blatt der Radierungsfolge „Chants de maldoror“ erreichte die vorgesehenen 18.000 Euro ebenso wie „La chûte d’Icare“ seine 22.000 Euro. Mit 16.000 Euro lag Otto Dix’ schonungslos realistische Kaltnadelradierung „Fleischerladen“ aus dem Jahr 1920 im Rahmen der Erwartung (Taxe 17.000 EUR). Hans Purrmanns 1952 datierte „Landschaft bei Sorrent“ besetzte bei 35.000 Euro Platz zwei der Preisliste (Taxe 40.000 EUR). Gerhard Richters Künstlerbuch „War Cut“ von 2004 mit handgemachtem Ölbild auf dem Deckel muss dagegen wohl noch einmal antreten: Mit 20.000 Euro blieb es 8.000 Euro unter den Erwartungen. Nachverhandlungen stehen jetzt noch an.

Daneben punkteten jedoch auch einige weniger bekannte Künstler der zweiten und dritten Garnitur. Diesmal waren besonders viele Stuttgarter Schüler Adolf Hölzels dabei, der selbst unter anderem mit einer gegenständlichen, allerdings etwas beschnittenen und wohl auch nicht ganz fertig gewordenen „Landschaft mit Bäumen“ für 8.000 Euro vertreten war (Taxe 6.000 EUR). Einer jener war Gottfried Graf, und seine zwei esoterischen Ölbilder „Ganymed“ um 1918 und „Mädchen mit Paradiesvogel“ erwiesen sich begehrt auf dieser Auktion. Letzteres wurde von 10.000 auf 11.000 Euro gehoben und bestätigte damit die Überzeugungskraft eines Künstlers, den man außerhalb seiner württembergischen Heimatstadt Mengen heute kaum wahrnimmt. Dass „Ganymed“ von Adler Zeus auf 20.000 Euro emporgerissen wurde, war dagegen kaum mehr vorauszusehen (Taxe 10.000 EUR). Selbst Grafs kubistische „Stadt“ wurde noch mit taxgerechten 7.000 Euro honoriert.

Albert Muellers durchaus vergleichbare Ölmeditation „An einen verschollenen Menschen“ hatte da keinen Erfolg (Taxe 15.000 EUR), und auch Adolf Fleischmanns abstrakte Komposition ohne Titel von 1962 erreichte lediglich 12.000 Euro unter Vorbehalt (Taxe 15.000 EUR). Von Ida Kerkovius wurden nur die günstigen Arbeiten wie eine Zirkusszene in Pastell für 2.400 Euro erworben (Taxe 1.100 EUR), der Wettkampf für ihr 1968 am Ende eines langen Lebens entstandenes Stillleben „Weiße Orchideen auf Rot“ endete dagegen schon bei 4.000 Euro und wird wohl nicht zum Zuschlag führen (Taxe 8.000 EUR).

Zwar in Stuttgart, nicht aber unter Hölzel, sondern bei Anton Kolig und anderen studierte Alfred Wais, dessen vier farbstrahlende Gemälde aus den 1950er bis 1970er Jahren gute Ergebnisse erzielten: 4.500 Euro zum Beispiel waren es für das ironische Stillleben „Hüter der Sparschweine II“ von 1975 (Taxe 3.000 EUR). Erstaunlicher Andrang auch bei Rudolf Schoofs, einem Schülers Georg Muches, dessen vier halb gegenständliche, halb abstrakte Gemälde ebenfalls weg gingen wie warme Semmeln. Ein Blick in die Hochhausschluchten von „New York“ aus dem Jahr 1983 verbuchte dabei mit 4.000 Euro den höchsten Betrag (Taxe 2.000 EUR), neue Arbeiten von 2000 bis 2005 ohne Titel landeten zwischen 2.400 und 2.600 Euro (Taxen zwischen 1.200 und 1.600 EUR).

HAP Grieshaber zum hundertsten Geburtstag wurde mit 12.000 Euro für seine Portfolio an zehn Farbholzschnitten „Der Feuervogel“ von 1961 am höchsten geehrt (Taxe 7.000 EUR). Unterschiedlich reagierten die Bieter auf einige Arbeiten der Neuen Wilden der Berliner Szene, die zum Teil aus der Privatsammlung des vor zwei Jahren verstorbenen Reutlinger Internisten Wolfgang Schmeißer stammten. 8.000 Euro erreichte Salomés großformatige Darstellung „Nackter“ Männer vor wasserblauem Grund aus dem Jahr 1981 (Taxe 7.000 EUR). Zu 14.000 Euro 1.000 Euro unterhalb der Taxe reichte es bei Rainer Fettings Ölbild „Yellow Cab on Time Square“ von 1991. Luciano Castellis Gemälde „Indio Apache“ von 1982/83 und „Love me tender“ von 1981 wurden dagegen zu 6.500 und 6.000 Euro nur unter Vorbehalt abgegeben (Taxen je 8.000 EUR).

Bei David Burljuks rotem Auto vor einer Industrielandschaft aus dem Jahr 1916 fehlten 500 Euro, und das Bild wurde für 9.000 Euro weitergereicht. Auch im ersten Teil der Auktion mit rund 530 günstigen Arbeiten gab es erfreuliche Ergebnisse, so für den Dresdner Adam Lude Döring, dessen gegenständliche Werke bis zu 1.500 Euro erreichten, oder den Luxemburger Roland Schauls, der sich einer expressiv-figuralen Malweise verschrieben hat. Bis zu 1.600 Euro waren hier das Ergebnis für drei Arbeiten. Den Sieg der kleinen Preise trug Hermann Stenners Selbstportrait von etwa 1913/14 mit 3.300 Euro davon (Taxe 250 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Nagel Auktionen

Neckarstraße 189-191

DE-70190 Stuttgart

Telefax:+49 (0711) 649 69 696

Telefon:+49 (0711) 64 96 90

E-Mail: contact@auction.de



24.04.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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21.04.2009, Moderne Kunst

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