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Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

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Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Jugendstil und Art Déco bei Quittenbaum in München

Disteln statt Lilien



Samuel Schellink, Henkelvase, 1900

Samuel Schellink, Henkelvase, 1900

Wieder treten fast 700 Objekte aus Jugendstil und Art Déco beim Münchner Spezialisten für Kunsthandwerk des 20sten Jahrhunderts Quittenbaum an. Und erneut ist die Qualität hoch am 28. April. Allein rund 220 Losnummern widmen sich dem französischen Glas der ersten Jahrhundertshälfte. Keine der großen Firmen fehlt: Gabriel Argy-Rousseau entsendet eine blauviolette Vase namens „Feuilles Modernes“ aus dem Jahr 1925 (Taxe 7.000 EUR), die ungewöhnlich reiche Offerte an skulpturalen Utensilien Amalric Walters reicht von einer Schmuckdose mit Schneckengriff (Taxe 4.500 EUR) bis hin zur Vase „Blé“ von etwa 1925 in blaugrüner Färbung (Taxe 6.000 EUR), und Burgun, Schverer & Co. aus Meisenthal schmückten ihre leicht balusterartige Vase zwischen 1896 und 1903 mit einem festlich blühenden Storchenschnabel (Taxe 8.000 EUR). Bereits dem Art Déco gehört René Laliques bekannte Kugelvase „Penthièvre“ mit stilisierten Fischen aus dem Jahr 1926 an, diesmal in kobaltblau gefärbt (Taxe 9.000 EUR).


Die prächtigsten Offerten kommen freilich wieder von den beiden großen Konkurrenten aus Nancy. Daum Frères legt vor mit gleich zwei Exemplaren der schlanken Vasenform „Marguerites“ um 1900 (Taxen je 9.000 EUR) sowie der balusterförmigen Vase „Pavot d’Orient“ aus dem Jahr 1905 nach Entwurf Henri Bergés (Taxe 10.000 EUR). Dieses preisliche Mittelfeld ist von Emile Gallé fast unbesetzt, dafür gibt es hier ein Spitzenstück von ungewöhnlich progressiver Formgebung, die an den schönen, gefällig-makellosen Jugendstil der sonstigen Produkte kaum denken lässt: Die eigentlich regelmäßig-symmetrische Form und der feine Blattrankendekor der opakbraunen Vase „Ecume de Mer“ werden konterkariert durch unterschiedlich herabhängende Tropfen in farblosem Glas, die den überquellenden Meerschaum symbolisieren sollen. Das auf 18.000 Euro angesetzte Stück ist mit einer Widmung aus dem Jahr 1905 versehen und dürfte rund zwei Jahre vorher entstanden sein.

Die Möbel werden deutlich von den floralen Formen des französischen Jugendstil dominiert. Als bekanntester Designer steht dafür Louis Majorelle, dessen Sammlerschrank aus dem Salon „Clématite“ als Modell für die Brüsseler Weltausstellung 1910 diente (Taxe 9.000 EUR). Zu dieser Mustereinrichtung gehörte auch eine vierteilige Sitzgruppe mit originalem grüngelbem Samtbezug (Taxe 7.000 EUR). Richtig luxuriös schlafen lässt sich in Pierre Selmersheims Doppelbett von etwa 1903 in ähnlich bewegter, offen gearbeiteter und weit ausladender Rahmenkonstruktion. Auch modernen Ansprüchen dürfte es mit seinen zwei Metern Länge einigermaßen genügen (Taxe 24.000 EUR). Josef Hoffmann oder Koloman Moser dürften für eine bei J. & J. Kohn in Wien ausgeführte Vitrinenanrichte verantwortlich sein, deren Modell 1904 auf der Weltausstellung in Saint-Louis zu sehen war (Taxe 4.000 EUR).

Ungewöhnlich ist die Offerte eines kompletten Spielzimmers, bestehend aus zwei Eckbänken mit Lampen, zwei Hockern, einem Tisch und einem Spielschrank. Entwerfer war um 1905 der Berliner Architekt Alfred Grenander, der in jungen Jahren etwa unter Paul Wallot am neubarocken Berliner Reichstag arbeitete, sich aber bald vom Historismus abwandte und geometrische Formen ohne konkreten historischen Rückbezug bevorzugte. Das insgesamt gut erhaltene Ensemble soll 15.000 Euro kosten. Den gleichen Preis trägt ein Hängeschrank samt Spiegel des bekannten italienischen Designers Carlo Bugatti, der den stilistisches Formen des Nahen Ostens in seinen Werk breiten Raum gab und damit bis heute zu einem der beliebtesten Schöpfer exotisch-schwüler Einrichtungsgegenstände avancierte. Außerdem gibt es von ihm zwei kleine, symmetrische Wandspiegel für 14.000 Euro. Unbekannt ist der italienische Entwerfer eines Barschranks und eines Konsoltisches um 1930 mit farbigen Marmorimitationen (Taxen 7.000 und 6.000 EUR).

Höhepunkte der Kleinskulpturen sind einige Bronzen des gebürtigen Ungarn Demetre Chiparus. Dieser fing als Meister klassischer Jugendstilbronzen an, etwa in seiner Skulptur „Blé“, die das Thema des Kornes wie Amalric Walters Vase verarbeitet, allerdings unter zu Hilfenahme einer leicht bekleideten Frauengestalt (Taxe 5.000 EUR). In den 1920er Jahren spezialisierte er sich auf weibliche Statuetten aus Bronze und Elfenbein, meist auf Marmor- oder Onyxsockeln, wie seine „Empreintes de pied“ (Taxe 14.000 EUR) oder „Danseuse du Liban“ für 7.000 Euro. „L’Innocence“ zeigt eine vorgetragene Anmut der Bescheidenheit (Taxe 14.000 EUR), „Danseuse à la chaîne“ spielt mit dem Reiz von Erotik und Exotik (Taxe 9.000 EUR). Rein aus Elfenbein besteht eine Mädchenfigur Joé Descomps’ um 1900, nur der große Sockel besteht aus geädertem Marmor mit einem Einsatz aus Onyx (Taxe 3.800 EUR). Auf deutscher Seite führte Ferdinand Preiss die Kunst Chiparus’ fort und brachte es etwa in seiner Tänzerin mit Tamburin zu ähnlicher Virtuosität (Taxe 9.000 EUR).

Die österreichische Skulptur spezialisierte sich zur gleichen Zeit eher auf keramische Arbeiten. Reni Schaschls weibliche Personifikation des Wassers aus dem Jahr 1917 zeigt diese Richtung, die sich von der Glätte des französischen Jugendstils freimachte und dem Expressionismus Einzug ins Kunsthandwerk gewährte (Taxe 2.800 EUR). Eine der bekanntesten Vertreterinnen ist Gudrun Baudisch, die sich in ihrer braunen Majolikascherbenskulptur einer großen weiblichen Figur 1928 offenbar auch von der allmählich bekannt gewordenen afrikanischen Kunst inspirieren ließ. Die gesuchte Pose der halb knienden Figur mutet dagegen noch ganz klassisch an. Ausführende Firma war in beiden Fällen die Wiener Werkstätte, der man auch einen entscheidenden Einfluss auf neue Entwicklung einräumen muss (Taxe 28.000 EUR). Eine ganz eigene, aber sehr beliebte Dekorationsform betrieb Franz Hagenauer, wobei er mit der Moderne in der bildenden Kunst durchaus Schritt hielt. Seine Messingskulptur eines Kopfes aus den 1930er Jahren beispielsweise bildet das Gegenständliche in eine abstrahierte Reduktion geometrischer Formen um (Taxe 6.000 EUR).

Die gleichzeitige Produktion in Deutschland blieb demgegenüber teilweise recht traditionell. Die Porzellanmanufaktur Meißen gestaltete ihre Skulpturen, so einen Pfefferfresser nach einem Entwurf Paul Walthers von 1919, noch immer in den Traditionen des 18ten Jahrhunderts (Taxe 5.500 EUR). Neue Ideen brachte unter anderem Paul Scheurich ins Gespräch. So gestaltete er 1933, als es gerade noch möglich war, für die Majolika Manufaktur Karlsruhe eine spärlich bekleidete Afrikanerin mit einem riesigen Fisch zu ihren Füßen (Taxe 4.500 EUR). Die bedeutendste Porzellanmanufaktur der Jahre um 1900 in den Niederlanden war die Haagsche Plateelbakkerij Rozenburg in Den Haag. Deren prächtige, meist mit Blumen und Tieren geschmückte Gebrauchsgegenstände erfreuen sich heute großer Beliebtheit. Dabei sind die Motive keineswegs immer gefällig: Auf einer hohen Henkelvase Samuel Schellinks etwa machen sich stachelige Disteln breit, in denen es sich einige Vögel nichtsdestoweniger bequem gemacht haben. Mit 13.000 Euro sollte ein Interessent rechnen.

Die Auktion beginnt am 28. April um 14 Uhr. Die Besichtigung der Objekte ist am 23. und 24. April von 10 bis 18 Uhr, am 25. und 26. April von 13 bis 17 Uhr und am 27. April von 10 bis 15 Uhr möglich. Der Katalog lässt sich im Internet unter www.quittenbaum.de einsehen.

Kontakt:

Quittenbaum Kunstauktionen

Theresienstraße 60

DE-80333 München

Telefon:+49 (089) 27 37 02 10

Telefax:+49 (089) 27 37 02 122

E-Mail: info@quittenbaum.de



23.04.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Veranstaltung vom:


28.04.2009, Jugendstil - Art Déco

Bei:


Quittenbaum Kunstauktionen

Bericht:


Ein Bett für 24.000 Euro

Kunstwerk:

Ferdinand Preiss, Tänzerin mit Tamburin
Ferdinand Preiss, Tänzerin mit Tamburin

Kunstwerk:

Lajos Mack, Vase, um
 1900
Lajos Mack, Vase, um 1900

Kunstwerk:

Georges Lavroff, Die Nacht, um 1928
Georges Lavroff, Die Nacht, um 1928

Kunstwerk:

Eduard Klablena, Ziegenbock, 1913/14
Eduard Klablena, Ziegenbock, 1913/14

Kunstwerk:

Reni
 Schaschl, Wasser, 1917
Reni Schaschl, Wasser, 1917

Kunstwerk:

Gudrun Baudisch, Große Weibliche Figur, 1928
Gudrun Baudisch, Große Weibliche Figur, 1928







Henri Bergé, Vase „Pavot d’Orient“, 1905

Henri Bergé, Vase „Pavot d’Orient“, 1905

Taxe: 10.000,- EURO

Zuschlag: 9.000,- EURO

Losnummer: 95

Henri Bergé, Schmuckdose, nach 1919

Henri Bergé, Schmuckdose, nach 1919

Taxe: 4.500,- EURO

Zuschlag: 3.800,- EURO

Losnummer: 36

Demetre Chiparus, Danseuse à la chaîne, um 1925

Demetre Chiparus, Danseuse à la chaîne, um 1925

Taxe: 9.000,- EURO

Zuschlag: 10.000,- EURO

Losnummer: 306

Carlo Bugatti, Zwei kleine Wandspiegel, um 1900

Carlo Bugatti, Zwei kleine Wandspiegel, um 1900

Taxe: 14.000,- EURO

Losnummer: 672

Burgun, Schverer & Co., Vase mit Storchenschnabel, um 1896-1903

Burgun, Schverer & Co., Vase mit Storchenschnabel, um 1896-1903

Taxe: 8.000,- EURO

Zuschlag: 10.500,- EURO

Losnummer: 60

Lous Majorelle, vierteilige Sitzgruppe aus dem Salon „Clématite“, um 1910

Lous Majorelle, vierteilige Sitzgruppe aus dem Salon „Clématite“, um 1910

Taxe: 7.000,- EURO

Losnummer: 289

Emanuel Josef Margold, Tafelaufsatz, um 1913/14

Emanuel Josef Margold, Tafelaufsatz, um 1913/14

Taxe: 2.200,- EURO

Zuschlag: 2.000,- EURO

Losnummer: 451

René Lalique, Vase „Penthièvre“, 1926

René Lalique, Vase „Penthièvre“, 1926

Taxe: 9.000,- EURO

Zuschlag: 20.000,- EURO

Losnummer: 175

Josef Hoffmann oder Koloman Moser zugeschrieben, Vitrinenanrichte, 1903

Josef Hoffmann oder Koloman Moser zugeschrieben, Vitrinenanrichte, 1903

Taxe: 4.000,- EURO

Losnummer: 455

Demetre Chiparus, Blé

Demetre Chiparus, Blé

Taxe: 5.000,- EURO

Losnummer: 301

Alfred Grenander, Spielzimmer, um 1905

Alfred Grenander, Spielzimmer, um 1905

Taxe: 15.000,- EURO

Losnummer: 634

Camille Fauré, Kleine Vase, um 1930

Camille Fauré, Kleine Vase, um 1930

Taxe: 2.800,- EURO

Zuschlag: 2.400,- EURO

Losnummer: 270




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