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Mit sicherem Strich hat er die Verschrobenheit des modernen Lebens erfasst: Der New Yorker Zeichner Saul Steinberg wird mit einer umfassenden Werkschau im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe gewürdigt. Fünf Jahrzehnte lang arbeitete er für das New Yorker Kultmagazin „The New Yorker“. Sein unverwechselbarer Stil prägt das Blatt bis heute

Die Welt von der 9th Avenue aus gesehen



„The New Yorker“, das sind jeden Montag rund 100 dicht bedruckte Magazinseiten voll mit anspruchsvollen Essays, Film-, Musik- und Ausstellungskritiken, Gedichten, Short Stories und nicht zuletzt auch Cartoons. Gemacht ist das, laut Selbsteinschätzung, intellektuellste Stadtmagazin der Welt, für gelernte Metropolenbewohner, die es lieben, sich selbst und den Rest der Welt aus einer manchmal vielleicht etwas überheblichen, immer jedoch humorvollen Perspektive zu betrachten. New Yorker Bildungsbürger lieben dieses seit 1925 erscheinende Heft über alles.


Einer der Zeichner, dessen Werk über fünf Jahrzehnte untrennbar mit der Geschichte des intellektuellen Stadtneurotikerblattes verbunden ist, war Saul Steinberg (1914-1999). Steinbergs Stil bestand darin, mit sicherem Strich die Verschrobenheiten seiner Mitmenschen, die kleinen Phänomene des Alltags und die großen Themen der Zeitgeschichte auf einem Blatt Papier zu hintersinnig-satirischen Bildern zu verdichten. Was ihn auszeichnet, das war die Ökonomie der zeichnerischen Mittel. Eher ein Zuwenig als ein Zuviel. Mit ein paar Tinten- oder Bleistiftlinien konnte er das Theater des Lebens mit all seinen wunderlichen Details und extravaganten Verhaltensweisen aufs Papier bannen.

Die Ausstellung „Illuminations“ im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe würdigt nun das Lebenswerk Steinbergs, eines der berühmtesten Zeichner des 20. Jahrhunderts. Rund 150 Exponate sind zu sehen. Neben 112 Originalzeichnungen auch Fotografien, Collagen, Skulpturen, Papiermasken, überarbeitete Postkarten und Drucksachen. Hamburg ist die einzige deutsche Station dieser von der New Yorker Saul Steinberg Foundation entwickelten Wanderausstellung.

Saul Steinberg war ein Emigrant. Geboren in Rumänien, kam er 1933 nach Mailand, um dort Architektur zu studieren. Seine jüdische Herkunft zwang ihn jedoch, Europa 1941 zu verlassen. Nach einer Zwischenstation in der Dominikanischen Republik landet er 1942 schließlich in New York und erhält ein Jahr später die US-Staatsbürgerschaft. Die Erfahrungen von Flucht und Fremde, aber auch seine unbändige Neugier auf neue Erfahrungen prägen seinen Blick. In New York wird er zum genauen Beobachter. Mit subtilem Witz erfasst er die Kuriositäten der modernen Welt und die Spleens seiner Mitmenschen. Das 1953 entstandene Blatt „Techniken auf einer Party“ ist eine brillante zeichnerische Charakterstudie von Schüchternen und Exaltierten, Small Talk-Koryphäen und grauen Mäusen, Partyhengsten und Feierabendclowns. Wie immer bedient sich Steinberg auch hier einer Vielzahl von zeichnerischen Stilen und kunsthistorischen und popkulturellen Zitaten. Da gibt es eine pointillistische Tupfenfrau, einen comicartigen Karomann und breitschultrige Damen im Stil von Pablo Picasso.

Mit ähnlichem Spott, aber nie mit Häme nähert sich Steinberg fast allen Phänomenen der modernen Welt. Exaltierte U-Bahnfahrerinnen stellt er ironisch als „Drei Freiheitsstatuen“ (1949-51) dar. Die mitten im New Yorker Boheme-Stadtteil Greenwich Village gelegene Bleecker Street wird bei ihm 1970 zum Mikrokosmos einer Nation, die zwischen Vietnamkrieg und Studentenunruhen, Straßenkriminalität und Umweltverschmutzung gerade an ihren Problemen zu ersticken droht.

Zu Steinbergs bekanntesten Motiven gehören seine „View of the World Cover“ für „The New Yorker“: „Die Welt von der 9th Avenue aus gesehen“, ein Titelbild aus dem Jahr 1976, ist eine mentale Landkarte aus der Vogelperspektive. Der Blick reicht von den Häusern Manhattans über den Hudson River und den ganzen amerikanischen Kontinent bis jenseits des Pazifiks. In weiter Ferne erheben sich die Landmassen von Russland, China und Japan. „Ich bin ein Schriftsteller, der nicht schreiben kann“, hat Steinberg einmal gesagt, „Ich spreche sechs Sprachen, keine davon gut. Die Linie ist meine wirkliche Sprache.“

Die Ausstellung „Saul Steinberg – Illuminations“ ist bis zum 1. Juni zu sehen. Das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg hat dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet, mittwochs und donnerstags zusätzlich bis 21 Uhr. Der Eintritt beträgt 8 Euro, ermäßigt 5 Euro. Für Kinder und Jugendliche bis zu 18 Jahren ist der Eintritt frei. Der Katalog ist im Hatje Cantz Verlag erschienen und kostet 58 Euro.

Kontakt:

Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg

Steintorplatz

DE-20099 Hamburg

Telefon:+49 (040) 428134 880

Telefax:+49 (040) 428134 999

E-Mail: service@mkg-hamburg



21.04.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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Weitere Inhalte:

Veranstaltung vom:


13.03.2009, Saul Steinberg - Illuminations

Bei:


Museum für Kunst und Gewerbe

Künstler:

Saul Steinberg










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