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Dunkle Schatten hinter bunten Farben und humorvollen Formen: Als erstes deutsches Museum zeigt die Kunsthalle zu Kiel eine große und multimediale Einzelausstellung des international erfolgreichen dänisch-israelischen Künstlers Tal R

Bitte, gib mir meine Hand zurück



Auf den ersten Blick wirken seine Bilder und Skulpturen kindlich und karnevalesk. Fast hat man sogar den Eindruck, als bediene sich hier jemand völlig unverkrampft und spielerisch des Formenkanons der naiven Kunst und des folkloristischen Dekors. Hier eine etwas aufgeblähte Babuschka, dort ein bunt verziertes Riesenosterei und ab und zu die traurigen Augen eines Clowns. Doch der erste Eindruck täuscht: Die Kunst des in Kopenhagen und Berlin lebenden dänisch-israelischen Künstlers Tal R, Jahrgang 1967, verfügt über ein viel tiefgründigeres Potential, als man zunächst vermuten könnte. Unter den bunt bemalten Oberflächen seiner Gemälde, Skulpturen und Stoffarbeiten brodelt es gewaltig. Da entpuppen sich lustige Kindermasken als die hässliche Fratze des Todes, eine bunt gestreifte Schneckenskulptur als Phallussymbol oder spitz zulaufende Dreiecke als Fallbeile. Und wer genau hinschaut, der entdeckt ab und zu auch Adolf Hitler – etwa auf dem Gemälde „La peinture n’est pas là“ von 2006 – als Zeitungsleser im Wirtshaus.


Die Kunsthalle zu Kiel zeigt jetzt unter dem Titel „You laugh an ugly laugh“ die erste deutsche Museumsausstellung dieses international bereits erfolgreichen Künstlers. 109 Arbeiten von der kleinformatigen Zeichnung bis zum 15 Meter langen Wandgemälde, daneben Skulpturen, Gemälde, Vitrinen und Filme, sind auf drei Etagen und 1.400 Quadratmetern zu sehen. Geboren in Israel und aufgewachsen in Dänemark, beschreitet Tal R – das R steht für seinen Nachnamen Rosenzweig – einen künstlerischen Weg, der ihn durch den gesamten Formenkanon der Weltkulturen und der Kunstgeschichte schreiten lässt. Israel und Dänemark sind da nur zwei Stationen von unendlich vielen.

Wie ein gewaltiger Staubsauger verleibt er sich das Formen- und Farbenrepertoire der Menschheit ein. Er fotokopiert das, was ihn interessiert, aus Kunstbänden und reduziert Farbiges auf Schwarzweißkontraste. So bekommt er seine Motive besser zu fassen. Tal R legt umfangreiche Ordner und Archive an, aus denen er sich bedient. Aus Bildern schafft er neue Bilder. Das scheinbar verwirrende Formenvokabular der Völker dieser Erde reduziert er mit großer Sensibilität auf wenige, überall vorkommende Grundmuster und Farben. Er recycelt afrikanische Kultgegenstände, europäische Malerei, orientalische Ornamente, billige Kaufhauskunst, Kinderzimmerdekorationen der 1970er Jahre, pornografische Darstellungen, folkloristische Souvenirs und religiösen Kitsch. High & Low, Hochkultur und kommerzieller Ramsch gehen in seiner Kunst eine unkonventionelle Ehe ein.

Was am Ende dabei herauskommt, ist oft wesentlich bedeutungsschwerer als die bloße Summe der verwendeten Ausgangsmaterialien. Tal Rs Kunst begibt sich auf die Suche nach der Magie des Universellen in einer scheinbar in unendlich viele Einzelaspekte aufgesplitterten Welt. In der vermeintlich unbeschwerten Kunst von Tal R tun sich Abgründe auf, die den Betrachter in ungeahnte Tiefen herabziehen und zur Reflexion über den Zustand der Welt, die Zeitgeschichte, aber auch über sein eigenes Schicksal zwingen. Wie das im Einzelnen funktioniert? „Generös und freundlich“, so Tal R, sollen seine Arbeiten zunächst einmal wirken, „wie ein sympathischer Händedruck“. „Doch streckt man die Hand danach aus, fängt die Arbeit an, daran zu ziehen, und man möchte sagen: ‚Bitte, gib mir meine Hand zurück.’ So sind meine Arbeiten angelegt.“

Tal R bedient sich gern einer Metapher, um seine künstlerische Methode zu verdeutlichen. Seine Kunst sei wie ein „Kobojlnik“, ein kleiner Mülleimer, wie er in Israel im Kibbuz üblich sei. Da komme alles hinein. Es könne aber natürlich auch wieder herausgezogen und in ganz neuen Zusammenhängen verwendet werden. So entsteht nicht nur in der äußerst dicht installierten Kieler Ausstellung eine Art fröhlicher Totentanz, ein verwirrendes Spiel mit Ornamenten und Mustern, Farben und Formen. Eigentlich aber treibt Tal R etwas ganz anderes an: „Es geht um Sprache, Sprache, Sprache“, sagt er. „Das habe ich schon oft gesagt und die Leute schauen mich dann immer so komisch an, weil sie mich als empfindsamen Maler wahrnehmen.“

Die Ausstellung „Tal R – You laugh an ugly laugh“ ist bis zum 6. Juni zu sehen. Die Kunsthalle zu Kiel ist Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr und Mittwoch zusätzlich bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 6 Euro, ermäßigt 4 Euro. Der 144seitige Katalog ist DuMont Buchverlag erschienen und kostet 24 Euro.

Kontakt:

Kunsthalle zu Kiel

Düsternbrooker Weg 1

DE-24105 Kiel

Telefax:+49 (0431) 880 57 54

Telefon:+49 (0431) 880 57 56

E-Mail: buero@kunsthalle-kiel.de



06.04.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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in der Ausstellung „Tal R – You laugh an ugly laugh“

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