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Noch ist alles so schön bunt: Anfang April werden zum 18. Mal die Lead Awards, so etwas wie die Oscars der Magazinbranche, vergeben – eine vielfältige Leistungsschau der Kreativ- und Verlagsszene ist vorab im Haus der Photographie in Hamburg zu besichtigen

Das Beste aus deutschen Zeitschriften



Finanzkrise, Medienkrise, Strukturwandel: Die Aussichten auf dem deutschen Zeitschriftenmarkt sind längst nicht mehr so rosig wie noch vor einigen Jahren. Damals gab es noch viel Spielraum für neue, innovative Titel, für aufwändig produzierte Fotostrecken, gegen den Strich gebürstete Themen und groß gefahrene Nischenstories. Doch die Marktbereinigung hat längst eingesetzt. Erste Titel wie die Glamour-Blätter „Park Avenue“ und „Vanity Fair“ wurden eingestellt. Andere kämpfen ums Überleben. Dennoch feiert die Verlagsbranche sich auch in Krisenzeiten gerne selbst. Bereits zum 18. Mal vergibt die Lead Academy die gerade von Fotografen hoch geschätzten „Lead Awards“ im Bereich Zeitschriften und Internetpublikationen. Markus Peichl – er gründete 1986 das Kultmagazin „Tempo“ – ist seit acht Jahren Leiter der Lead Academy mit Sitz in der Medienstadt Hamburg. Er nennt nackte Zahlen: Rund 350 deutsche Zeitschriften- und Onlinetitel werden von einer Vorjury ausgewertet. Die Hauptjury vergibt dann in 18 Unterkategorien die Auszeichnungen in Gold, Silber und Bronze.


Zum sechsten Mal werden jetzt die prämierten Fotostrecken, Zeitschriftenbeiträge, Anzeigen und Websites in der Ausstellung „Visual Leader 2009“ im Haus der Photographie in den Hamburger Deichtorhallen gezeigt. Zum ersten Mal gibt es in diesem Jahr einen Publikumspreis. Per Computer können die Besucher der Ausstellung abstimmen. Markus Peichl hat in diesem Jahr einige Trends auf dem Zeitschriftensektor ausgemacht. Einer davon: Auffällig viele Fotografen beschäftigen sich mit dem Thema Jugend. Auch vor dem Hintergrund des medial ausgeschlachteten Amoklaufs in Winnenden erscheint dieser Versuch, die Lebensphase des Suchens, Ausprobierens und Erwachens mit der Kamera einzufangen, wieder ganz aktuell. Die bulgarische Fotografin Pepa Hristova begleitete Heranwachsende während einer Klassenfahrt. Coole Zigarettenpause am weißen Küchentisch, ein gemeinsamer Stadtrundgang mit Audioguide oder ausgelassenes Planschen im Hallenbad: Hristovas Fotografien entstehen aus einem einerseits verbündlerischen, aber gleichzeitig analytischen Blick auf eine im Rückblick oft als romantisch und idyllisch empfundene Zeit.

Eine ganz andere Herangehensweise verfolgt der langjährige „Stern“-Hausfotograf Volker Hinz. Von ihm ist eine Folge von Schwarzweißfotografien mit Porträts und situativen Aufnahmen des Altkanzlers Helmut Schmidt zu sehen, die über 30 Jahre entstanden ist. Zu seiner Arbeitsweise äußert sich Hinz: „Helmut Schmidt öffnet sich nie. Man muss sich ihm ganz brachial nähern und sehen, was passiert. Man muss sich unsichtbar in seine Welt begeben.“ Volker Hinz’ Methode ist offensichtlich erfolgreich. Ihm gelingen ungewöhnliche Aufnahmen von Helmut Schmidt. Etwa beim nicht ungeschickten Stäbchenessen mit einem chinesischen Politiker oder beim Aktenstudium während einer Flugreise, neben sich seine entspannt schlafende Frau Loki.

Ein erfolgreicher Fotograf der jüngeren Generation ist Daniel Josefsohn aus Berlin, der für die „Zeit“, MTV, „Brand Eins“, aber auch für Kunstmagazine wie „Monopol“ arbeitet. Josefsohn fotografiert am liebsten in alter Independent-Manier mit kleinem vertrautem Team ohne Models und ohne viel Schnickschnack. An einem Sonntagmorgen in Berlin entstand zusammen mit Künstlerfreunden die beiläufige Serie „Little Dreamers“ für die Bayerische Staatsoper. Für eine Anzeigenkampagne des Herrenlabels „Herr von Eden“ reiste Josefsohn mit einer überschaubaren Gruppe nach Kuba, „weil ich unbedingt dorthin wollte, bevor Fidel Castro stirbt“. In der abendlichen Karibikbrandung ließ er eine bizarr mit Totenkopfmaske geschminkte junge Frau tänzelnde Posen einnehmen und dandyhaft im weißen Schaukelstuhl sitzen.

Dass sich Internetblogs und hochwertige Printmedien gut miteinander kombinieren lassen, beweist die Arbeitsweise des Berliners Peter Langer. Er fotografiert in konzeptueller Herangehensweise jeden Tag ein Accessoire wie einen Herrenschuh oder eine alte Armbanduhr. Das tägliche Foto stellt er dann in seinen Webblog. Gleichzeitig veröffentlicht das „Zeit“-Magazin jede Woche eines seiner Fotos in einer Kolumne.

Wird mit der Medienkrise nicht alles grauer und eintöniger? Berufsoptimist Peichl gibt sich optimistisch: „Wir tragen in die Welt hinaus, dass es sich lohnt, Zeitschriften zu kaufen und Qualitätsprodukte der großen Verlage im Internet zu nutzen.“ Vielleicht hat er sogar Recht. So zynisch es klingen mag: In Zeiten von Kurzarbeit und Entlassungswellen bleibt einfach mehr Zeit zum Lesen. Und Peichl hat auch schon das richtige Medium parat. Denn bei der Preisverleihung gestern Abend ging das „Zeit Magazin“ noch vor „Brand Eins“ und dem „Stern“ als „Lead Magazin des Jahres“ hervor. Er lobte an dem Supplement zur Hamburger Wochenzeitung das „unverwechselbare, kompakte Konzept“ und die „Fülle guter, neuer Rubriken und substanzieller Einzelthemen“ und zeichnete es mit drei weiteren Goldmedaillen in den Rubriken „Bestes Cover“, „Beste Reportagefotografie“ von Ryan McGinley und „Beste Architektur- und Still-Life-Fotografie“ von Peter Langer zusätzlich aus.

Die Ausstellung „Visual Leader 2009. Das Beste aus Zeitschriften und Internet“ ist noch bis zum 26. April zu sehen. Die Deichtorhallen Hamburg haben täglich außer montags zwischen 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 7 Euro, ermäßigt 5 Euro. Der Katalog „LeadAwards-Jahrbuch – Visual Leader 2009“ erscheint am 29. Mai im Presse Fachverlag und kostet 29,80 Euro.

Kontakt:

Deichtorhallen Hamburg

Deichtorstraße 1-2

DE-20095 Hamburg

Telefon:+49 (040) 32 10 30

Telefax:+49 (040) 32 10 32 30

E-Mail: info@deichtorhallen.de

www.leadacademy.de



02.04.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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Weitere Inhalte:

Veranstaltung vom:


13.03.2009, VisualLeader 2009

Bei:


Deichtorhallen Hamburg

Bericht:


Medien, Macher, Marken

Künstler:

Ryan McGinley

Künstler:

Peter Langer










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