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Kunst und Antiquitäten bei Bolland & Marotz in Bremen

Einsame Spitze



Pierre-Auguste Renoir, Stadtmauer in Spanien, um 1892

Pierre-Auguste Renoir, Stadtmauer in Spanien, um 1892

Man blättert und blättert, hinweg über schöne Landschaft, anmutige Portraits, lustige Genreszenen, aber nichts, was einen unmittelbar zum Erstaunen bringt – und dann plötzlich das: ein echter, leibhaftiger Pierre-Auguste Renoir in der 141sten Versteigerung von Kunst und Antiquitäten des Bremer Auktionshauses Bolland & Marotz. Es besteht kein Zweifel, das kleine Ölbild mit originalem französischem Goldrahmen taucht in den einschlägigen Werkverzeichnissen auf und war bereits 1938 auf einer Ausstellung im Graphischen Kabinett zu Bremen zu bewundern. Seit diesem Jahr befindet sich die Leinwand auch in Bremer Privatbesitz. Das südländische Flair dieser Stadtlandschaftsimpression, die fast ganz entvölkerte Siestastimmung zwischen den altertümlichen, fast fensterlosen brauntonigen Gebäuden wird durch die Entstehungszeit des Bildes bestätigt: 1892 malte es Renoir bei einem Aufenthalt in Spanien, während dessen er die Alten Meister im Prado studierte. Das kleine Juwel, das aus dem Nachlass des 1919 verstorbenen Künstlers stammt, trägt eine durchaus realistische Schätzung von 150.000 Euro.


Die Malereiabteilung eröffnen wie immer die Künstler der Bremer Umgebung, allen voran natürlich die berühmten Worpsweder. Eine echte Paula Modersohn-Becker findet man freilich nur in zwei Grafiken, den Radierungen „Sitzende Alte“ von 1899 (Taxe 1.200 EUR) und „Die Frau mit der Gans“ aus dem Jahr 1902 (Taxe 1.400 EUR). Dafür aber treten vier bedeutende Bilder ihres Mannes Otto Modersohn auf, von denen mit 28.000 Euro die undatierte Leinwand „Herbstabend im Moor“ besonders herausgestellt ist. Nicht nur hinsichtlich der Größe übertrifft es die anderen Gemälde beträchtlich, auch die malerische Ausführung der in märchenhaft schimmerndes Licht getauchten Landschaft lässt das Werk als vollwertiges Gemälde erkennen. Zwei kleinere Arbeiten rangieren bei 7.500 und 8.700 Euro, ein Blumenstrauß der Zeit um 1930 mit der rückseitigen Landschaft „Haus am Gailenberg“ kostet 12.000 Euro.

Noch ein wenig günstiger wird es für Hans am Ende, dessen impressionistische „Landschaft mit Bockmühle“ und viel Heidekraut in die Zeit um 1890 datiert. Der junge Exstudent Ferdinand Kellers in Karlsruhe war erst kurz zuvor auf Anraten Fritz Mackensens nach Worpswede gezogen (Taxe 3.300 EUR). Zum Kreis gehörte ferner Carl Vinnen, ebenfalls zeitweise Student in Karlsruhe. Auch seine Nordseebilder, von denen hier ein „Sturm vor Morsumkliff“ auf Sylt zur Verfügung steht, vermischen die Formenwelt des französischen Impressionismus mit der deutsch-romantischen Urangst vor der Unkontrollierbarkeit der Naturgewalten (Taxe 7.200 EUR). Die jüngere Worpswede-Tradition führte unter anderem Lisel Oppel weiter, so in ihrem „Laternenfest in Kamerun an der Hamme“ aus dem Jahr 1951 (Taxe 4.500 EUR). Der gebürtige Hamburger Otto Tetjus Tügel bediente sich einer surrealen wie neusachlichen Formensprache und komponierte seine zum Teil recht großformatigen Landschaften, Grußkarten und Damenbildnisse bevorzugt in Mischtechnik und Kohle (Taxen zwischen 400 und 2.200 EUR).

Friesisch-herb bleibt es zunächst auch bei den Alten Meistern: Wolfgang Heimbach ist vielleicht der bedeutendste Oldenburger Maler des 17ten Jahrhunderts. Er kam weit herum, war unter anderem am Hof des Großherzogs Ferdinand II. de’ Medici und am Hof des dänischem Königs Friedrichs III. tätig. Sein bisher bekanntes letztes Werk war eine Arbeit 1678. Bolland & Marotz bietet nun eine mittelgroße Leinwand an, die mit 1679 datiert ist. Die Darstellung der Taufe Christi mit reicher Figurenstaffage gehört wohl zu den bedeutenderen Arbeiten des Meisters, der seine künstlerische Schulung vielleicht unter den großen Niederländern erhalten hat (Taxe 17.000 EUR). Diesem Werk lassen sich lediglich eine Küstenlandschaft des Antwerpener Malers Bonaventura Peeters (Taxe 6.200 EUR) und eine Nutztierdarstellung vielleicht von Philipp Peter Roos an die Seite stellen (Taxe 4.000 EUR). Bereits aus dem frühen 19ten Jahrhundert, aber noch in der Schule des Frühklassizismus wurzelnd ist Johann Baptist Lampis d.J. Portrait „Johann Reichsgraf von Klenau, Freyherr von Jannowitz, 59 Jahre alt“. Der österreichische General zeichnete sich in den Napoleonischen und den Freiheitskriegen aus (Taxe 6.000 EUR).

Im 19ten Jahrhundert dominieren fein gemalte, wirklichkeitsgetreue Landschaften, etwa eine „Waldparthie“ von Cornelis Bijlard (Taxe 5.000 EUR), ein altmeisterliches Eisvergnügen des Düsseldorfer Akademiegewächses Johannes Bartholomäus Duntze aus dem Jahr 1865 (Taxe 10.000 EUR) und eine rastende Schäferin mit Herde von Charles-Émile Jacque (Taxe 6.500 EUR). Der gleichen Richtung gehört ein prächtiges Stillleben des ansonsten weithin im Dunkel der Geschichte verlorenen Franzosen Jules Trager (Taxe 6.000 EUR). Eine Generation später schlägt bereits der französische Impressionismus durch wie in Otto Heinrich Engels Pastell „Markt auf dem Belle-Alliance-Platz in Berlin“ (Taxe 5.200 EUR), der eleganten Erscheinung einer Dame auf Ufer der Seine von Paul Hoeniger aus dem Jahr 1898 (Taxe 3.200 EUR) oder seiner Sicht auf den „Alten Alexanderplatz in Berlin“ (Taxe 4.000 EUR), einer etwas leger und leichter bekleideten jungen Frau beim Lesen von Caspar Ritter 1910 (Taxe 4.000 EUR) und Heinrich Basedows d.Ä. drei zarten Birken im „Frühling in der Mark“ von 1900 (Taxe 3.500 EUR). Albert Lebourgs „Le Pont Neuf“ von 1888 ist neben dem eingangs erwähnten Renoir das einzige Gemälde von Rang, das den französischen Impressionismus wirklich vertritt (Taxe 8.500 EUR). Bei den Orangen, einer Amphorenvase und einer Tasse des Römers Bruno Croatto bricht sich 1928 schon die Neue Sachlichkeit Bahn (Taxe 5.000 EUR).

Bleiben noch die Arbeiten des 20sten Jahrhunderts. Hier finden sich unter anderem eine kleine Temperakomposition mit Kopffüßler von Horst Antes aus dem Jahr 1963 (Taxe 3.300 EUR) und eine rasche Übermalung A.R. Pencks aus dem Jahr 1984 (Taxe 3.500 EUR). Ein spätes Werk des 1965 gestorbenen Franzosen Charles Camoin lässt in ihrer landschaftlichen Beschaulichkeit noch immer die Kunst der Zeit um 1900 spüren (Taxe 7.000 EUR), ebenso wie zwei Aktbildnisse in freier Landschaft von Carl Christoph Hartig, die allerdings schon 1912 und während der 1920er Jahre teilweise in Paris entstanden (Taxen 4.500 und 7.000 EUR). Auch Georg Kolbes Rohrfederzeichnung eines weiblichen Akts mit aufgestütztem Arm datiert noch in die 1920er Jahre (Taxe 2.900 EUR). Wer es etwas surreal mag, sei auf die pflanzenartige Formationen vor weiten grauen Landschaften des Liverpooler Malers Bert Kitchen verwiesen – in den 1960er Jahren sicher hochmodern, heute etwas angestaubt (Taxen 1.300 und 2.000 EUR). Teuerstes Stück ist mit 14.000 Euro ein Memento Mori des österreichischen Malers Karl Plattner aus dem Jahr 1964.

Beim Kunsthandwerk hat das Silber in Form einer klassizistischen Teekanne des Wismarer Meisters Friedrich Ehr. J. Christen aus dem frühen 19ten Jahrhundert einen schönen Schatz zu bieten (Taxe 2.200 EUR). Zum gleichen Preis gibt es eine bemalte Majolikafigur mit dem Titel „Hoffnung“ nach Entwurf Bernhard Hoetgers aus den Tonwerken Kandern (Taxe 2.200 EUR). Von ihm stammen außerdem noch ein Tisch mit Stuhl in der Art des Worpsweder Cafés Winuwuk für 660 Euro und die kleine Bronze „Japanische Tänzerin I“ von 1923 für 2.200 Euro. Zwischen 1.400 und 2.000 Euro rangieren vier Bodenstanduhren der Zeit um 1800 und 1840, von denen drei in England produziert wurden. Für einige Barockschränke muss mit bis zu 10.000 Euro gerechnet werden.

Auch einige beachtliche Skulpturen sind vorhanden, von denen sich das Fragment eines gotischen Kalksteinportals des 14ten Jahrhunderts wohl aus England (Taxe 3.300 EUR) und eine französische Alabastermadonna des frühen 16ten Jahrhunderts besondere Chancen ausrechnen dürfen (Taxe 3.800 EUR). Reich auch die Auswahl und den Dekorationen der Jahre um 1900: Naum Lvovich Aronsons stehender Marmorakt eines jungen Mädchens (Taxe 4.000 EUR), eine kleinere Fassung von Emil Cauers d.J. berühmter „Wasserschöpferin“ von 1903, ebenfalls aus Marmor (Taxe 2.800 EUR), und die martialische Bronze eines tierbändigenden Gladiators von Adrien-Etienne Gaudez sind die besten Stücke dieser Offerte (Taxe 1.600 EUR). Und unter den Variaobjekten dürfen sich Seeleute auf eine englische Galionsfigur des mittleren 19ten Jahrhunderts freuen, die steif und streng, wie es sich für einen Admiral gehört, auf einem Vorpostenschiff prangte (Taxe 4.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 3. April um 17 Uhr, am 4. April um 10 Uhr. Die Besichtigung der Objekte ist noch am 30 März von 10 bis 18 Uhr, am 31. März und 1. April von 10 bis 20 Uhr möglich.

Kontakt:

Bolland & Marotz - Auktionshaus Bremen

Fedelhören 19

DE-28203 Bremen

Telefon:+49 (0421) 32 82 82

Telefax:+49 (0421) 32 85 43

E-Mail: info@bolland-marotz.de



30.03.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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