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Zehn Jahre Felix-Nussbaum-Haus in Osnabrück: Die Jubiläumsausstellung „Die verborgene Spur. Jüdische Wege durch die Moderne“ untersucht anhand hochkarätiger Leihgaben aus aller Welt die Spur jüdischer Künstler in der Kunst der Moderne – vom 19. Jahrhundert bis hinein in die Gegenwart

Nomaden durch die Zeit



Ein prächtiger, wohl viele Jahrzehnte alter Olivenbaum hängt kopfüber von der Foyerdecke des Osnabrücker Felix-Nussbaum-Hauses. Dort platziert hat ihn der israelische Bildhauer Dani Karavan, Jahrgang 1930. Der entwurzelte, fern seiner mediterranen Heimat stark deplatziert wirkende Ölbaum im norddeutschen Exil bildet den symbolischen Auftakt der Ausstellung „Die verborgene Spur – Jüdische Wege durch die Moderne“ im Felix-Nussbaum-Haus. Die mit rund 100 hochkarätigen Leihgaben aus der ganzen Welt bestückte Schau untersucht den entscheidenden Beitrag jüdischer Künstler zur Kunst der Moderne und Gegenwart. Ausgewählte Werke Felix Nussbaums werden mit Arbeiten anderer Künstler in Dialog gebracht. Anlass der umfangreichen Jubiläumsschau ist das zehnjährige Bestehen des 1998 vom Architekten Daniel Libeskind errichteten Museums.


Libeskinds labyrinthisches „Museum ohne Ausgang“ beeindruckt auch nach zehn Jahren noch durch seine auf das Erzeugen tiefer Emotionen setzende und teils Beklemmung auslösende Architektur. Schräge Rampen führen den Besucher immer tiefer hinab ins dunkle und nahezu unentrinnbare Gehäuse. Spitz zulaufende Winkel und Sackgassen korrespondieren mit der im Laufe seines Lebens immer apokalyptischer werdenden Kunst Felix Nussbaums und der Unausweichlichkeit seines späteren Schicksals. Nussbaum wurde, gerade einmal 44 Jahre alt, nur wenige Monate vor der Befreiung im Konzentrationslager Auschwitz ermordet.

Marc Chagall, Max Liebermann, Mark Rothko, Man Ray, Richard Serra oder Lucian Freud: Sie alle sind jüdischer Abstammung und mit prominenten Werken in der Ausstellung vertreten. Ihre Elternhäuser waren teils orthodox, teils liberal und teils vollkommen säkularisiert. Aber spielt ihr Glaube auch in ihrer Kunst eine Rolle? Gibt es überhaupt so etwas wie eine spezifisch jüdische Kunst? Der Weg von Marc Chagalls Schtetl zu Man Rays Readymades oder Lucian Freuds schonungslos realistischen Darstellungen von Menschenleibern und Hautporen ist schließlich sehr weit. Die Antwort, die im umfangreichen Katalog der Schau gegeben wird, lautet denn auch: nein. Wenn etwas das Werk jüdischer Künstler kennzeichne, so sei es eher die Heterogenität der Ansätze, die Mehrgleisigkeit der Medien und die Komplexität der Darstellungsformen.

Aber dennoch gibt es so etwas wie eine Kunst der Diaspora und des Exils, eine Kunst der Entwurzelung und des Lebens im ewigen Transitzustand. Eine stark im Glauben verwurzelte, jüdische Tradition des Erinnerns und der Skepsis gegenüber dem Abbilden überhaupt. Und hier setzt die Ausstellung eigentlich an. „Was sind wir, wer sind wir, von wo kommen wir?“, hat der damals fünfjährige Richard Serra 1944 seine aus Russland stammende jüdische Mutter gefragt. Ihre Antwort lautete so: „Wir sind Juden. Juden werden dafür, dass sie Juden sind, bei lebendigem Leibe verbrannt.“ Serra, geboren in San Francisco, hat seine jüdische Herkunft lange Zeit verschwiegen. Die bleierne Schwere seiner minimalistischen Metallskulpturen aber allein aus diesem Bewusstsein heraus zu erklären, wäre sicherlich zu kurz gegriffen.

Dennoch: Gerade in den Vereinigten Staaten werden seit etlichen Jahren die lange Zeit weitgehend unbeachteten jüdischen Traditionen gerade der abstrakten Malerei, etwa der New York School, erforscht. So weiß man heute, dass Barnett Newmans Bildtiteln Übersetzungen aus der hebräischen Bibel zu Grunde liegen. Die Rückbesinnung auf das in der Bibel formulierte Bilderverbot brachte gerade vor der Erfahrung der Shoah nach 1945 auf die reine Form reduzierte Bilder hervor. Künstler wie Newman oder Rothko versuchten erst gar nicht mehr, das Unabbildbare überhaupt abzubilden.

Beklemmende Aktualität erhält die Schau dann durch jüngere Positionen: So zeigt die 38jährige, israelische Videokünstlerin Yael Bartana im „Vertikalen Museum“, einem, nur über eine kleine Brücke zu erreichenden Turm von Daniel Libeskind, ihre Arbeit „Trembling Time“. In Zeitlupe hält sie das Anhalten und Weiterfahren von Autos während der Schweigeminute am „Jom haZikaron“ fest, dem alljährlichen Gedenktag für die Opfer der Kriege, die Israel geführt hat, um seine bedrohte Existenz zu sichern.

Die Ausstellung „Die verborgene Spur. Jüdische Wege durch die Moderne“ läuft bis zum 19. April. Geöffnet ist täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 22 Uhr, samstags und sonntags bereits ab 10 Uhr. Der Eintritt beträgt 8 Euro, ermäßigt 6 Euro. Der 250seitige Katalog aus dem Rasch Verlag kostet im Museum 29,80 Euro. Buchtipp: gerade erschienen ist auch „Felix Nussbaum – Die Biografie“, ebenfalls aus dem Rasch Verlag für 22 Euro.

Kontakt:

Felix-Nussbaum-Haus

Lotter Straße 2

DE-49078 Osnabrück

Telefax:+49 (0541) 323 22 37

Telefon:+49 (0541) 323 22 07

www.die-verborgene-spur.de



26.03.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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Veranstaltung vom:


07.12.2008, Die verborgene Spur - Jüdische Wege durch die Moderne

Bei:


Felix-Nussbaum-Haus

Bericht:


Felix-Nussbaum-Haus: Museum ohne Ausgang

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Amedeo Modigliani, Bildnis Hancka Zborowska, 1917
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Daniel Libeskind, Felix-Nussbaum-Haus
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Samuel Hirszenberg, Bildnis eines jungen Schriftstellers, 1903
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Amedeo Modigliani, Bildnis Hancka Zborowska, 1917

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Daniel Libeskind, Felix-Nussbaum-Haus

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Samuel Hirszenberg, Bildnis eines jungen Schriftstellers, 1903

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