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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Jugendstil, Art Déco und Design bei Herr in Köln

Eindeutig Silber



Georg Jensen, Kaffee- und Teeservice „Magnolie“, 1905

Georg Jensen, Kaffee- und Teeservice „Magnolie“, 1905

Das Kölner Auktionshaus Herr, schon seit geraumer Zeit ein kultivierter Anbieter für gehobenes Kunsthandwerk vor allem aus Jugendstil und Art Déco, hat am 28. März eine besonders ansprechende Silberofferte zusammengetragen. In einem Rundumschlag wird das ganze 20ste Jahrhundert durchmessen. Allein mindestens dreißig Jahre scheint ein Tee- und Kaffee-Service der Firma Georg Jensen aus Kopenhagen zu umfassen. Der Entwurf für die fünfteilige Arbeit „Magnolie“ in kraftvollen, fast barock wirkenden Jugendstilformen samt Tablett stammt aus dem Jahr 1905, die Marken auf den Objekten reichen jedoch von 1915 bis nach 1945. Der Einheitlichkeit des auf 18.500 Euro geschätzten Ensembles tut dies keinen Abbruch.


Besondere Aufmerksamkeit zieht der 1876 als Sohn einer Hugenottenfamilie in Hanau geborene Emil Lettré auf sich. Seit Anfang des Jahrhunderts gehörte Lettré über Jahrzehnte hinweg zu den wichtigsten Gold- und Silberschmieden der Reichshauptstadt Berlin. Als einer der ersten seiner Zunft ließ er auch im Kunsthandwerk die Formen des Klassizismus wieder aufleben – ein Stil freilich, der wenig später zu den monumentalistischen Eskapaden totalitärer Reiche führte. Aus den 1930er und 1940er Jahren stammen ein goldenes Zigarettenetui (Taxe 2.800 EUR) und eine kreisrunde, zylindrische Schmuckdose mit einem gravierten Medusenhaupt (Taxe 3.600 EUR). Das exzeptionellste Stück ist eine rechteckige Vorlegeplatte mit flacher Mulde (Taxe 9.700 EUR). Nach der Kriegszerstörung seines Geschäfts arbeitete Lettré im alten Stil weiter, aus diesen Jahren bis zu seinem Tod 1954 datieren ein wuchtiges Deckelgefäß (Taxe 8.500 EUR) und eine fast einen halben Meter hohe Prunkvase mit zwei geflügelten Figuren, wohl Ikarus und Dädalus darstellend (Taxe 9.900 EUR).

Der eine Generation jüngere Andreas Moritz dürfte mit Lettré persönlich bekannt gewesen sein, einer größeren Öffentlichkeit vorstellig wurden die beiden Künstler als Duo jedenfalls durch eine Ausstellung im Kölner Kunstgewerbemuseum 1976/77. „Hommage à Adolf Loos“ lautet der Titel seines Ensembles aus Kaffee- und Milchkanne, die sich in der Tat den schlichten, sachlichen Formen des frühen 20sten Jahrhunderts verschreiben. Ihre unterschiedlichen Funktionen verraten die beiden Geräte, die 1971 vermutlich als Einzelstücke auf die Welt kamen, lediglich aufgrund ihrer Schnaupen (Taxe 16.000 EUR). Der Dritte im Bunde der großen Silberschmiede bei Herr ist der 1943 in Hildesheim geborene Werner Bünck. Seine konstruktivistisch anmutende Weinkanne und Teekanne erinnern an Formen der 1920er Jahre etwa von Rudolf Belling. Soviel Gestaltungssicherheit sollte mit 7.200 und 4.500 Euro belohnt werden.

Belling selbst kommt ebenfalls zum Aufruf, allerdings mit zwei Frühwerken. Der 1886 geborene Künstler entwarf seit 1909 Dekorationen und plastische Modelle für Theateraufführungen von Max Reinhardt in Berlin. Auf der Großen Berliner Kunstausstellung 1914 wurden seine „drei Komiker aus Turandot“ ausgestellt, seither jedoch nicht mehr gesehen. Sehr wahrscheinlich sind sie nun wieder aufgetaucht. Maße, Material, Bemalung und Darstellung der zwei bei Herr angebotenen Hartgüsse stimmen mit den überlieferten Angaben überein. Mit jeweils 3.500 Euro sind die Figuren „Tartaglia“ und „Trufaldino“ bewertet. Wenngleich mit 11.500 Euro gut dreimal so teuer, ist Franz von Stucks bronzener „Athlet“ dagegen fast ein alter Bekannter. Die dekorative Bronzeplastik wird von zwei orientalischen Schönheiten aus den Händen Fortunato Goris (Taxe 6.200 EUR) und Victor Heinrich Seiferts vertreten (Taxe 3.400 EUR).

Die kleine Grafikabteilung führt Ewald Matarés Farbholzschnitt „Vier Pferde auf der Weide“ von 1935 mit 2.300 Euro an. Unter den Textilien ragt die Tapisserie „Möwenschwarm“ heraus, die Otto Eckmann 1896 für die schleswig-holsteinische Kunstwebschule Scherrebek entwarf (Taxe 1.900 EUR). Die lange Reihe prachtvoller Leuchtkörper enthält unter anderem Charles Schneiders späte Jugendstiltischlampe „Marrons“ aus den frühen 1920er Jahren (Taxe 3.200 EUR). Daum Frères, Emile Gallé und François-Emile Décorchemont mit einer kleinen Schale in hellblauer Pâte-de-verre-Technik für 900 Euro sind die altbekannten Namen der Glasproduktion. Daneben gibt es diesmal auch eine kleine Murano-Abteilung mit Carlo Scarpas Vase „A Reticello Pagliesco“ von 1927 an der Spitze (Taxe 8.200 EUR).

Für die Keramikarbeiten muss mit bis zu 4.100 Euro gerechnet werden, wenn es etwa um eine von Henry van de Velde entworfene Vase in Verlaufsglasur der Firma Merkelbach & Wick geht. Die Wiener Firma Goldscheider hatte mit Josef Lorenzl ihren wohl wichtigsten Entwerfer im Haus, dessen Art Déco-Skulpturen, beispielsweise die Tänzerin „Spanischer Shawl“ wohl als Abbild der mexikanischen Filmschauspielerin Dolores del Rio aus der Zeit um 1928/29, den Nerv der Zeit trafen (Taxe 3.200 EUR). Max Laeuger war auf deutscher Seite für einen türkisfarbenen Elefanten verantwortlich, der 1923 in der Karlsruher Majolikamanufaktur aufgelegt wurde (Taxe 2.200 EUR). Für die Porzellanmanufaktur Nymphenburg schuf Joseph Wackerle 1910 einen dekorativen Ara mit Girlande, der jetzt für 2.600 Euro angeboten wird. Und mit Silber ist es noch nicht genug. Der Katalog listet außerdem ein dreiteiliges Teeservice von Harald Nielsen mit stilisiertem Fruchtstand für 2.600 Euro, eine strengere deutsche Variante aus sechs Teilen für 4.200 Euro oder Hans Christiansens 64teiliges Silberbesteck, das von der Heilbronner Firma Peter Bruckmann & Söhne ab 1901/02 als „Darmstaeder Stil“ verkauft wurde (Taxe 5.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 28. März um 11 Uhr. Die Vorbesichtigung ist noch bis zum 26. März täglich von 11 bis 19 Uhr möglich, der Katalog im Internet unter www.herr-auktionen.de abrufbar.

Kontakt:

Kunst- & Auktionshaus W.G. Herr

Friesenwall 35

DE-50672 Köln

Telefon:+49 (0221) 25 45 48

Telefax:+49 (0221) 270 67 42

E-Mail: kunst@herr-auktionen.de



24.03.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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