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Arp Museum inszeniert intermediale Korrespondenzen von Kurt Kocherscheidt und Elfie Semotan

Vertrautheiten eines Künstlerpaares



Kurt Kocherscheidt war ein Einzelgänger der österreichischen Kunst. Dank seines quergängerischen Eigensinns entwickelten sich seine Arbeiten abseits der großen Trends. Als die Malerei durch Fluxus überwunden werden sollte, begann er zu figurativ malen. Vom Gegenständlichen verabschiedete sich Kocherscheidt wieder, als die „Jungen Wilden“ die figurative Malerei emporbrachten. Nachdem er als 36jähriger im Jahr 1979 einen Herzinfarkt erleidet, reduzieren sich die Motive auf bildfüllende Zeichen. Aus diesem Jahr stammt auch das früheste Bild der 22 großformatige Exponate umfassenden Schau im Arp Museum in Remagen, die sich auf das Spätwerk des 1992 mit nur 49 Jahren verstorbenen Malers und Bildhauers konzentriert.


Es ist das Diptychon „Grieselsteiner Kosmos“, das noch Gegenstände, Figuren, Landschaft zeigt. Mit den Jahren vereinfachen und radikalisieren sich die Motive. Mit bildfüllenden Elementarzeichen erzeugt Kocherscheidt in mehrteiligen Arbeiten Reihungen oder Rhythmen. Nach einer Bypassoperation im Jahr 1985 kommt es zur Reflexion untergründiger Wahrnehmungen: „Brustrauschen“, ein vierteiliges Ölbild aus dem Folgejahr, demonstriert dies ebenso wie weitere, von Übermalungen gekennzeichnete Bilder. Sie alle sind als leibliche Resonanzen auf die Welt zu verstehen, denn Körpergefühlen und Leiblichkeit wird eine grundlegende Rolle für künstlerische Inspirationen Kocherscheidts zugeschrieben.

In der einfühlbaren Malerei geht es Kurt Kocherscheidt um Farbklänge sowie Farbkörper, in die man hineinhorchen muss. Die Einheit von Materie und Gestalt spiegelt Kocherscheidts Bestreben nach leiblichem Eingehen in seine Bildwerke. Bewegungs- und Richtungssuggestionen sind zu verstehen als Ausdruck seiner gegensätzlichen Gefühle und psychologischen Befindlichkeiten. Sie vermitteln innewohnende, schwellende Kräfte. Die Wechselbäder diverser Körpergefühle spiegeln sich in den geschlossenen und offenen Formen. Ineinander gespachtelte Formenmassen, ovale, spiralige oder staccatohafte Farbklänge dominieren die Arbeiten der letzten Jahre.

Zwischen 1986 und 1992 beschäftigt sich Kurt Kocherscheidt auch mit der Bildhauerei. In diesen Jahren entstehen 15 Holzskulpturen. Drei dieser halbplastischen Werke sind nun ebenfalls im Arp Museum zu besichtigen. Die mehrschaligen, an die Wände gelehnten sowie teils bemalten Holzbretter weisen herausgelöste Elemente und aufgeschnittene Teile auf, die den zuvor auf Leinwänden fixierten entsprechen. Mit dieser Verschwisterung von Malerei und Plastik knüpft Kocherscheidt an die Avantgarde an, man denke dabei beispielsweise an Lucio Fontana.

Kurt Kocherscheidt, der am 6. Juni 1943 in Klagenfurt zur Welt kam und zwischen 1961 und 1965 an den Kunstakademien in Wien und Zagreb studierte, heiratet im Jahr 1973 die Fotografin Elfie Semotan. Nach mehreren Herzinfarkten und Bypassoperationen verstirbt der Teilnehmer der Documenta IX am 13. November 1992 im oberösterreichischen Wels, dem Geburtsort seiner Ehefrau. Die zwei Jahre ältere Witwe ehelicht vier Jahre nach dem Tod Kocherscheidts den berühmten Künstler Martin Kippenberger, der schon im Folgejahr 1997 verstirbt. Elfie Semotan, die nach ihrer Ausbildung an der Modeschule Hetzendorf zunächst als Fotomodell arbeitet, beginnt Ende der 1960er Jahre eine internationale Karriere als Fotografin. Ihre Arbeiten erschienen unter anderem in den Zeitschriften Vogue, Elle, Esquire, Marie Claire, Harper’s Bazaar und New Yorker. Sie lebt heute in New York, in Wien und im Burgenland.

Die Ausstellung in Remagen inszeniert ein dialogisches Wechselspiel zwischen den Werken Kocherscheidts und den der gefragten Mode- und Starfotografin Semotan. Es fällt auf, dass sich beide knapp und lakonisch in ihren künstlerischen Medien mitteilen. In Semotans Bildern findet sich Ähnliches wie in denjenigen ihres Lebenspartners: Zunächst Reste anthropomorpher Erscheinungen, Daseinsspuren, Stillleben oder Landschaften als Resultat eines Wahrnehmungsechos. Ebenso deutlich rückt Elfie Semotan von gegenständlichen Erscheinungen ab und gelangt zu minimalistischen ovalen, gezackten oder spiralen Grundformen. Die Ausstellung ist eine einzigartige Demonstration der Kohärenz im Schaffen der beiden, die als Feedback von zwanzig Ehejahren zu sehen ist. Besser können Korrespondenzen von Fotografie und Malerei, inspiriert durch wechselseitige kompositorische Empfindungen eines Künstlerpaares, nicht zum Ausdruck gebracht werden.

Die Ausstellung „Augenecho. Kurt Kocherscheidt – Malerei. Elfie Semotan – Fotografie“ ist noch bis zum 13. April zu besichtigen. Das Arp Museum im Bahnhof Rolandseck hat täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 8 Euro, ermäßigt 5 Euro. Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen, der an der Museumskasse 32 Euro kostet.

Kontakt:

Arp Museum Bahnhof Rolandseck

Hans-Arp-Allee 1

DE-53424 Remagen

Telefon:+49 (02228) 94 250

Telefax:+49 (02228) 94 25 21

E-Mail: info@arpmuseum.org



17.03.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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Veranstaltung vom:


17.10.2008, Augenecho: Kurt Kocherscheidt - Malerei. Elfi Semotan - Fotografie

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Fly Me to the Moon

Künstler:

Elfie Semotan

Künstler:

Kurt Kocherscheidt










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