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Zilvinas Kempinas in der Kunsthalle Wien

Vibrierende Raumerlebnisse



Die Biennale in Venedig wirft ihre Schatten voraus. Vor allem die Künstlerinnen und Künstler, die 2009 die Pavillons ihrer Heimatländer gestalten, dürfen bereits vor der Eröffnung des großen Kunstspektakels mit erwartungsvoller Aufmerksamkeit rechnen. Zu ihnen gehört Zilvinas Kempinas, der 1969 in Plunge in Litauen geboren wurde und inzwischen in New York lebt und arbeitet. Für die Wiener Kunsthalle hat der litauische Installationskünstler einen sehenswerten Ausstellungsparcours entworfen: zum Sehen und zum Staunen. Es ist die erste Präsentation von Zilvinas Kempinas Werken in Österreich und die bisher größte Einzelschau seiner Arbeiten.


Charakteristisch für die Arbeitsweise von Zilvinas Kempinas ist der Gebrauch einfacher Materialien, die einen großen Effekt erzeugen. Der Künstler arbeitet bevorzugt mit abgespulten Videobändern, die er als optisch-grafisches und skulptural-raumbildendes Element einsetzt, um Architektur in ein vibrierendes Environment zu verwandeln. Für seine Installation „Flying Tape“ (2004-2007) lässt er zum Beispiel ein Magnetband mit Hilfe von Industrieventilatoren anmutig im Raum schwingen. Einer unvorhersehbaren, poetischen Choreografie folgend, heben sich Teile des Bandes anmutig bis zur Mitte des Raumes, um im nächsten Augenblick wieder fast auf den Boden zu sinken. In „Columns“ (2006) spannt Kempinas Videobänder vertikal und in kreisförmiger Anordnung von der Decke bis zum Boden und formt auf diese Weise 13 schwarze Säulen. Die fragilen Bänder sind dicht nebeneinander und äußerst präzise angeordnet. Dem leisesten Lufthauch folgend, vibrieren sie leicht und lassen durch die sich ständig verändernden Zwischenräume Dahinterliegendes durchschimmern.
Mit ähnlichen Effekten arbeitet der Künstler bei „White Noise“ (2007): Hier montiert Kempinas Magnetbänder horizontal wie zu einer Kinoleinwand. Je näher der Betrachter auf die Wand zugeht, desto klarer wird, dass es sich nicht um eine Projektionsleinwand handelt, sondern um einzelne Bänder, die durch Ventilatoren bewegt werden. Durch die fast unmerklichen Schwingungen wird die Illusion der Fläche allmählich aufgebrochen.

Für den größten Raum des Ausstellungsparcours hat Kempinas mit „Parallels“ von 2007 eine Deckenkonstruktion aus Bändern entworfen, mittels derer er die beiden kürzeren Seiten des Raumes miteinander verspannt. Es ist eine bei aller Präzision äußerst einfache Installation, die die Raumhöhe sowohl reduziert und gleichzeitig Darüberliegendes durchscheinen lässt. Dem Betrachter wird eine Empfindung suggeriert, die am ehesten mit dem Eintauchen unter eine Wasseroberfläche vergleichbar ist. Die faszinierende Wirkung von „Parallels“ ergibt sich aus der Wirkung der Schatten, die die exakt gespannten Bänder auf die Wände werfen, und dem Effekt der flatternden schwarzen Linien vor weißem Grund, die den Raum in Schwingung versetzen. So gelingt es Kempinas mit Leichtigkeit, die architektonische Masse der von ihm manipulierten Räume optisch aufzulösen und sie zwischen visuellen Ambivalenzen von Monumentalität, Statik und Rhythmus oszillieren zu lassen. Mit einfachsten Mitteln werden Illusionen erzeugt und zugleich wieder aufgelöst.

Körper und Raum, Verdichtung und Auflösung sind die Themen, die Kempinas in seinen Arbeiten virtuos bearbeitet. Unter Bezugnahme auf Erfahrungen und Sinneserlebnisse, mit denen Künstler der Op-Art, Minimal Art und kinetischer Kunst operierten, spielt er mit unseren Sehgewohnheiten. Kempinas lotet die Täuschungsmöglichkeiten des Auges aus und setzt in Anlehnung an Künstler wie Künstler wie Victor Vasarely oder Gianni Colombo auf die gezielte Irritation. Fasziniert von den physikalischen Gesetzen des Lichts und der Optik verschreibt er sich der Untersuchung visueller Phänomene und Wahrnehmungsprinzipien. Die forcierte Interaktion zwischen Werk und Betrachter gipfelt in Installationen, die letztlich nicht nur physikalische Wirkungen in Form von Nachbildern, Vibrationen oder dem Flimmern von Licht entfalten, sondern auf das gesamte Bewusstsein wirken.

Mit der Poesie seiner fliegenden Bänder hat der Litauer Kempinas schon einige Orte verzaubert: 2003 das Pariser Palais de Tokyo, 2008 das Grand Café in St. Nazaire und das Atelier Calder, Saché. Seinem Eingriff am litauischen Pavillon auf der Biennale in Venedig 2009 kann man erwartungsvoll entgegensehen.

Die Ausstellung „Zilvinas Kempinas“ ist bis zum 25. Januar zu sehen. Die Kunsthalle Wien hat täglich von 10 bis 19 Uhr, zusätzlich donnerstags bis 22 Uhr geöffnet.

Kontakt:

Kunsthalle Wien

Museumsplatz 1

AT-1070 Wien

Telefon:+43 (01) 521 891 201

Telefax:+43 (01) 521 891 217

E-Mail: office@kunsthallewien.at



02.01.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Jacqueline Rugo

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Veranstaltung vom:


31.10.2008, Zilvinas Kempinas

Bei:


Kunsthalle Wien

Künstler:

Zilvinas Kempinas










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