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Oberflächliche Bilder von der Oberflächlichkeit der Welt. Im Deutschen Guggenheim Berlin wird erstmals in Deutschland seit der Documenta 5 im Jahr 1972 ein „Best of“ des amerikanischen Fotorealismus präsentiert

Die heile Welt der frühen Jahre



Muse, bitte, bitte küss’ mich. Es soll Maler geben, die diesen Spruch direkt neben ihrem Bett hängen haben. Inspiration kann man nicht kaufen, und kreative Geistesblitze kommen eben nicht aus heiterem Himmel. Fast alle Künstler sind hin und wieder von einem Mangel an Ideen und fehlender Inspiration geplagt. Was soll ich malen? Wie setze ich mein Sujet um? Welchen Grad der künstlerischen Abweichung von der detailgetreuen Wiedergabe der Vorlage will und darf ich mir erlauben? Ende der 1960er Jahre kam eine künstlerische Bewegung auf, die sich angesichts derart fundamentaler Fragen keine grauen Haare mehr wachsen ließ. Eine Gruppe von Malern malte einfach das, was ihnen im ganz normalen Leben begegnete, und zwar mit einer Detailtreue und malerischen Akribie, die es den Betrachtern oft schwer machte, ihre Bilder von echten Fotografien zu unterscheiden.


Fotorealismus, Hyperrealismus, Superrealismus. So lauten die gängigen Bezeichnungen für eine Kunstrichtung, deren erklärtes Ziel es war, alles Subjektive aus der Tätigkeit des Künstlers zu verbannen: Airbrush-Technik statt individueller Pinselstrich, mimetisches Abbilden statt interpretierender Malweise, Fotovorlagen aus dem Alltag statt erfundener Bildwelten. Die Fotorealisten setzten sich bewusst ab von den ironischen Volten der Pop Art und den abstrakten Modellen der Konzeptkunst, den vorherrschenden Kunstrichtungen ihrer Zeit. Gleichzeitig aber boten sie der immer perfekter werdenden Farbfotografie und der aufkommenden Videokunst kräftig Paroli, indem sie zeigten, dass es auch mit malerischen Mitteln möglich ist, die Wirklichkeit exakt zu erfassen.

Die Ausstellung „Picturing America: Fotorealismus der 70er Jahre“ im Deutschen Guggenheim Berlin vereint jetzt 17 überwiegend amerikanische Maler des Fotorealismus aus der Sammlung des New Yorker Guggenheim Museums und aus weiteren amerikanischen und europäischen Privat- und Museumssammlungen. Erstmals nach Harald Szeemanns Documenta 5, die unter dem Titel „Befragung der Realität – Bildwelten heute“ 1972 den Fotorealismus auch außerhalb der USA einem breiten Publikum vorgestellt hatte, ist damit eine größere Auswahl der wichtigsten amerikanischen Fotorealisten in Deutschland zu sehen.

Am bekanntesten ist sicherlich der Maler Chuck Close, dessen porentief exakte Porträts Freunde, Familie und Künstlerkollegen in extremer und schonungsloser Nahsicht zeigen. Telefonzellen, Werbeschriftzüge für Bier, Hamburger oder Coca-Cola oder McDonald’s Drive-Ins am Highway – „Picturing America“ zeigt die Oberflächlichkeit amerikanischer Konsum- und Freizeitwelten, wie sie jeder kennt. Ein immer wiederkehrendes Motiv ist das Auto, sei es frisch poliert und glänzend wie bei Don Eddy, oder lange vor dem Zeitalter von Abwrackprämie und Niedergang der Autoindustrie rostig und ramponiert wie auf den Schrottplatzbildern von John Salt. Ralph Goings inszeniert den silbrig glänzenden Airstream-Wohnwagen, das Sehnsuchtsvehikel der amerikanischen Mittelschicht, im sanften Licht der Abendsonne. Und bei Robert Bechtle posieren junge Eltern mit ihren Kindern vor der Familienkutsche, dem Eigenheim oder im Eissalon.

Dem Publikum gefiel dieser akribische Realismus. Endlich einmal gab es Künstler, die die Welt so abbildeten, wie auch „Average Joe“ und „Average Jane“, die typischen Durchschnittsamerikaner, sie erlebten. Kunstkritik und Künstlerkollegen jedoch bereitete die scheinbar unkritische und bloß auf Detailgenauigkeit gerichtete, penible Wiedergabe von fotografischen Vorlagen Schwierigkeiten. Bis heute wird der Fotorealismus daher lediglich als schmaler Nebenweg der Kunstgeschichte und als formalgeschichtliches Phänomen von relativ kurzer Dauer kritisch beäugt. Doch vielleicht ist gerade jetzt der Zeitpunkt für eine späte Rehabilitierung dieser Kunstrichtung gekommen: Lassen doch diese scheinbar belanglosen und indifferenten Bilder ebenso profaner wie heiler Alltags-, Konsum- und Freizeitwelten doch genau jenen Traum von Amerika noch einmal Revue passieren, der jetzt angesichts geplatzter Kredite, zwangsversteigerter Eigenheime und kurz vor der Pleite stehender Autofabriken zum Alptraum zu werden droht.

Die Ausstellung „Picturing America. Fotorealismus der 70er Jahre“ bis zum 10. Mai zu sehen. Das Deutsche Guggenheim hat täglich von 10 bis 20 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 22 Uhr. Der Eintritt beträgt 4 Euro, ermäßigt 3 Euro, und montags ist der Eintritt frei. Kostenlose Führungen werden täglich um 18 Uhr angeboten. Der Katalog kostet 28 Euro.

Kontakt:

Deutsche Guggenheim Berlin

Unter den Linden 13-15

DE-10017 Berlin

Telefon:+49 (030) 34 07 40 10

Telefon:+49 (030) 34 07 41 34

Telefax:+49 (030) 34 07 41 32



09.03.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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