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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Deutschland kauft bei Yves Saint Laurent

Silber zu Spitzenpreisen und Tische für Bruchsal



Christoph Uder, Traubenpokal von Osterode, Osterode 1649

Christoph Uder, Traubenpokal von Osterode, Osterode 1649

Die Pariser Auktion der Sammlung von Yves Saint Laurent und Pierre Bergé ließ in der vergangenen Woche die Herzen vieler Sammler höher schlagen. Auch zwei deutsche Bundesländer haben Kunstschätze aus ihren Gegenden dort eingekauft. Erfolgreich beteiligten sich die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg um zwei kunsthistorisch bedeutende Konsoltische. Bei den beiden Wandtischen handelt es sich um originale Ausstattungsstücke der Beletage in Schloss Bruchsal, der ehemaligen Residenz der Fürstbischöfe von Speyer. Die reich geschnitzten, vergoldeten Konsoltische wurden nach 1750 von Ferdinand Hundt für die Paradezimmer geschaffen. Sie seien für die beabsichtigte Rekonstruktion der historischen Einrichtung des Schlosses Bruchsal von großer Bedeutung, teilte Finanzminister Willi Stächele mit. „Der gezahlte Preis liegt mit 91.000 Euro unter dem Schätzpreis von 100.000 bis 150.000 Euro. Wir haben damit bedeutsame Ausstellungsstücke zu einem kunsthistorischen ‚Schnäppchenpreis’ erworben“, so Stächele.


Derzeit restauriert das Land Baden-Württemberg die Innenräume von Schloss Bruchsal und will die Prunkzimmer in originalgetreuer Raumstruktur wiederherstellen. Die einzige geistliche Barockresidenz am Oberrhein ist berühmt für ihr Treppenhaus, das im Zweiten Weltkrieg aber weitgehend zerstört und in den Nachkriegsjahrzehnten werkgetreu wiederaufgebaut wurde. Bisher hat Baden-Württemberg für die Wiederherstellung des Schlosses Bruchsal über 20 Millionen Euro investiert. „Die beiden erworbenen Konsoltische sind hierbei von großem Wert. Als ‚kleine edle Bausteine’ werden sie dazu beitragen, Schloss Bruchsal als herausragendes Kulturdenkmal aus der Mitte des 18ten Jahrhunderts zu bewahren und für künftige Generationen zu erhalten“, betonte der Finanzminister abschließend.

Das Land Niedersachsen konnte auf der Jahrhundertauktion drei herausragende vergoldete Silberpokale des 17ten Jahrhunderts aus dem einstigen Besitz des Herzoge von Lüneburg-Celle erwerben, musste aber dafür tiefer als Stuttgart in Tasche greifen. Denn um die Silberwaren gab es heftige Bietergefechte. Dennoch zeigte sich der niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, Lutz Stratmann, sehr zufrieden: „Mit der Ersteigerung aus dem Yves Saint Laurent-Nachlass ist uns ein großer Erfolg gelungen. Wir sind stolz darauf, dass wir die wichtigsten und qualitätsvollsten Pokale nach Niedersachsen holen können“. Dabei halfen ihm die Kulturstiftung der Länder, Kulturstaatsminister Bernd Neumann mit Mitteln des Bundes, die Ernst von Siemens Kunststiftung, die Stiftung Niedersachsen, die Niedersächsische Sparkassenstiftung, die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz, die Stadt Celle, die Rudolf-August Oetker Stiftung, die VGH sowie die Celler Mäzenin Lieselotte Tansey.

Die drei Spitzenstücke gehörten zu der insgesamt 14teiligen ehemaligen Pokalsammlung des Welfenhauses. Dabei handelt es sich Huldigungsgeschenke verschiedener regionaler Ämter und Städte an Herzog Georg Wilhelm sowie seinen Vorgänger, den Celler Herzog Christian Ludwig. So brachte die Stadt Lüneburg einen monumentalen und reich verzierten Buckelpokal ihres Meisters Nicolas Siemens von 1645 dar. Allein schon wegen seiner Höhe von 1,13 Metern zählt der Akeleipokal mit Vasenaufsatz zu den weltweit größten und bedeutendsten Goldschmiedearbeiten dieser Art und ist nur mit Stücken in der Rüstkammer des Moskauer Kremls vergleichbar. Hierfür waren in Paris brutto 613.000 Euro fällig (Taxe 120.000 bis 180.000 EUR).

Auch die anderen beiden Silberschmiedearbeiten überstiegen ihre Schätzungen gewaltig. Der „Tischbrunnen“ des Hamburger Meisters Evert Kettwyck gelangte um 1630 als Geschenk des Amtes Bodenteich nach Celle. Das Trinkspiel mit einem ausgefallenen Entleerungsmechanismus diente der Erheiterung der Tischgesellschaft, zählt zu den Hauptwerken der Hamburger Goldschmiedekunst des Frühbarock und ist mit zwei Stücken im Kopenhagener Schloss Rosenborg und wiederum im Kreml vergleichbar. Aus den anvisierten 150.000 bis 200.000 Euro wurden auf der Auktion schließlich brutto 721.000 Euro.

Mit brutto 853.000 Euro erzielte der vierfache Traubenpokal aus Osterode, geschaffen vom Meister Christoph Uder im Jahr 1649, gar den höchsten Preis der Silberkollektion von Yves Saint Laurent und Pierre Bergé. Dieser ungewöhnlich virtuos gearbeitete Traubenpokal kann als signifikantes Beispiel der Übernahme einer Nürnberger Pokalform durch einen norddeutschen Goldschmied gelten. Der Typus ist in einem Pokal des Nürnberger Goldschmieds Andreas Michael von circa 1620 vorgebildet, auch die den Schaft umstehende Gruppe von Adam und Eva könnte durch Nürnberger Beispiele angeregt sein. Von großer Bedeutung ist hier die Kaltbemalung, vor allem an den bekrönenden Blumensträußchen.

Nach 300 Jahren kehren diese Meisterwerke norddeutscher Goldschmiedekunst nun nach Celle zurück, wo sie nachweislich bis 1705 zum Inventar des Residenzschlosses gehörten. Später wurden sie nach Hannover verbracht und dann, wohl im 19ten Jahrhundert, ins Ausland. Bis 2012 werden alle drei Pokale im Residenzmuseum Celle zu sehen sein. Im Anschluss daran sollen sie zu Teilen in der Präsentation des dann sanierten und neu gestalteten Herzog Anton Ulrich-Museums in Braunschweig sowie im Residenzmuseum Celle ihren festen Platz finden.

Kontakt:

Christie's

9 Avenue Matignon

FR-75008 Paris

Telefon:+33 (01) 40 76 85 85

Telefax:+33 (01) 40 76 85 86

E-Mail: info@christies.com



08.03.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Christoph Uder, Traubenpokal von Osterode, Osterode 1649
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Nicolas Siemens, Lüneburger Pokal, Lüneburg um 1645
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Ferdinand Hundt, Paar Konsoltische, nach 1750
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Ferdinand Hundt, Paar Konsoltische, nach 1750

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Taxe: 100.000 - 150.000 EURO

Zuschlag: 75.000,- EURO

Losnummer: 732

Evert Kettwyck, Tischbrunnen von Bodendick, Hamburg 1628/43

Evert Kettwyck, Tischbrunnen von Bodendick, Hamburg 1628/43

Taxe: 150.000 - 200.000 EURO

Zuschlag: 600.000,- EURO

Losnummer: 207

Nicolas Siemens, Lüneburger Pokal, Lüneburg um 1645

Nicolas Siemens, Lüneburger Pokal, Lüneburg um 1645

Taxe: 120.000 - 180.000 EURO

Zuschlag: 510.000,- EURO

Losnummer: 201




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