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Nicolai Abildgaard, ein dänischer Maler der Aufklärung, wird in der Hamburger Kunsthalle neu entdeckt

Gefallene Helden und utopische Weltentwürfe



Nicolai Abildgaard, Der verwundete Philoctetes, 1774-1775

Nicolai Abildgaard, Der verwundete Philoctetes, 1774-1775

Ein wahrer Held sieht anders aus: Mit schmerzverzerrtem Gesicht und verdrehten Augen blickt der nackte Philoktet den Betrachter an. Seine Körperhaltung wirkt verdreht, er hält sich schützend den rechten Fuß. Auf dem Weg in den Trojanischen Krieg ist dieser Heerführer der Griechen von einer Schlange gebissen worden. Sein jämmerliches Gewimmer und der von der offenen Wunde ausgehende Gestank veranlassten seine Truppen, ihn auf der Insel Lemnos zurückzulassen und ohne ihn in den verlustreichen Krieg zu ziehen. Auf Nicolai Abraham Abildgaards Gemälde „Der verwundete Philoktet“ von 1774/75 wird der Held zur tragikomischen Gestalt degradiert. Die bis dahin vorherrschende und vor allem von dem Archäologen Johann Joachim Winckelmann vertretene Auffassung, wonach die Helden der Antike sich durch „edle Einfalt und stille Größe“ auszeichneten, hat Abildgaard mit diesem Bild gründlich erschüttert. Zur damaligen Zeit erregte der dänische Maler damit internationale Aufmerksamkeit.


„Der verwundete Philoktet“, eines der Hauptwerke Abildgaards, steht im Mittelpunkt einer Ausstellung in der Hamburger Kunsthalle, die diesen für Dänemark so bedeutenden und bei uns nahezu unbekannten Maler jetzt neu entdeckt. Damit füllt die Schau eine wichtige Lücke. Denn es gibt Anknüpfungspunkte zur deutschen Kunst: Nicolai Abraham Abildgaard war einer der Lehrer von Caspar David Friedrich und Philipp Otto Runge. Die Ausstellung „Nicolai Abildgaard – Der Lehrer von Friedrich und Runge“ zeigt rund 80 Gemälde und Zeichnungen. Sie wurde gemeinsam mit dem Statens Museum for Kunst in Kopenhagen entwickelt und war zuvor im Pariser Louvre zu sehen.

„Es ist offensichtlich, dass es bei Abildgaard um einen Begriff von Kunst ging, der bahnbrechend und wegweisend war für die deutsche Romantik“, betont Jenns Howoldt, der Kurator der Schau, den Einfluss Abildgaards auf seine deutschen Schüler. Caspar David Friedrich verbrachte vier Jahre, Philipp Otto Runge zwei Jahre an der Kopenhagener Akademie. Bei Friedrich weisen allerdings nur Indizien, beispielsweise die Art der Lichtführung, auf eine Beeinflussung durch Abildgaard hin. Von Runge jedoch gibt es sowohl schriftliche Zeugnisse als auch Abildgaards Vorbilder kopierende Zeichnungen, von denen etliche in der Ausstellung zu sehen sind.

Nicolai Abraham Abildgaard lebte ein Leben voller Widersprüche. Einerseits verdiente er sich als Hofmaler am dänischen Königshaus sein Auskommen. Andererseits war er ein entschiedener Vertreter der Aufklärung, der mit den Ideen der französischen Revolution bestens vertraut war. So entstanden Werke, die den Repräsentationsbedürfnissen des Hofes entsprachen und der Ausschmückung der königlichen Schlösser Christiansborg und Amalienborg dienten. Gleichzeitig aber arbeitete der insgeheim republikanisch gesinnte Abildgaard auch an seinem privaten Werk. Gerade diese gegen Klerus, Kirche, Zensur und Monarchie gerichteten Arbeiten lassen ihn heute als einen Maler des künstlerischen und gesellschaftlichen Aufbruchs seiner Zeit erscheinen.

Seine im Jahr 1800 entstandenen drei satirischen Allegorien „Die Gerechtigkeit“, „Die Theologie“ und „Die Philosophie“ verblieben bis zu seinem Tod in seinem Atelier. Abildgaards gegen den Absolutismus gerichtete Anschauung wird hier besonders deutlich. Die Gerechtigkeit trägt ein Kleid in den Farben der französischen Trikolore, und die lieblich-junge Philosophie sitzt gedankenversunken vor einer fruchtbaren Sommerlandschaft. Die Theologie aber mutiert bei ihm zur düsteren Schreckensgestalt. Vor einem schwarzen Hintergrund ist eine Frau zu sehen, die ein blutiges Medusenhaupt in die Luft hält und auf ihrem Schoß eine Art Lederriemen zur Peinigung der Menschheit bereithält. Diese Bilder entstanden sicherlich auch unter dem Eindruck persönlicher Erlebnisse. Ein Jahr zuvor war sein bester Freund, der Dichter Peter Andreas Heiberg, wegen seiner regierungskritischen Satiren des Landes verwiesen worden.

Eine besondere Werkgruppe stellen Abildgaards Illustrationen zu dem utopischen Roman „Niels Klims unterirdische Reise“ des dänisch-norwegischen Dichters Ludvig Holberg dar. Nicolai Abraham Abildgaard schuf zwischen 1785 und 1787 einen Zyklus von zehn Ölgemälden und fünf Zeichnungen, die den Betrachter in eine Fantasiewelt entführen, in der die höfische Ordnung ausgedient hat. Die Hamburger Kunsthalle stellt mit dieser ersten großen Ausstellung zu Abildgaard in Deutschland einen der wichtigsten dänischen Maler und gleichzeitig einen bedeutenden Vertreter der Aufklärung vor, dessen malerisches Werk sich aus vielen Einflüssen speist: Ob Shakespeares Dramen, die nordische Götterwelt, Johann Heinrich Füsslis Bilder voller alptraumhafter Kopfgeburten oder das durch einen längeren Romaufenthalt beförderte Interesse für die Antike. Abildgaards gegen viele Traditionen gerichtetes Werk ist für sich genommen interessant genug. Und gewiss, er war auch einer der Lehrer von Friedrich und Runge. Doch die vorhandenen Quellen geben einfach zu wenig her, um diesen Einfluss jenseits von Indizien und Vermutungen wirklich zu einer zentralen These der Ausstellung zu machen.

Die Ausstellung „Nicolai Abildgaard – Der Lehrer von Friedrich und Runge“ läuft vom 6. März bis 14. Juni. Die Hamburger Kunsthalle hat dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, am Donnerstag zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. Der 184seitige Katalog ist in der Hachmannedition erschienen und kostet 39 Euro.

Kontakt:

Hamburger Kunsthalle

Glockengiesserwall

DE-20095 Hamburg

Telefon:+49 (040) 428 131 200

Telefax:+49 (040) 428 543 409



08.03.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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06.03.2009, Nicolai Abildgaard. Der Lehrer von Friedrich und Runge

Bei:


Hamburger Kunsthalle

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Nicolai Abildgaard, Die Philosophie. Allegorische Figur, 1800
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Nicolai Abildgaard, Die Gerechtigkeit. Allegorische Figur, 1800
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Nicolai Abildgaard, Ymer wird von der Kuh Adhumbla gesäugt, um 1777
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Variabilder:

Nicolai Abildgaard, Simo und sein freigelassener Sklave Sosi, 1803
Nicolai Abildgaard, Simo und sein freigelassener Sklave Sosi, 1803

Variabilder:

Nicolai Abildgaard, Ossian singt zur Harfe seinen Schwanengesang, um
 1780/82
Nicolai Abildgaard, Ossian singt zur Harfe seinen Schwanengesang, um 1780/82

Variabilder:

Nicolai Abildgaard, Narziss betrachtet sein Spiegelbild im Wasser
 der Quelle
Nicolai Abildgaard, Narziss betrachtet sein Spiegelbild im Wasser der Quelle

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Nicolai Abildgaard, Der verwundete Philoctetes, 1774-1775
Nicolai Abildgaard, Der verwundete Philoctetes, 1774-1775







Nicolai Abildgaard, Die Philosophie. Allegorische Figur, 1800

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Nicolai Abildgaard, Die Gerechtigkeit. Allegorische Figur, 1800

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Nicolai Abildgaard, Ymer wird von der Kuh Adhumbla gesäugt, um 1777

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Nicolai Abildgaard, Simo und sein freigelassener Sklave Sosi, 1803

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Nicolai Abildgaard, Ossian singt zur Harfe seinen Schwanengesang, um 1780/82

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Nicolai Abildgaard, Narziss betrachtet sein Spiegelbild im Wasser der Quelle

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Nicolai Abildgaard, Die Theologie. Allegorische Figur, 1800

Nicolai Abildgaard, Die Theologie. Allegorische Figur, 1800




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