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Hinter dem Fenster sieht die Welt gleich ganz anders aus: Der Maler Marc Chagall im Graphikmuseum Pablo Picasso in Münster

Scharnier zwischen Innen und Außen



Für den modernen Menschen sind sie etwas ganz Selbstverständliches: Fenster. Sie sind das wichtigste bauliche Element, das das Haus von der Höhle unterscheidet. Die Innenwelt des Wohnens verbinden sie auf geradezu geniale Art und Weise mit der Außenwelt der Landschaft. Sie sind ein zivilisatorischer Sprung in der Geschichte der Menschheit, der gleichzeitig auch einen hohen Erkenntnisgewinn mit sich brachte: Hier bin ich, das sich selbst reflektierende Subjekt, und da draußen die Welt in all ihren Widersprüchen und Unabänderlichkeiten. Bei Marc Chagall, dem 1887 als Moishe Zakharovich Shagalov im weißrussischen Städtchen Litobsk geborenen malenden Grenzgänger zwischen Tradition und Moderne, realistisch festgehaltener Welt des jüdischen Schtetl und fantasievoll imaginierten Himmelswesen und Allegorien, findet sich das Fenster immer wieder als zentrales Motiv.


Die Ausstellung „Marc Chagall – Der Maler am Fenster“ im Graphikmuseum Pablo Picasso in Münster legt aktuell anhand von rund 100 Gemälden, Zeichnungen und Grafiken dar, wie Chagall gerade dieses Motiv immer wieder aufs Neue malerisch umkreiste und variierte. Leihgaben unter anderem aus dem Musée national Marc Chagall in Nizza, dem Pariser Centre Pompidou, der Moskauer Tretjakow-Galerie und von zahlreichen Privatsammlern erlauben in dieser sehenswerten Ausstellung den Blick auf rund 70 Jahre Werkgeschichte. Von frühen autodidaktischen Zeichnungen vor dem Eintritt in die St. Petersburger Akademie bis hin zu Gemälden aus dem Spätwerk des 1985 im Alter von 97 Jahren verstorbenen Jahrhundertkünstlers. Einen weiteren Schwerpunkt der Schau bilden die zahlreichen Entwurfszeichnungen für Fenster und Wandgemälde profaner und sakraler öffentlicher Gebäude: die Kathedralen in Reims und Metz, das UNO-Hauptquartier in New York oder die Oper in Paris. Chagalls transzendentes Fenster-Blau ist zu einem seiner Markenzeichen geworden.

Marc Chagall war das erste von neun Kindern einer orthodox-jüdischen Familie, die in eher ärmlichen Verhältnissen lebte. Sein Vater war einfacher Arbeiter in einem Heringsdepot. Auf seinen frühen Zeichnungen imaginierte Chagall sich bereits in die Welt hinaus. Stellte er zunächst noch die Mitglieder seiner Familie bei häuslichen Verrichtungen oder beim Essen dar – die Fenster immer im Hintergrund – so weitete sich sein Blick mit der Zeit immer mehr nach außen. Chagall entdeckt die Welt und das nicht nur auf seinen Bildern. Die Jahre zwischen 1910 und 1914 verbringt er in Paris. Hier knüpft er enge Freundschaften zu anderen Künstlern, etwa Sonia und Robert Delaunay. Für acht Jahre nur kehrt er nach Russland zurück.

Ab 1922 lässt sich Chagall, nur unterbrochen von den Jahren 1941 bis 1947 im amerikanischen Exil, endgültig in Frankreich nieder. Auf seinen Bildern verschmilzt er auch unter dem Einfluss der Surrealisten mehr und mehr die realistische Darstellung der Welt mit seinen von Thora und Bibel geprägten Vorstellungen überirdischer Parallelwelten. Menschen, Tiere und Gegenstände beginnen sich plötzlich von der Erde abzulösen – eine Welt im Schwebezustand. Für den von der deutschen Romantik Caspar David Friedrichs beeinflussten Marc Chagall war das Fenster so etwas wie die Membran zwischen Drinnen und Draußen, ein Scharnier zwischen Realität und Fantasie, den Prinzipien des Irdischen und des Himmlischen. In seinen Lebenserinnerungen bekannte er: „Gott, die Perspektive, die Farbe, die Bibel, Form und Linien, Traditionen und das, was man ‚das Menschliche’ nennt – Liebe, Geborgenheit, Familie, Schule, Erziehung, das Wort der Propheten und auch das Leben mit Christus, all das ist aus den Fugen gegangen. Vielleicht war auch ich mitunter von Zweifeln besessen, und dann malte ich eine umgestülpte Welt, ich trennte die Köpfe meiner Figuren ab, zerlegte sie in Stücke und ließ sie irgendwo im Raum meiner Bilder schweben.“ Die entscheidenden Zonen des Übergangs und des Umkippens von der einen Qualität in die andere bildeten die Fenster.

Die Ausstellung „Marc Chagall – Der Maler am Fenster“ ist bis zum 4. März zu sehen. Das Graphikmuseum Pablo Picasso hat täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Katalog zur Ausstellung ist im Hirmer Verlag erschienen und kostet im Museum 24,90 Euro, im Buchhandel 29,90 Euro.

Kontakt:

Kunstmuseum Pablo Picasso Münster

Picassoplatz 1

DE-48143  Münster

Telefon:+49 (0251) 41 44 70

Telefax:+49 (0251) 41 44 777

E-Mail: info@picassomuseum.de



05.02.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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Veranstaltung vom:


14.11.2008, Marc Chagall - Der Maler am Fenster

Bei:


Kunstmuseum Pablo Picasso Münster

Künstler:


Marc Chagall










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