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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Zeitgenössische Kunst bei Sotheby’s auf Sparflamme

Bremer Stadtmusikanten mal anders



Noch dünner als bei Christie’s ist das Zeitgenossenangebot im Londoner Auktionshaus Sotheby’s. Nur 27 Losnummern von 25 Künstlern kommen hier am Abend des 5. Februar auf die Bühne, in einem geschätzten Gesamtwert von gerade einmal 16,5 bis 23 Millionen Pfund, was den der Konkurrenz allerdings leicht übertrifft. Bemerkenswert ist diesmal eine deutliche Verschiebung des Angebots zwischen beiden Häusern, deren Profil sich bei früheren, parallel laufenden Veranstaltungen oft ziemlich ähnelte. Die Stars von Christie’s – Francis Bacon, Mark Rothko, Willem de Kooning – kommen bei Sotheby’s gar nicht vor. Dort setzt man lieber auf die altbewährte amerikanische Pop Art, die bei Christie’s ein Desiderat bildet, sowie auf junge Kunst aus Nah- und Fernost.


Hauptwerk bei Sotheby’s ist ein alter Bekannter: Lucio Fontanas gold und weiß schimmerndes, höchst dekoratives „Concetto Spaziale“ aus dem Jahr 1961 rangiert bei 5 bis 7 Millionen Pfund. Zum hohen Wert des Bildes mag auch die erlesene Provenienz beitragen: Im Jahr der Entstehung direkt beim Künstler erworben, befand sich das Werk seither ununterbrochen in italienischem Privatbesitz. Platz zwei der Preisliste nimmt Jeff Koons’ bemalte Holzskulptur „Stacked“ von 1988 ein, eine Verfremdung der „Bremer Stadtmusikanten“ mit Wildschwein, Ziege, zwei Hunden und einem Entenküken. Veranschlagt sind 2,2 bis 3,2 Millionen Pfund. Bei 1,8 bis 2,5 Millionen Pfund folgt schließlich Roy Lichtenstein mit einer kubistischen Komposition von 1979 unter dem Titel „Two Figures, Indian“. Damit sind die Millionenwerte schon abgehandelt und machen deutlich, dass neben dem deutlichen kleineren Angebot sich auch die Preise nach unten korrigiert haben.

Viele der angebotenen Werke gehören in die Tradition der amerikanischen Pop Art. So natürlich eine Dreiergruppe von Andy Warhols berühmten Selbstportrait in Grün, Grau und Gelb aus dem Jahr 1986 (Taxe 550.000 bis 750.000 GBP) und sein mit Acryl übergangener Siebdruck des Musikers „Mick Jagger“ aus der Mitte der 1970er Jahre (Taxe 500.000 bis 700.000 GBP), der im Juni 2006 am selben Ort schon einmal für 700.000 Pfund über den Tresen rutschte. Daneben aber auch Damien Hirsts herzförmige, mit Schmetterlingen und Diamanten bestückte Leinwand „Dark Days“ aus dem vergangenen Jahr (Taxe 250.000 bis 350.000 GBP) und eine wilde Riesenzeichnung mit Strichmännchen und Computerraupe des 1990 jung verstorbenen Keith Haring für 200.000 bis 300.000 Pfund. Vor dreieinhalb Jahren fiel für sie bei Sotheby’s in London der Hammer schon bei 180.000 Pfund.

Die asiatische Kunst schickt mit Anish Kapoors unbetitelter spiegelnder Hochglanzscheibe von 1998 (Taxe 500.000 bis 700.000 GBP), einer weißgrauen Wiederauflage von Yayoi Kusamas quadratischen Punktebildern aus jüngster Zeit (Taxe 150.000 bis 200.000 GBP), einem der maskenhaften Männer Zeng Fanzhis samt Hund von 1998 (Taxe 300.000 bis 400.000 GBP) und Yan Pei-Mings grauem Portrait „Mao applaudissant“ aus dem Jahr 2004 (Taxe 250.000 bis 350.000 GBP) Künstler und ihre Marken, die auf dem westlichen Markt längst arriviert sind. Noch selten in den großen Londoner oder New Yorker Abendauktionen sind dagegen Zhang Huan mit einem altmeisterlichen grauen Totenschädel von 2007 (Taxe 100.000 bis 150.000 GBP) sowie der Pakistani Rashid Rana und der Iraner Farhad Moshiri, deren junge ornamentale Arabesken auf bis zu 150.000 Pfund warten.

Mit Bridget Riley, der Grande Dame der Op-Art, wird es britisch. Ihre scheinbar wogenden Farbstreifen in „Gala“ entstanden 1974 und sind mit 600.000 bis 800.000 Pfund ausgezeichnet. Gilbert & George ergänzen mit ihrer frühen Selbstdarstellung „Dusty Corners No.3“ von 1975 (Taxe 180.000 bis 250.000 GBP). Für die deutsche Kunst steht Gerhard Richter. Die melancholische Ansicht einer nebelverhangenen Landschaft bei „Troisdorf“ aus dem Jahr 1985 steht für seine fotorealistische Werkgruppe (Taxe 1,5 bis 2 Millionen GBP), die frühen 1990er Jahre sind geprägt von abstrakten Bildern wie der mittelgroßen Nummer 777-3 von 1992 für 500.000 bis 700.000 Pfund. Matthias Weischer gesellt sich dem Altmeister malerisch zur Seite: Sein unwirkliches Interieur „Pfeife (Whistle)“ aus dem Jahr 2007 soll 100.000 bis 150.000 Pfund kosten. Andreas Gursky steuert seine 2006 entstandene Version des Autorennens von Monaco bei und erwartet für die sechsmal aufgelegte Computerfotografie 400.000 bis 600.000 Pfund.

Die ebenfalls eindeutig schlankere Tagesauktion am 6. Februar führt die junge deutsche Fotokunst fort. Als deren Ahnherren gelten Bernd und Hilla Becher, die mit 15 Silbergelatineabzügen ihrer sachlichen Industrietypologien vertreten sind. Ihre „Steinbrecher“ um 1990 sollen 35.000 bis 45.000 Pfund einspielen. Auch ihre Schülerriege ist prominent vertreten: Candida Höfer mit einer Farbaufnahme der Trinity College Library in Dublin von 2004 (Taxe 10.000 bis 15.000 GBP), Thomas Ruff mit männlichen und weiblichen Pronobildern aus seiner Serie „Nudes“ für bis zu 20.000 Pfund, Thomas Struth mit seiner strengen schwarzweißen Sicht auf die South Lake Street Apartments IV in Chicago von 1990 (Taxe 6.000 bis 8.000 GBP) und wiederum Andreas Gursky mit dem Pferderennen „Sha Tin“ in Hong Kong, 1995 in einer Edition von fünf Stück herausgekommen (Taxe 120.000 bis 180.000 GBP).

Der Italiener Francesco Vezzoli liebt die übertriebene Selbstbespiegelung, wenn er sich in der dreiteiligen Arbeit „Francesco by Francesco – Scavullo Beauty“ als weibliche Schönheit mit zwei Tränchen stilisiert (Taxe 40.000 bis 60.000 GBP). Auch Marc Quinn ist für das gesteigert Schöne zu haben. Er malt in seinen Stillleben die Perfektion der Natur fotorealistisch in leuchtenden Farben und hebt dabei aber auch auf die Künstlichkeit ihrer Produktion ab, so etwa 2006 in „Biogeo Chemistry“ (Taxe 80.000 bis 120.000 GBP). Richtig kitschig wird es dann bei dem amerikanischen Fun-Künstler Kenny Scharf. Sein „Planet Jhujh“ von 1997 erstrahlt in erdrückendem Grün und Rosarot (Taxe 8.000 bis 12.000 GBP). Der Belgier Wim Delvoye spitzt Traditionen seiner Heimat zu, wenn er einen schwülstigen Glasschrank mit Windmühlen und Landschaften auf blauem Delfter Porzellan anfüllt. Allerdings haben die Teller die Form einer Kreissäge (Taxe 45.000 bis 55.000 GBP). Kühl geht dagegen Anselm Reyle zur Sache. Er zerknittert nur eine silberne PVC-Folie über einer schwarzen Leinwand (Taxe 25.000 bis 35.000 GBP).

Kontakt:

Sotheby’s London

34-35 New Bond Street

GB-W1A 2AA London

Telefax:+44 (020) 72 93 59 24

Telefon:+44 (020) 72 93 51 84



03.02.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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