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Alte Meister bei Sotheby’s in New York

Nicht ohne meinen Doktor



Tiziano Vecellio, genannt Tizian, Salome mit dem Haupt Johannes des Täufers

Tiziano Vecellio, genannt Tizian, Salome mit dem Haupt Johannes des Täufers

Sie hat es nicht leicht gehabt im Leben und im Tode, die biblische Gestalt Salome, Tochter der Herodias und Stieftochter König Herodes’. Als politisches Instrument und Objekt sexueller Begierde ausgebeutet, begehrt sie – wohl durch ihre Mutter veranlasst – nach ihrem berühmten Schleiertanz den Tod des gefangenen Propheten Johannes. Aus der Geschichte verschwindet sie anschließend völlig, Oscar Wilde und Richard Strauss lassen sie dagegen unmittelbar nach der Tat dichterisch und musikalisch opulent zugrunde gehen. Ebenso opulent ist die lange Tradition von Salome-Darstellungen in der bildenden Kunst, die in der Renaissance und in der fin de siècle-Stimmung der Jahrzehnte um 1900 ihre Höhepunkte feiern konnten. Einer der vielen, die sie darstellten, war Tizian – und dahinter verbirgt sich eine der spannendsten Kunstgeschichten der jüngeren Vergangenheit.


Denn nicht nur die Dargestellte, auch das Bild selbst, das Tiziano Vecellio in seiner letzten Schaffenszeit, den 1570er Jahren, von Salome malte, machte in seiner über 400jährigen Geschichte viel mit. Einst Bestand der Sammlung des 1649 enthaupteten Königs Karls I. von England, geriet die Leinwand rund hundert Jahre später in Vergessenheit, schlummerte in einer schottischen Privatsammlung, wurde zwischenzeitlich übermalt und tauchte erst 1994 bei Christie’s in London als „Tizian, Werkstatt“ wieder auf. Die Kunsthandlung Colnaghi übernahm das Werk für schlappe 9.200 Pfund, ließ es restaurieren – und förderte neben dem Wappen des Königs auf der Rückseite ein kapitales Werk zutage, das im vergangenen Jahr in die Ausstellungen „Der späte Tizian“ in Wien und Venedig Aufnahme fand. Und nun die Schätzung von 4 bis 6 Millionen Dollar trägt – bei Sotheby’s’ großem Altmeisterauktionswochenende am 29. und 30. Januar in New York.

Angetreten sind auf die dieser Auktion die besten Meister des 14ten bis frühen 19ten Jahrhunderts aus ganz Europa, um die Werte der Alten auch in Krisenzeiten unter Beweis zu stellen. Wie gewohnt stellen die Italiener die ältesten Werke zur Verfügung, worunter ein besonders schönes Stück des Florentiners Lorenzo Monaco prangt. Es zeigt die äußerst selten abgebildete Szene aus der „Legenda Aurea“ des Jacobus de Voragine, in der der Zauberer Hermogenes, durch den Apostel Jakobus den Älteren vom Christentum überzeugt, seine Lehrbücher ins Wasser wirft und den heidnischen Künsten abschwört (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen USD). Von den jüngeren Italienern verdienen besonders die Vettern Annibale Carracci und Lodovico Carracci eine Erwähnung, deren Verbildlichungen einer Kreuzigung und einer sacra conversazione je zwischen 500.000 und 800.000 Dollar ausgezeichnet sind.

Außerdem gibt es zwei seltene Darstellungen des unter dem Namen „Il Guercino“ bekannten Giovanni Francesco Barbieri: In lebensnaher Stofflichkeit tritt uns sein trauernder Petrus gegenüber (Taxe 400.000 bis 600.000 USD), passend zu Tizians Salome gibt es außerdem eine weitere Szene des biblischen Dramas, in der die neugierige Königstochter den schönen, doch keuschen Propheten Johannes in seiner Kerkerzelle besucht (750.000 bis 950.000 USD). Lucas Cranach d.Ä. schickt gleich drei bedeutende Produkte ins Rennen, wobei sein Portrait eines unbekannten jungen Patriziers (Taxe 600.000 bis 800.000 USD), die selbstmörderische „Lukretia“ in einer Version von 1537 wie auch eine schmierige Kurtisanenszene mit altem Mann exemplarisch für die Arbeit seiner großen Wittenberger Werkstatt stehen (Taxen je 800.000 bis 1,2 Millionen USD).

Landschaften, Portraits, Genre und Stillleben – das sind die vier Schlagworte der niederländischen Kunst. Höhepunkt der letzteren verspricht Ambrosius Bosschaerts Stillleben mit Tulpen, Rosen, Narzissen und anderen Blumen zu werden, eine nicht einmal DIN A4-Blatt große Kupfertafel, die seit dem späten 19ten Jahrhundert in ungarischem Familienbesitz war. Nach 5 Millionen Franken im letzten Jahr bei Koller Zürich wird jetzt mit 4 bis 6 Millionen Dollar ein neuer, satter Auktionsrekord für den Kleinmeister erwartet. Dem stehen an Stillleben Jan van de Veldes Bierglas und Rauchutensilien (Taxe 700.000 bis 900.000 USD) und ein üppiger Blumenstrauß Isaac Soreaus für 600.000 bis 800.000 Dollar zur Seite. Übertroffen wird Bosschaerts Stillleben von zwei Portraits: Frans Hals’ 1637 datierte Bildnisse eines bürgerlichen Ehepaars sind je zwischen 7 und 12 Millionen Dollar geschätzt – der Mann ist etwas höher veranschlagt als die Frau, deren Gesicht weniger lebensnah erscheint. Aus dem 18ten Jahrhunderts ist in diesem Metier Maurice-Quentin de La Tours Bildnis des Gitarre spielenden Künstlerkollegen Jacques Dumont zu nennen (Taxe 900.000 bis 1,2 Millionen USD).

Ferner beeindrucken einige Landschaften, etwa Marten Ryckaerts fein gemalte Flusslandschaft mit der Flucht nach Ägypten (Taxe 300.000 bis 500.000 USD) oder Salomon van Ruysdaels klare Flachlandschaft mit riesigem Wolkenhimmel aus dem Jahr 1631, die nach knapp 70 Jahren im Kunsthistorischen Museum Wien erst kürzlich den Erben der 1938/39 von den Nationalsozialisten enteigneten jüdischen Vorbesitzer restituiert wurde (Taxe 500.000 bis 700.000 USD). Eine ähnliche Geschichte hat Hendrick ter Brugghens Dudelsackspieler zu erzählen: Herbert von Klemperer, jüdischer Industrieller in Berlin, musste das prominente Profilbildnis im November 1938 bei Hans W. Lange in Berlin versteigern. Das Wallraf-Richartz-Museum in Köln erwarb damals das Gemälde, gab es aber ebenfalls 2008 an die Klemperer-Erben zurück. Mit einem Schätzpreis von 4 bis 6 Millionen Dollar wird für den niederländischen Meister jetzt ein neuer Auktionsrekord erwartet. Verirrt hat sich mit dem Ovalbildnis des feisten Kaiser Vitellius, der von Sueton als herrschsüchtiger Trunkenbold deklassiert wurde und einen schmählichen Tod erlitt, ein echter Peter Paul Rubens in die Offerte (Taxe 300.000 bis 500.000 USD). Jan Havicksz Steens Besuch des Doktors steht mitfühlend bei (Taxe 900.000 bis 1,2 Millionen USD). Und für die volkreiche St. Georgs-Kirmes mit Tänzern um den Maibaum von Pieter Breughel d.J. werden 1,5 bis 2 Millionen Dollar erwartet.

Einige der besten Stücke stammen bereits aus dem fortgeschrittenen 18ten und frühen 19ten Jahrhundert, neben einer schönen Venedigvedute von Giovanni Antonio Canal (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen USD) vor allem die Werke eines Spaniers und eines Engländers. Letzterer stellt das Hauptlos: Die großformatige Landschaft mit einem wiederaufgebauten Tempel des Jupiter Panellenius ist ein Musterbeispiel für die klassizistisch-idealen Arkadien- und Antikenvorstellungen William Turners und versteht sich als eine Ermahnung zu einem pfleglichen Umgang mit dem geistigen und kulturellen Erbe des griechischen Altertums. Mit 12 bis 16 Millionen Dollar soll das Gemälde, das erstmals 1816 in der Royal Academy zusammen mit einem Pendant und zuletzt 2007 auf einer großen Turner-Ausstellung öffentlich zu sehen war, das zweitteuerste im Auktionsranking des großen Briten werden. Der dritte im Bunde der späten Teuren ist Francisco de Goyas Bildnis Prinzen Alois Wenzel von Kaunitz-Rietberg, Sohn des großen österreichischen Staatskanzlers Graf Wenzel Anton von Kaunitz-Rietberg. Hier werden 2,5 bis 3,5 Millionen Dollar erwartet.

Kontakt:

Sotheby’s New York

1334 York Avenue (at 72nd Street)

US-NY 10021 New York

Telefon:+1 (212) 606 70 00

Telefax:+1 (212) 606 71 07



26.01.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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29.01.2009, Important Old Master Paintings, Including European Works of Art

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Gerrit van Honthorst, Ein lachender Violinist, mit blau-gelb gestreiftem Wams und federgeschmückter Kappe, 1624

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