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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Zeichen der Zeit: Zeitgenössische Kunst bei Lempertz in Köln

Gutes geht immer



Lynn Chadwick, High Wind, 1984

Lynn Chadwick, High Wind, 1984

Lempertz in Köln bestätigte, was die Stunde für die Kunst in Zeiten der Krise geschlagen hat: Spitzenwerke der Zeitgenössischen Kunst gingen zum Teil hervorragend, blass dagegen mitunter die Ergebnisse im qualitativen und preislichen Mittelfeld. Als eine herausragende Arbeit kann etwa Lynn Chadwicks leicht überlebensgroße Bronzefigur einer Frau im „High wind“ gelten, gegossen 1984 in insgesamt sechs Exemplaren. Das museale Stück erzielte bei 520.000 Euro einen Preis von internationalem Format (Taxe 400.000 bis 500.000 EUR). Bezeichnend war auch das starke Engagement deutscher Sammler und Händler, die sich bei allen Spitzenlosen mächtig ins Zeug legten. Der deutsche Privatmann, der den Chadwick ersteigerte, setzte sich auch bei drei jeweils rund 260 Zentimeter hohen Nana-Brunnenfiguren von Niki de Saint Phalles durch und erwarb sie zur unteren Gesamttaxe von 750.000 Euro. Deutscher Handel war im Rennen um Eduardo Chillidas Chinatusche auf Japanpapier „Gravitación“ von 1989 mit 120.000 Euro erfolgreich (Taxe 120.000 bis 150.000 EUR), erneut ein deutscher Sammler schlug mehrere Telefone aus dem Feld, als es um Ernst Wilhelm Nays „Blaue Scheiben“ von 1954 ging. Die hier investierten 95.000 Euro (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR) fehlten allerdings bei zwei weiteren großen Ölabstraktionen des Altmeisters für bis zu 70.000 Euro.


Anderes blieb am 5. Dezember in Köln unveräußert liegen, zu Recht mitunter, denkt man an den Wahnsinnspreis von 380.000 bis 400.000 Euro für die etwas epigonale Freiluftbox „Mona Lisa Time Tower“ von George Pusenkoff oder die 180.000 bis 220.000 Euro, die auf eine modifizierte blaue Leinwand Enrico Castellanis von 1960 entfallen sollten. Allerdings schwanken die Preise für den fast achtzigjährigen Italiener in der Tat stark, ebenso wie für Lucio Fontana, der mit einem durchlöcherten Aluminiumrelief aus der letzten Schaffenszeit bei 100.000 bis 150.000 Euro wieder abreisen musste. So schloss die Auktion auch mit einer nicht allzu hohen losbezogen Verkaufsquote von knapp 42 Prozent ab. Der Nachverkauf half dann noch auf gute 54 Prozent. 40.000 Euro waren für ein relativ großformatiges Diagonalstreifenbild Piero Dorazios von 1987 das Höchste der Gefühle, obwohl nicht nur der Schätzpreis von 50.000 bis 70.000 Euro etwas mehr erwarten ließ. Da ging es seinem italienischen Landsmann Piero Manzoni besser. Der 1963 jung Verstorbene, um den es in den letzten Monaten auf Auktionen der Welt etwas stiller geworden war, konnte jetzt 26.000 Euro für seine zwei geprägten Karton-„Achrome“ aus dem Jahr 1959 verbuchen (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR).

Gegenwärtig sind 200.000 bis 220.000 Euro wohl für Joseph Beuys’ Sonnenkreuz aus Bronze von 1947/48 zuviel, wenngleich Lempertz vor sieben Jahren für eines der wenigen Exemplare 200.000 Euro erzielt hatte. Der rheinische Superkünstler machte sonst allerdings ganz gut Furore, etwa mit seiner Lichtpause auf Polyesterfolie, in der er als Cowboy 1972 „La rivoluzione siamo noi“ anführt, für 21.000 Euro (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR), seiner mehrteiligen Arbeit „Musik als Grün. Telephon S“ von 1974 unter anderem mit grün gestrichener Geige für 32.000 Euro (Taxe 28.000 bis 30.000 EUR) oder dem „Silberbesen und Besen ohne Haare“, 1972 bei der Edition Block als Exemplar 2/20 herausgekommen und nun stolze 84.000 Euro wert. Auch hier bediente sich ein deutscher Sammler (Taxe 60.000 bis 70.000 EUR). Schon Beuys erkannte 1979 in vieldeutiger Interpretation, dass „Kunst = KAPITAL“ ist. Heute kostet der so betitelte, von Beuys signierte und rund 15 Mal ausgeführte 10-Mark-Schein satte 3.000 Euro (Taxe 2.200 EUR).

Sam Francis lockt mit seinen unkontrollierten Acrylexplosionen in mittlerem Format nicht mehr jeden hinterm Ofen hervor, wie seine Nummer SF 85-174 erfahren musste (Taxe 50.000 bis 60.000 EUR). Etwas Besonderes waren dagegen die Metallteile unter anderem einer zerstörten Uhr sowie die Glassplitter auf einer weißen Holzplatte, die Arman 1963 unter dem Titel „Dream all shot“ auf einer weiß gefassten Holzplatte arrangierte. Hier kamen 46.000 Euro zusammen (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). 40.000 Euro und 36.000 Euro im Rahmen der Schätzpreise gab es für zwei Lichtinstallationen aus Christian Boltanskis Serien „Monument Odessa“ und „Les Bougies“. Zwischen 24.000 und 26.000 Euro jeweils etwas unter den Erwartungen erreichten drei naiv-kindliche Bronze-„Marionnettes“ des Franzosen César, 1955 konzipiert und 1991 neu aufgelegt. Ein belgischer Sammler setzte hier mit Aufgeld insgesamt 91.000 Euro ein.

Bei den günstigeren Abstraktionen deutscher Künstler lief im Wesentlichen Alles nach Plan, angefangen mit Gerhard Richters kleinem abstraktem Bild „Grün-Blau-Rot“ Nummer 789-84 von 1993 für angemessene 72.000 Euro bis hin zu Günther Ueckers Nagelbild mit subtiler „Struktur“ aus dem Jahr 1966 für 57.000 Euro ebenfalls im Rahmen des Schätzpreises. Peter Brünings nicht weiter betitelte „Komposition Nr. 58“ von 1960 schaffte 26.000 Euro (Taxe 28.000 EUR), ein graues Kissenbild Gotthard Graubners von 1970 verdoppelte seine Schätzung auf 16.000 Euro. Auch Isa Genzken gab sich die Ehre mit einer in Öl gemalten Mondlandschaft in nicht minder tristem Grau unter dem Titel „Basic Research“, die von 8.000 bis 10.000 auf 13.500 Euro kletterte. Dem 1977 viel zu früh verblichenen Blinky Palermo genügten 1965 drei Bleistiftstriche für eine „Raumecke II“, um jetzt zu 21.000 Euro zu kommen (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR).

Otto Piene griff wieder einmal zum Bunsenbrenner, um 1976 sein Feuerbild „Orange Licht“ zu „malen“. Heute ist es 15.000 Euro wert (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR). Mit bis zu 7.000 Euro wurden auch die drei farbigen Arbeiten Gerhard Altenbourgs gut beboten (Taxen bis 5.000 EUR). Der amerikanische Außenseiter Philip Guston leistete mit einer deutungsresistenten Tuschezeichnung aus dem Jahr 1963 bei 26.000 Euro Schützenhilfe (Taxe 28.000 bis 30.000 EUR), Jannis Kounellis mit einer dichten Ölkreidearbeit von 1997 bei 9.000 Euro (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR), und der intellektuelle Däne Per Kirkeby schlug 100.000 Euro mit einer großen, vier Meter breiten Leinwand aus dem Jahr 1985 und 40.000 Euro mit der kleineren, 123 Zentimeter im Quadrat messenden Arbeit „Hin und Her“ von 1993 los, jeweils am unteren Rand der Taxe.

Eher mager dagegen die Ergebnisse für manche deutschen Altmeister der Gegenständlichkeit wie A.R. Penck oder Jörg Immendorff. Immerhin erreichte Immendorffs ironische Holzskulptur „Malertod III“ von 1900 gute 24.000 Euro (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Ein drei Meter breites Stillleben mit Fisch und Hummer von Markus Lüpertz aus dem Jahr 1990 musste sich mit 38.000 Euro zufrieden geben (Taxe 50.000 bis 60.000 EUR), Anderes wie sein 1969 abgeholzter „Baumstamm – dithyrambisch“ wurde gar nicht zugeschlagen (Taxe 60.000 bis 70.000 EUR). Für „Flowers of Romance II (Iris)“ seines Berliner Mitstreiter Bernd Zimmer blieben dann immerhin 13.000 Euro übrig (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR), und auch Karin Kneffels fotorealistisches Aquarell roter Äpfel am Baum kam taxgerecht bei 15.000 Euro ans Ziel. Im Nachverkauf gingen erst Raymond Pettibons gesellschaftskritische Tuschezeichnungen in Comicmanier für 4.500 Euro und 2.600 Euro weg (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR und 4.000 EUR), oder Richard Hamiltons Farbserigraife eines zusammengewürfelten „Interior“ von 1964/65 bei 39.000 Euro (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR). Werner Tübkes gezeichnetes Selbstportrait wurde dagegen schon in der Auktion für 5.000 Euro übernommen (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR).

Seltsame Zurückhaltung herrschte auch gegenüber dem „Kind“ unter den jüngsten Starkünstlern: Hitler im Klo oder „Die Staatsbiologin ‚Darling’“ von 2004 konnten Jonathan Meese trotz moderater Preise von 30.000 Euro und 50.000 Euro diesmal nicht helfen. Der Neoexpressionismus fand in dem romantischen Seerosenbild „Grüner Fluss mit Boot“ aus dem Jahr 2004 der Koreanerin SEO bei 45.000 Euro einen Abnehmer (Taxe 45.000 bis 50.000 EUR). Mit seinem unscharfen, dunklen und bedeutungsschweren Acryl- und Pigmentbild „Ohne Titel (…Jedem sein Beinhaus)“ kam Heribert C. Ottersbach auf 13.000 Euro (Taxe 16.000 bis 18.000 EUR). Pia Fries’ frohe Farbabstraktion „Faed“ von 1999 spielte erwartete 10.000 Euro ein, Andreas Schulzes seit 1982 seltsam am blauen Himmel auf einer Kette hängenden Formen 500 Euro weniger (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR), Andrea Lehmann musste sich mit 6.000 Euro für ihre „Kannenbeschwörung“ von 2006 begnügen (Taxe 8.000 EUR), und auch Slawomir Elsners triste Häuserfassaden von 2004 gingen erst im Nachverkauf für jeweils 5.000 Euro weg (Taxen je 8.000 EUR).

Die zeitgenössische Fotokunst, die Lempertz seit kurzem immer mit den Gemälden, Zeichnungen und Skulpturen versteigert, hat es in diesem Umfeld anscheinend schwer. Vieles blieb unbeachtet, anderes musste mit Abschlägen veräußert werden. Preislicher Höhepunkt waren vier Gelatinesilberabzüge von Bernd und Hilla Becher aus der Serie „Chemische Fabrik Wesseling bei Köln“ von 1998, auch wenn sie ihre Schätzung mit 25.000 Euro durch belgisches Gebot nicht erreichten (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Daniele Buettis erotische Fotoarbeit „Dreams result in more dreams“ kam nur auf 11.000 Euro (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR), Duane Michals’ fünfteiliges Geisterwerk „The young girl’s dream“ von 1969 auf 3.800 Euro (Taxe 5.000 EUR), Thomas Ruffs verwischte Architekturfotografie Mies van der Rohes unter dem Titel „W.H.S.08“ erst mit den Nachverhandlungen auf 13.000 Euro (Taxe 18.000 bis 20.000 EUR), ebenso wie Andreas Gurskys Hafenansicht von Salerno aus dem Jahr 1900 auf 6.500 Euro (Taxe 10.000 EUR) und Ola Kolehmainens verspiegelte Häuserfassade auf 6.000 Euro (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Kunsthaus Lempertz

Neumarkt 3

DE-50667 Köln

Telefon:+49 (0221) 92 57 290

Telefax:+49 (0221) 92 57 296

E-Mail: info@lempertz.com



13.01.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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