Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 27.06.2020 Auktion 279 Sammlung Kuhn

© Auktionshaus Dr. Fischer - Heilbronn

Anzeige

Enten am Wehr / Alexander Koester

Enten am Wehr / Alexander Koester
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Stillleben mit Blaudistel und Fruchtschale, 1958 / Karl Schmidt-Rottluff

Stillleben mit Blaudistel und Fruchtschale, 1958 / Karl Schmidt-Rottluff
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Am Badestrand / Otto Pippel

Am Badestrand / Otto Pippel
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Moderne und zeitgenössische Kunst bei Bassenge

Unterschätzte Tiere



Höhepunkt und Abschluss der dreitägigen Auktionen von Bassenge in Berlin waren am 29. November ausgewählte Werke der modernen und zeitgenössischen Kunst, mit denen der vor allem auf Grafik und Zeichnung spezialisierte Anbieter seine Expansionsbestrebungen in die jüngere Kunst eindrucksvoll unterstrich. Ganz der erfolgreiche Durchmarsch, wie er erhofft war, gelang dabei nicht, an einigen Stellen, etwa bei Hermann Max Pechsteins Gouache eines Mädchenakts mit Handspiegel von etwa 1910/11 (Taxe 38.000 EUR) und einer expressiven Dorfkirche des Franzosen Maurice de Vlaminck (Taxe 70.000 EUR), kam es dann doch zu schmerzlichen Rückgängen, für viele Arbeiten blieben die Gebote bereits unterhalb der Schätzpreise hängen, dennoch erfolgten die Zuschläge. Auch die losbezogene Verkaufsquote von gut 52 Prozent lag im durchschnittlichen Bereich. Doch einige hohe Steigerungen insbesondere bei Klassikern der Moderne, aber auch bemerkenswerten Außenseitern ergaben ein alles in allem erfreuliches Endergebnis.


Zwei Künstler waren ob ihrer vielen Werke besonders hervorgehoben. Zunächst der deutsche Expressionist Paul Kleinschmidt, den der Musical-Unternehmer Rolf Deyhle einst eifrig sammelte und jetzt mit sechs Gemälden der 1920er bis späten 1940er Jahre der Öffentlichkeit zurückgab. Die 1948 ein Jahr vor des Künstlers Tod entstandene „Garderobe“ zweier Tänzerinnen fand bei 40.000 Euro keinen Käufer. Alle anderen Bilder wurden vergeben, allerdings durchschnittlich ein Viertel unterhalb der Schätzpreise. So blieb es bei der „Konditorei“ mit leckeren Torten und einem streng dreinschauenden Verkäufer von 1940 bei 30.000 Euro (Taxe 40.000 EUR), mit 36.000 Euro musste sich die Schuhe bindende Balletteuse aus demselben Jahr zufrieden geben (Taxe 45.000 EUR). Nur 22.000 Euro wurden für Kleinschmidts Familienportrait seiner Ehefrau Margarethe sowie der gemeinsamen Tochter aus dem Jahr 1925 gezahlt (Taxe 35.000 EUR). Die beiden Blumenstillleben nebst anderen Zutaten kamen auf 14.000 beziehungsweise 15.000 Euro (Taxen je 20.000 EUR).

Käthe Kollwitz, mit der Bassenge bereits im vergangenen Juni eine glänzende Einzelauktion feiern durfte, erhielt zumindest mit einem Werk große Anerkennung: Das Auftaktstück, ihre eindrückliche Kohle- und Kreidezeichnung „Frau mit totem Kind“ aus dem Jahr 1903, steigerte sich von 30.000 auf 52.000 Euro. Ihre Handzeichnungen „Im Leichenschauhaus“ aus dem Jahr 1919 und eines Frauenbildnisses von etwa 1905 blieben dagegen mit 15.000 und 17.000 Euro wieder unterhalb der Taxe von je 20.000 Euro, ebenso wie die meisten Grafiken, die aus einer kanadischen Privatsammlung eingeliefert wurden und für bis zu 2.200 Euro überwiegend weggingen. Weitere etwas ernüchternde Ergebnisse waren 22.000 Euro für eine frühe Aktzeichnung Edgar Degas’ (Taxe 30.000 EUR), Albert Muellers symbolisches Bild „Erkenntnis“ von etwa 1920 für 9.000 Euro (Taxe 15.000 EUR), 15.000 Euro für Hannah Höchs Collage einer Frau im roten Kleid, die die Künstlerin wohl in den 1920er Jahren unter Verwendung eines Zeitungsausschnitts zum Leben erweckte (Taxe 20.000 EUR), und eine Roy Lichtenstein-Karikatur Richard Pettibones von 1963/70 für 8.500 Euro (Taxe 15.000 EUR). Mit 11.000 Euro behauptete sich Adolf Fleischmanns „Abstrahiertes Stillleben“ aus der Zeit um 1930 dagegen ganz gut (Taxe 13.000 EUR).

Doch gab es auch positive Gegenbeispiele. Heiß begehrt sind immer wieder die duftigen Pastelle Max Liebermanns, so dass auch seine Allee im Tiergarten mit Spaziergängern aus der Mitte der 1920er Jahre mit 75.000 Euro davonkam (Taxe 60.000 EUR). Eine wahre Überraschung bot dagegen der 1869 in Kurland geborene und 1932 als angesehener Maler und Sezessionist im Kreise Liebermanns gestorbene Johannes Walter-Kurau. Seine von expressionistischer Farbigkeit und Pinselführung zumindest nicht ganz unbeeinflusste Landschaft mit Häusern und wolkigem Himmel aus der Zeit vor 1918 explodierte auf den Hammerpreis von 26.000 Euro. Nur 6.000 Euro standen auf dem Etikett. Oder – aus der ganz anderen Richtung der 1958 gegründeten Künstlergruppe ZERO – Adolf Luthers Spiegelobjekt aus 64 konkaven Einzelobjekten, die im Quadrat angeordnet 64mal das Geschehen in der Welt wiedergegeben. Dieses zwischen Kunst und Design stehende Schachbrett von rund einem Meter Seitenlänge schwebte von 8.000 auf 9.500 Euro. Für Pablo Picassos Radierung „Sculpteur et Modèle agenouillé“, erschienen 1933 bei Vollard in Paris und Bestandteil der gleichnamigen Suite wurden gar 39.000 Euro bezahlt (Taxe 25.000 EUR).

Ganz beachtliche Resultate erbrachte auch die expressionistische Grafik, so Ewald Matarés dreifarbiger Farbholzschnitt „Vier Kühe auf der Weide I“ von 1928 für 2.600 Euro (Taxe 2.400 EUR) und Karl Schmidt-Rottluffs schwarzweißer Holzschnitt „Die Schwestern“ aus dem Jahr 1914 für immer noch akzeptable 10.500 Euro (Taxe 12.000 EUR). Auf 2.600 Euro verdoppelte sich der Wert von Georg Scholz’ Lithografie „Zeitungsträger“, die mit kritischem Blick auf das Missverhältnis zwischen Arm und Reich in den frühen 1920er Jahren eingeht. Bei den Skulpturen gab es den höchsten Preis für Renée Sintenis. Ihre Bronze „Laufender Elefant“ von 1954 machte sich erst bei 20.000 Euro aus dem reichlich aufgewirbelten Staub (Taxe 15.000 EUR). Kaum weniger begehrt waren aber auch die Tierskulpturen des eine Generation älteren August Gaul. Von 3.500 auf 10.000 Euro sprang beispielsweise seine laufende Gans in einer Bronzeversion des Jahres 1901.

Schließlich ist Marc Chagall zu nennen, der das Hauptlos der Versteigerung stellte: 110.000 Euro spülte sein Tuscheaquarell „Der Traum Jakobs“ vermutlich aus den späten Lebensjahren des russisch-französischen Künstlers ein. Damit repräsentierte es beispielhaft das Ergebnis der gesamten Auktion, denn 140.000 Euro standen eigentlich zur Erwartung. In den Versteigerungen moderner und zeitgenössischer Kunst im Niedrigpreissektor gab es noch vier nennenswerte Zuschläge: Jurij Annenkows Federzeichnung zweier liegender Frauen in Schwarz, Orangerot und Braun kletterte von 2.500 auf 5.300 Euro, Frans Masereels 1964 datiertes Spätwerk in Öl „Erwartung im Hafen“ erreichte die vorgesehenen 5.000 Euro, Walter Kohlhoffs Ölbild eines aufgewühlten Meeres mit einer Stadt im Hintergrund 4.600 Euro (Taxe 1.200 EUR). Und Curt Querner hat schon manches Auktionshaus unterschätzt. Auch bei Bassenge konnte der sächsische Landschafter mit seinem „Winter in Börnchen“ von 1932, einer Impression aus seinem Heimatdorf, 5.500 Euro für sich verbuchen (Taxe 1.200 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Galerie Bassenge

Erdener Straße 5a

DE-14193 Berlin

Telefon:+49 (030) 893 80 290

Telefax:+49 (030) 891 80 25

E-Mail: info@bassenge.com



28.12.2008

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Bei:


Galerie Bassenge

Bericht:


Kleinschmidts köstliche Kuchen

Kunstwerk:

August Gaul,
 Laufende Gans, 1901
August Gaul, Laufende Gans, 1901

Kunstwerk:

Emil Orlik,
 Blumen im Glas, 1909
Emil Orlik, Blumen im Glas, 1909

Kunstwerk:

Max Liebermann, Allee im Tiergarten mit Spaziergängern, um 1925
Max Liebermann, Allee im Tiergarten mit Spaziergängern, um 1925

Kunstwerk:

Edgar
 Degas, Antinous, 1854/55
Edgar Degas, Antinous, 1854/55

Kunstwerk:

Johannes Walter-Kurau, Landschaft mit Häusern und bewegtem Himmel,
 vor 1918
Johannes Walter-Kurau, Landschaft mit Häusern und bewegtem Himmel, vor 1918







Emil Orlik, Blumen im Glas, 1909

Emil Orlik, Blumen im Glas, 1909

Taxe: 2.500,- EURO

Zuschlag: 3.600,- EURO

Losnummer: 8205

Max Liebermann, Allee im Tiergarten mit Spaziergängern, um 1925

Max Liebermann, Allee im Tiergarten mit Spaziergängern, um 1925

Taxe: 60.000,- EURO

Zuschlag: 75.000,- EURO

Losnummer: 8184

Edgar Degas, Antinous, 1854/55

Edgar Degas, Antinous, 1854/55

Taxe: 30.000,- EURO

Zuschlag: 22.000,- EURO

Losnummer: 8122

August Gaul, Laufende Gans, 1901

August Gaul, Laufende Gans, 1901

Taxe: 3.500,- EURO

Zuschlag: 10.000,- EURO

Losnummer: 8138

Johannes Walter-Kurau, Landschaft mit Häusern und bewegtem Himmel, vor 1918

Johannes Walter-Kurau, Landschaft mit Häusern und bewegtem Himmel, vor 1918

Taxe: 6.000,- EURO

Zuschlag: 26.000,- EURO

Losnummer: 8246




Copyright © '99-'2020
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce