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Klein aber fein: Die Sammlung italienischer Meisterzeichnungen in der Hamburger Kunsthalle kann mit großen Namen und hoher Qualität aufwarten. Jetzt wird sie zum ersten Mal seit 50 Jahren wieder umfassend präsentiert

Italien an der Elbe



Raffael, Kopf eines Cherubs, 1508/12

Raffael, Kopf eines Cherubs, 1508/12

Sie ist nicht groß, aber bedeutend: Die Sammlung italienischer Zeichnungen des Kupferstichkabinetts der Hamburger Kunsthalle. Während die Staatlichen Museen in Berlin auf einen Sammlungsbestand von rund 11.000 italienischen Zeichnungen zurückgreifen können, bringen es die Hamburger gerade mal auf rund 1000 Exemplare. Doch wie so oft, ist es nicht die Quantität, die zählt, sondern die Qualität. Und da liegt die Hamburger Kunsthalle sehr weit vorne. Allein vier der sechs in Deutschland vorhandenen Zeichnungen Leonardo da Vincis sind an der Elbe beheimatet. Grund genug also, diesen Sammlungsschwerpunkt einmal mit einer umfassenden Ausstellung zu würdigen. Die Schau „Von Leonardo bis Piranesi. Italienische Zeichnungen von 1450 bis 1800“ versammelt 140 lichtempfindliche Blätter italienischer Provenienz, die ihr sonstiges Dasein meist in den klimatisierten Depots des Hauses fristen.


Ob Sandro Botticelli, Leonardo da Vinci, Andrea Mantegna, Parmigianino, Giovanni Battista Piranesi, Raffael, Tiepolo, Domenico Tintoretto oder Paolo Veronese: Sie alle sind mit exemplarischen Werken vertreten. „Die Schätze, die wir hier ausbreiten, sind von hoher bis allerhöchster Qualität“, erläutert Kurator David Klemm, der sich während der vergangenen fünfeinhalb Jahre wissenschaftlich mit dem Thema beschäftigt hat. Blatt für Blatt wurde in enger Zusammenarbeit mit Kunsthistorikern aus Italien und Großbritannien erörtert, in den Werkzusammenhang des jeweiligen Künstlers eingeordnet und teilweise auch ikonografisch neu bestimmt.

So musste die ursprünglich unzweifelhaft Andrea Mantegna zugeordnete, äußerst feine Silberstiftzeichnung „Maria mit dem Christuskind“ von 1460 zumindest mit einem Fragezeichen versehen werden. Mantegna oder seine Schule? Für David Klemm eigentlich kein so großes Problem. Was zähle, sei letztlich die Qualität des einzelnen Blattes, erläutert der Kunsthistoriker mit dem Hinweis auf den ehemals Rembrandt zugeordneten „Mann mit dem Goldhelm“ in der Berliner Gemäldegalerie. Dessen Popularität habe seit der Abschreibung erheblich gelitten. „Der Name ist nicht alles entscheidend. Es geht um Qualität“, plädiert er für einen Umdenkungsprozess und den offeneren Umgang mit qualitätvollen Arbeiten weniger bekannter Künstler.

Dennoch freut man sich in Hamburg besonders über das Ergebnis einer hochkarätig besetzten Expertenrunde, die 2005 im Vorfeld der Ausstellung ein ebenfalls lange zweifelhaftes Blatt eindeutig Michelangelo zuordnen konnte. Das Studienblatt zeigt verschiedene Kopfentwürfe, unter anderem das markante Profil eines kriegerischen Helmträgers. Ein weiteres Highlight der Schau ist Leonardo da Vincis „Kopf eines alten Mannes oder einer alten Frau im Profil“ um 1495/1505. Die nur acht mal zehn Zentimeter große Rötelzeichnung zeigt das Antlitz einer greisenhaften, zahnlosen, aber letztlich androgynen Figur.

Die nicht thematisch sondern nach Epochen geordnete Schau greift zu zwei Dritteln auf Bestände zurück, die der Hamburger Kunsthalle bereits im Jahr 1856, also kurz nach ihrer Gründung, von Georg Ernst Harzen geschenkt wurde. Insgesamt 30.000 Arbeiten auf Papier und 51 Gemälde überließ der Hamburger Kaufmann und Sammler dem Haus. Ein frühes Beispiel für den bis heute ausgeprägten hanseatischen Bürgersinn. David Klemm erläutert die überragende Bedeutung der italienischen Zeichnung über die Jahrhunderte. „Anders als in Holland oder Deutschland hatte die Zeichnung in Italien immer ein Ziel. Oftmals wurden sie angefertigt, um große Projekte wie Fresken oder Gemälde vorzubereiten. Wer damals in Italien nicht zeichnen konnte, taugte nicht als Künstler.“ So finden sich in der Schau neben vielen Darstellungen christlicher Motive auch etliche beeindruckende Körper- oder Gewandstudien.

Einen besonderen Raum nehmen Giovanni Battista Piranesis extrem verschachtelte und düster bedrohliche Architekturphantasien ein. Neben Radierungen aus der Carceri-Serie sind auch etliche seiner extrem seltenen Vorzeichnungen zu sehen. Gleich nebenan begegnet man dann der heiter-verspielten Rokokowelt Giovanni Battista Tiepolos und seines Sohnes Giovanni Domenico Tiepolo, die im 18. Jahrhundert in Venedig wirkten. Kurator David Klemm: „Das macht eben ein großes Kunstland wie Italien aus, dass es verschiedene Phänomene in den einzelnen Orten möglich macht“.

Die Ausstellung „Von Leonardo bis Piranesi. Italienische Zeichnungen von 1450-1800“ ist im Hubertus-Wald-Forum der Hamburger Kunsthalle bis zum 18. Januar zu sehen. Die Hamburger Kunsthalle hat dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, am Donnerstag zusätzlich bis 21 Uhr, an Silvester und Neujahr von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Geschlossen bleibt am Heiligabend. Der Katalog ist Verlag Hachmannedition erschienen und kostet 29 Euro.

Kontakt:

Hamburger Kunsthalle

Glockengiesserwall

DE-20095 Hamburg

Telefon:+49 (040) 428 131 200

Telefax:+49 (040) 428 543 409



25.12.2008

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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24.10.2008, Von Leonardo bis Piranesi. Italienische Zeichnungen von 1450 bis 1800

Bei:


Hamburger Kunsthalle

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Giovanni Antonio Canal, Blick in das nördliche Querschiff und auf die Sängeremporen von S. Marco in Venedig, 1766
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Giovanni Benedetto Castiglione, Kompositionszeichnung für eine Allegorie auf die menschliche Kultur, um 1652
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Giovanni Battista Piranesi, Architekturphantasie, 1750er Jahre
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Raffael, Kopf eines Cherubs, 1508/12
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Jacopo da Ponte, Grablegung Christi, um 1568
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Domenico Tintoretto, Die Eroberung Konstantinopels durch die
 Venezianer, um 1598
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Giovanni Antonio Canal, Blick in das nördliche Querschiff und auf die Sängeremporen von S. Marco in Venedig, 1766

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Giovanni Benedetto Castiglione, Kompositionszeichnung für eine Allegorie auf die menschliche Kultur, um 1652

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Giovanni Battista Piranesi, Architekturphantasie, 1750er Jahre

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Jacopo da Ponte, Grablegung Christi, um 1568

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Domenico Tintoretto, Die Eroberung Konstantinopels durch die Venezianer, um 1598

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Leonardo da Vinci, Studien zu einer Anbetung der Hirten, um 1480

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Federico Zuccari, Die Verleumdung (frei nach Apelles), um 1569

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Michelangelo, Studienblatt mit behelmtem Kopf, weiteren Kopfstudien und Schriftproben, um 1504

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