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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Auch mit den Gemälden und Zeichnungen Alter und Neuerer Meister liegt das Berliner Auktionshaus Bassenge gegenwärtig über dem Durchschnitt

Der Indianer in Berlin



Charles Schreyvogel, Bildnis von Rain in the Face, Kriegshäuptling der Hunkpapa Sioux

Charles Schreyvogel, Bildnis von Rain in the Face, Kriegshäuptling der Hunkpapa Sioux

Ein leichtes Leben hatte er wirklich nicht, der Indianerhäuptling, den der amerikanische Maler Charles Schreyvogels einst portraitierte. 1835 in North Dakota geboren, musste Rain in the Face mit ansehen, wie sein Volk allmählich von den Weißen, die auf der Suche nach Gold und Land waren, immer weiter ausgerottet wurde. Bereits mit zwanzig Jahren zum Häuptling der Hunkpapa Sioux gewählt, konnte er der Austilgung durch kriegerische Gegenmaßnahmen jedoch zeitweise erheblichen Widerstand entgegensetzen, so vor allem im Dezember 1866, als er eine Abteilung der amerikanischen Armee in eine Falle lockte und mit Stumpf und Stiel vernichtete. Später mehrmals gefangen genommen, befreit, exiliert oder in neuerlichen Schlachten gebraucht, ergab er sich schließlich 1880 den Amerikanern und starb erst 1905 mit rund siebzig Jahren. Das Gemälde, das vom Karl-May-Museum in Bamberg zur Auktion Alter und Neuerer Meister bei Bassenge am 28. November gegeben wurde, ließ den Namen dieses großen Indianers jetzt einmal mehr groß erklingen: 80.000 Euro bezahlte ein belgischer Sammler für das lebensnahe Bildnis. Der Schätzpreis hatte bei 24.000 Euro gelegen.


Gemälde

Unaufgeregt ging es demgegenüber bei den Gemälden Alter Meister zu. Hier war auch so gut wie keiner namentlich bekannt. Eine Ausnahme bildete der sächsische Rokokohofmaler Christian Wilhelm Ernst Dietrich, genannt Dietricy, dessen italienische Landschaft mit zwei Eremiten bei einem Wasserfall wenigstens 2.700 Euro einbrachte (Taxe 2.400 EUR). Unbekannt schien dagegen der Schöpfer einer von Wald und Hügeln malerisch umsäumten Flusslandschaft, die dem Kreis des Christian Georg Schütz d.Ä. lediglich zugeschrieben werden kann. Machte nichts, die prächtige Holztafel wurde dennoch zu einem der heißbegehrtesten Lose des ganzen Tages: 32.000 Euro durfte Bassenge am Ende eines heftigen Bietwettbewerbs notieren, genau 30.500 Euro mehr als erwartet.

Das 19te und frühe 20ste Jahrhundert hielt sich – von Schreyvogel abgesehen – bei den Gemälden weitgehend an die preislichen Vorgaben. Ludwig Emil Grimms 1830 riskierter Blick auf die Orangerie an den Karlsauen von Kassel hielt mit 18.000 Euro nicht ganz, was er versprach. Preise wie 9.500 oder 5.500 Euro waren für die klaren russischen Landschaften Richard Karlovich Zommers ebenfalls nicht ganz zufrieden stellend. Dafür kletterte eine lesende alte Frau am Fenster, die der Niederländer Jozef Israëls mit impressionistischer Verve auf die kleine Leinwand warf, von 3.500 auf 4.500 Euro. Auch eine kabinettartige Winterlandschaft seines altmeisterlichen Landsmanns Andreas Schelfhout wurde bei 7.000 Euro 1.000 über der Taxe übernommen.

Für die Landschaftsmalerei standen Léon-Victor Duprés sommerliche Wiese mit mächtiger Eichengruppe bei 3.000 Euro (Taxe 3.500 EUR) und Henri-Joseph Harpignies’ dunkle herbstliche Waldgegend im Bourbonnais bei 1.200 Euro (Taxe 1.500 EUR). Unveräußert blieb dagegen ein übersymbolistisches Frühlingsmärchen Hans Thomas von 1898 (Taxe 28.000 EUR). János Pentelei-Molnár überzeugte mit einem fast fotorealistischen Stillleben samt Zitronen und halb gefüllten Wassergläsern bei 2.400 Euro zum Doppelten der Schätzung. Der für seine Illustrationen zu Karl Mays Reiseberichten bekannte, als Maler und Bildhauer heute indes weitgehend vergessene Sascha Schneider machte mit einem stilisierten „Todesengel“ für 5.000 Euro auf sich aufmerksam (Taxe 2.500 EUR). Und auch die junge Frau an einem geöffneten Fenster in „Erwartung“, die der Berliner Maler Hermann Sandkuhl 1906 in bester impressionistischer Manier niederlegte, blieb nicht unentdeckt. eine anlegt. Veranschlagt mit 600 Euro, verließ sie das Auktionshaus erst bei 1.100 Euro.

Zeichnungen

Der zweite und weitaus umfangreichere Teil der Auktion, die insgesamt mit einer losbezogenen Verkaufsrate von guten 56 Prozent endete, bestand aus einer für den Berliner bereits charakteristischen reichen Offerte an Zeichnungen. Hier war ebenfalls manches günstiger als erwartet, so eine Darstellung der Heiligen Paphnutius und Onophrius in Anbetung der Muttergottes von Peter Candid für 3.000 Euro, die Rötelzeichnung Mars’ und Venus’ von Giulio Campi für 3.500 Euro (Taxen je 4.000 EUR), oder Hans Rottenhammers zugeschriebenes Urteil des Paris auf blauem Bütten für 3.000 Euro (Taxe 3.500 EUR). Allerdings gibt es auch Gegenbeispiele, vor allem bei den so zahlreich erschienenen Italienern: Jacopo Negrettis rasche Federzeichnung des heiligen Rochus, der sich unter einem Baum von seinen Schmerzen erholt, wurde erst bei 2.800 Euro zugeschlagen (Taxe 2.800 EUR), für einen stehenden weiblichen Akt von Girolamo Romanino wurden 1.700 Euro fällig (Taxe 1.200 EUR), und eine dem Umkreis des Domenico Piola zugewiesene heilige Familie mit dem Johannesknaben ging erst bei 2.200 Euro über die Bühne (Taxe 750 EUR).

Auf niederländischer Seite standen eine vielfigurige Mannalese aus dem Umkreis des Marten de Vos für 2.400 Euro (Taxe 2.800 EUR) und Erasmus Quellinus’ Fries mit mehreren Tugendendarstellungen für 1.800 Euro (Taxe 1.200 EUR). Frans Snyders’ bemerkenswertes Studienblatt von Wildschweinköpfen für 2.000 Euro lässt tiefen Einblick zu in die Schaffensprozesse einer florierenden Antwerpener Malerwerkstatt (Taxe 450 EUR). Und schließlich reüssierte bei 1.600 Euro eine teils farbig lavierte, graue Tuschezeichnung des Augsburger Barockmeisters Jonas Umbach. Darauf hatte er sehr ausführlich und detailverliebt die Verehrung der Eucharistie durch einen christlichen Fürsten vor der Silhouette seiner Heimatstadt niedergelegt (Taxe 1.200 EUR).

Im 18ten Jahrhundert war es spannender, ohne Unterschied des Stils oder der Nation. Jean-Robert Angos Ansicht der Statue der Göttin Roma im Konservatorenpalast von etwa 1762 spielte 6.500 Euro ein (Taxe 4.000 EUR). Gleich darauf verbesserte sich Johann Wolfgang Baumgartners zehnte Kreuzwegstation mit der Entkleidung Christi von 3.500 Euro auf 5.500 Euro. Großer Beliebtheit erfreut sich in der Regel der preußische „Menzel des 18ten Jahrhunderts“ Daniel Nikolaus Chodowiecki, so auch in Form seiner Feder- und Rötelzeichnung „Die Wercke der Finsternis“ für 4.500 Euro (Taxe 2.500 EUR). Johann Evangelist Holzer ließ seine vier Evangelisten bei 2.200 in den Wolken entschweben (Taxe 1.500 EUR).

Die Vielfalt des Angebots fand sich ferner bestätigt in einer 1734 datierten und in Rom geschaffenen Mariä Geburt des Franzosen Jacques Dumont für 3.000 Euro (Taxe 1.500 EUR) oder in einer für 4.600 Euro übernommene Landschaft des klassizistischen Meisters Christoph Nathe mit einer bewaldeten Schlucht am Bachlauf (Taxe 900 EUR). Sein sächsischer Landsmann Christian August Günther füllte sein Skizzenbuch mit heimatlichen Impressionen bei 2.800 Euro an (Taxe 2.400 EUR). Auch der Franzose Pierre-Louis de La Rive ließ sich von Arkadien verzaubern und führte dazu 1764 eine bukolische Landschaft mit Hirten und Badenden neben einem Standbild des Herkules aus. Sie ist nun 1.800 Euro wert (Taxe 1.500 Euro). Johann Heinrich Wilhelm Tischbein kam das Aquarell eines knorrigen Eichenbaums in weiter Landschaft erst bei 3.200 Euro abhanden (Taxe 1.200 EUR).

Höhepunkt des 19ten Jahrhunderts wurden zwei Außenseiter: Des Schweden Carl Larsson Bildnis eines lesenden Mädchens in Bleistift auf Velin bestach die Bieter ob seiner Anmut auf stattliche 6.500 Euro (Taxe 400 EUR), und soviel schaffte auch eine Weinernte am Golf von Neapel, die Christoph Heinrich Kniep um 1815 noch ganz im Geist des Klassizismus in Feder zeichnete (Taxe 3.200 EUR). Ohnehin kamen südländische Landschaften wieder gut an, so Joseph Schranz’ Blick auf die Akropolis in Athen noch ohne die hässliche Bebauung unserer Tage für 3.800 Euro (Taxe 2.400 EUR), zwei aquarellierte Neapelveduten des ansonsten völlig unbekannten Giuseppe Scoppa für 5.500 und 4.800 Euro (Taxen je 3.500 EUR) oder Johann Christian Reinharts waldige Landschaft am See, die nicht unbedingt als italienisch angesprochen werden muss, auf einen antiken Tempel im Hintergrund aber auch nicht verzichtet. 2.600 Euro waren der Lohn für diese 1820 datierte Bleistiftstudie (Taxe 1.200 EUR).

Auch Claude Raguet Hirsts Stillleben mit geöffnetem Buch und Pfeife auf einem Aquarell von 1902 schaffte es mit 6.000 Euro ganz nach oben (Taxe 2.500 EUR). Einer der Favoriten, Carl Gustav Carus’ „Morainen“-Studie einer Alpenlandschaft samt Hütte von 1831 scheiterte dagegen an 6.000 Euro und schaffte nur 5.000 Euro, den gleichen Betrag wie Wilhelm von Kaulbachs Entwürfe zum Turmbau zu Babel für die Fresken im Neuen Museum zu Berlin (Taxe 7.500 EUR). Sein ebenso berühmter Zeitgenosse Carl Friedrich Lessing erwies sich in seiner feinen Bleistiftzeichnung des Kollegen Theodor Hildebrandt 1840 als hervorragender Portraitist, was sich in 4.400 Euro niederschlug (Taxe 900 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Galerie Bassenge

Erdener Straße 5a

DE-14193 Berlin

Telefon:+49 (030) 893 80 290

Telefax:+49 (030) 891 80 25

E-Mail: info@bassenge.com



17.12.2008

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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