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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

So lala: Moderne Kunst im Dorotheum Wien

Pech für Noldes Frau, Rekord für Mosers Mann



Koloman Moser, Frühling, um 1900

Koloman Moser, Frühling, um 1900

Zunächst die gute Nachricht: Karl Hofers Akt mit erhobenen Armen, eine im Fitnessstudio gestählte Frau, der man ungern etwas Böses sagen möchte, ist endlich unter der Haube. Des 1954 datierten Ölbildes, das schon vor drei Jahren für 45.000 bis 65.000 Euro im Dorotheum angeboten wurde und zwischenzeitlich schon mehrere Versuche unternommen hatte, endlich einen Abnehmer zu finden, hat sich jetzt ein Bieter unter Einsatz von 26.000 Euro erbarmt. Damit ist es hoffentlich fürs erste vom Auktionsmarkt verschwunden. Dann die schlechte Nachricht: Emil Noldes stehender Frauenakt im Profil mit nach vorne, das heißt hier nach links vorgestreckten Armen, ist schon wieder nicht angekommen. Was aber wiederum auch eine gute Nachricht sein kann, denn das hießt ja, dass das 1912 datierte Aquarell, das offen gestanden wirklich nicht zu den besten Leistungen des Meistern gehört, noch zu haben ist. Denn sie kommt mit Sicherheit wieder, die gute Frau, die ebenfalls schon seit Jahren hartnäckig gegen ihren permanenten Preisverfall anzukämpfen scheint. Dann wird sie vermutlich noch unter die jetzt anvisierten 25.000 bis 35.000 Euro rutschen.


Doch ganz so leichthin wird man die Moderne-Auktion des Dorotheums am 25. November insgesamt wohl nicht betrachten dürfen. Denn durchwachsen war das Ergebnis allemal, was sich nicht nur in der durchschnittlichen Zuschlagsquote von rund 52 Prozent niederschlägt. Auch die Liste der Rückgänge schmerzt: Georg Kolbes in den 1950er Jahren in Bronze gegossener vierter Entwurf für sein Beethoven-Denkmal, ein kleines Blumenstillleben Alexej von Jawlenskys aus dem Jahr 1936, Leo Putz’ schon vor einem Jahr erfolglos angetretene „Regatta“ von 1924 für reduzierte 180.000 bis 250.000 Euro, Georges Rouaults „Clown tragique“ von 1911, Victor Brauners Schlangenkopf „Devenir non devenant“ von 1943, Max Ernsts „La Fôret“ von 1951 oder Fernand Légers „Etude pour les Plongeurs“ aus dem Jahr 1941, mit Ausnahme von Putz alle zwischen 70.000 und 100.000 Euro taxiert – sie alle sind eigentlich nicht zu hoch bewertet, aber vielleicht zum falschen Zeitpunkt auf den Markt geworfen, der sich jetzt ein wenig zu justieren scheint. Dass freilich zwei Bleistiftzeichnungen weiblicher Schönheiten Gustav Klimts mit 50.000 bis 70.000 Euro jeweils 10.000 über der Taxe lagen, belegt, dass das Geld für diesen Dauerbrenner auch in schweren Zeiten locker sitzt.

Umso mehr zählt der Abschluss einzelner Spitzenwerke, die sich weit über die Masse hinaus erheben. So reichte es bei Koloman Moser gar für einen neuen Auktionsrekord: Sein fröhlich springender nackter Mann unter dem allegorischen Titel „Frühling“ um 1900 sicherte sich ein österreichischer Saalbieter nach spannendem Bietgefecht bei 320.000 Euro. Gegenüber den 60.000 Pfund, die das Ölbild vor fünf Jahren bei Christie’s in London einspielte, also ein kräftiger Gewinn, der sich im Schätzpreis von 90.000 bis 130.000 Euro nicht so deutlich abzeichnete. Den zweiten der drei sechsstelligen Zuschläge räumte erwartungsgemäß Giorgio de Chiricos „Piazza d’Italia“ ab, ein metaphysisch-surreales Gemälde voll leerer Kälte aus des Künstlers spätem Jahr 1960. 220.000 Euro waren der Lohn (Taxe 170.000 bis 250.000 EUR). Mit 200.000 Euro schloss Oskar Kokoschkas Gemälde „Davis Children“ von 1958 ab, für das er zwei Jahre darauf den Guggenheim Nationalpreis von Österreich erhielt. Allerdings standen eigentlich 250.000 bis 300.000 Euro auf dem Etikett.

Weitere österreichische Spitzenwerke waren Norbertine Bresslern-Roths arabischer „Schafhandel“ für 34.000 Euro (Taxe 16.000 bis 22.000 EUR) und die fantastisch-realistische Selbstreflexion Rudolf Hausners in „David“ von 1987 für 80.000 Euro (Taxe 68.000 bis 90.000 EUR). Anton Kolig eiste mit seinen 1936 gemalten „Geschwistern“ nur 40.000 Euro los und damit 10.000 Euro weniger als die untere Schätzgrenze. Oskar Mulley brachte es dagegen mit einem kühlen Bergsee von 1931 auf 15.000 Euro (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR), Josef Dobrowsky mit einer trostlosen Winterlandschaft auf die erwarteten 20.000 Euro. Bei der Bildhauerei reüssierte Fritz Wotrubas Bronze „Kleine stehende Figur I (mit erhobenen Armen)“ von 1958 bei 30.000 Euro (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR) und Wander Bertonis abstrahierte „Madonna mit Kind“ von 1957 bei 7.000 Euro (Taxe 2.800 bis 3.600 EUR).

Auch Diego Giacomettis Bronzestrauß von 1977 mit echtem Ei kam auf starke 50.000 Euro (Taxe 38.000 bis 40.000 EUR). Marino Marinis „Piccolo Satiro“, 1926/27 als Unikat im Laufschritt gegossen, eilte bei taxgerechten 20.000 Euro davon. Der Italienschwerpunkt hat sich ohnehin recht gut ausbezahlt gemacht. Ohne Abnehmer blieb zwar Felice Casoratis an sein zeitweiliges Vorbild Chirico gemahnende Komposition „Due teste e carte di gioca“ von 1946 (Taxe 90.000 bis 120.000 EUR). Dafür steigerte sich Arturo Martinis Bronzetorso eines Jünglings aus der Zeit um 1929 mit 50.000 Euro auf das Doppelte der Taxe, und von 20.000 Euro auf 32.000 Euro brachte es Mario Sironis miniaturartig aufgenommenes Räderwerk „Composizione con ingranaggi“ aus dem Jahr 1952. Osvaldo Licinis 1921 datiertes Stillleben mit Blumenkorb, zwei Äpfeln und Zeitungen schaffte die untere Taxe von 40.000 Euro.

In die belgische Avantgardeszene verwies Floris Jespers, der mit seinem kubistisch angelegten „Clown musical“ von 1927 die Schätzung von 14.000 bis 18.000 Euro hinter sich ließ und bei 26.000 Euro ins Ziel einlief. Pablo Picassos Kaltnadelradierung „Femmes entre elles avec voyeur sculpté“, Blatt 82 aus der Suite Vollard“ von 1934, verabschiedete sich bei 36.000 Euro (Taxe 35.000 bis 38.000 EUR). Teuerste Abstraktion wurde bei 40.000 Euro eine kleine Temperaarbeit, in der Sophie Taeuber-Arp 1939 „Six espaces distincts“ probierte (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Die ganz eigene Position des in Berlin geborenen Zeichners Wols, eigentlich Alfred Wolfgang Otto Schulze, behauptete sich bei guten 40.000 Euro für eine merkwürdige Tusche- und Aquarellfantasie unter dem Titel „Vue sur le bassin“ aus dem Jahr 1940 (Taxe 16.000 bis 22.000 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



08.12.2008

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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25.11.2008, Klassische Moderne

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Koloman
 Moser, Frühling, um 1900
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