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Die Erfindung der italienischen Landschaft: Die Hamburger Kunsthalle widmet dem Landschaftsmaler Jakob Philipp Hackert (1737-1807) eine umfassende Retrospektive

Das erfolgreiche Unternehmen Hackert



Jakob Philipp Hackert, Blick auf S. Peter in Rom, 1777

Jakob Philipp Hackert, Blick auf S. Peter in Rom, 1777

„Er war einer der wichtigsten Maler und Zeichner des 18. Jahrhunderts“, erklärt Andreas Stolzenburg, Leiter des Kupferstichkabinetts in der Hamburger Kunsthalle. Gemeint ist Jakob Philipp Hackert (1737-1807), ein Zeitgenosse Goethes, der in Italien zu Ruhm und Ehre gekommen ist und am Hofe Ferdinand IV. im damaligen Königreich Neapel, sein gutes Auskommen fand. Goethe war sehr angetan von den idealtypischen, wirklichkeitsnahen und naturgetreuen Landschaftsdarstellungen Hackerts. Er verkörperte für ihn das Ideal des Künstlers. So verfasste er eine Biografie, die jedoch, wie Andreas Stolzenburg erläutert, überwiegend auf den von Goethe sprachlich verfeinerten autobiografischen Darstellungen des Malers basiert. „Hackert erfüllte für Goethe alles, was er an Ansprüchen an die Kunst hatte“, so Stolzenburg.


Die Hamburger Kunsthalle zeigt jetzt die erste Retrospektive des in Deutschland lange Zeit unbeachteten Erfolgsmalers. Die in Hamburg erarbeitete Schau war zuvor bereits in Weimar zu sehen. 70 Gemälde und Gouachen sowie 70 Zeichnungen und Druckgrafiken werden präsentiert. Viele stammen aus Privatbesitz, andere aus Museen in Italien oder der Eremitage in St. Petersburg. Ausnahmsweise wurde in den großzügigen und technisch optimal ausgestatten Räumen der Galerie der Gegenwart Platz für eine historische Position geschaffen, um die Lebensstationen Jakob Philipp Hackerts anhand der Darstellungen seiner jeweiligen Umgebung nachvollziehbar zu machen.

1737 wurde Hackert als Sohn des Porträtmalers Jakob Philipp Hackert d.Ä. in Prenzlau in der Uckermark geboren. Er entwickelte bereits sehr früh ein Talent für die Malerei. Sein Vater schickte ihn zur professionellen Akademieausbildung nach Berlin. Schon bald verdiente Hackert sich sein Geld mit dem Kopieren von Landschaftsgemälden. Besonders der Franzose Claude Lorrain (1600-1682) hatte es ihm angetan. Selbstbewusst behauptete Hackert von sich, seine eigenen Darstellungen von Bäumen und Gebüsch seien viel naturgetreuer als die Lorrains.

Auf Einladung des schwedisch-pommerschen Regierungsrates Adolf Friedrich begab sich Hackert im Jahr 1762 auf eine Reise, die ihn unter anderem nach Rügen führte. Dort entdeckte er die berühmten Kreidefelsen als Motiv. Hier führte er autodidaktisch einige Radierungen aus. Auch Caspar David Friedrich, der im Gegensatz zu Hackert Italien nie bereisen sollte, stellte schnell fest, dass da motivisch etwas zu holen war. 1765 gelangte Hackert nach Paris, wo er sich drei Jahre lang niederließ und sich mit gut verkäuflichen Landschaftsgemälden einen Namen machte. Die neue Technik der Gouachemalerei stieß auf große Begeisterung. Hackert malte ideale Landschaftsdarstellungen, die er mit sorgfältig platzierten Staffagefiguren etwa ruhenden Wanderern oder Schäfern samt kleiner Herde anreicherte. Sein Hang zum detailgetreuen Realismus und zur genauen Naturbeobachtung floss in seine Bildproduktion mit ein. Flusslandschaften, Hügelketten, Wälder, idyllische Küstenstreifen und der Blick auf kleine Dörfer in der Ferne sind auf seinen Bildern und Zeichnungen zu sehen.

Hackerts Blütezeit beginnt mit seinem Umzug nach Italien. Gemeinsam mit seinem Bruder brach er 1768 auf nach Rom. Zahlreiche Wanderungen, der Besuch der italienischen Kunstschätze und die Erkundung der anmutigen Landschaften bildeten die Grundlage für sein üppiges Werk. Hackert pflegte guten Kontakt zu anderen Malern und arbeitete freischaffend und mit großem Erfolg als Künstler in Rom. 1771 erhielt er den Auftrag, für die russische Zarin Katharina II. eine Serie von Seeschlachten vor der türkischen Küste zu malen. Dafür wurde, um Hackert eine bessere Vorstellung geben zu können, vor Livorno eine echte Fregatte gezielt zur Explosion gebracht – „eines der teuersten Modelle der Kunstgeschichte“, so Stolzenburg.

Jakob Philipp Hackert erhielt immer wieder gute Aufträge vom Klerus. Er komponierte ideale Landschaftsansichten mit Versatzstücken, die er von Reisen und Expeditionen her kannte: griechische Tempel auf Sizilien, die Wasserfälle von Tivoli, Ansichten von Capri, kleine Häfen an der Amalfiküste. Stille, liebliche Bilder wechseln sich ab mit dramatischen Ansichten des ausbrechenden Vesuv, der dem damaligen Bedürfnis nach Bildern voller wohligem Schrecken entsprach. Hackert wusste sein Publikum zu bedienen. So veranstaltete er üppige Abendgesellschaften, die dann ganz beiläufig in Verkaufsveranstaltungen mündeten.

1786 nahm Hackert die Stellung als Hofmaler bei Ferdinand IV. in Neapel an unter der sehr privilegierten Bedingung, drei Monate im Jahr freischaffend arbeiten zu dürfen. Als dann 1799 die französischen Truppen am Hofe einmarschierten, musste Hackert ins toskanische Livorno fliehen und sich dort mit praktisch leeren Händen eine neue Existenz aufbauen. Seinen Lebensabend verbrachte er in Florenz, wo er 1807 im Alter von 70 Jahren starb. Nach Deutschland sollte er nie wieder zurückkehren.

Die Ausstellung „Jakob Philipp Hackert – Europas Landschaftsmaler der Goethezeit“ ist bis zum 15. Februar 2009 zu sehen. Die Hamburger Kunsthalle hat dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, am Donnerstag zusätzlich bis 21 Uhr, an Silvester und Neujahr von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Geschlossen bleibt am Heiligabend. Der Katalog zur Ausstellung ist im Hatje Cantz erschienen und kostet im Museum 35 Euro, im Buchhandel 49,80 Euro.

Kontakt:

Hamburger Kunsthalle

Glockengiesserwall

DE-20095 Hamburg

Telefon:+49 (040) 428 131 200

Telefax:+49 (040) 428 543 409



30.11.2008

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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28.11.2008, Jakob Philipp Hackert: Europas Landschaftsmaler der Goethezeit

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Jakob Philipp Hackert, Die Ruine des Olympeions in Agrigent, 1778
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Jakob Philipp Hackert, Die Klippen von Aci Trezza, 1793
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Jakob Philipp Hackert, Blick auf den Ätna, 1783
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Jakob Philipp Hackert, Die Ruine des Olympeions in Agrigent, 1778

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Jakob Philipp Hackert, Die Klippen von Aci Trezza, 1793

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Jakob Philipp Hackert, Blick auf den Ätna, 1783

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Jakob Philipp Hackert, Venustempel in Baie, 1798

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Jakob Philipp Hackert, Die Wasserfälle von Tivoli, 1785

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Jakob Philipp Hackert, Die Küste bei Vietri, 1770

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