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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Mit der Modernen Kunst eröffnet Ketterer sein neues Domizil in München

Das schöne Weib des Georg Scholz



Der Bogen spannt sich vom frühen 20sten Jahrhundert bis hin in die 1960er Jahre, als Künstler wie Pablo Picasso oder Karl Schmidt-Rottluff ihre großen Spätwerke schufen. Ausgesuchte Spitzenwerke bergen die rund 130 Losnummern der Moderne-Auktion von Ketterer in München. Mit der Vorbesichtung eröffnet Robert Ketterer am 29. November sein neues „Haus für Kunst“. Dafür ist er aus der renommierten Innenstadtlage in die Nähe der Messe nach Riem gezogen. Der Neubau mit 3.500 Quadratmetern Nutzfläche auf drei Etagen beherbergt einen moderner Auktionssaal, eine großzügige Ausstellungsfläche, eine Art-Lounge mit Lesebereich und eine Kaffeebar. Mit der räumlichen Veränderung geht auch eine interne Umstrukturierung einher. So sollen ab 2009 alle Kunstauktionen am Stammsitz in München abgehalten werden, einige Hamburger Mitarbeiter und die dortige Bibliothek nach Bayern umsiedeln. Für die Hansestadt bleiben die zweimal jährlich stattfindenden Auktionen mit Büchern, Handschriften und Autografen erhalten.


Den Schwerpunkt der Versteigerung am 3. Dezember bildet einmal mehr der deutsche Expressionismus. Zum Kern des „Blauen Reiters“ in München gehörte Gabriele Münter, ihre „Gefleckte Vase“ in Öl auf Karton entstand 1910 am Beginn ihrer Zusammenarbeit mit dem illustren und avantgardistischen Künstlerkreis (Taxe 140.000 bis 180.000 EUR). Dessen Höhepunkt markiert August Mackes Aquarell „Frauen am See (Die Landung)“ von 1913, ein Jahr vor seinem Kriegstod an der deutschen Westfront (Taxe 300.000 bis 400.000 EUR). Anfangs gehörte Alexander Kanoldt als Mitbegründer der „Neuen Künstlervereinigung München“ ebenfalls zu diesem Kreis, aus dieser Zeit stammt sein „Rotes Haus“ 1910 (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR). Franz Marcs Leben endete vorzeitig 1916 in Verdun. Rund zehn Jahre zuvor hatte sein Schaffen eine erste Wende erfahren, inspiriert vor allem von der Erfahrung des französischen Impressionismus. Davon zeugt auch seine „Kleine Almstudie“ aus dem Jahr 1905, die eine grüne Wiesen, den Nebel der Berge und eine Tanne nur rudimentär wie durch ein Milchglas wahrnimmt. Das Blatt misst lediglich 15,5 mal 24,5 Zentimeter, soll aber trotzdem 150.000 bis 200.000 Euro kosten.

Der Impressionismus ist das Stichwort für Leo Putz’ Frau im Boot samt Flöte spielendem Begleiter unter dem Titel „Friedliche Tage“ 1902 (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR) oder seinem Akt „Ein grauer Tag“ von 1926 (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR) und die ähnlich angelegten Bilderfindungen Edward Cucuels, etwa seine Dame mit Sonnenschirm im Herbstlaub am Ammersee um 1914/18 oder seine nicht minder melancholische Frau im Garten, die sich vom „Herbstzauber“ um 1912 offenbar nur äußerlich einnehmen lässt (Taxen je 60.000 bis 80.000 EUR). Wichtigster Vertreter des deutschen Impressionismus bleibt jedoch auch bei Ketterer Max Liebermann, wenngleich sein „Nutzgarten in Wannsee nach Westen“ (Taxe 250.000 bis 350.000 EUR) und ein Liebespaar beim Spaziergang im düsteren Grunewald (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR) zwischen 1920 und 1922 bereits zum Spätwerk des Meisters rechnen.

Vom Impressionismus ist auch Emil Nolde noch in seiner Landschaft 1909 beeinflusst, trotz zeitweiliger Zugehörigkeit zur Dresdner „Brücke“. Das Gemälde befindet sich seit seiner Entstehung ununterbrochen in Familienbesitz. Mit 800.000 bis 1,2 Millionen Euro ist es das Hauptlos der Auktion und eines der teuersten auf dem deutschen Auktionsmarkt in diesem Herbst. Nolde ergänzt mit einigen Aquarellen, darunter dem farbsatten „Sebüll unter blau-violettem Himmel“ um 1940 (Taxe 140.000 bis 180.000 EUR). Karl Schmidt-Rottluffs zehn Holzschnitte aus der sogenannten „Neumann-Mappe“, benannt nach ihrem Berliner Verleger, entstanden zwischen 1914 und 1919 bereits nach Auflösung derselben Künstlergenossenschaft (Taxe 90.000 bis 120.000 EUR), ebenso wie Erich Heckels fast idyllisches Ölbild „Kinder“ aus der Mitte der 1920er Jahre – die „Goldenen Zwanziger“ scheinen auch den einstigen Kunstrebellen eingelullt zu haben (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR). Aus dem Urlaub 1932 an der Ostsee brachte auch Hermann Max Pechstein eine recht friedliche Komposition mit, die Fischer „Bei der Heimkehr“ zeigt (Taxe 250.000 bis 350.000 EUR).

Die besondere, oft bereits sehr abstrakt orientierte Komponente des rheinischen Expressionismus vertritt Wilhelm Morgners Männerportrait von 1912 (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR). Einer, der sie alle kannte und nach Möglichkeit ausstellte – so auch Morgners Mann mit Bart –, war der Berliner Galerist Alfred Flechtheim. Seine Künstlerfreunde dankten es ihm mit Portraits, Otto Dix etwa oder Benno Elkan, Rudolf Belling oder die Fotografin Thea Sternheim. Auch Hanns Bolz portraitierte den eifrigen Kunstförderer mit einem unmittelbaren Dreiviertelprofil um 1910/11, das den vergeistigten, aber nicht unbedingt schönen Mann vielleicht ein wenig idealisiert und maskuliner konturiert. Wie Morgner, Marc und Macke endete Bolz’ Leben früh 1918 an den Folgen des Ersten Weltkrieges in einem Sanatorium bei München. Testamentarisch verfügte er die vollständige Vernichtung seines gesamten Œuvres. So ist das Portrait Flechtheims eines der wenigen erhalten Werke dieses weithin Unbekannten (Taxe 18.000 bis 24.000 EUR).

Genannt werden muss auch Arnold Topp, der unter den deutschen Expressionisten bei Ketterer den abstrakten Weg vielleicht am weitesten verfolgte. Sein „Stillleben mit weißer Tasse und brennender Zigarette“ von 1921 ist ein kubistisch konstruiertes, formalanalytisches Werk ohne engen Bezug zur Wirklichkeit (Taxe 30.000 bis 50.000 EUR). Schon 1918 ging er noch weiter in seiner grellbunten Landschaft mit roten Gestalten, in der Alles ins Wanken geraten zu sein scheint (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR). Im Gegensatz dazu steht oder liegt vielmehr Georg Scholz’ „Korpulenter Akt“ 1930 auf einer Couch. Einer gewissen Ironie in dieser an barocke Leibesfülle erinnernden Schönheit wird man sich freilich nicht ganz entziehen können (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Der Kölner Progressive Heinrich Hoerle gibt sich bei seinen „Tulpen in dunkler Vase“ von etwa 1920/25 noch gemäßigt und ruft durch eine ausgeklügelte Lichtführung eine kühle Sinnlichkeit hervor (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR).

Die Künstler anderer Länder bringen in Ketterers Offerte manch andere Note hinein. Auguste Herbin etwa bevorzugte eine sachlich-strenge Formensprache, vom Kubismus wohl nicht ganz unbeeindruckt, als er 1910 ein Stillleben mit Kanne, Buch und Zuckerdose komponierte (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Amedeo Modiglianis blaue Kreide- und Bleistiftzeichnungen „Tête de Femme“ und „Cariatide“ suchen 1913/14 nicht nur den Titeln nach zu schließen einen neuen Klassizismus, sondern geben sich auch in der spartanischen Linienführung den Idealen einer lange vergangenen Vorzeit hin (Taxen zwischen 90.000 und 120.000 EUR). Ihnen folgt auch Tamara de Lempicka in den beiden Bleistiftstudien „Femme et cerf“ um 1923 (Taxe 14.000 bis 18.000 EUR) und „Jeunne Fille dessinant“ um 1937 (Taxe 38.000 bis 48.000 EUR), während Berthe Morisots Blatt mit zwei Mädchen am Tisch noch dem Impressionismus zuzurechnen ist (Taxe 9.000 bis 12.000 EUR) und Helene Schjerfbecks karge Tuschezeichnung einer alten Frau mit Kopftuch aus den ersten Jahren des 20sten Jahrhunderts für eine frühe expressionistische Aussage steht (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Zu den jüngsten Arbeiten gehört Fernand Légers buntfarbige und linear aufgebaute Mischtechnik in Öl, Gouache, Tusche und Bleistift unter dem Titel „Les Plongeurs“, entstanden 1942 während seines amerikanischen Exils (Taxe 38.000 bis 48.000 EUR).

Eine schöne Beigabe zu diesem Hauptprogramm sind immer die „Seitenwege der deutschen Avantgarde“, mit der Ketterer einmal pro Jahr auch den weniger bekannten Künstlern ein Gesicht gibt. Zeichnungen, Grafiken und Gemälde von Tina Bauer-Pezellen, Carl Christoph Hartig, Reinhard Hilker, Heinrich Kralik von Mayrswalden, Louis Seel, Käthe Loewenthal, dem Ehepaar Josefine Mühlen-Schmid und Hermann Mühlen sowie Fritz Stuckenberg sind hier schon für drei- oder vierstellige Preise zu haben. Bemerkenswert sind Erich Borcherts kubistisches „Paar mit Tablett“ von 1927 (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR), eine schauererregende Ansicht einer Quarzit-Grube im Westerwald 1924 von Herm Dienz (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR) und eine materialreiche Assemblage, mit der sich Curt Ehrhardt Anfang der 1920er Jahre auf die avantgardistischste Seite seiner Zeit schlug (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Auf über vier Metern breitet sich ein „Kampf an der Fahne“ aus, den Moriz Melzer bereits kurz nach der Entstehung 1910 erfolgreich in der Ausstellung der Neuen Secession Berlin ausstellen konnte (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 3. Dezember ab 16:30 Uhr mit den „Seitenwegen der deutschen Avantgarde“. Die Vorbesichtigung ausgewählter Werke ist in Berlin noch bis zum 28. November täglich von 11 bis 19 Uhr möglich. Im neuen Münchner Haus können alle Arbeiten vom 29. November bis zum 2. Dezember am Wochenende von 11 bis 18 Uhr, werktags von 10 bis 20 Uhr in Augenschein genommen werden. Der Katalog ist im Internet unter www.kettererkunst.de abrufbar.

Kontakt:

Ketterer Kunst

Joseph-Wild-Straße 18

DE-81829 München

Telefon:+49 (089) 552 440

Telefax:+49 (089) 552 441 66

E-Mail: infomuenchen@kettererkunst.de



28.11.2008

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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