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Am 21.06.2019 Auktion 126: Moderne und zeitgenössische Kunst - Moderne Photographie

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Resultate: Zeitgenössische Kunst bei Christie’s in New York

Unaufgeregtere Zeiten



Einige starke Zuschläge, Vieles unterhalb der Erwartungen, manche Überraschungen und Manches, wofür sich kein einziger Bieter fand – das ist das Gesamtbild der New Yorker Zeitgenossen-Auktion von Christie’s am 12. November. Von den 75 Losen blieben 24 ohne Abnehmer, und dass die Gesamtsumme von brutto 113,6 Millionen Dollar nicht einmal die Hälfte der unteren Gesamttaxe einspielte, war angesichts der Weltwirtschaftslage und der vorherigen Ergebnisse bei den Impressionisten und Modernen schon fast zu erwarten. Schmerzlich und verlustreich waren vor allem jene Werke, für die das Haus den Einlieferern eine Garantiesumme zugesagt hatte: Gerhard Richters abstraktes Bild Nummer 597 von 1986 unter dem Titel „Ozu“, gehandelt bei 10 bis 15 Millionen Dollar, Brice Mardens Linienspiel Nummer 5 aus der Reihe „Attendant“ von 1996/99 zur gleichen Schätzung, David Smiths 1959 gegossene Stahlskulptur „Circles and Angles“ (Taxe 6 bis 8 Millionen USD) und Peter Doigs „Pine House (Rooms for Rent)“ aus dem Jahr 1994 (Taxe 4,5 bis 6,5 Millionen USD). Sie alle fanden keinen Abnehmer.


Schon mit 3 Millionen Dollar wurde der New Yorker Kunsthändler Philippe Ségalot bei Takashi Murakamis peppiger Plastikinstallation „DOB in the Strange Forest“ fündig, sogar nur 2,9 Millionen Dollar waren es für Richard Prince’ „Lake Resort Nurse“ aus dem Jahr 2003. 5 bis 7 Millionen Dollar waren für beide erwartet worden. Ohnehin blieben die teuersten Aufrufe von allzu großem Andrang weitgehend verschont, so etwa Lucio Fontanas „Festa sul Canal Grande“, eine Hommage 1961 an die Lagunenstadt Venedig (Taxe 12 Millionen USD). Kein einziger Bieter fand sich auch für Francis Bacons „Study for Self-Portrait“ aus dem Jahr 1964, das bei 22 Millionen Dollar ausgerufen wurde, aber sogar 40 Millionen Dollar einspielen sollte. Auch hier stellten sich beide Arbeiten auf der Rückgangsliste ein. So war es denn doch dem Deutschen Gerhard Richter beschieden, das Toplos des Abends zu stellen: 13,2 Millionen Dollar investierte ein anonymer Telefonbieter in sein abstraktes Bild Nummer 710 aus dem Jahr 1989 und damit sogar 200.000 Dollar mehr als verlangt.

Dennoch gibt es auch Positives zu vermelden. Gleich das erste Los, Tom Wesselmanns 1961 datiertes Pastell „Study for Great American Nude #20“ ließ die Fetzen fliegen. Auf 600.000 bis 800.000 Dollar angesetzt, musste der New Yorker Händler Jose Mugrabi schließlich 820.000 Euro aufwenden – immerhin der aktuelle Spitzenpreis für eine Papierarbeit Wesselmanns. Auch sein knalliges „Bedroom Painting #37“ schnitt mit 2,8 Millionen Dollar zu unteren Schätzung noch immer gut ab. Ebenfalls heiß umkämpft war Alexander Calders filigranes schwarzes Mobile „Ostrich“ von 1941 mit einem Zuschlag bei 1,5 Millionen Dollar (Taxe 600.000 bis 800.000 USD). Jean-Michel Basquiats „Boxer“ von 1982 verfehlte mit 12 Millionen Dollar einen neuen Auktionsrekord nur knapp (Taxe 13 Millionen USD).

Dieses Glück war vielmehr der Japanerin Yayoi Kusama für ihr großes minimalistisches Punktebild „No. 2“ aus dem Jahr 1959 bei 5,1 Millionen Dollar (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen USD) und Joseph Cornell für seinen Alchemieschrank „Pharmacy“ aus dem Jahr 1943 bei 3,3 Millionen Dollar vorbehalten (Taxe 1,5 bis 2 Millionen USD). Mit 4,5 und Millionen Dollar lagen Franz Klines „Mars Black and White“ von 1959 innerhalb ihrer Schätzpreise, während Robert Motherwells dreieinhalb Meter breite und über zwei Meter hohe Komposition „Elegy to the Spanish Republic (Basque Elegy)“ aus dem Jahr 1967 mit seinem Hauptmotiv der schwarzen Balken nur auf 2,3 Millionen Dollar kam (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen USD). Sein buntfarbiges Wachstum „Throw of Dice #17“ lag nach der Auktion taxgerecht bei 980.000 Dollar.

Einen neuen Rekord gab es ebenfalls für den 1928 in Kalifornien geborenen Robert Irwin mit frühen Werken aus der abstrakten Expressionismus-Phase. Bei 880.000 Dollar liegt er nun und wurde für sein strenges Streifenbild in Orange von 1963/64 erzielt (Taxe 700.000 bis 1.000.000 USD). Die verqueren gestischen Pinselstriche auf gelbem Grund von 1960/61 kamen zwar nur auf 300.000 Dollar, nehmen aber laut Artnet-Datenbank immer noch den dritten Platz in Irwins Auktionsranking ein (Taxe 500.000 bis 700.000 USD). Auch die 1,9 Millionen Dollar für Paul McCarthys nicht gerade zimperliche Bronzeskulptur „Michael Jackson fucked up (Big Head)“ von 2002 sind ein neuer Spitzenpreis (Taxe 2 bis 3 Millionen USD). Dafür musste Jeff Koons einen erheblichen Abschlag hinnehmen. Sein holzgeschnitzter Eselsritt Buster Keatons aus dem Jahr 1988 kam nur auf 3,8 Millionen Dollar (Taxe 5 bis 7 Millionen USD). Landart-Künstler Robert Smithson trat mit seinem Korallenriff in der Ecke dreier Spiegel bei 300.000 Dollar bescheiden auf (Taxe 400.000 bis 600.000 USD), ebenso wie Subodh Gupta mit seinem mit Töpfen überladenen Fahrrad „Cheap Rice“ von 2006 bei 700.000 Dollar (Taxe 900.000 bis 1,2 Millionen USD).

Immerhin die untere Taxe von 1,5 Millionen Dollar schaffte Louise Bourgeois’ überdimensionierte Bronzespinne aus dem Jahr 1999, ihre unbetitelte Marmorkugel mit einem daraus hervorragenden Kinderfuß blieb bei gleichem Schätzpreis allerdings schon 1 Million Dollar hängen. Eher still blieb es um die alte Garde, die noch vor einem halben Jahr jede neue Sensationsmeldung überschrieb: Mark Rothko, ohnehin nur mit einer rotgelben Komposition zugegen, musste diese schon bei 3,2 Millionen Dollar abstoßen (Taxe 4 bis 6 Millionen USD), für Andy Warhols schrillbunten „Mao“ von 1973 reichte es nicht einmal ansatzweise zu 4,5 bis 6,5 Millionen Dollar, der ebenso wie die auch unverkauften „Two Nudes“ von Roy Lichtenstein aus dem Jahr 1995 mit einer Garantiesumme versehen war (Taxe 3,5 bis 4,5 Millionen USD). Lichtenstein kam wenigstens mit seinem kubofuturistischen „Self-Portrait“ von 1976 auf 2,3 Millionen Dollar (Taxe 3 bis 4 Millionen USD).

Für die 16 Papierarbeiten der Sammlung Fuld war das Interesse ähnlich wie auf der Gesamtauktion. Einer Gesamttaxe von rund 20 Millionen Dollar stand ein Einspielergebnis von 13 Millionen Dollar gegenüber, was wegen einer Garantiesumme wiederum vor allem für Christie’s selbst schmerzhaft sein dürfte. Am besten gingen zwei schwarze Tintenkompositionen Barnett Newmans von 1946 und 1960 für 2,6 und 1,8 Millionen Dollar innerhalb der Schätzpreise. Bei Agnes Martin klettere lediglich eine eiförmige Horizontalkomposition aus dem Jahr 1963 über die Schätzung auf 320.000 Dollar (Taxe 200.000 bis 300.000 USD). Dennoch konnte die malende Minimalistin mit ihrem schwarz gerasterten, blau grundierten Aquarell „Starlight“ von 1963 bei 420.000 Dollar einen neuen Rekord für eine Arbeit auf Papier etablieren (Taxe 500.000 bis 700.000 USD). 1,9 Millionen Dollar spielte Arshile Gorkys „Study for Agony I“ aus den Jahren 1946/47 ein (Taxe 2,2 bis 2,8 Millionen USD), 2,4 Millionen Willem de Koonings „Woman“ von 1951 (Taxe 3 bis 4 Millionen USD).

Als letztes Los der Auktion platzierte sich Morris Louis’ regenbogenartiges Vertikalstreifenmuster „Pillar of Hope“ von 1960/61 bei der oberen Taxe von 800.000 Dollar, das Christie’s trotz der aktuellen Verluste als Hoffnungsschimmer für künftige Zeiten in einem nicht mehr so überhitzen Kunstmarkt werten kann.

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Christie’s Rockefeller Center

20 Rockefeller Plaza

US-10020 New York

Telefon:+1 (212) 6362000

Telefax:+1 (212) 6362399

E-Mail: info@christies.com



24.11.2008

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Veranstaltung vom:


12.11.2008, Post War And Contemporary Art Evening Sale

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