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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Resultate: Zeitgenossen bei Sotheby’s in New York

Zurück auf das Niveau von 2006



Sie hatten viel zu lachen, die beiden hübschen jungen Frauen auf John Currins Gemälde aus dem Jahr 1999. „Nice ’N Easy“ sind sie schon dem Titel nach, freuen dürfen sie sich aber auch, dass der Künstler sie mit soviel altmeisterlicher Hingabe und gutem Geschmack auf die für heutige Verhältnisse gar nicht mal übermäßig große Leinwand gepinselt hat. Sogar nicht ganz ohne Anspielung auf alte Traditionen dürften sie sein: In der linken Dame, die der anderen sanft auf den leicht gewölbten Bauch tätschelt, könnte man Maria sehen, die der schwangeren Elisabeth ihren Besuch abstatte und damit nach altem Brauch die Bildsujet der „Mariä Heimsuchung“ ermöglichte. Und schließlich freuen sie sich natürlich über ihren Wert: 4,8 Millionen Dollar bezahlte ein anonymer Käufer am 11. November auf der Zeitgenossenauktion von Sotheby’s in New York. Mit diesem Ergebnis, das das alte Spitzenergebnis mit Leichtigkeit in die Tasche steckte, waren sie auf dieser Veranstaltung aber auch fast die einzigen, die was zu lachen hatten.


Denn müde wirkt das Gesamtergebnis der „Contemporary Art“ bei 43 verkauften von 63 offerierten Losen. Die Gesamtsumme von über 125 Millionen Dollar ist zwar höher als bei Christie’s und stellt sich auch zur unteren Gesamttaxe von 200 Millionen Dollar besser, doch im Gegensatz zur Konkurrenz konnte bei Sotheby’s kaum ein Werk seine Erwartungen erfüllen geschweige denn übererfüllen. So atemberaubend die 19 Millionen Dollar für Yves Kleins tiefblaue Mondlandschaft „Archisponge (RE 11)“ von 1960 auch waren, es fehlten immer noch satte 6 Millionen, um die angedachten 25 Millionen Dollar vollzumachen. Zum Glück für Sotheby’s war dieses Gemälde ohne Garantiesumme eingeliefert worden, anders als Roy Lichtensteins „Half Face with Collar“ für derzeit wahnsinnige 15 bis 20 Millionen Dollar oder Lucian Freuds unmittelbares „Naked Portrait Standing“ aus den Jahren 1999/2000, das an 9 bis 12 Millionen Dollar ebenso scheiterte.

Für das Auktionshaus besonders teuer kommt Philip Gustons „Beggar’s Joys“ aus der Mitte der 1950er Jahre, obwohl diese wie aus Blut, Haut und Knochen geformte Abstraktion bei 9 Millionen Dollar sogar einen neuen Auktionsrekord aufstellte. Doch erwartet waren 15 Millionen Dollar, und an den Einlieferer wurden vorab sogar 18 Millionen Dollar gezahlt. Vor zwölf Jahren waren für das Gemälde samt Aufgeld allerdings lediglich 1,5 Millionen Dollar fällig gewesen. Kein Wunder also, dass die hauseigenen Kommentatoren immer von einer Korrektur des Kunstmarkts in der angespannten weltweiten wirtschaftlichen Lage sprachen: Tobias Meyer etwa von einer „gewieften Sammlergemeinschaft“, die großartiges Material zum „richtigen Preis“ übernahm, Philipp Herzog von Württemberg von einem Markt, der sich neu zu justieren scheint, und Alex Rotter legte mit konkreten Zahlen nach. So sei das Umsatzvolumen in den vergangenen beiden Jahren um 250 Prozent gestiegen und nun wieder auf das Niveau der Herbstauktion 2006 zurückgefallen. Daher musste Sotheby’s als börsennotiertes Unternehmen veröffentlichen, dass es in der aktuellen New Yorker Versteigerungsrunde insgesamt 52 Millionen Dollar mit Garantien verloren hat.

Amerikanische Pop Art zieht in diesen Zeiten auch nicht mehr. Bei nur 3,6 Millionen Dollar blieb Tom Wesselmanns „Great American Nude #21“ aus dem Jahr 1961 stecken, wo mindestens 6 Millionen Dollar auf dem Etikett standen. Gleichermaßen Ed Ruschas gelblastiges Ölbild „Desire“ von 1969 für nur 2,1 Millionen Dollar. Das bedeutet nicht einmal eine Wertsteigerung gegenüber einer Versteigerung bei Christie’s vor sechs Jahren, als des für brutto fast 1,8 Millionen Dollar über die Bühne ging (Taxe 4 bis 6 Millionen USD). Richard Diebenkorns blasse Abstraktion „Ocean Park No. 44“ von 1971 blieb an 4,6 Millionen Dollar kleben (Taxe 6 bis 8 Millionen USD), Willem de Koonings luftiges „Untitled VI“ an 4 Millionen (Taxe 5 bis 7 Millionen USD), Lichtensteins „Interior with Red Wall“ aus dem Jahr 1991 an 6,2 Millionen (Taxe 8 bis 10 Millionen USD), und ganz ohne Abnehmer waren zwei der drei Gemälde des einzigen Deutschen, Gerhard Richter, darunter sein abstraktes Bild in drei Teilen mit der Nummer 589 und der Jahreszahl 1986 (Taxe 4,5 bis 6,5 Millionen USD). Lediglich sein blutrotes Spiegelbild von 1991 ging schon für 1,1 Millionen Dollar weg (Taxe 1,5 bis 2 Millionen USD).

Zu den wenigen, die innerhalb ihrer Schätzpreise zum Stehen kamen, gehörten Cy Twomblys „Untitled (A Painting in Two Parts) (Bassano in Teverina)“ von 1986 für 4,2 Millionen Dollar, Alighiero Boettis gestickte Weltkarte auf rotem Meer „Mettere al Mondo“ von 1983 für 720.000 Dollar und Richard Serras Bleidecke „Folded/Unfolded“ in einer Ausgabe von 1969 zur unteren Taxe von 600.000 Dollar. Mit 1,4 Millionen Dollar gab es für seine drei mächtigen Stahlplatten in der Uhrzeigerstellung „12-4-8“ von 1983 sogar einen neuen Auktionsrekord, selbst wenn 600.000 Dollar zur unteren Schätzgrenze fehlten. Sogar über die Erwartungen hinaus schoss Alexander Calders hübsches Mobile „Deux Dates“ ganz in Schwarz von 1964/69: 2,15 Millionen Dollar waren der Lohn (Taxe 1,2 bis 1,8 Millionen USD). Auch ein anderes seiner leichten Hängeobjekte aus dem Jahr 1946 lag mit 1,25 Millionen Dollar ganz gut (Taxe 1 bis 1,5 Millionen USD). Unter den sonstigen Bildhauern durfte vor allem Louise Bourgeois mit Aufmerksamkeit rechnen, deren bemalte Holzskulptur „Forêt“ von 1953 bei 2,9 Millionen Dollar denn auch ganz anständig bedacht wurde (Taxe 3 bis 4 Millionen USD), 3 Millionen Dollar waren es immer noch für ihr formschönes „Clamart“ in Holz und weißem Marmor aus dem Jahr 1968 (Taxe 3,5 bis 4,5 Millionen USD).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Sotheby’s New York

1334 York Avenue (at 72nd Street)

US-NY 10021 New York

Telefon:+1 (212) 606 70 00

Telefax:+1 (212) 606 71 07



20.11.2008

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Veranstaltung vom:


11.11.2008, Contemporary Art Evening Sale

Bei:


Sotheby's

Bericht:


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