Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 22.10.2019 Sonderauktion: Sammlung Rudolf Neumeister

© Neumeister Münchener Kunstauktionshaus

Anzeige

spring swing, 2012 / Heinz Mack

spring swing, 2012 / Heinz Mack
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874 / Hans Thoma
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Amazone, nach 1906 / Franz von  Stuck

Amazone, nach 1906 / Franz von Stuck
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Zeitgenossenauktion bei Sotheby’s in New York

Als wäre nichts



Die Impressionisten- und Moderneauktionen von Christie’s und Sotheby’s sind rum, mit flauen, aber nicht niederschmetternden Ergebnissen, und Alles schaut nun auf die kommenden Zeitgenossen, für die der geschwächte Markt wohl Ähnliches bereithält. Den Anfang macht am 11. November Sotheby’s mit einem 64teiligen Querschnitt durch die Kunst der letzten fünfzig Jahre und im Einzelnen mit Preisvorstellungen, die wenig auf Vorsicht oder gar Argwohn schließen lassen. Auch die Gesamttaxe von etwa 200 Millionen Dollar liegt nur wenig unter derjenigen vom vergangenen Jahr. Neue Auktionsrekorde erscheinen nicht nur für Newcomer möglich, sondern werden auch für die Altmeister Roy Lichtenstein, Philip Guston und Yves Klein erwartet. „In the region of $25 million“ heißt es etwa für Kleins tiefblaues Reliefbild in Schwämmen und Kieselsteinen „Archisponge (RE11)“ von 1960, was jene Höchstpreise noch übertreffen soll, die Sotheby’s im vergangenen Mai mit Klein-Arbeiten aus der Sammlung Lauffs Krefeld erzielte.


Andy Warhols „Dollar Sign“ von 1981 klingelt bei 2,5 bis 3,5 Millionen Dollar – allerdings nicht zum ersten Mal: Bereits vor knapp anderthalb Jahren war es in London an 1,8 bis 2,5 Millionen Pfund gescheitert. Eine seiner spätesten Arbeiten ist die über zehn Meter breite „Camouflage“ von 1986 für 3 bis 5 Millionen Dollar. Überhaupt geben sich außer Richard Hamilton fast alle großen Meister der Pop Art oft gleich mit mehreren Werken ein Stelldichein – gleichsam als Garanten altbewährten Marktwerts. Roy Lichtenstein, viermal vertreten, schickt als Hauptstück sein mit rekordverdächtigen 15 bis 20 Millionen Dollar gehandeltes, mit 120 Zentimetern im Quadrat gar nicht besonders großes Gemälde „Half Face with Collar“ aus dem Jahr 1963 ein, gefolgt vom „Interior with Red Wall“ aus dem späten Jahr 1991 (Taxe 8 bis 10 Millionen USD), der sechseinhalb Meter hohen Freilichtskulptur „Five Brushstrokers“ von 1994 (Taxe 6 bis 8 Millionen USD) sowie am unteren Ende der hoch gelegten Messlatten der kubistische Reminiszenzen enthaltenden Komposition „Study for New York State Mural (Town and Country)“, die sich seit ihrer Entstehung 1968 durchgehend in privater Hand befand und also Marktfrische mitbringt (Taxe 4 bis 6 Millionen USD).

Auch der kürzlich verstorbene Robert Rauschenberg gibt sich mit seiner 1955 datierten Collage „Bantam“ die Ehre (Taxe 3 bis 4 Millionen USD), ebenso wie Tom Wesselmann unter anderem mit seinem fast marktfrischen „Great American Nude #21“ samt Kennedy-Portrait im Hintergrund (Taxe 6 bis 8 Millionen USD). Gewissermaßen in der Tradition dieser Meister steht Ed Ruscha, dessen schrilles Ölbild „Desire“ von 1969 erst vor sechs Jahren bei Christie’s für brutto fast 1,8 Millionen Dollar über die Bühne ging. Jetzt soll sein Wert bereits bei 4 bis 6 Millionen Dollar liegen. Weitere Skulptur jener Generation sind John Chamberlains zerknitterter Stahlschrott „Ca-d’Oro“ von 1964 (Taxe 1,8 bis 2,2 Millionen USD) und Claes Oldenburgs weiß gehaltener Leinwandsack, der an einen Toaster denken lässt (Taxe 400.000 bis 600.000 USD).

Heute liebt man die außen rudimentär gebrochenen und innen geleckten Alabasterbrocken eines Anish Kapoor, etwa ein Exemplar mit kreisrunder Öffnung von 2004 (Taxe 2 bis 3 Millionen USD), kann sich aber vielleicht auch für die nicht weniger ästhetischen, formal überlegten und inhaltlich aufgeladenen Skulpturen „Fôret“ und „Clamart“ der inzwischen 97jährigen Louise Bourgeois erwärmen (Taxen zwischen 3 und 4,5 Millionen USD). Weitere plastische Arbeiten sind zwei Mobiles Alexander Calders zwischen 1 und 1,8 Millionen Dollar, eine minimalistische Bodenarbeit Carl Andres aus Backsteinen (Taxe 1,2 bis 1,6 Millionen USD) und Richard Serras drei große Stahlplatten mit der Uhrzeigerstellung „12-4-8“ von 1983 (Taxe 2 bis 3 Millionen USD).

Die abstrakten Maler schicken zunächst Minimalisten: Agnes Martin mit einem vertikalen und einem horizontalen Streifenbild jeweils in Graublau von 1974 und 1995, Frank Stella mit einem grauen, punktsymmetrisch angelegten Kastensystem aus dem Jahr 1967, dann aber auch mit der demgegenüber höchst ungeordneten „Sunflower IV“ Joan Mitchells von 1969, allesamt zwischen 2 und 3,5 Millionen Dollar gelegen. Mark Rothko, um den es nach aufsehenerregenden Weltrekorden in der letzten Zeit etwas ruhiger geworden ist, versucht es mit einer schwarzroten Farbfeldmalerei aus dem Jahr 1958 bei 4 bis 6 Millionen Dollar. Da droht sogar Richard Diebenkorn, ihn zu übertreffen mit seinem abstrakt expressionistischen „Ocean Park No.44“ aus dem Jahr 1971: 6 bis 8 Millionen Dollar stehen auf dem Etikett. Ferner kommt natürlich Dauerbrenner Willem de Kooning zum Zuge, mit seinem lichten „Untitled VI“ aus dem Jahr 1985 (Taxe 5 bis 7 Millionen USD) und einer aus einem Gemisch von Haut und Blut kaum mehr zu entziffernden „Figure“ von 1969 (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen USD).

Weitere Abstrakte sind Cy Twomblys zweiteilige Arbeit „Untitled (Bassano in Teverina)“ von 1986 (Taxe 4 bis 6 Millionen USD) und eine schier unüberschaubare Fläche Jean-Paul Riopelles unter dem Titel „15 Chevaux Citroën“ von 1952 (Taxe 3 bis 4 Millionen USD). Große Erwartungen werden in Gerhard Richter gesetzt, den einzigen Deutschen, den man zur Abendauktion geladen hat. Ganz in Blutrot erstrahlt sein „Mirror Painting“ aus dem Jahr 1991 (Taxe 1,5 bis 2 Millionen USD), charakteristisch für seine früheren Arbeiten ist das schemenhaft fotografische Portrait eines gewissen Alfons Strawalski von 1966 (Taxe 2 bis 3 Millionen USD). Dazwischen liegt sein schillerndes „Abstraktes Bild (Blau)“, eigentlich ein Triptychon, aus dem Jahr 1986 (Taxe 4,5 bis 6,5 Millionen USD). Höhepunkt aller Abstraktion ist Philip Gustons „Beggar’s Joys“ von 1954/55, farblich ähnlich wie Koonings Figur, aber noch verknappter auf ein Gemisch von Rot-Braun ohne Erinnerungen an ergründbare Gegenständlichkeit. Mit einer Schätzung um die 15 Millionen Dollar soll der alte Auktionsrekord für Guston mehr als verdoppelt werden. Vor zwölf Jahren waren für das Gemälde samt Aufgeld lediglich 1,5 Millionen Dollar fällig gewesen.

Einmal mehr in die innersten Sphären von Privatheit entführt Lucian Freud durch sein „Naked Portrait Standing“ aus den Jahren 1999/2000. Die Dargestellte wirkt angesichts der Nähe und Unmittelbarkeit zu Maler und Betrachter fast ausgeliefert (Taxe 9 bis 12 Millionen USD). Wayne Thiebaud malte dagegen 1961 drei mal vier Kuchenstücke – auch recht lecker (Taxe 2 bis 3 Millionen USD). Wem von soviel Süßem schlecht wird, findet vielleicht Hilfe bei Richard Prince’ „Everglade Nurse“ von 2003, obwohl deren charakteristisch blutrote Umgebung und die obligatorischen Schmierspuren auf der Leinwand auch nicht so gesund aussehen (Taxe 4 bis 6 Millionen USD).

Zu den jüngsten Künstlern zählen Rachel Whiteread mit einer 2004 erstellten Wandinstallation ohne Titel, die an das Negativ eines Bücherregal erinnert – oder eine Aufhängevorrichtung für Telefonverzeichnisse in den öffentlichen Fernsprechzellen (Taxe 400.000 bis 600.000 USD). Sodann John Currin, dessen altmeisterlicher Ironie zweier nackter Frauen unter dem Titel „Nice ’N Easy“ von 1999 sagenhafte 3,5 bis 4,5 Millionen Dollar zugetraut werden. Auch in Krisenzeiten darf Jeff Koons auf keiner Auktion fehlen, hier vertreten durch den absurd überladenen, vergoldeten Rokokoholzrahmen für den Spiegel „Wishing Well“ aus dem Jahr 1988 (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen USD) und sein collageartiges Ölgemälde „Cheeky“, das sich wohl als eine ungeschminkte Adaption der Pop Art eines James Rosenquist versteht (Taxe 4 bis 6 Millionen USD), der wiederum – als letzter Lebender der großen Pop Art-Künstler – zugegen ist durch sein Ölbild „In the Red“ voller uneindeutiger Ausschnitte von Alltäglichkeiten aus dem Jahr 1962 (Taxe 1,2 bis 1,6 Millionen USD). Zu nennen ist schließlich auch der 1988 im Alter von 27 Jahren verstorbene Jean-Michel Basquiat, dessen 1984 entstandenes Acrylbild „MP“ von den Ängsten und Hoffnungen einer jungen Aufbruchgeneration zeugt (Taxe 2 bis 3 Millionen USD).

Kontakt:

Sotheby’s New York

1334 York Avenue (at 72nd Street)

US-NY 10021 New York

Telefon:+1 (212) 606 70 00

Telefax:+1 (212) 606 71 07



10.11.2008

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Veranstaltung vom:


11.11.2008, Contemporary Art Evening Sale

Bei:


Sotheby's

Bericht:


Zurück auf das Niveau von 2006










Copyright © '99-'2019
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce