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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Es gibt sie noch, die Auktionsrekorde: Sotheby’s eröffnete mit Impressionismus und Klassischer Moderne die großen Versteigerungen in New York

Halbe Krise



Kasimir Malewitsch, Suprematistische Komposition, 1916

Kasimir Malewitsch, Suprematistische Komposition, 1916

Enttäuschung paarte sich mit Erleichterung bei Sotheby’s: Mit drei Toppreisen in zweistelliger Millionenhöhe hat sich das New Yorker Auktionshaus am 3. November gegen die Schwierigkeiten angesichts der gegenwärtigen Wirtschaftslage behaupten können. Doch die Euphorie der vergangenen Jahre scheint verflogen, zahlreiche der siebzig Angebote blieben unterhalb ihrer Schätzpreise, so dass auch beim Bruttogesamterlös von fast 224 Millionen Dollar mehr als 100 Millionen zur unteren Gesamttaxe fehlten. 25 Lose fanden überhaupt keinen Abnehmer. Aufsehen hatte schon im Vorfeld der unvermittelte Rückzug von Pablo Picassos „Arlequin“ aus dem Jahr 1909 erregt, dem die Einlieferer den veranschlagten Erlös von 30 Millionen Dollar in diesen Zeiten nicht mehr zutrauten. Dennoch: Der Crash ist ausgeblieben. Als vor ziemlich genau einem Jahr die gleiche Auktion 270 Millionen Dollar einspielte und für zwanzig Lose das unfreundliche „passed“ erklangt, war der Hader größer. Heute, im Tal einer weltweiten Zurückhaltung, kann man mit einem nicht besseren Ergebnis einigermaßen zufrieden sein.


So ganz ohne aufsehenerregende Spitzenstücke war man freilich nicht. An erster Stelle stand eine suprematistische Komposition des Russen Kasimir Malewitsch aus dem Jahr 1916, als er sein „Suprematistisches Manifest“ veröffentlichte und damit den theoretischen Unterbau dieser Avantgardeströmung lieferte. Bei diesem Werk bestach neben dem bedeutenden Entstehungsdatum nicht nur die wundervolle Zusammenstellung von Farben und Formen zu einem unverwechselbaren Stück früher Abstraktion, sondern auch die erlesene, marktfrische Provenienz: Einlieferer waren niemand anders als die Erben des 1935 verstorbenen Künstlers selbst, die es erst Anfang des Jahres vom Stedelijk Museum in Amsterdam restituiert bekamen. Belohnt wurde dies im Nettopreis von 53,5 Millionen Dollar zwar nicht mit den 60 Millionen Dollar, die man im Vorfeld erwartet hat, lediglich mit Aufgeld schaffte man genau 2.500 Dollar mehr. Der alte Malewitsch-Rekord vom Mai 2000 wurde damit dennoch um mehr als das Dreifache übertrumpft. Weniger aufsehenerregend verlief die Versteigerung der anderen Künstler aus dem Osten. Am häufigsten wurde Boris Grigoriev genannt, dessen „Schafhirte auf Hügeln“ aus dem Jahr 1920 mit 3,25 Millionen Dollar ein neues Rekordergebnis im Rahmen der Taxe erreichte. Schon bei 2,8 Millionen Dollar blieben indes seine 1924 im berühmten französischen Künstlerort Pont-Aven aufgenommenen „Pipe Players“ hängen (Taxe 4 bis 6 Millionen USD).

Lediglich einen halben Erfolg verdankt das Haus Edgar Degas. Dessen „Danseuse au Repos“ aus der Zeit um 1879, erworben 1885 bei der berühmten Pariser Galerie Durand-Ruel und seither nur einmal 1999 auf dem Auktionsmarkt, war mit etwa 40 Millionen Dollar veranschlagt. Herausgekommen sind aber nur 33 Millionen Dollar, auch mit Aufgeld reichte es nicht. Trotz neuen Künstlerrekords also ein durchaus schwerer Brocken für Sotheby’s, zumal das 59 mal 64 Zentimeter große Pastell mit einer Gewinngarantie versehen war. Zwei weitere hochgehandelte Gemälde Degas’, „Le Ballet“ von circa 1885 (Taxe 7,5 bis 10 Millionen USD) und „Femme se coiffant“ aus den frühen 1890er Jahren (Taxe 3 bis 4 Millionen USD), blieben gänzlich unveräußert, ebenso wie Paul Cézannes 1873/74 in Öl gemalte „Paysage des bords de l’oise“ (Taxe 8 bis 12 Millionen USD) und die vernebelte „Cathédrale dans le brouillard“ von Claude Monet (Taxe 16 bis 22 Millionen USD).

Auch sonst hielten sich die französischen Impressionisten bedeckt. Für Monets „Paysage à Port-Villez“ aus dem Jahr 1885 kamen lediglich 3 Millionen Dollar heraus (Taxe 3,5 bis 5 Millionen USD), Pierre-Auguste Renoirs 1874 in kammerartiger Intimität aufgenommenes „Portrait de Nini“ wurde mit 4,9 Millionen Dollar wenigstens fast zur unteren Taxe von 5 Millionen honoriert, und für Gustave Caillebottes Strandausblick „Villas à Trouville“ von 1884 gab es nur 900.000 Dollar (Taxe 1 bis 1,5 Millionen USD). Henri Fantin-Latours wohlgeordnetes Stillleben „Fleurs et Fruits“ blieb ebenfalls unter der Schätzung bei 1,65 Millionen Dollar stecken, wie auch Camille Pissarros Landschaft „La Seine à Bougival“ bei 1,6 Millionen Dollar oder zum gleichen Preis Alfred Sisleys „Été à Moret“ (Taxen je 2 bis 3 Millionen USD). Nur wenige erfüllten die Erwartungen, so Henri de Toulouse-Lautrecs schwarzweiße Ölstudie eines Maskenballs von 1888 die untere Grenze von 4 bis 6 Millionen Dollar.

Nicht besser auch Henri Matisse: Seine „Nature morte aux trois vases“ in kraftvollen Farben 1933 (Taxe 8 bis 12 Millionen USD) und das ein Jahr darauf entstandene Damenbildnis „Titine Trovato en robe et chapeau“ (Taxe 12 bis 18 Millionen USD) fanden keinen Abnehmer. Mit 3,7 Millionen Dollar musste sich die „Jeune femme assise en robe grise aux bandes violettes“ zufrieden geben, die dem Maler in Novembertagen des Jahres 1942 gegenübersaß (Taxe 4 bis 6 Millionen USD). Umso erfreulicher war dann die Nummer drei der Achtstelligen, Edvard Munchs „Vampir“ aus dem Jahr 1894. Die düstere Liebesszene, die von einer Frau mit den typischen Munch’schen Langhaaren beherrscht wird und den Betrachter in eine Endzeitstimmung zwischen Hingabe und Tod versetzt, war im Vorfeld um die 30 Millionen Dollar gesetzt wurden. Ein anonymer Telefonbieter steigerte das Bild, das sich seit 1934 ununterbrochen in privater Hand befand und auch davor lediglich einen einzigen Besitzerwechsel erlebte, schließlich auf 34 Millionen Dollar – auch das eine Erhöhung von Munchs bisheriger Messlatte.

Von den Kubisten war diesmal nicht Pablo Picasso am gesuchtesten, dessen Offerte eher schwachen Absatz fand, sondern Juan Gris, dem eine 1913 zusammen mit anderen Stilllebenrequisiten in buntfarbige Einzelteile zerlegte „Guitare“ bei 5,8 Millionen Dollar und damit leicht unterhalb der Taxe von 6 bis 8 Millionen Dollar abhanden kam. Die Kunst deutschsprachiger Meister konnte sich über die allgemeine Zaghaftigkeit nicht erheben. Die Zeichnung eines auf dem Bauch liegenden Mannes von Egon Schiele erreichte 600.000 Dollar (Taxe 900.000 bis 1,2 Millionen USD), Wassily Kandinskys „Dunkle Zacken“ 350.000 Dollar (Taxe 550.000 bis 750.000 USD) und Paul Klees zeichenhaft auf grünem Grund schwebender „Versprengter Reiter“ von 1929 lediglich 500.000 Dollar (Taxe 700.000 bis 1 Million USD). Emil Nolde „Bewegte See II (Zwei Segler Aneinander)“ musste die Heimreise antreten, ebenso wie Max Beckmanns „Stillleben mit Geige und Flöte“ von 1942 (Taxen je 1,5 bis 2 Millionen USD).

Weitere Negativbescheide erhielten die Einlieferer von Amedeo Modiglianis „Homme assis (appuyé sur une canne)“ (Taxe 18 bis 25 Millionen USD), Alberto Giacomettis Bruderbildnis „Tête de Diego“ (Taxe 6 bis 8 Millionen USD) und Vincent van Goghs merkwürdig surreal anmutende „Statuette de Plâtre: Torse de Femme, Vue de Face“ aus dem Jahr 1887 (Taxe 7 bis 10 Millionen USD). Maurice de Vlamincks fauvistischer „Le Remorquer“ schipperte schon bei 3,2 Millionen Dollar in einen neuen Hafen (Taxe 4 bis 6 Millionen USD), während René Magrittes unbekleidete „La magie noire“ taxgerecht bei 1,8 Millionen Dollar ihre Reize entfaltete. Bei den Skulpturen wurde Degas’ Badende in „Le Tub“ von 1888 bei 3,3 Millionen Dollar übernommen (Taxe 4 bis 6 Millionen USD), Rembrandt Bugattis „Deux grands léopards“ von 1913/14 bei 1,15 Millionen Dollar (Taxe 1,5 bis 2 USD) und Barbara Hepworth durchlöcherte Teakholzstele „Single Form“ aus den 1960er Jahren bei 450.000 Dollar (Taxe 500.000 bis 700.000 USD).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Sotheby’s New York

1334 York Avenue (at 72nd Street)

US-NY 10021 New York

Telefon:+1 (212) 606 70 00

Telefax:+1 (212) 606 71 07



06.11.2008

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Boris Grigoriev, Shepherd of the Hills, 1920

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Taxe: 5.000.000 - 7.000.000 USD

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Taxe: 4.000.000 - 6.000.000 USD

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Taxe: 4.000.000 - 6.000.000 USD

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Rembrandt Bugatti, Deux grands Léopards, um 1913-14

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Taxe: 1.500.000 - 2.000.000 USD

Zuschlag: 1.150.000,- USD

Losnummer: 29

Juan Gris, Guitare, 1913

Juan Gris, Guitare, 1913

Taxe: 6.000.000 - 8.000.000 USD

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Egon Schiele, Mann auf dem Bauch liegend, 1910

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Taxe: 900.000 - 1.200.000 USD

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Taxe: 4.000.000 - 6.000.000 USD

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